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Haben wir genug?

Thema erstellt von Stueps 
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Beiträge: 1.328, Mitglied seit 12 Jahren
Hier ist drei Min. Video über Ramadan-fest in Moskau.

Ich bin Atheistin, die tolerant für Religionen ist, dennoch war mir unheimlich bei diesen Aufnahmen. Es gibt Video auch mit Laut, also man hört den Prediger. Ich denke, wenn ich Muslimin wäre, dann hätte es mich hingerissen. Ich fühle mich aber befremdet in einer Stadt, die ich schon mehrere Male besucht habe und die kulturell mir nah ist.

Diese Befremdung ist das, was man Leute hierzulande nach rechst treibt. Und denen einfach zu sagen, deine Gefühle ist uns wurscht, es ist ein großer politische Fehler.

Ich habe in Diskussionen mit eifrigen Atheisten oft in der Runde gesagt habe, man muss sich vorstellen, dass wir Atheisten nicht etwa etwas gewonnen haben, wir haben womöglich etwas verloren. Vielleicht etwa wie ein sechsten (bzw. siebten) Sinn in Weltwahrnehmung. So etwa kann man auch denen vorwerfen, die mit Entrüstung beurteilen die Menschen, die ihre nationale kulturelle Identität ausleben und sie bedroht fühlen. Es sind die Gefühle. Nur Gefühle. Und sie bekanntlich sind stärker und evolutiv älter als die Vernunft. Vernünftige Aussagen können aber nur von den angenommenen (und nicht beweisbaren) Thesen/Axiomen ausgehen. So dass wenn auch oben drauf eine logisch nicht widerlegende Beweiskette folgt, sie ruht aber auf den Boden, deren Standfestigkeit nur scheinbar klar ist.
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Irena schrieb in Beitrag Nr. 2218-461:
Hier ist drei Min. Video über Ramadan-fest in Moskau.

Ich bin Atheistin, die tolerant für Religionen ist, dennoch war mir unheimlich bei diesen Aufnahmen.

Der Mensch hat zwei Reaktionszonen: den Bauch und das Hirn. Um Atheist zu werden benötigt man das Hirn, das aber muß geschult werden, um es überhaupt benutzen zu können. Religionen, egal welche, aber fördern das Bauchgefühl, sie indoktrinieren und vernachlässigen das Hirn, müllen es zu, deshalb sind radikal-religiöse Menschen meist ziemlich hohl im Kopf. Ich bin der Überzeugung, daß nahezu alle ReligionsFÜHRER selbst gar nicht religiös sind, sondern Religion nur zur Machtausübung benutzen, um Herden ihnen willig folgender Hohlköpfe zu formen. Bei den Einen reicht es mit Weihrauch zu wedeln, Andere versprechen Jungfrauen dutzendweise, und die meist ohne geistige Bildung folgenden Hohlköpfe wandeln sich in "Gläubige". Die kann man in Lourdes beobachten oder bei Prozessionen, wenn Horden dieser Gläubigen mit tragbaren Lautsprechern bewaffnet alle Vögel im Wald aufschrecken und verjagen, man kann sie anderweitig beobachten, wenn sie tonnenschwere Marienskulpturen durch die Straßen tragen (Spanien) oder bei der Umrundung eines Steines (Saudi-Arabien) sich gegenseitig tottrampeln und man kann sie an der Klagemauer beobachten, wenn sie ihre Halsmuskulatur bewegen wie eine Taube beim Laufen, so daß man Angst hat, ihnen könnte der Kopf abfallen.

Generell gilt: Aus dem Bauch kommt die Moral, aus dem Hirn die Ethik. Moral ist indoktriniert, Ethik philosophisch-geistig erarbeitet. Und deshalb sieht es schlecht aus für die Zukunft der Menschen, das Bildungsniveau sinkt weltweit, es wird erzogen, um wirtschaftlich nutzbare Fachidioten zu erzeugen, so daß deren spirituellen Bedürfnisse den Religionen überlassen werden mit den sichtbar negativen Folgen für unsre Gesellschaft.
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Beiträge: 879, Mitglied seit 4 Jahren
Uwe,

zu deinen Beiträgen Nr. 2218-458 / 2218-462 mag ich mich nicht äußern, ich frage mich nur, ob du tatsächlich annimmst, deine intellektuellen Ergüsse kämen aus deinem Kopf? Ich hätte sie – man mag mir nachsehen, wenn ich keine genauere Ortsangabe mache – einem ganz entgegengesetzten Körperteil zugeordnet. Man, mit diesen Beiträgen hast du dich selbst übertroffen!

edit Claus: Henry-Dochwieder, bitte künftig Forenregel 8a beachten. Dieser Beitrag enthält keinerlei sachliche Information oder Meinung.
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Claus am 07.12.2015 um 19:03 Uhr.
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Beiträge: 1.428, Mitglied seit 11 Jahren
Uwebus schrieb in Beitrag Nr. 2218-462:
Ich bin der Überzeugung, daß nahezu alle ReligionsFÜHRER selbst gar nicht religiös sind, sondern Religion nur zur Machtausübung benutzen, um Herden ihnen willig folgender Hohlköpfe zu formen.

Den Glauben nennt man Satanismus. Gehört das auf einmal zum Thema?
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Thomas der Große schrieb in Beitrag Nr. 2218-464:
Gehört das auf einmal zum Thema?

Hm-m, ich denke gerade, dass das Thema sehr beengt betrachtet wurde. Und ich denke - das gilt auch für andere Bereiche - wenn man eine Lösung sucht, hilft manchmal Betrachtungsebene verlassen und suchen nach größeren Überblick. Da manchmal Quergedanken helfen diese anderen Blickwinkel zu finden...

@Henry-Dochwieder

Da stimme ich Claus zu. Man sollte die Beleidigungen unterlassen. Psychologisch ist nur ein Zeichen, dass du selbst in der Ecke sich befindest und weiß kein anderen Ausweg, als beginnen zu "spucken".
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Thomas der Große schrieb in Beitrag Nr. 2218-464:
Uwebus schrieb in Beitrag Nr. 2218-462:
Ich bin der Überzeugung, daß nahezu alle ReligionsFÜHRER selbst gar nicht religiös sind, sondern Religion nur zur Machtausübung benutzen, um Herden ihnen willig folgender Hohlköpfe zu formen.

Den Glauben nennt man Satanismus. Gehört das auf einmal zum Thema?

Es geht hier, nachdem Irena den Atheismus zur Sprache gebracht hat, um eine Unterscheidung zwischen religiösem Glaube und Atheismus. Religiöser Glaube beruht philosophisch auf dem Idealismus, also einer Trennung von Körper und Geist, Atheismus beruht auf dem philosophischen Materialismus, also der Einheit von Körper und Geist. Man kann jedem Kind Märchen vorlesen und es glauben machen, es gäbe sprechende, Großmütter verschlingende Wölfe, genauso kann man Kindern etwas von Göttern erzählen und Seelen, das glauben die Kinder auch. Deshalb gehen die Religionen möglichst früh an Kinder ran, bevor diese beginnen den Erzählungen der Erwachsenen nicht mehr zu trauen. Und was dem Kind als "wahr" indoktriniert wurde, muß dieses Kind in fortgeschrittenem Alter, wenn es denn irgendwann zweifelt an den indoktrinierten Wahrheiten, versuchen sich geistig, also mittels des Verstandes, von diesen Wahrheiten zu befreien. Das bedeutet, das Kind in fortgeschrittenem Alter muß anfangen selbst zu philosophieren (philosophieren bedeutet die Suche nach der eigenen Wahrheit) und das ist mit Denkarbeit verbunden, etwas, was Religionsverkündern gar nicht gefällt, der Gläubige soll glauben, nicht selbstständig denken, sonst verliert man die Kontrolle über ihn.

Und fängt man selbst an zu denken, kommt man, weil es nicht eine einzige empirische, experimentell gestützte Methode gibt, welche die Existenz von Göttern und Seelen beweist, zu dem Schluß, daß das mit Göttern und Seelen wohl das gleiche ist wie mit den sprechenden, Großmütter verschlingenden Wölfen, also ein Märchen. Und ist man noch technisch-physikalisch interessiert stellt man fest, daß man zum Denken ein Hirn braucht, also daß man Körper und Geist nicht trennen kann und damit der ganze Wust religiöser postmortaler Phantasien nur Kokolores ist, mit dem man unterdrückt werden soll. Jede Religion kennt postmortale Belohnungen/Strafen: Himmel/Hölle, Jungfrauen/Feuer, wie das bei den Juden aussieht weiß ich nicht, Buddhisten kommen wohl als Tiere wieder, so hat jeder seine Methode auf Gläubige Druck auszuüben, Religionen dienen der Machtausübung, zu nichts anderem.
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Stueps (Moderator)
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Hallo Uwebus,

Uwebus schrieb in Beitrag Nr. 2218-466:
Man kann jedem Kind Märchen vorlesen und es glauben machen, es gäbe sprechende, Großmütter verschlingende Wölfe, genauso kann man Kindern etwas von Göttern erzählen und Seelen, das glauben die Kinder auch. Deshalb gehen die Religionen möglichst früh an Kinder ran, bevor diese beginnen den Erzählungen der Erwachsenen nicht mehr zu trauen.

Bei mir war es genau umgekehrt: Ich bin als Kind zum Atheismus erzogen worden, daran habe ich nicht zu zweifeln.

Uwebus schrieb in Beitrag Nr. 2218-466:
Und fängt man selbst an zu denken, kommt man, weil es nicht eine einzige empirische, experimentell gestützte Methode gibt, welche die Existenz von Göttern und Seelen beweist, zu dem Schluß, daß das mit Göttern und Seelen wohl das gleiche ist wie mit den sprechenden, Großmütter verschlingenden Wölfen, also ein Märchen.

Ich habe selbstständig angefangen zu denken, und mich rein naturwissenschaftlich mit der Welt befasst. Und bin irgendwann zu dem Schluss gekommen, dass das Märchen vom Atheismus mindestens genauso wahrscheinlich ist wie das Märchen von der willentlichen Schöpfung. Für mich ist der Atheismus momentan sogar das größere Märchen. Die Naturwissenschaft(en) ist (sind) im Übrigen nicht dazu geeignet, die Frage nach Göttern zu beantworten. Weder positiv noch negativ. Denn das ist nicht ihre Aufgabe.

Grüße
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Ein Universum, welches zufällig entsteht und zufällig ein Phänomen namens Humor hervorbringt, entbehrt nicht einer gewissen Komik.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Stueps am 07.12.2015 um 20:50 Uhr.
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Beiträge: 545, Mitglied seit 8 Jahren
Stueps schrieb in Beitrag Nr. 2218-467:
Hallo Uwebus,

Die Naturwissenschaft(en) ist (sind) im Übrigen nicht dazu geeignet, die Frage nach Göttern zu beantworten. Weder positiv noch negativ. Denn das ist nicht ihre Aufgabe.

Ja und nein. Die Naturwissenschaften sind die einzigen Wissenschaften, denen es gelingen kann künstliche Intelligenz zu erzeugen. Und spätestens dann, wenn eine Maschine einen eigenen Willen aufweist, also "Person" geworden ist, ist die Mär von Göttern und Seelen etwas für die graue Tonne.

Atheismus ist ja nicht die Leugnung eines natürlichen Prinzips, welches zur Bildung eines mit einem Willen ausgestatteten reflexionsfähigen Lebenwesen führt, nur kann man diesem Prinzip selbst eben keinen Willen unterstellen.

Ganz einfach ausgedrückt:

Die Fusion führt zu einer endlichen Zahl unterschiedlicher Atome. Diese Atome bilden eine endliche Zahl unterschiedlicher Moleküle. Diese Moleküle können nur eine endliche Zahl endlicher Kombinationen bilden, eine diese Kombinationen ist der Mensch. Also das Prinzip der Materiebildung ist einem Lottosystem vergleichbar, es führt notwendigerweise zu Daseinsformen wie dem Menschen. Denn es gibt nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung keine absoluten, sondern nur relative Zufälle. So wie beim Lotto ein Sechser notwendigerweise enthalten ist, so ist im Prinzip der Materieentstehung der Mensch ebenfalls notwendigerweise enthalten. Und die Entschlüsselung dieses Prinzipes ist nun mal Aufgabe der Physik, also einer Naturwissenschaft.

Gruß
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Stueps (Moderator)
Beiträge: 3.139, Mitglied seit 13 Jahren
Hallo Uwebus,

erlauben wir uns also einen kleinen Abstecher. Beachte jedoch meine Bitte unten.

Uwebus schrieb in Beitrag Nr. 2218-468:
Die Naturwissenschaften sind die einzigen Wissenschaften, denen es gelingen kann künstliche Intelligenz zu erzeugen. Und spätestens dann, wenn eine Maschine einen eigenen Willen aufweist, also "Person" geworden ist, ist die Mär von Göttern und Seelen etwas für die graue Tonne.

Warum?

Uwebus schrieb in Beitrag Nr. 2218-468:
Atheismus ist ja nicht die Leugnung eines natürlichen Prinzips, welches zur Bildung eines mit einem Willen ausgestatteten reflexionsfähigen Lebenwesen führt, nur kann man diesem Prinzip selbst eben keinen Willen unterstellen.

Warum nicht? Warum nicht sogar sehr gut?

Uwebus schrieb in Beitrag Nr. 2218-468:
Die Fusion führt zu einer endlichen Zahl unterschiedlicher Atome. Diese Atome bilden eine endliche Zahl unterschiedlicher Moleküle. Diese Moleküle können nur eine endliche Zahl endlicher Kombinationen bilden, eine diese Kombinationen ist der Mensch. Also das Prinzip der Materiebildung ist einem Lottosystem vergleichbar, es führt notwendigerweise zu Daseinsformen wie dem Menschen.

Notwendigerweise? Beachte: Die Möglichkeit sehe ich als bewiesen an, denn es gibt uns. Aber die Notwendigkeit? Klänge nicht gerade das nach Vorherbestimmung im Sinne willentlicher Schöpfung? Ich denke schon.

Hier meine Bitte:

Lass uns diesbezüglich noch zwei, drei Beiträge hier austauschen, dann diese Thematik hier beenden. Gegebenenfalls eröffne einen neuen Thread oder nutze einen schon vorhandenen.
Im Übrigen meine ich jetzt schon zu wissen, worauf du letztlich hinaus willst, dann wäre es vielleicht sinnvoll, gleich in dem extra für dich vorgesehenen Thread zu schreiben.

Grüße
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Stueps am 07.12.2015 um 22:54 Uhr.
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Stueps (Moderator)
Beiträge: 3.139, Mitglied seit 13 Jahren
Beitrag Nr. 2218-470 als Antwort auf Beitrag Nr. 2218-469 wurde in den Thread "'Die Arche' von Uwebus" verschoben.
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Henry-Dochwieder schrieb in Beitrag Nr. 2218-463:
Uwe,

zu deinen Beiträgen Nr. 2218-458 / 2218-462 mag ich mich nicht äußern, ich frage mich nur, ob du tatsächlich annimmst, deine intellektuellen Ergüsse kämen aus deinem Kopf? Ich hätte sie – man mag mir nachsehen, wenn ich keine genauere Ortsangabe mache – einem ganz entgegengesetzten Körperteil zugeordnet. Man, mit diesen Beiträgen hast du dich selbst übertroffen!

edit Claus: Henry-Dochwieder, bitte künftig Forenregel 8a beachten. Dieser Beitrag enthält keinerlei sachliche Information oder Meinung.

Ah ja, und gläubige Menschen pauschal als „Hohlköpfe“ zu bezeichnen ist sachgerecht, in sich schlüssig, wissenschaftlich belegt und nicht – nach den Forenregeln – etwa menschenverachtend?

Nun gut. Zu Uwes Beitrag Nr. 2218-458, in dem er schreibt: „Individualität beinhaltet Streben nach Besitz, also Profit machen“. Das ist als grundsätzliche Behauptung falsch. Sie ist allein schon logisch falsch, denn eine Eigenschaft, die allen Individuen zukommt, kann nicht eine Eigenschaft sein, die das einzelne Individuum von den anderen unterscheidet. Aber genau das Unterscheidende ist es, was den einzelnen Menschen zum unverwechselbaren Individuum macht.

Die Behauptung ist historisch – bezogen auf das „christliche Abendland“ – falsch, denn über Jahrhunderte war es von der Kirche als Sünde gekennzeichnet, zur Erlangung von Profit zu handeln. Z. B. war es verboten, Geld gegen Zinsen zu verleihen (Wucher). Natürlich gab es immer Machthaber, die gegen diese Vorschriften verstießen, aber dabei ging es nie um den Profit an sich, sondern stets um Einfluss und somit Macht. Im Ständesystems z. B. im Heiligen Römischen Reich gab es stets eine Preispolitik, niemand durfte um des Profites Willen Handel treiben, sondern der Gewinn sollte immer so bemessen sein, dass ein „standesgemäßes“ Auskommen gewährleistet war.

Die Behauptung ist kulturell falsch. Nomadische Völker wie z. B. die Tuareg handeln nur, um notwendige Ware zu einzutauschen, Besitz gilt als Statussymbol z. B. bei den Massai die Rinder. Privateigentum in unserem Sinne – nämlich, der Besitz, um andere vom Gebrauch des Besitzes auszuschließen – ist bei den ältesten Kulturen wie Buschmänner und Aborigines unbekannt.

Es wäre auch eine völlig falsche Annahme, das Streben nach Profit als „naturgegeben“ z. B. im Sinne von genetisch bedingt zu sehen. Jeder, der sich diesem Streben widersetzt, wäre dann wohl genetisch defekt – ich fühle mich allerdings ganz gesund, was das betrifft.

Kurz gesagt ist das Streben nach Profit gesellschaftlich bedingt. Es ist z. B. unsere Gesellschaft, die es dem Individuum erlaubt (bzw. sogar verlangt), den Profit zu Maxime zu erheben. So herum wird ein Schuh draus. Es ist eine Behauptung der (Wirtschafts-)Liberalen, das Profitstreben sei „natürlich“, weil es ihnen – „natürlich“ – ins Konzept passt.

Das eigentliche globale wirtschaftliche Problem ist die Entkoppelung der Finanzwirtschaft (Banken) von der „Realwirtschaft“. Es ist der völlig abstrakte Wert, der dem Kapital in Form von Aktien durch die Bewertung über die Börse zugemessen wird, oder der „Wert“ einer Volkswirtschaft, die durch die Bewertung von Wirtschaftsinstituten zustande kommt.

Uwes Beitrag Nr. 2218-462 --- „Der Mensch hat zwei Reaktionszonen: den Bauch und das Hirn.“

Das ist anatomisch, neurologisch, physiologisch und psychologisch einfach nicht haltbar. Darauf eine „philosophische“ Betrachtung aufbauen zu wollen ---

Sicher gibt es den Begriff „aus dem Bauch heraus“, oder – was ich ehrlich gesagt reichlich bescheuert finde, weil es zu einem blöden Trend geworden ist – „nach meinem Bauchgefühl“. Aber wer meint denn, da würde tatsächlich etwas „im Bauch“ entschieden? Entscheidungen finden immer im Kopf statt, dass sie auch Auswirkungen auf „den Bauch“ haben können, sei unbestritten, aber eben nur eine Folge. Reaktionen des Körpers auf Situationen oder Entscheidungen haben z. B. mit der Hormonausschüttung zu tun, aber das würde hier zu weit führen.

Und nun gar die Behauptung, Moral würde auf dem Bauchgefühl beruhen!! Ethik behandelt unter anderem moralische Prinzipien, im gewissen Sinne ist „Ethik“ also der Oberbegriff. Moralische Prinzipien, wie sie in einer Gesellschaft vorliegen, werden sicher gewöhnlich unbewusst angewandt, stehen Entscheidungen an, die verschiedene Konsequenzen haben können, wird man auch „aus dem Bauch heraus“ entscheiden, vor allem, wenn es dringlich ist. Aber all das heißt nicht, „Moral“ wäre nicht rational begründet. Diebstahl, Betrug, Mord – das sind Handlungen, die gewiss als unmoralisch angesehen werden, aber niemand will doch wohl behaupten, sie wären „dem Gefühl nach“ unmoralisch!

Es gibt sicher Philosophien, die sich auf das Gefühl als Grundlage berufen, ich denke da an die Betonung des Hedonismus, oder an die „Vernunft des Herzens“ von Rousseau. Aber auch diese Philosophien haben letztlich eine rationale Begründung, nämlich in dem Sinne, das auch sie reflektiert sind und nicht dumpf und unüberlegt, wie es Uwe mit seiner Behauptung hinstellen möchte. Unbewusstes weil verinnerlichtes Handeln hat nichts mit „dummem“ Handeln zu tun, wie er unterstellt.

Eine ganz andere Frage ist es, in wie weit sich Herrschaftsmechanismen durch Menschen für den eigenen Vorteil anwenden lassen. Die beste Waffe gegen derlei Manipulationen ist Bildung. Und es gibt hochgebildete Leute, denen nicht der Geruch der Manipulation anhängt und die gläubig sind. Ich für mein Teil bin es nicht, aber für die Glaubensfreiheit einzutreten ist ebenso wichtig, wie für die freie Presse zu stehen.
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Beiträge: 879, Mitglied seit 4 Jahren
Irena schrieb in Beitrag Nr. 2218-465:

@Henry-Dochwieder

Da stimme ich Claus zu. Man sollte die Beleidigungen unterlassen. Psychologisch ist nur ein Zeichen, dass du selbst in der Ecke sich befindest und weiß kein anderen Ausweg, als beginnen zu "spucken".

Mit Uwes Küchenpsychologie hätte ich nicht die geringsten Probleme, Irena, das kannst du mir glauben!
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Henry-Dochwieder am 08.12.2015 um 13:24 Uhr.
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Uwebus schrieb in Beitrag Nr. 2218-466:
Und fängt man selbst an zu denken, kommt man, weil es nicht eine einzige empirische, experimentell gestützte Methode gibt, welche die Existenz von Göttern und Seelen beweist, zu dem Schluß, daß das mit Göttern und Seelen wohl das gleiche ist wie mit den sprechenden, Großmütter verschlingenden Wölfen, also ein Märchen. Und ist man noch technisch-physikalisch interessiert stellt man fest, daß man zum Denken ein Hirn braucht, also daß man Körper und Geist nicht trennen kann und damit der ganze Wust religiöser postmortaler Phantasien nur Kokolores ist


Dein Thema "Die Arche" könnte den Schluss zulassen, es sei Dein persönliches Problem, nicht mit dem Kopf die Welt erschaffen zu können,
aber es geht allen so.
Die Trennung von Körper und Geist ist der Prozess, den man Sterben nennt und in dem Kontext kommt man nicht damit hin, den Geist der Natur des Körpers unterzuordnen.
Aus der Erfahrung heraus, wie unfruchtbar der Ansatz ist, dass Geist ein Addon des Körpers sei und wie wenig Zufriedenheit er schafft, könnte Anlass sein,
die Relation von Körper und Geist zu überdenken, für die, die ein Hirn zum Denken haben.
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Thomas der Große am 10.12.2015 um 08:12 Uhr.
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Uwebus schrieb in Beitrag Nr. 2218-466:

Es geht hier, nachdem Irena den Atheismus zur Sprache gebracht hat, um eine Unterscheidung zwischen religiösem Glaube und Atheismus. Religiöser Glaube beruht philosophisch auf dem Idealismus, also einer Trennung von Körper und Geist, .

Dass die Religion sich auf den Idealismus beruft, ist historisch falsch, denn Religion geht jeder Philosophie voraus. Es ist auch sachlich nicht richtig, denn es ist keineswegs so, dass Religion immer strikt Geist und Körper trennt, im Buddhismus sind Körper UND Geist Illusion, im alten Judentum und Christentum waren Körper und Geist (Seele) eine Einheit. Es ist sachlich auch auf den Idealismus bezogen falsch, denn im Idealismus geht es gar nicht um die Trennung von Körper und Geist, sondern darum, in wie weit das Subjekt Erkenntnis über die objektive Welt erhalten kann. Ein Gedanke dabei ist die Vorstellung einer „präexistenten“ Idee, an der die Dinge der Welt teilhaben. Eine andere, weitergehende ist die Vorstellung, dass das Subjekt die objektive Welt gar erst „erschafft“, die Welt ist Teil des denkenden Subjektes.
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Liebe Freunde dieses Forums,
ich wünsche Euch für das Neue Jahr 2016 alles Gute, Glück und ganz besonders Gesundheit.
Behaltet Euer Interesse und Euren scharfen Verstand für den Gegenstand dieses Forums - Raum und Zeit.
Das sollte auch der Hauptgegenstand der Diskussionen in der Zukunft bleiben.

Zu diesem speziellen Thread, der über Monate alle anderen Themen verdrängt hat, ein Zitat von Richard von Weizsäcker:
"...
Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Haß

- gegen andere Menschen,
- gegen Russen oder Amerikaner,
- gegen Juden oder gegen Türken,
- gegen Alternative oder gegen Konservative,
- gegen Schwarz oder gegen Weiß.

Lernen Sie, miteinander zu leben, nicht gegeneinander.
..."

In diesem Sinne, kommt gut ins neue Jahr.
Euer alter Otto
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Traue nie Deinen Sinnen.
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Beiträge: 2.993, Mitglied seit 10 Jahren
Otto schrieb in Beitrag Nr. 2218-476:
Lernen Sie, miteinander zu leben, nicht gegeneinander.

Das setzt aber Lernbereitschaft auf beiden Seiten vorraus.

Ob es ein miteinander oder ein nebeneinander wird, hängt von jedem einzelnen ab.
Wenn es nicht zum gegeneinander kommt, so ist dies bereits ein großer Schritt

In erster Line ist es wichtig, das man miteinander die gleichen Rechte und Pflichten hat, da gibt es keine Ausnahmen.
Jeder muss die Gesetze und Gesellschaftsnormen des Landes, in dem er lebt, akzeptieren und befolgen und auch Andersgläubigkeit (Christen,Muslime etc.) tolerieren.

Alles das kann man lernen, wenn die Lernebreitschaft vorhanden ist, und man auch die entsprechenden "Lerninhalte" vermittelt bekommt.
Signatur:
Wer jung ist, meint, er müsste die Welt retten :smiley8:
Der Erfahrene erkennt, dass er nicht alle Probleme lösen kann
:smiley3:
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SATIRE
Das Problem ist gelöst. Die Balkan-Route ist versperrt. Europa eingezäunt. Die Türkei hilft.
SATIRE/ENDE

SETI z.B. frisst seit ca. 1960 Unsummen auf der Suche nach außerirdischem intelligentem Leben.
Wenn im Mittelmeer irdisches intelligentes Leben ersäuft, so ist das kaum mehr eine Meldung wert.

Bei all den beteiligten Nationen, hinken die Ausgaben für Entwicklungshilfe den eigenen Vorgaben hinterher.
Aber nicht so Erträge bei Rüstungsverkäufen und Waffenhandel. Die stellen immer zu mehr als 100% zufrieden.

Wir können bestimmt nicht alle Probleme lösen und nicht alle Flüchtlinge hier bei uns aufnehmen.
Aber selbst bis heute merkt anscheinend niemand das es allerhöchste Zeit ist langfristig zu verhindern das Menschen vor der Wahl stehen....
erschossen, ertrunken oder verhungert "zu werden".......
Wenn das der zivilisierten Welt nicht gelingt wird das ein böses Ende nehmen.

Mit den besten Grüßen.
Ernst Ellert II.
Signatur:
Deine Zeit war niemals und wird niemals sein.
Deine Zeit ist jetzt und hier, vergeude sie nicht.
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Beiträge: 2.993, Mitglied seit 10 Jahren
Sollte Hillary Clinten die Wahl gewinnen, so hätte auch die USA eine Frau an der Regierungsspitze und Frauen haben bekanntlich ein großes Herz für Flüchtlinge, siehe unsere Frau Merkel.
Das meine ich jetzt nicht ironisch!
Ich sehe darin die Hoffnung, dass diese Frau anders über Krieg und Waffenhandel denkt, als männliche Oberhäupter und auch bereit ist, humanitäre und militärische Hilfe in den Kriesengebieten zu leisten.
Vielleicht wäre sie sogar bereit Flüchtlinge aufzunehmen.
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Der Erfahrene erkennt, dass er nicht alle Probleme lösen kann
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Ernst Ellert II schrieb in Beitrag Nr. 2218-478:
SATIRE
Das Problem ist gelöst. Die Balkan-Route ist versperrt. Europa eingezäunt. Die Türkei hilft.
SATIRE/ENDE
Das war der Stand von vor vier Wochen...
Nun ist durchgesickert wie man alles nochmals verbessern kann.
In dem man unter anderem dem Beispiel Bulgariens folgt.
Bulgarien ist hat auch einfach die Liste verwendet.
Die Liste für sichere Herkunftsländer, die auch Ma Berkel schon benutzt hat.
Darauf hat Bulgarien unter anderem auch Äthiopien untergebracht.
http://ec.europa.eu/dgs/home-affairs/what-we-do/pol...
(bei pdf auf Seite 2)
Auf der deutschen Liste für sichere Herkunftsländer ist Äthiopien noch nicht vertreten.
Aber was nicht ist wird bestimmt noch werden, so wie es da unten für mindestens 10 Millionen Menschen seit mind. einem Jahr aussieht.:-(
Hier zeigt sich wieder in bestechender Deutlichkeit das wirtschaftlicher Profit nichts, aber auch gar nichts mit den Menschen zu tun haben muss.
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2016-05/aethiopien...

Mit den besten Grüßen.
Ernst Ellert II.
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Deine Zeit war niemals und wird niemals sein.
Deine Zeit ist jetzt und hier, vergeude sie nicht.
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Ernst Ellert II schrieb in Beitrag Nr. 2218-480:
Auf der deutschen Liste für sichere Herkunftsländer ist Äthiopien noch nicht vertreten.

Hallo Ernst,

wer ist jetzt noch auf Schindlers Liste?

Thomas
Signatur:
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