Wo bleibt heutzutage die "Wert"schätzung gegenüber der Musik? Gemeint sind dabei nicht die Bilanzen von SO*Y, YO* TU*E, der GE*A oder anderen Konsorten. Auch die Frage ob Komponisten, Texter und Interpreten ihren gerechten Teil vom Gegenwert Ihrer erbrachten Leistungen erhalten sollen, will ich gar nicht aufwerfen. Sie stellt sich einfach nicht wenn es gerecht zugeht.
Hallo Ernst,
heikles Thema, aber einig sind wir uns: gerecht geht es natürlich nicht zu.
Aber wenn Uschi Nerke in der Moderation des Beat Club eine nebensächliche Bemerkung fallen ließ, waren wir bereit von dem Lehrmateriel für den Umgang mit dem Zahlungsmittel, beträchtliche Teile oder gar alles, für eine schwarze Scheibe aus Vinyl auszugeben, die sie in der Sendung in Aussicht gestellt hatte.
Das erinnert mich an meine erste selbstgekaufte Scheibe, zu ihren Zeiten schon ein kleiner Silberling: Ministry mit ihrem Wahnsinnsalbum "ΚΕΦΑΛΗΞΘ". Was war ich stolz! Da frag ich doch gleich mal in die Runde: Was war eure erste selbsterstandene Scheibe?
Zitat:
Manchmal Wochen oder gar Monate lang "klamm" für aktuelle Alben die noch nicht einmal immer schwarz waren. So eine mächtige "Wert"schätzung genoss das Medium damals. Und das war eine flächendeckende "Seuche".
Oh ja! Dieser Seuche war ich auch hoffnungslos verfallen.
Zitat:
Diese Zentimeter haben sich verwandelt in MB, GB und TB umfassende Datenspeicher. Aber ohne "Werte", außer für SO*Y, YO* TU*E, der GE*A oder anderen Konsorten.
:-(
Ja, diese Zeiten haben sich gründlich geändert. M.E. gilt es jetzt halt, sich diese Zeiten anzuschauen und als Künstler entsprechende Strategien zu entwickeln. So habe ich letztens für eine Konzertkarte 65 Euro hingelegt - glücklicherweise hat sich dies gelohnt. Da war man früher live wesentlich preiswerter dabei. Fast schon zum Schmunzeln finde ich, dass die Band, die mir so viel Geld wert war, allesamt "Ossis" sind, die schon kurz nach der Wende gemerkt haben, wie der Hase läuft. Immer die richtige Vermarktungsstrategie am Start, hatten sie niemals Mühe, Hallen und Stadien vollzukriegen - um sehr gut an CD-Verkäufen, Touren und Merchandising zu verdienen. Heute sind sie Deutschlands kommerziell erfolgreichster Musikexport. Die Band ist natürlich "Rammstein". Man mag von ihnen halten, was man will, sie für ihren Teil haben alles richtig gemacht.
Was ich eigentlich damit sagen will: Man sollte die Zeiten nehmen, wie sie sind, und Vorteile nutzen: Früher war es z.B. sehr schwer, aus alleiniger Kraft sich einen Namen zu machen. Dies war eigentlich nur mit massiver industrieller Unterstützung möglich. Hier bietet das Internet unschätzbare Vorteile. Und ich fühle mich immer an Mark Twain erinnert, der zu seiner Zeit angehenden Schriftstellern, die ihn nach einem Erfolgsrezept fragten, sinngemäß riet: Schreibt wie der Teufel, und bietet das Zeug kostenlos an! Ist es gut genug, werden sich automatisch Leute finden, die sich euch alleinig versichern wollen, und das wird ihnen gutes Geld wert sein. Wert sein müssen, wollen sie der Konkurrenz voraus sein. Dies scheint mir gerade in heutigen Zeiten für Künstler wieder ein guter Tipp zu sein.
Aber natürlich stimme ich dir zu: Gerade Musiker müssen leider sehr viel Zeit und Kraft in den Schutz und die Durchsetzung ihrer Urheberrechte stecken - um dann doch an der Nase herumgeführt zu werden. Hier ist der Gesetzgeber gefordert.
Und es ist so: Der Hörgenuss ist noch einmal ein anderer, wenn man für ihn fair bezahlt hat. Probiert es mal, liebe "Tauschbörsen"-Downloader
:smiley5:
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Diese Welt gibt es nur, weil es Regeln gibt.
Bearbeitet von Stueps am 03.06.2012 um 20:16 Uhr.