[Nachricht zuletzt bearbeitet von Henry am 19.01.2011 um 12:46 Uhr]
Zitat: Mit der Kirche habe ich zunächst einmal nichts am Hut, ich sehe die Dinge eher rein "technisch", wie sie wirklich sind, und glaube nicht an eine höhere Macht, die über uns waltet.
Aber ich sehe mich nicht nur als mein Körper, ich sehe mich und dich und alles andere als die Existenz ansich. Ich würde auch nicht sagen, dass die Realität, die man wahrnimmt eine reine Erscheinung ist... das ist Unsinn. Das, was man selbst wahrnimmt, ist für einen immer real, aber es ist eben nicht wirklich objektiv gesehen existent, sondern nur im eigenem Bewusstsein.
Das einzige, was wirklich existiert ist reines Bewusstsein, bzW. das Selbst. Und alles andere, sei es nun Raum, Zeit oder Materie ist eine Erscheinung innerhalb dieses Bewusstseins. Bewusstsein kann man im Grunde genommen als das Nichts sehen, aber es ist nicht Nicht im Sinne von Nicht-Existenz, es ist unbegrenz in seiner Natur, und es ist raum-, zeit- und formlos. Es gibt keine Grenzen, was innerhalb des Bewusstseins in Erscheinung treten kann, da Bewusstsein unendlich ist, gibt es unbegrenzte Möglichkeiten, was sein kann.
:)
Das ist jedenfalls meine Sichweise dazu
:)
Zitat ende
Hallo!
Es ist selbstverständlich erst einmal zu begrüßen, wenn jemand eine eigene Überzeugung hat und diese auch vertritt.
Ich habe unglücklicher Weise „dass die physikalische Ebene zumindest real ERSCHEINT“ geschrieben, es müsste aber „SCHEINT“ heißen, denn mit „Erscheinungen“ werden im Allgemeinen einfach die Objekte der Natur benannt (hergeleitet vom griechischen „Phänomen“), „Schein“ meint aber das Trugbild. Selbst wenn also die Realität nur Schein wäre, würde das für unser (Über)-Leben zweitrangig sein.
Möchtest du nun sagen, es wäre Unsinn, dass die Realität eine reine Erscheinung sei, oder dass es Unsinn wäre, sie als reinen Schein zu bezeichnen? Ich vermute, du meinst „Schein“. Für beide Fälle gilt aber aus Achtung vor den Mitmenschen, eine abweichende Ansicht nicht als „Unsinn“ zu bezeichnen.
Was soll das heißen „Existenz an sich“? Das ist ohne weitere Erläuterung nur leeres Gerede.
Die Welt, die man wahrnimmt, ist nur Erscheinung, also Schein, wie ich vermute? Das ist purer Subjektivismus. Außerdem argumentierst du nicht schlüssig. Ich verallgemeinere dein Beispiel mit dem Kreis, den man nur sieht, wenn man ihn sehen will. Wenn ich ein Objekt nicht wahrnehme, weil ich es nicht wahrnehmen WILL, impliziert das, dass das Objekt real ist und ich nur über die Wahrnehmung entscheide, nämlich „ich nehme wahr – ich nehme nicht wahr“. Willst du sagen, die Welt ist „Wille“? Was meinst du mit Bewusstsein? Ist es schöpferisch, sich seiner selbst bewusst, oder „erscheinen“ die Objekte in ihm, sind also präexistent? Oder ist es rein affektiv? Wenn ALLES möglich ist, unendlich viel möglich ist, warum einigen sich all die vielen „Bewusstsein“ auf gerade diese, für viele real erscheinende Welt, das wäre dann extrem unwahrscheinlich, vor allem auch, weil sie sich ja rein zufällig auf eine „Schnittmenge“ einigen. Oder sprechen sie sich doch ab? Wie das? Warum weiß ich in meinem Bewusstsein nicht von einer unendlichen Vielfalt an Erscheinungen?
Oder ist das alles nicht völlig gleichgültig, weil wir trotz aller gegenteiligen Ansichten die Welt als REAL ERLEBEN, und die Frage „Schein oder Wirklichkeit“ erst dann Bedeutung gewinnt, wenn ich sie in einen moralischen, ethischen Kontext behandle? Wie definiere ich eine Verantwortung für den Menschen, wenn ich überzeugt bin, die Welt ist nur Schein? Das ist nämlich MEINE Frage.
P.S. Hättest du nur Atman und sonst nichts geschrieben, wärst du verstanden worden und hättest alles gesagt.
mfg
Henry
Herr Oberlehrer
Die Wolken ziehen hin. Sie ziehen auch wieder her.
Der Mensch lebt einmal. Dann nicht mehr.
(Donald Duck)
Bearbeitet von Henry am 21.01.2011 um 15:18 Uhr.