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Haben wir genug?

Thema erstellt von Stueps 
Beiträge: 2.996, Mitglied seit 11 Jahren
Otto schrieb in Beitrag Nr. 2218-20:
Richtig!
Jedoch, die Akzeptanz von Multi-Kulti gehört genau an dieser Stelle für mich auf, wo christliche Werte bewusst nicht akzeptiert und gelebt werden.

Wir wollen das Verhalten nicht an Religion festmachen.
Egal ob christliche, muslimische, hinduistische etc. Werte.
Auch ein Christ kann im Namen der Kirche töten, wenn er falsch und fanatisch erzogen wurde, man denke an die Kreuzzüge.

Auch ein Atheist kann Werte haben, die der Menschenwürde entsprechen.

Sollte man nicht lieber sagen, dass es auf humanitäre Werte, um Werte der Hilfsbereitschaft und Moral geht, die nicht an eine Religion gebunden sind, sondern dem Gewissen entspringen.
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Der Erfahrene erkennt, dass er nicht alle Probleme lösen kann
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Hans-m schrieb in Beitrag Nr. 2218-21:
Sollte man nicht lieber sagen, dass es auf humanitäre Werte, um Werte der Hilfsbereitschaft und Moral geht, die nicht an eine Religion gebunden sind, sondern dem Gewissen entspringen.

Ja, da gebe ich Dir natürlich recht. Ich bezog meine Kommentar auf meine Mutter und ihre Erziehung.
Ich hätte differenzierter formulieren sollen.
Meine Mutter war weder besonders mutig, noch war ihr Handeln politisch motiviert.
Sie handelte ganz einfach entsprechend ihrer Moral durch eine christliche Erziehung im Herrnhuter Internat.
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Traue nie Deinen Sinnen.
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Okotombrok schrieb in Beitrag Nr. 2218-12:
ich weiß nicht, ob du Thomas da richtig verstanden hast.

Ich weiss auch nicht, ob Du weisst, ob ich das verstanden habe. Ist mir auch egal.

Okotombrok schrieb in Beitrag Nr. 2218-12:
Das Dilemma begann doch schon mit der Kolonialisierung. Das Elend in Afrika ist kein hausgemachtes sondern ein von uns Europäern sowohl in der Vergangenheit wie heute gemachtes.

Wir haben das Kind ins Wasser geworfen und sinnieren jetzt darüber, ob es nicht sinnvoller wäre, ihm das schwimmen beizubringen, als ihn rauszuholen.
Es wäre sicher das Beste ihm das schwimmen beizubringen. Aber wir sind die letzten, die dazu in der Lage wären.

Das ist mir zu einfach. Die Auswüchse deutscher Kolonialisierung in Afrika kenne ich als Bildung, resultierende Eigenverantwortung und Dankbarkeit.
Solche Menschen taugen nicht als Opfer.
Zur Zeit König Salomon's waren 4000 Seelen damit beschäftigt, im Tempel Jerusalems Gott rund um die Uhr zu preisen. In Nigeria gibt es heute ganze Großstädte, die diesen Dienst fortsetzen und damit ein weniger gutes Licht auf Gemeinden unserer Landeskirchen werfen, in denen sich Pastoren überlegen, wie viele Worte sie in einer Sonntagspredigt machen sollen, bevor sie langweilig wird.
Natürlich gibt es auch gottlose Menschen in Afrika und einen intoleranten Islam mit Denkverbot als Grundsatz und Gewalt als Methode, der Flüchtlinge erzeugt.
Die sind kein europäisches Exportprodukt.
Weltweit werden ca. 100Mio Christen verfolgt. Auch diese Statistik überschreitet jedes historisch biblische Ausmaß.

LG
Thomas
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Ich bin begeistert!
Beitrag zuletzt bearbeitet von Thomas der Große am 23.08.2015 um 10:23 Uhr.
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Beiträge: 1.473, Mitglied seit 12 Jahren
Otto schrieb in Beitrag Nr. 2218-20:
Hans-m schrieb in Beitrag Nr. 2218-19:
Erziehung heißt das Stichwort, das heute anscheinend in Vergessenheit gerät.
Richtig!
Jedoch, die Akzeptanz von Multi-Kulti gehört genau an dieser Stelle für mich auf, wo christliche Werte bewusst nicht akzeptiert und gelebt werden.

Das ist ein wichtiger Punkt: Toleranz auf der Ebene der Werte und Toleranz auf der Ebene des Verhaltens sind verschieden. Somit stirbt Toleranz als heilige Kuh
mit kontextfreiem Anspruch auf Weisheit.
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Ich bin begeistert!
Beitrag zuletzt bearbeitet von Thomas der Große am 23.08.2015 um 09:37 Uhr.
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Beiträge: 1.328, Mitglied seit 12 Jahren
Ich will dem Thomas dem Großen (Beitrag Nr. 2218-10) anschließen. Zum Thema des Threads: sicher sucht man nach Antworten zu Problemen. Nur ist das Fluchtlingsproblem aus dem Kontext rausgerissen. Es ist wie ein Zitat, das aus semantischen Kontext rausgerissen, eine andere Bedeutung erhält, die Garnichts mit Kontext gemeinsam hat. Das Problem muss aber in seinem ursprünglichen Kontext gelöst werden.

Okotombrok, ich würde nicht soweit in Vergangenheit gehen. Es genügt seit 50-en unsere Taten in nahen Osten, Nordafrika zu verfolgen, um nachvollziehen, wie zu diesen Fluchtlingsströmen kam. Wir sind dafür verantwortlich. In Libyen hat nicht USA eingemischt. Es war Franzosen...
Um unsere eigene Schuld zu erkennen empfehle ich sehr Vortrag von Michael Lüders „Wer den Wind säht…“: https://www.youtube.com/watch?v=syygOaRlwNE Es lohnt sich hier eine Stunde investieren!

Ich bin allerdings nicht so optimistisch, wie hier viele sind. Ich sehe sehr wohl großes Problem mit Flüchtlingen (siehe weiter unten), nur ich habe gelernt: man muss für eigene Taten auch Konsequenzen tragen. In dieser Hinsicht müssen wir Fluchtlinge aufnehmen, wenn es auch sehr schmerzhaft sein sollte. WIR TRAGEN DAFÜR VERANTWORTUNG. Meine Kritik und Unmut ist nicht an Fluchtlinge gerichtet. Es ist gerichtet an Politik, die diese Flucht ausgelöst hat. Die Politik muss eingestehen, dass sie gravierende Fehler gemacht hat und auch eigene Konsequenzen dafür ziehen. Ohne diese geistigen politischen Verarbeitung kommen wir nicht weiter. Es scheint aber, dass die Fehler werden gezielt in öffentliche Darstellung ausgeklammert und zu moralischen Werten appeliert. Gerade wie in Falle der Einmischung in den Nahen Osten und Nordafrika wurde zur unseren Verständnis von Demokratie, Freiheit etc, (Hans-m scheint es gut verinnerlicht :D) appelliert und wir, wie das Esel der Karotte folgten.

Welche Probleme kommen mit Flüchtlingen? Na zum Einem, die Ausgaben, die für etwas anderes vorgesehen wurden, werden jetzt auf Fluchtlinge verwendet werden. Also irgendetwas wird leiden: Bildung, Forschung, Infrastruktur etc. Die Fluchtlinge mit ihren sippenähnlichen Zusammenhalt oder einfach nach Sehnsucht nach gewöhnte Kultur, werden zusammengeballt auftreten (Stichwort: parallele Gesellschaften). Die Integration wird damit bedeutend erschwert. Jede Familie, die hier die Wurzel einschlagen wird, wird zu einem Anker in dieser Gesellschaft, die andere Verwandtschaft einziehen wird. So dass lange nach Versiegelung des Flüchtlingsstroms (z-B. nach Beendigung des Krieges) wird ein Nachstrom folgen.

Schon jetzt(!) werden Feindschaften zwischen verschiedenen ethnischen und konfessionellen Gruppen sichtbar. Wer glaubt, dass es beruhigt wird, sieht die Welt durch Rosabrille. Es wird auch das Medium sein, wo enttäuschte Erwartungen der Fluchtlinge, werden der Radikalisierung in die Hände spielen. Bis jetzt haben wir mit muslimischen Fundamentalismus relativ wenig zu tun, in Vergleich mit Frankreich oder Britannien, die durch ihre imperiale Vergangenheit viele Muslime aus ehem. Kolonien haben.

Sicher gibt diese Menge Fluchtlinge auch gewissen Antrieb für die Wirtschaft. Es muss entsprechen mehr Brötchen gebacken, geschlachtet, Textilindustrie Kleider produzieren, Bauindustrie Unterkünfte vorbereiten etc. dennoch das alles zuerst der Staat bezahlt. Wie werden die Fluchtlinge in Wirtschaft integriert werden?! Die Wirtschaft muss auch wachsen, um die Spannungen und Konkurrenz zwischen Einheimischen und Immigranten nicht zu erzeugen. Gerade da sehe ich großes Problem. Die Fluchtlinge bedienen zuerst ein Niedriglohnsektor und drucken die Löhne noch mehr nach unten. Wer daran den Grund für künftige Spannungen und Rechtsradikalisierung nicht sieht, dem ist nicht zu helfen.

Aber auch das Problem der Ausnutzung des sozialen Staates ist nicht zu unterschätzen. Wer an wenig gewohnt ist, der wird mit wenig (sozialer Leistungen) zufrieden. Nicht alle, aber verhältnismäßig viel. Ich habe vor ein paar Jahren ein Doku über Fluchtlingslager in Afrika gesehen. Das Zeltlager steht schon mehr als zehn Jahren. Ein Journalist hat mit dem Europäer unterhalten, der dort Hilfe leistet. Die dortige akute Krise ist schon längst vorbei, der Lager steht aber noch. Nach der Frage, wie lange wird es noch stehen, war Antwort: solange hier man Essen und Trinken bekommt. Denk daran, dass hier die Fluchtlinger werden in feste Unterkünfte Untergebracht, ihre leibliche Überleben wird gesichert und sie werden auch noch Taschengeld bekommen…

Daher für mich die Frage, ob wir verkraften die Fluchtlinge ist falsch. Wir verkraften finanziell – mit Abstrichen. Dennoch nicht das sollte in Mittelgrund stehen. Werden wir diese Menschenmenge integrieren können?! Wenn es weiteres Jahr so läuft, dann werden wir kollabieren. Da die Radikalisierung beiderseits mit moralischen Appellen nicht aufzuhalten ist. Hier jemand übrigens hat über Völkerwanderung gesprochen. Wo sind heute die Staaten bzw. staatliche Strukturen, die durch diese Wanderung weggefegt wurden?!
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Irena schrieb in Beitrag Nr. 2218-25:
Aber auch das Problem der Ausnutzung des sozialen Staates ist nicht zu unterschätzen. Wer an wenig gewohnt ist, der wird mit wenig (sozialer Leistungen) zufrieden. Nicht alle, aber verhältnismäßig viel. Ich habe vor ein paar Jahren ein Doku über Fluchtlingslager in Afrika gesehen. Das Zeltlager steht schon mehr als zehn Jahren. Ein Journalist hat mit dem Europäer unterhalten, der dort Hilfe leistet. Die dortige akute Krise ist schon längst vorbei, der Lager steht aber noch. Nach der Frage, wie lange wird es noch stehen, war Antwort: solange hier man Essen und Trinken bekommt. Denk daran, dass hier die Fluchtlinger werden in feste Unterkünfte Untergebracht, ihre leibliche Überleben wird gesichert und sie werden auch noch Taschengeld bekommen…

Die Asylanten müssten, nach einer Eingewöhnungszeit, genau so behandelt werden wie andere Empfänger von Sozialleistungen.
D.h. nicht eine Arbeitserlaubnis, sondern eine Arbeitsverpflichtung.
Sie müssten sich, genau wie andere Hartz-4 Empfänger, um Arbeit bemühen und dies vor den Ämtern auch belegen.
Ansonsten erfolgt Kürzung der Leistungen.

Vom Gesetz her müsste zusätzlich der Mindestlohn besser überwacht werden, damit es nicht durch die erhöhte Anzahl von Arbeitssuchenden, zu Lohndumping kommt und sich die Lohnspirale nach unten dreht.

Sie sind nunmal Empfänger von Sozialleistungen, und dem entsprechend sollten für sie die gleichen Pflichten und Rechte gelten wie für einheimische Leistungsempfänger.
Wichtig ist, dass man ihnen schnellstmöglich beibringt, dass sie in Deutschland nun zwar sicher sind vor Verfolgung etc, aber das Deutschland kein Schlaraffenland ist, in dem man fürs "Nichtstun" Geld bekommt.
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Hans-m am 25.08.2015 um 15:42 Uhr.
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Es muss Wirtschaftswachstum geben. Nur wenn Arbeitskraft der Flüchtlinge durch wachsende Wirtschaft genutzt wird, können die Spannungen halbwegs gemindert werden. Bei stagnierende Wirtschaft entsteht Konkurrenz auf Arbeitsmarkt. Es wird nicht Fluchtlinge beliebter machen...
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unterm Strich dürfte sich die Zuwanderung der Flüchtlinge nicht negativ auf die Wirtschaft auswirken.
Jeder Flüchtling braucht Nahrung, Kleidung, Unterkunft und später, wenn er mal selbst arbeitet, auch ein KFZ usw.
Das bedeutet, er hat eine Nachfrage nach Gütern, die wiederum Produziert werden müssen.
Die gestiegene Nachfrage kann durch gesteigerte Produktion befriedigt werden und für diese gesteigerte Produktion braucht man wiederum Arbeitskräfte.
Dem Zuwachs an Arbeitskräften steht somit eine proportionale Steigerung der Nachfrage nach Wirtschaftsgütern gegenüber.
Insgesamt müsste sich somit das „Problem“, auf lange Sicht, selbst lösen.
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Hans-m am 26.08.2015 um 09:12 Uhr.
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ja-ja, wenn man glaubt, dass die Gesellschaft und Wirtschaft nach Grundrechenarten-Arithmetik funktioniert, dann alles kein Problem.
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Guten Morgen,

anfangs hatte ich ja, in Anlehnung an Stueps Signatur folgendes gepostet: „Ein Land, welches nicht zufällig besteht aber scheinbar wieder zufällig ein Problem namens Nationalismus hervorbringt, entbehrt nicht einer gewissen Tragik.“

Die Flüchtlingsproblematik ein sehr schwieriges, weil sehr viel umfassendes und zugleich sehr vielschichtiges Thema, so meine Meinung, aber zunächst eine Antwort auf die simple Feststellung: „ Haben wir genug.“ Es steht ja kein Fragezeichen dahinter, von daher ist sie wohl auch eher von rein rhetorischer Art.

Ja, es ist genug für ALLE da, denn es ist weit mehr da, als es darin nur genug für uns(?), da zu sein habe.
Jeder politische Asylant ist ein Flüchtling, aber nicht jeder Flüchtling ist auch ein politischer Asylant, darin gilt es zunächst zu unterscheiden und ich fange Mal mit dem GG an, worin fest verankert wurde, „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Dieser wichtige Satz ganz am Anfang unseres GG stehend ist ja auch als eine Erkenntnis geschuldet, welche aus den Erfahrungen eines Krieges als diese Erkenntnis formuliert wurde.

Krieg bedeutet Tod, Leid, Elend, Verzweiflung, Vertreibung und an dessen Ende steht Flucht, vor all diesem.
Deutschland war verantwortlich für den größten Krieg im letzten Jahrhundert und sehr viele Deutsche waren sowohl vor Beginn des Krieges, wie auch an seinem Ende zur Flucht gezwungen, aus ganz unterschiedlichen Gründen heraus und die Deutschen haben damals Aufnahme gefunden in ganz unterschiedlichen Ländern dieser Welt, es wurde einfach nur geholfen.

Über die Ursachen der derzeitigen Flüchtlinge zu debattieren halte ich, hier im Forum, für müßig, denn es hilft den Flüchtlingen nicht.
Es geht jetzt darum, den Flüchtlingen die aus Kriegsgebieten zu uns kommen schnell und undogmatisch, dafür aber pragmatisch zu helfen. Jeder an seinem Ort, in seinem persönlichen Umfeld.

Denn – aus der Formulierung "Haben wir genug" sollte die Handlungsfolge umgesetzt werden gemäß der folgenden Feststellung:
„Wir haben genug.“
Signatur:
Zur Bedingung des Raum und der Zeit gehört ganz unbedingt ,die absolute Bedingungslosigkeit von Raum und Zeit. Werden Raum und Zeit an Bedingungen geknüpft sind sie endlich, mit einem Beginn und einem Ende.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Quante am 27.08.2015 um 05:38 Uhr.
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Stueps (Moderator)
Beiträge: 3.182, Mitglied seit 14 Jahren
Hallo Quante,

Quante schrieb in Beitrag Nr. 2218-30:
aber zunächst eine Antwort auf die simple Feststellung: „ Haben wir genug.“ Es steht ja kein Fragezeichen dahinter, von daher ist sie wohl auch eher von rein rhetorischer Art.

Falls du den Thread-Titel meinst: Doch, da ist ein Fragezeichen. Diese Frage ist nicht rhetorisch gemeint, sehr wohl jedoch doppeldeutig: Haben wir die Schnauze voll von den Flüchtlingen, die unser Land überfluten, und versuchen, uns alles wegzunehmen? Oder verfügen wir über genügend Ressourcen und Wege, diesen vielen Menschen, die sich in bitterster Not befinden, zu helfen?

Quante schrieb in Beitrag Nr. 2218-30:
„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Dieser wichtige Satz ganz am Anfang unseres GG stehend ist ja auch als eine Erkenntnis geschuldet, welche aus den Erfahrungen eines Krieges als diese Erkenntnis formuliert wurde.

Auf diese Art möchte ich persönlich mich gar nicht verpflichtet fühlen, zu helfen. Weil ich mit vergangenen Kriegen nicht das geringste zu tun habe. Für mich persönlich klingt das auch immer ein bisschen nach: "Jagut, wir müssen ja helfen, unsere Großväter und Urgroßväter (usw), haben ja diese Riesen-Scheiße gebaut." Wenn wir Deutsche keinen Weltkrieg angezettelt hätten, wären wir dann heute weniger in der Pflicht?
Sind wir überhaupt in der Pflicht?
Sollte man nicht einfach nur helfen, weil man halt weiter denken kann, als von zwölf bis Mittag? Und weil man als Mensch die Fähigkeit zur Empathie hat?

Quante schrieb in Beitrag Nr. 2218-30:
Über die Ursachen der derzeitigen Flüchtlinge zu debattieren halte ich, hier im Forum, für müßig, denn es hilft den Flüchtlingen nicht.

Ich wurde gewarnt vor eventuellen Folgen, die dieser Thread für das Forum nach sich ziehen könnte. Diese Warnungen halte ich für berechtigt, und ich war mir auch von Anfang an der Risiken bewusst.
Warum ich mir trotzdem eine Diskussion wünsche?
1. Ich möchte so öffentlich wie möglich Flagge zeigen gegen diese "Ich bin zwar kein Nazi, aber..." - Menschen. Denn ich denke, es wird für mich langsam Zeit dafür. Nicht nur hier tue ich meine Meinung kund.
2. Dies war in meiner Wahrnehmung noch nie ein "Schönwetter-Forum". Gerade auch über gesellschaftliche Themen wurde hier schon erbittert diskutiert.
3. Natürlich hilft dieser Thread keinem einzigen Flüchtling direkt. Aber auch hier kann man klarstellen, dass dieser Fremdenhass, der derzeit in den sozialen Netzwerken ein vollkommen verzerrtes Bild der Öffentlichkeit zeichnet, nicht das Denken der großen Mehrheit der Menschen ist.

Wie gesagt, ich bin mir der Risiken über eventuelle Schäden, die ich dem Forum mit diesem Thread zufügen könnte, sehr bewusst. Und ich habe auch nichts dem sehr berechtigten Argument, mir steht es gar nicht zu, diesem Forum so etwas anzutun, entgegenzusetzen. Die Zeit wird zeigen, ob es besser ist, diesen unbequemen Thread zu schließen. Für eventuelle Konsequenzen stehe ich auch jederzeit gerade, und übernehme die Verantwortung.

Ich habe eine große Klappe, und reiße sie gerne auf. Damit verrate ich hier natürlich kein Geheimnis. Vielleicht ist es deshalb mal gut, diese große Klappe zu nutzen, und ein klitzekleines Signal in die Welt zu setzen, welches nach meinem persönlichen Empfinden die Öffentlichkeit dringend braucht.

Beste Grüße
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Ein Universum, welches zufällig entsteht und zufällig ein Phänomen namens Humor hervorbringt, entbehrt nicht einer gewissen Komik.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Stueps am 27.08.2015 um 09:16 Uhr.
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Quante schrieb in Beitrag Nr. 2218-30:
Guten Morgen,

anfangs hatte ich ja, in Anlehnung an Stueps Signatur folgendes gepostet: „Ein Land, welches nicht zufällig besteht aber scheinbar wieder zufällig ein Problem namens Nationalismus hervorbringt, entbehrt nicht einer gewissen Tragik.“

Da ist sie wieder, die "Urschuld" die wir geerbt haben.
Jedes andere Land könnte nationalsozialistische Gedanken haben und verbreiten, aber es würde niemandem so sehr angekreidet wie den Deutschen.

Nur wenn Minderheiten "rechts" denken ist nicht ein ganzes Volk schuldig
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Hans-m schrieb in Beitrag Nr. 2218-32:
Quante schrieb in Beitrag Nr. 2218-30:
Guten Morgen,

anfangs hatte ich ja, in Anlehnung an Stueps Signatur folgendes gepostet: „Ein Land, welches nicht zufällig besteht aber scheinbar wieder zufällig ein Problem namens Nationalismus hervorbringt, entbehrt nicht einer gewissen Tragik.“

Da ist sie wieder, die "Urschuld" die wir geerbt haben.
Jedes andere Land könnte nationalsozialistische Gedanken haben und verbreiten, aber es würde niemandem so sehr angekreidet wie den Deutschen.

Nur wenn Minderheiten "rechts" denken ist nicht ein ganzes Volk schuldig

"Der Schoß ist fruchbar noch,
aus dem das kroch!"

Das gilt immer noch. Aber man muss wohl nicht mehr "Juda verrecke" rufen, heute reicht Besitzstandswahrung, um tausende im Mittelmeer ersaufen zu lassen oder ein Drahtzaun um Ungarn herum.

Rechtes Denken einer Minderheit? Wohl kaum.
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Das Leben ist zu ernst, um es nur ernst zu nehmen.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Henry-Dochwieder am 27.08.2015 um 10:39 Uhr.
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Henry-Dochwieder schrieb in Beitrag Nr. 2218-33:
Das gilt immer noch. Aber man muss wohl nicht mehr "Juda verrecke" rufen, heute reicht Besitzstandswahrung, um tausende im Mittelmeer ersaufen zu lassen oder ein Drahtzaun um Ungarn herum.

Rechtes Denken einer Minderheit? Wohl kaum.

Ich denke die Grenze ist fließend
Da gibts die jenigen, die die Flüchlinge willkommen heißen, die sogar Tisch und Stuhl mit ihnen Teilen würden, und ihnen ein Bett im Haus anbieten.
Dann gibt es welche, die es ihnen gönnen, dass sie endlich dem Kriesengebiet entkommen konnten und hier ein neues Leben anfangen.
Dann gibts die Gleichgültigen: "Flüchtlinge nach Europa, mir doch egal"
Dann gibts die jenigen, die sagen, "Lass die doch sehen, wie sie klarkommen, ob sie ersaufen, ist doch denen ihr Problem."
Und dann gibts die extremen, die am liebsten mit der Kalaschnikow in See stechen würden und alles niedermähen würden, was sich dem europäischen Kontinent nähert.

Wo beginnt bei Euch das nazionalsozialistische Denken?
Der Übergang vom "Fremdenhasser" zum "Fremdenlieber" ist nicht schwarz oder weiss, sondern dazwischen ziemlich grau.

Davon abgesehen, was ich in Beitrag Nr. 2218-32 sagen wollte:
Jedes Land hat diese Menschengruppen vom "Fremdenhasser" bis zum "Fremdenlieber".
in manchen Ländern ist das Gleichgewicht wahrscheinlich zur positiven oder negativen Seite verschoben.
Aber Deutschland hat dabei einen "Bonus" im negativen Sinne, weshalb man sie bei kleinsten Verfehlungen gleich zu Nazis abstempelt.
Verfehlungen, die man bei anderen Ländern einfach unter den Teppich kehren würde, Einmal Nazi, immer Nazi, das ist nunmal die Denkweise vieler Nichtdeutscher.
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Hans-m am 27.08.2015 um 11:08 Uhr.
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Warum gleich nationalsozialistisches Denken? Es genügt, wenn man nationalistisch eingestellt ist bzw- sich mit der deutsche Nation identifizieren und sind stolz darauf deutsch zu sein. Dann sieht man eine Gefahr - für Nation - in dem nicht kontrollierbaren Fluchtlingsstrom. Auch Armen werden nicht glücklich mit steigernden Problemen und noch größeren finanziellen und soziael Druck.

Übrigens gibt es eine interessante Entwicklung in Deutschland: von 1993 bis 213 - also in 20 Jahren - hat deutsche Mittelschicht von 56% bis 48% geschrumpft. Mittelschicht ist aber ein "Lackmuspapier" für das Wohl der Gesellschaft, die Garantie für Demokratie und Stabilität.

Leider hat keiner von euch das Kernproblem ansprechen wollen. Wer ist an diese Volkswanderung schuld???!!!!...
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Irena schrieb in Beitrag Nr. 2218-35:
Leider hat keiner von euch das Kernproblem ansprechen wollen. Wer ist an diese Volkswanderung schuld???!!!!...

Ich denke die Frage, wer daran schuld ist, ist hier erstmal zweitrangig.
Es zu wissen oder nicht zu wissen hilft den Flüchtlingen nicht weiter.

Wichtig ist, dass den Flüchtlingen jetzt geholfen werden muss.

Wenn man den/die Schuldigen kennt, dann kommt man leicht in Versuchung, die Verantwortung auf den/die Schuldigen abzuwälzen. "Mich/uns trifft keine Schuld, also warum soll ich/wir uns um das Problem kümmern? "

Hilfsbereitschaft sollte nicht an Schuld gebunden sein, sondern jedermann´s Aufgabe sein.

Nun noch folgende Frage:
Wenn Deutschland (angeblich) den Ruf hat, dass wir Nazis und Fremdenhasser sind, warum wollen denn (fast) alle nach Deutschland?
Welche Menschen würden sich schon freiwillig in die Fänge eines Volkes begeben, dass auch heute noch den Ruf hat, jedes "nicht-arische Leben" vernichten zu wollen.
Ich glaube eher, dass es die deutschen selber sind, sprich die Regierung die ihrem Volk immer diese "alten Kamellen" vor die Nase hält.
Ich glaube, dass viele ausländische Staaten uns längst vergeben haben, aber unsere Regierung uns absichtlich "für Dumm verkauft"

Zitat:
Es genügt, wenn man nationalistisch eingestellt ist bzw- sich mit der deutsche Nation identifizieren und sind stolz darauf deutsch zu sein.

Warum sollte ich stolz sein, Deutscher zu sein?
Ich wurde hier geboren, man hat mich nie gefragt, ob ich Deutscher sein will.
Dann könnte ich ebenso stolz sein, dass ich Kölner bin, dass ich Blond bin, dass ich ein Mann bin.....
Alles Eigenschaften die mir in die Wiege gelegt wurden und worauf ich keinen Einfluss hatte.

Deutschland ist für mich ein "großes Grundstück" auf dem ich lebe, das von einer Regierung geführt wird, die nicht immer das tut, was mir wünschenswert wäre. Das einen Ruf und eine Vergangenheit hat, an denen ich keine Schuld habe.
Also: Warum sollte ich stolz sein, Deutscher zu sein.
Hätten meine Eltern mich in England, Frankreich, Italien etc. geboren, so wäre ich charakterlich und äußerlich der gleiche Mensch, müsste dann aber stolz sein Franzose, Engländer oder Italiener zu sein ?!?.

Ich kann stolz darauf sein, was ich selbst geschaffen habe, mit meiner Hände Kraft, aber nicht auf das, was mir "aufdiktiert" wurde.

Würde man mir ein Leben in einem anderen Land anbieten, dass mir mehr Vorteile bringt, so würde ich nicht zögern, diesem Deutschland hier den Rücken zu kehren.
Es müssten keine finanziellen Vorteile sein, sondern Vorteile, die meine Lebensqualität verbessern.
So habe ich z.B. den Gedanken gefasst, wenn ich in Rente bin, nach Österreich zu ziehen, weil mir die Berglandschaft und die Mentalität der Menschen dort besser gefällt, als in Deutschland, mal so am Rande erwähnt.
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Hans-m am 30.08.2015 um 09:26 Uhr.
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Hans-m schrieb in Beitrag Nr. 2218-36:
Ich denke die Frage, wer daran schuld ist, ist hier erstmal zweitrangig.
Hm-m, ich glaube, es ist falsch. Aus zweierlei Gründen. Zum Einem, wann man sich klar als Ursacher für Fluchtlichgsstrom definiert, ist hier kein Platz für Rechtgedanken, da nicht der Fluchtlinger schuld sind sondern wir bzw. unsere Politik. Dann muss eben der Unmut gegen anderen protestieren. Ich vermute aber, dass es manchen Politikern es sehr wohl in der Hände spielt, wenn man die flammende Augen derjenigen, die Schuldigen suchen, auf Fluchtlinge gerichtet sind...

Zum Anderem, wird der Grund nicht offen genannt, wird es weiter solche Fehler gemacht. Übrigens, nach dem Krieg könnte man auch sagen, Nazisproblem - das kann warten, jetzt haben wir viel wichtigeres - das Land aufbauen. Es geht nicht ein ohne anderem. Es muss Hand in Hand gehen.
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Stueps (Moderator)
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Hallo Irena,

Irena schrieb in Beitrag Nr. 2218-37:
Ich vermute aber, dass es manchen Politikern es sehr wohl in der Hände spielt, wenn man die flammende Augen derjenigen, die Schuldigen suchen, auf Fluchtlinge gerichtet sind...

Ich denke, auf jeden Fall den rechtsradikalen Politikern. Sie spielen genau mit diesem Unmut und diesen Ängsten, um Leute für ihre Zwecke zu manipulieren. Altbekannte Masche, von 1933 (und davor) - 1945 sehr erfolgreich angewandt.

Beste Grüße
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Stueps am 30.08.2015 um 15:14 Uhr.
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Es stimmt. Dennoch Politik machen -und ich meine tatsächlich große Politk - nicht die Rechtsradikale.

Und manipulieren nicht nur die Rechtsradikale. Wenn mir jetzt vor Augen den Leid der Fluchtlinge geführt wird und der Grund des Fluchtens verschwiegen wird oder verfälscht (etwa Islam schuld), was ist es, wenn nicht die reine MANIPULATION! Sie beginnt nicht mit der Lüge. Es wird nur bestimmte Akzente hervorgehoben und andere stillgeschwiegen. So wird die Weltbild verzerrt, also manipuliert. Auf die Weise wird es die öffentliche Meinung gebildet.

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Hier übrigens ein seriöses Video, der die Probleme nüchternd zeigt und auch die, die sich von Fluchtlingen gedrängt fühlen. Mit erhobenen Finger hilft hier nicht.
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