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Was kommt nach dem Tod?

Thema erstellt von Neo 
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Beiträge: 577, Mitglied seit 12 Jahren
Hall Harti zu deinem Beitrag-Nr. 242-598
möchte ich nachfolgendes kurz bemerken, wobei es mir ganz wichtig ist zu betonen, dies ist lediglich ein Ansatzpunkt, denn die Thematik Glauben-Philosophieren ist auf Grund ihres Umfangs schon ein eigenständiges Forum wert, es gibt sie ja auch im darüber, daher nur kurz dazu folgendes:

Zum Unterschied zwischen philosophieren und glauben - beim philosophieren wird in der Regel, in einem Prozess des Denkens, des Nachdenkens, zum Beispiel dann auch über den Glauben, die Weiterentwicklung, durch die Weiterführung eines Gedankens, ein Prozeß der Erkenntnisgewinnung, betrieben, erzielt.

Dies kann dann auch zu einem neuen, anderen, weiter entwickelten Glauben führen. Glauben ist also als Summe eines Erkenntnisprozeßes, des philosophierens im des DARÜBER Nachdenkens, zu verstehen. Im lediglichen glauben an den jeweiligen Glauben bin ich zu keiner neuen Erkenntnis fähig, denn in dem Moment, wenn ich beginne darüber nachzudenken, habe ich die Schwelle des reinen Glaubens übertreten und bin in den Bereich des philosophierens DARÜBER eingetreten.
Sie sind insofern in einem unmittelbaren Zusammenhang stehend. zu betrachten.

Beim „reinen Glauben“ handelt es sich um starres, ein Festhalten auch an philosophischem Gedankengut, ohne darüber sich DARÜBER weiter Gedanken zu machen.
Der Philosoph unternimmt einen (aktiven) Versuch die Welt zu erklären, der Gläubige dagegen unternimmt gar keinen Versuch er verharrt (passiv) in seinem Glauben, nicht um die Welt zu erklären sondern lediglich um sie herzubeten, sich kompromißlos gegenüber Verkündetem zu verhalten.

Der Philosoph sollte in der Lage sein Reales zu abstrahieren, dessen Bedarf es in einem Glauben nicht, denn der Glaube selbst idealisiert, erhebt sich (gelegentlich) gegenüber allem anderen, letztendlich zum ideellen Ideal.

Glaube allein verändert nicht, denn es werden menschliche Gedanken im Überwiegenden lediglich zu Worte, es findet eine Verkündung statt – Philosophen dagegen können bewirken, daß aus den Gedanken Worte werden, welche den Menschen zum Handeln bewegen können (hier ganz bewußt imKonjunktiv verfasst).
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Zur Bedingung des Raum und der Zeit gehört ganz unbedingt ,die absolute Bedingungslosigkeit von Raum und Zeit. Werden Raum und Zeit an Bedingungen geknüpft sind sie endlich, mit einem Beginn und einem Ende.
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Beiträge: 2.996, Mitglied seit 11 Jahren
Philosophieren bedeutet ein Thema zu behandeln, bei dem es mehrere Möglichkeiten/Lösungen gibt, ohne Vorbehalt für eine bestimmte Richtung.

Glauben bedeutet, dass man ein Thema behandelt, bei dem man seine Meinung bereits gebildet hat.

Philosophieren bedeutet z.B das man die Möglichkeit der Existenz eines Gottes als möglich ansieht, aber ebenso dessen Nichtexistenz in Betracht zieht. man versucht alle möglichen Fakten und Beweise dafür und dagegen abzuwägen.

Glauben bedeutet, dass man von der Existenz überzeugt ist, obwohl man keine wirklichen Beweise hat
Glauben bedeutet, dass man erst vom Gegenteil überzeugt ist, wenn alle Fakten/Beweise dagegen sprechen.
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Wer jung ist, meint, er müsste die Welt retten :smiley8:
Der Erfahrene erkennt, dass er nicht alle Probleme lösen kann
:smiley3:
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Neo-x schrieb in Beitrag Nr. 242-606:
Ich gehe davon aus:
was nicht existiert existiert nicht. Was existiert existiert, ist doch ganz einfach, oder?
Mit Sicherheit existiert die Hoylesche Feinabstimmung.
Zu behaupten, es sei einfach, sie zu interpretieren, würde ich mich nicht trauen... ;-)

http://www.bild-der-wissenschaft.de/bdw/bdwlive/hef...
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Beiträge: 3.187, Mitglied seit 14 Jahren
Claus schrieb in Beitrag Nr. 242-608:
Mit Sicherheit existiert die Hoylesche Feinabstimmung.
Zu behaupten, es sei einfach, sie zu interpretieren, würde ich mich nicht trauen... ;-)

Ha, lieber Claus,

da es mir immer wieder Spaß macht, vielleicht ein wenig mit dir zu streiten, trau ich mich einmal, umd verweise auf Douglas Adams:

Beitrag-Nr. 1634-12

Es ergibt sich dadurch, dass ich mich auf die Seite von Neo-x schlage, was ich für diese eventuelle Debatte gerne gelten lasse. Mal sehen, was unsere Standpunkte so taugen, so sich eine (hoffentlich für beide Seiten interessante) Diskussion ergibt. Vielleicht hat ja auch mal wieder Irena Lust, zu schreiben, ich kann mir vorstellen, dass sie das vielleicht interessiert.
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Ein Universum, welches zufällig entsteht und zufällig ein Phänomen namens Humor hervorbringt, entbehrt nicht einer gewissen Komik.
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Beiträge: 2.061, Mitglied seit 13 Jahren
Nicht schlecht, Stueps ...

Da kam ein Mensch des Wegs und sprach zur Pfütze: "Ich bin weit über die Lande gegangen und kann dir berichten: es gibt Millionen und Abermillionen von Bodenvertiefungen. In manchen sind Pfützen, so wie du eine bist. In anderen sind keine. Du brauchst dich also nicht zu wundern, dass du genau in diese Vertiefung passt. Löcher sind was ganz normales! Wenn du nicht hier hineingepasst hättest, hättest du eben in eine andere Bodenvertiefung hineingepasst."

Träfe dies den Stand der Dinge?
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Beiträge: 3.187, Mitglied seit 14 Jahren
Claus schrieb in Beitrag Nr. 242-610:
Da kam ein Mensch des Wegs und sprach zur Pfütze: "Ich bin weit über die Lande gegangen und kann dir berichten: es gibt Millionen und Abermillionen von Bodenvertiefungen. In manchen sind Pfützen, so wie du eine bist. In anderen sind keine. Du brauchst dich also nicht zu wundern, dass du genau in diese Vertiefung passt. Löcher sind was ganz normales! Wenn du nicht hier hineingepasst hättest, hättest du eben in eine andere Bodenvertiefung hineingepasst."

Träfe dies den Stand der Dinge?

Das weiß ich nicht, lieber Claus.

Aber das ist der Standpunkt, den ich und Herr Adams (ich brauche jede Verstärkung) hier einnehme.
Ich hoffe sehr, dass du mit dieser meiner Meinung nicht einverstanden bist. Und ich freue und fürchte mich auch ein wenig auf deine Argumente diesbezüglich ;-).

Du schreibst, dass du dich nicht traust, diverse Feinabstimmungen im Universum zu interpretieren.
Ich sage, dass du dies längst getan hast, jedoch diese Interpretationen nicht in die Öffentlichkeit tragen möchtest. Das würde ich akzeptieren, so ich richtig liege. Es gibt schließlich kaum etwas "intimeres" (und zugegebenermaßen besseres) als echten, wahren Glauben.

Deshalb nur zum Spaß (und weil ich mir kaum einen besseren "Debattiergegner" vorstellen kann) sage ich:

Die Pfütze ist jetzt echt mal die dümmste denkende Pfütze, der ich (und Herr Adams) je begegnet bin!

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Beitrag zuletzt bearbeitet von Stueps am 14.04.2011 um 22:43 Uhr.
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Beiträge: 2.996, Mitglied seit 11 Jahren
Neo-x schrieb in Beitrag Nr. 242-606:
Ich gehe davon aus:
was nicht existiert existiert nicht. Was existiert existiert, ist doch ganz einfach, oder?

Wenn Gott existiert, dann existiert er, wenn er nicht existiert, dann existiert er nicht,
aber wir wissen es nicht, wir können nur das eine oder das andere glauben.

Zitat:
Ich bin erst vom Gegenteil der Nichtexistenz überzeugt wenn ein Beweis für die Existenz der Göttergebilde beweisbar ist/werden sollte.

Damit bestätigst Du meine Theorie:
Zitat:
Glauben bedeutet, dass man erst vom Gegenteil überzeugt ist, wenn alle Fakten/Beweise dagegen sprechen.

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Beitrag zuletzt bearbeitet von Hans-m am 15.04.2011 um 09:14 Uhr.
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Beiträge: 545, Mitglied seit 8 Jahren
Neo schrieb in Beitrag Nr. 242-1:
Gibt es ein Leben nach dem Tod?
Ein kluger Mensch hat mal ausgerechnet, daß alles Land-Leben auf diesem Planeten sich aus einer im Mittel ca. 30 cm dicken Humusschicht regeneriert. Also trägt jeder von uns ein paar Moleküle verblichener Dinosaurier, Griechen, Römer, Etrusker, Wildschweine und sonstigem Viehzeug mit sich herum. Und da der Körper aus 85% Wasser besteht, sind im Körper auch viele Moleküle aus anderen Regionen der Erde dabei, die als Wasserdampf aus irendeinem Krematoriumsschornstein oder bei einer Hexenverbrennung entwichen sind. Es gilt Energieerhaltung und auf ein Leben folgt ein nächstes, mal als Mensch, mal als Wildsau oder Borkenkäfer. Zwischendurch pausieren die Moleküle auch in anderen Daseinsformen, z.B. können die Eisenmoleküle heutigen Blutes bei andrer Gelegenheit mal in einer Leitplanke oder als Sargnagel vor sich hin rosten.

Der Tod ist lediglich ein Ende eines Ichs, das Leben aber geht weiter. Und auch, wenn unser Planet einmal kein Leben mehr ermöglicht, aufgrund des Energiekreislaufes im Universums wird auch ein Planet irgendwann recycelt.

Der Tod ist eine Illusion, nur Bewußtsein wird ständig neu erzeugt, weil dieses nur ein begrenztes Haltbarkeitsdatum aufweist. Das Leben als solches aber ist eine Qualität des Universums. Also wem es nichts ausmacht, die nächste Runde als Hamster durch die Gegend zu laufen, der sollte seine Angst vorm Sterben ablegen.

Frohe Ostern!
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Beiträge: 2.061, Mitglied seit 13 Jahren
Hallo Stueps,
Stueps schrieb in Beitrag Nr. 242-611:
Du schreibst, dass du dich nicht traust, diverse Feinabstimmungen im Universum zu interpretieren.
Ich sage, dass du dies längst getan hast ...
Stimmt. Ich hab´s getan. Aber ich habe auch nicht gesagt, dass ich mich das nicht traue. Ich habe nur gesagt, dass ich mich nicht traue, zu sagen, dass das einfach sei (Neo-x meint ja, man könne ganz einfach davon ausgehen, dass Gott nicht existiert). ;-)

Gern sage ich ich auch öffentlich, dass ich an Gott glaube. Wegen des oben Gesagten verstehe ich allerdings auch jeden, der dies nicht tut.

Stueps, du sagst
Zitat:
Aber das ist der Standpunkt, den ich und Herr Adams (ich brauche jede Verstärkung) hier einnehme.
Ich vermute dagegen, dass die Geschichte von Herrn Adams (so, wie ich sie weitergeführt habe), nicht den Stand der Dinge trifft.

Die Lage ist vielmehr so, als würde man die Vielzahl von Bodenvertiefungen auf unserem Planeten (die ich ja zuvor bewusst in die Pfützengeschichte eingebaut hatte) gerade nicht finden! Es ist, als würde man nur eine Bodenvertiefung finden - so weit man auch schaut und sucht, findet man nur dieses eine Loch auf der Welt1. Unter diesen Umständen wäre es deutlich schwerer, der Pfütze die "Einmaligkeit" des Lochs auszureden.

Sicher. Man kann postulieren, es gäbe ja noch Millionen und Abermillionen anderer Planeten2 auf denen sich sicherlich weitere Bodenvertiefungen finden würden. Wenn nicht hier bei uns, so seien Löcher auf anderen Planeten bestimmt völlig normal. Die Pfütze brauche sich also nicht darüber wundern, dass es hier bei uns nur eine Bodenvertiefung gibt. Bestimmt gebe es auf den anderen Planeten Löcher ohne Ende - teils mit, teils ohne Pfützen.

Aber - ob die Pfütze das dann noch glaubt?

1unser eigener Planet wäre - im übertragenen Sinne - unser Kosmos
2die vielen anderen Planeten wären - im übertragenen Sinne - die vielen anderen Welten der Viele-Welten-Theorie
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Beiträge: 3.187, Mitglied seit 14 Jahren
Claus schrieb in Beitrag Nr. 242-615:
Stimmt. Ich hab´s getan. Aber ich habe auch nicht gesagt, dass ich mich das nicht traue. Ich habe nur gesagt, dass ich mich nicht traue, zu sagen, dass das einfach sei (Neo-x meint ja, man könne ganz einfach davon ausgehen, dass Gott nicht existiert). ;-)

Hallo Claus,
mein Fehler. Da habe ich dir doch glatt Behauptungen unterstellt, die du nie geäußert hast! Entschuldige!

Zitat:
Ich vermute dagegen, dass die Geschichte von Herrn Adams (so, wie ich sie weitergeführt habe), nicht den Stand der Dinge trifft.

Ich bleibe erst einmal dabei, dass sie das doch tut.

Zitat:
Die Lage ist vielmehr so, als würde man die Vielzahl von Bodenvertiefungen auf unserem Planeten (die ich ja zuvor bewusst in die Pfützengeschichte eingebaut hatte) gerade nicht finden! Es ist, als würde man nur eine Bodenvertiefung finden - so weit man auch schaut und sucht, findet man nur dieses eine Loch auf der Welt. Unter diesen Umständen wäre es deutlich schwerer, der Pfütze die "Einmaligkeit" des Lochs auszureden.

Nun schaut sich die Pfütze um, und findet also weit und breit keine weitere Bodenvertiefung. So denkt sie sich: Also doch, es gibt nur dieses eine Loch - genau für mich passend! Es muss einzig und allein für mich geschaffen worden sein.
Nun forscht die Pfütze weiter, und stellt fest, dass das Loch in der Vergangenheit eine völlig andere Form gehabt haben muss. Eine Form, in die diese Pfütze überhaupt nicht hineinpasst. Sie nimmt sogar an, dass diese eine Bodenvertiefung nicht ewig existiert hat, sondern einmal geschaffen worden sein muss.
Die Pfütze forscht weiter, und stellt fest, dass diese ihre Bodenvertiefung die Form immer noch verändert! Und zwar so doll, dass sie in ferner, jedoch absehbarer Zeit gar keinen Platz mehr für die Pfütze in ihrer jetzigen Form bietet!
Die Pfütze kommt also zu dem Schluss, dass, wenn sie überleben will, sie sich der Bodenvertiefung anpassen muss!
Wenn dem so ist, dann ist es doch sehr wahrscheinlich, dass das Loch gar nicht extra für die Pfütze angefertigt wurde. Dem Loch , so vermutet die Pfütze nun, scheint es völlig schnurz zu sein, ob es die Form hat, in die die Pfütze so wunderbar hineinpasst.

Jetzt passt es gerade, aber das geht anscheinend sehr schnell wieder vorüber...

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Beitrag zuletzt bearbeitet von Stueps am 18.04.2011 um 13:00 Uhr.
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Stueps schrieb in Beitrag Nr. 242-616:
Die Pfütze forscht weiter, und stellt fest, dass diese ihre Bodenvertiefung die Form immer noch verändert! Und zwar so doll, dass sie in ferner, jedoch absehbarer Zeit gar keinen Platz mehr für die Pfütze in ihrer jetzigen Form bietet!
Die Pfütze kommt also zu dem Schluss, dass, wenn sie überleben will, sie sich der Bodenvertiefung anpassen muss!
Wenn dem so ist, dann ist es doch sehr wahrscheinlich, dass das Loch gar nicht extra für die Pfütze angefertigt wurde. Dem Loch , so vermutet die Pfütze nun, scheint es völlig schnurz zu sein, ob es die Form hat, in die die Pfütze so wunderbar hineinpasst.
Nein, nein.

Der Pfütze ist wohl bewusst, dass die Welt im weit überwiegenden Teil ihrer Zeit pfützenlos war und es auch wieder sein wird - und auch, dass die gesamte Pfützheitsgeschichte nur einen zeitlichen Hauch vom gesamten Weltzeitalter darstellt. Aber das macht der Pfütze nichts! Sie glaubt, dass die gesamte Welt sich zielgerichtet auf die Pfütze hin entwickelt hat und dass auch ein noch so kurzes Pfützenleben etwas sehr Wertvolles ist, weil Zeitlichkeit eine hartnäckige Illusion und ein Pfützenleben in Wahrheit unvergänglich ist.
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Claus schrieb in Beitrag Nr. 242-617:
Der Pfütze ist wohl bewusst, dass die Welt im weit überwiegenden Teil ihrer Zeit pfützenlos war und es auch wieder sein wird - und auch, dass die gesamte Pfützheitsgeschichte nur einen zeitlichen Hauch vom gesamten Weltzeitalter darstellt. Aber das macht der Pfütze nichts! Sie glaubt, dass die gesamte Welt sich zielgerichtet auf die Pfütze hin entwickelt hat und dass auch ein noch so kurzes Pfützenleben etwas sehr Wertvolles ist, weil Zeitlichkeit eine hartnäckige Illusion und ein Pfützenleben in Wahrheit unvergänglich ist.

Hmm... da denkt die Pfütze also, dass beinahe unendliche Räume in beinahe unendlichen Zeiten mit beinahe unendlich viel Material geschaffen wurden, nur damit es die Pfütze recht bequem hat. Und dass alles nur geschaffen wurde, damit die Pfütze daliegen, und das Loch bewundern kann.

Darüber muss ich kurz nachdenken, denn das scheint mir doch recht einfältig gedacht.
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Stueps schrieb in Beitrag Nr. 242-618:
... da denkt die Pfütze also, dass beinahe unendliche Räume in beinahe unendlichen Zeiten mit beinahe unendlich viel Material geschaffen wurden, nur damit es die Pfütze recht bequem hat. ... Darüber muss ich kurz nachdenken, denn das scheint mir doch recht einfältig gedacht.
Hallo Stueps, eine Pfütze muss ja auch recht einfältig denken - hat sie doch kein Gehirn... ;-)

Mir flößen 13,7 Mrd. Jahre und 3 Gigaparsec langweilige "Leere mit kleinen Mengen Wasserstoff und Helium" weniger Ehrfurcht ein, als ein 80 Jahre währendes superkomplexes Gehirn auf einem Volumen von 1,5 Litern.
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Beiträge: 3.187, Mitglied seit 14 Jahren
Claus schrieb in Beitrag Nr. 242-619:
Mir flößen 13,7 Mrd. Jahre und 3 Gigaparsec langweilige "Leere mit kleinen Mengen Wasserstoff und Helium" weniger Ehrfurcht ein, als ein 80 Jahre währendes superkomplexes Gehirn auf einem Volumen von 1,5 Litern.

Der war gut, Claus!

Ich gebe zu, dass mir im Moment die richtig guten Gegenargumente ausgehen. Leider fühle ich mich sogar noch an einen Ausspruch eines mir unbekannten Mannes erinnert, den ich hier hoffentlich halbwegs sinngemäß wiedergebe:

"Aufgrund der riesigen Ausmaße des Universums -sowohl räumlich als auch zeitlich- unsere individuelle Existenz für unbedeutend zu halten, hieße Größe mit Status zu verwechseln."

Spinnen wir den Faden also erst mal weiter, und schenken der Pfütze eine Struktur, die einem komplexen 80-jährigen Gehirn entspricht.
Was für einen Sinn könnte es haben, so eine Struktur zu erschaffen?

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Beitrag zuletzt bearbeitet von Stueps am 19.04.2011 um 20:42 Uhr.
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Tatsächlich zu sein

Sonst bliebe es nur eine Möglichkeit

Sein oder Nicht-Sein ist im Leben die Frage
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All sind alle
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Stueps schrieb in Beitrag Nr. 242-620:
Was für einen Sinn könnte es haben, so eine Struktur zu erschaffen?
Diese Struktur ermöglicht die Zeitlichkeit. Rekursives Durchleben von Erfahrenem. Bekannte Vergangenheit. Unbekannte Zukunft. Möglichkeiten. Damit: Freiheit.
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Claus schrieb in Beitrag Nr. 242-622:
Diese Struktur ermöglicht die Zeitlichkeit. Rekursives Durchleben von Erfahrenem. Bekannte Vergangenheit. Unbekannte Zukunft. Möglichkeiten. Damit: Freiheit.

Zugegebenermaßen ist die Frage nach dem Sinn solch einer Struktur sehr gemein. Deine Antwort provoziert denn auch bei mir, wie ein kleines Kind immer weiter "Warum?" zu fragen. Da abzusehen ist, dass dies uns nix bringt, lasse ich es mal.

Deshalb versuche ich eine andere Richtung:
Interpretierst du den Schöpfer als einen Initiator dieser Welt; der nun nicht länger eingreift, weil er die Pfütze mit Erkenntnis- und Gestaltungsfähigkeit ausgestattet hat (um somit nun ihre Geschicke und die ihrer Umwelt selbst zu gestalten)?
Wenn ja, ist das die Art von Freiheit, die du meinst?

Oder denkst du, dass der Schöpfer immer noch der alleinige Lenker unserer Geschicke ist?

Oder ist es eher eine Art "gesunder Mischung", heißt, dass der Schöpfer uns zwar Entscheidungsfreiheit zugesteht, die zu wählenden Möglichkeiten jedoch vorgibt?
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Beiträge: 2.061, Mitglied seit 13 Jahren
Hallo Stueps,

soeben nach Feierabend 50 km Radtour durch herrlichste Frühlingssonne; Meer gesehen; hätte es lassen können, fühlte mich aber "frei" in meiner Entscheidung ...

Schwierige Frage. Also, ich versuch´s ´mal wieder in einer Analogie und hole etwas aus:

Ich möchte nicht gern allein sein. Also suchte ich mir Freunde (u.a. meine Frau - außerdem habe ich Kinder). Daran finde ich toll, dass ich zu diesen Personen Beziehungen aufbaue und erhalte. Eine Beziehung setzt Andersartigkeit der zuvor genannten Personen voraus; das ermöglicht Polarität, d.h. Kontroversen, andere Sichtweisen, Erweiterung des eigenen Horizonts usw. Durch Beziehungen wird die eigene Sichtweise manchmal korrigiert, jedoch nicht immer. Es bleibt Individualität, es bleibt Freiheit zum Selbst sein. Beziehungen sind für mich der Sinn des Lebens.

Wenn ich Gott wäre, würde ich auch nicht gern allein sein wollen. Ich vermute, das ist der Grund, warum er das Leben und den Menschen schuf. Da er uns in der Zeitlichkeit erschuf (ich hatte ja bereits erläutert, dass ich in der Zeitlichkeit eine Voraussetzung für Freiheit sehe), nehme ich an, das er uns auch frei und individuell haben will. Das hieße, er bestimmt nicht unser Schicksal. Zumindest nicht allein. Er könnte z.B. helfend oder sogar strafend eingreifen (mache ich z.B. bei meinen Kindern ab und zu), aber er setzt sich anscheinend nicht über unseren Willen hinweg. Ich glaube also weder, dass Gott das einmal von ihm in Gang gesetzte Uhrwerk fortan egal ist, noch dass er der der alleinige Lenker unserer Geschicke ist. Ich vermute, er möchte eine Beziehung zu uns. Was sonst sollte ein solcher Aufwand, wie ich ihn z.B. in meiner Familie habe, für einen Sinn haben? Was sonst sollte eine so aufwendige Schöpfung für einen Sinn haben?
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Beiträge: 3.187, Mitglied seit 14 Jahren
Claus schrieb in Beitrag Nr. 242-624:
Hallo Stueps,

soeben nach Feierabend 50 km Radtour durch herrlichste Frühlingssonne; Meer gesehen...

Hallo Claus, wenn sdie erste Radtour im Frühling war, bin ich neidisch, die ist immer was ganz Besonderes. Ich habs noch nicht geschafft, aber am Wochenende sollte es klappen. Hab zwar kein Meer vor der Haustür, aber einen wunderschönen See, den man prima umrunden kann.

Zitat:
Ich vermute, er möchte eine Beziehung zu uns. ... Was sonst sollte eine so aufwendige Schöpfung für einen Sinn haben?

Das ist der Punkt. Die Sinnfrage stellen ja nur wir Menschen uns. Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass sie nur ein menschengemachtes Produkt ist. Ich würde mal frech behaupten, dass die Sinnfrage durchaus eine universelle ist. Dies spricht dann natürlich stark für einen willentlichen Schöpfungsakt.

Allerdings sehe ich auch ganz deutlich, dass wir ohne einen Schöpfer auskommen, ein fester Glaube jedoch in vielen Lebensbereichen äußerst hilfreich ist. Das allein ist m.E. Grund genug für seine Existenzberechtigung.
Hinweisen will ich noch mal auf einen Ausspruch Thomas des Großen: "Glaube ist gut, Religion ist Mist". Beides sind nach meinem Verständnis auch verschiedene, nicht miteinander zu vergleichende Dinge.

Ich bin skeptisch, was die reale Existenz eines Schöpfers betrifft, da anscheinend nur wir Menschen glauben können, und es so doch sehr nach "menschengemacht" riecht.
Ich weiß, dieses Argument ist angreifbar.

Eine wichtige moralische Frage hätte ich. Sie ist sehr provokant, ich stelle sie trotzdem mal. Da sie allerdings dann doch zu weit von unserer eingangs einfältigen Pfütze wegführt, und sehr in Richtung Religion abdriftet, schlage ich vor nach Erörterung dieser Frage das Thema vielleicht vorerst ruhen zu lassen.

Meine Frage: In den meisten Religionen werden an den Menschen höchste moralische Vorgaben gestellt, an die er sich zu halten hat.
Im Gegenzug offenbart sich der Schöpfer (im Monotheismus) jedoch nie, er spielt seine Karten grundsätzlich verdeckt aus. Diese Art von Verhalten finde ich, einen Schöpfer als existent angenommen, weniger moralisch. Selbst wenn die Erlangung der Gewissheit eines Schöpfers unsere Freiheit stark einschränken könnte, finde ich verborgenes Handeln immer noch fragwürdig. Eine echte Gottesgewissheit (keine freies Bekenntnis zu Gott!) würde unsere Welt m.E. um Einiges attraktiver machen, und die Beziehung dürfte auch auf Schöpferseite nur gewinnen. Oder?
Signatur:
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Hallo Stueps,

gleich geht´s in die Osterferien, aber eine kurze Antwort bin ich dir noch schuldig:

Du hast völlig recht. Wenn Gott mit verdeckten Karten spielte, im Verborgenen bliebe und dann dabei noch nahezu unerfüllbare moralische Ansprüche an uns stellen würde, so wäre das weder sinnvoll noch fair von ihm. Aber in diesem Punkt kommt mir Thomas´ Spruch wieder in den Sinn, den ich übrigens auch gut finde. Sind es nicht eher die Religionen, die solche Ansprüche stellen?

Mir ist intuitiv, klar, dass man Gott wissenschaftlich nicht beweisen können darf, damit die Freiheit besteht, sich für oder gegen ihn entscheiden zu können (ohne, dass ich das jetzt genau begründen könnte).

Auf der persönlichen Ebene ist mir Gott auch nicht so verborgen, wie du es darstellst. Aber damit kann ich nicht argumentieren. Ein gewichtiges Argument gegen die Existenz Gottes ist für mich bspw. die „Gnadenlosigkeit“ der Statistik. So lässt sich bspw. mit nahezu 100%iger Sicherheit sagen, wie viele Verkehrstote es dieses Jahr geben wird oder es lässt sich statistisch zeigen, dass beten nichts nützt…

Andererseits ist die Statistik (also das „freie“, stochastische Einzelereignis) in meinen Augen aber auch wieder ein genialer Einfall der Natur, um erreichen zu können, dass Gott seine individuell eingreifende Freiheit behält, obwohl er Gott (d.h.allwissend, allmächtig usw.) ist…

Wie gesagt, ich find´s nicht einfach. Aber spannend.

Frohe Ostern dir und allen anderen Gottesfrageninteressierten am heutigen Karfreitag, wünscht Claus.
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