Das Geheimnis der 7. Weißblechdose
Es war in den ersten Nachkriegsjahr, als in der Verwandschaft ne´Hochzeit war, meine Mama die kreischte laut; "hurra", ein Paket kommt aus Amerika.
Von unserer lieben Tante Rose, mit sieben hoffnungsvoll´e Dose´n,
"hurra, hurra was kost die Welt"
Ein ganzes Bündel Dollar Geld!
Ein Päckchen Bohnenkaffee roh,
Ne Tüt´ voll echten Kakao,
Ne Dose Pfeffer jere´me,
Ne ganze Dos´ voll schwarzen Tee,
Ne extra große Dose Reis,
und Ami - Mehl ganz blütend weiß,
dies alles schreibt die Tante Rose, eigenhändich auf die Dose,
damit wir wisse was darin, weil wir ja keine Ami´s sind
Blos auf der siebten Weißblechdose,
da war war scheint´s der Zettel lose.
Was könnt wohl in der Dose drin sein?
Ich steck gleich mal mei Nasé hinein,
Es ist kein Mehl.
Es ist kein Gries.
Es richt nach ungewaschne Fü´ße.
Wir haben uns den Kopf zerbrochen, was könnt ma von dem Pulver koche?
Der Vater sagt; Kocht´s meinetwegen und nehmt´s für de Körperpflege.
Bestimmt ist das was für de Mage´n, doch was es ist, kann keiner sagen.
Hört uff nu mit der rate rei´h, es wird gekocht zu einem Brei.
Der Mutter ist das nicht geheuer, schenkt´s lieber dem Couseng zur Hochzeitsfeier.
Zum Haus heraus, eh was passiert, bevor des Zeug´s noch explodiert.
Ihr Leut, ihr Leut ich mach gerade, für 50 Gäst die Soßé zum Brate`n.
Hab schon nen Dippen angerührt und auch schon einmal vor probiert.
Mit Rotwein wird die Soßé verfeinert und mit Sahne angereichert.
Noch nen Löffel Schweinschmalz, Pfeffer, Paprika und Salz, zum Schluss noch Maggi, Knoch und Zwiebel
verdammt das Zeug, schmeckt gar nich übel.
Der Onkel sagt´s dem Hochzeitspaar, die Soß´e schmeckt einfach wunderbar!
Die Tante war noch mal am nippe´n, es wird gegesse samt de Dippe!
Die große Fresserei geht los und die ganzé Bagage vertilgt die Soßé.
Ganz aufgeregt kommt dann die Hanne, die war mal kurz zur Post gegange`n.
Ich hane Brief, es iss soweit!
Jetzt wissma über die Dose bescheit!
Hört uff zu essen, es ist ke Bluff, ich klär euch das Geheimnis uff.
In diesem Brief schreibt Tante Rose, was drin iss in der siebten Dose.
Hört alle her, was sie hier schreibt;
damit euch´s Maul nicht offe bleibt!
In tiefem Leid, Ihr meine Lieben, hab ich Euch diesen Brief geschrieben.
Der liebe Onkel Theodor, er starb mit 63 Jahr.
In tiefen Leid was ihn beschwerte,
wollt er in seiner Heimat Erde, zur letzten Ruh gebettet sein.
Grabt ihn in aller Stille ein.
In tiefer Trauer Tante Rose, die Asche ist in der 7. Dose.
Hell´au
Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.