Hallo zusammen,
Eugen Bauhof schrieb:
Zitat:
Ich denke, damit ist die Sache endgültig geklärt.
ja, für mich ist es das, aber ich befürchte nicht für alle Teilnehmer dieses Threads.
Ich gehe die Dinge, die sich immer wieder und mit wachsender Präzision experimentell bestätigen, grundsätzlich so an, dass ich diese nicht anzweifle, sondern nach für mich intuitiv nachvollziehbaren Erklärungsmodellen suche.
Es macht keinen Sinn, an dem Ergebnis des Zwillingsparadoxon herumzukritteln, indem man sich immer wieder neue Konstrukte einfallen lässt und neue Begrifflichkeiten einführt wie „falsch gehende Uhren“, bevorzugte Inertialsysteme oder übergeordnete Bezugssysteme und unter tatsächlicher und theoretischer Betrachtungsweisen oder klassischer und relativistischer Sichtweisen unterscheidet.
Ich maße mir als Physiklaie nicht an, die Erkenntnisse der großen Mehrheit der Physikprofis, wie sie in der Fachliteratur niedergeschrieben stehen, in Frage zu stellen. Keiner von uns hat sich sein physikalisches Wissen ausgedacht; wir haben es alle von den Physikprofis übernommen.
Ich habe so langsam das Gefühl, dass hier teilweise, anstatt sich mit den Antworten auseinander zu setzen, nach immer neuen Argumenten gesucht wird, um die eigenen Irrtümer zu bestätigen, die der allgemeinen Lehrmeinung offensichtlich widersprechen.
Eugen Bauhof, Claus und ich vertreten hier nicht unsere persönlichen Meinungen, sondern wir beziehen uns auf die allgemeine Lehrmeinung der Profis.
Eugen Bauhof ging es in diesem Thread wohl auch nicht darum, das Zwillingsparadoxon grundsätzlich zu diskutieren oder gar in Frage zu stellen, sondern darum, die verschiedenen Erklärungsmodelle für das Zustandekommen des Altersunterschiedes auf ihre Brauchbarkeit hin abzuklopfen. (zumindest habe ich das so verstanden). Da in der Fachliteratur das Zwillingsparadoxon durchaus auf unterschiedliche Art und Weise aufgelöst wird, mag das auch legitim sein.
Alles andere ist eigentlich schon im Thread „Grundlagen der SRT“ von Eugen Bauhof behandelt worden und Fragen dazu sollten dort gestellt werden. Die dort behandelten Grundlagen scheinen noch nicht bei allen geklärt zu sein.
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Was das eigentliche Thema anbelangt, so möchte ich für mich folgendes stichpunktartiges Resumee ziehen:
1.)
Das Zwillingsparadoxon kann alleine durch die Zeitdilatation gelöst werden. Zwar ist die Zeitdilatation symmetrisch, diese Symmetrie hebt sich aber durch den Wechsel des Inertialsystems auf.
(phasenweise herrschte diesbezüglich bei mir eine gewisse Unsicherheit, die sich aber mittlerweile aufgelöst hat)
Es fällt mir allerdings schwer, das intuitiv nachzuvollziehen.
2.)
Die Längenkontraktion, die nur in Bewegungsrichtung wirkt, kann das Zwillingsparadoxon auch auflösen. Sie geht einher mit der Zeitdilatation. Hier fällt es mir die Nachvollziehbarkeit leichter.
3.)
Die Betrachtung im Minkowskidiagramm stellt für mich das Zwillingparadoxon am anschaulichsten dar. Unabhängig davon, wo wir den Ursprung ansetzen, ergibt sich immer für den Reisenden/Wendenden eine längere Weltlinie. Die „Merkwürdigkeit“, dass eine längere Weltlinie einer kürzeren Zeitspanne entspricht, ergibt sich daraus, dass der dreidimensionale Raum eindimensional dargestellt wird. Die Zeitachse steht senkrecht zum dreidimensionalen Raum.
4.)Die Vorstellung, die Lichtgeschwindigkeit ist eine Naturkonstante, die allem im Universum „anhaftet“, und die besagt, dass die resultierende Geschwindigkeit aus der Bewegung durch den Raum und die Bewegung durch die Zeit immer die Lichtgeschwindigkeit c ergibt, kann sowohl die Zeitdilatation als auch das Zwillingsparadoxon erklären.
Diese Vorstellung liegt mir sehr.
5.)
Der transversaler Dopplereffekt stellt die einzelnen Phasen des Zwillingsparadoxon detailliert und unter Berücksichtigung dessen, was die Beteiligten tatsächlich beobachten, dar, und ist dem besseren Verständnis sehr dienlich.
Das Zwillingsparadoxon kann es aber nur in Verbindung mit der Zeitdilatation oder der Längenkontraktion auflösen.
Mgfg okotombrok
PS
Der Doppeleffekt beim Zwillingsparadoxon ist der, das man immer was zu trinken hat und seine Frau jung hält, wenn man, im Sessel sitzend, seine Frau regelmäßig Bierholen schickt.
;-)
"Der Kopf ist rund, damit die Gedanken die Richtung wechseln können"
(Francis Picabia)