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Zur Ontologie der modernen Physik

Thema erstellt von Okotombrok 
Beiträge: 1.588, Mitglied seit 13 Jahren
Hallo Okotombrok,

Okotombrok schrieb in Beitrag Nr. 2358-107:
Somit ist auch die Vorstellung einiger Physiker besser zu verstehen, der Grundbaustein der Welt sei Information.

Was soll man unter "Information" verstehen ? Ist es das, was die Natur uns mitteilt ? Oder anders betrachtet, aus subjektiver Sicht, was wir wahrnehmen können ?

MfG
Harti
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Wichtig ist, dass man nicht aufhört zu fragen. A.E.
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Okotombrok schrieb in Beitrag Nr. 2358-107:
Zitat von Anton Zeilinger:
„Ich bin nicht ein Anhänger des Konstruktivismus, sondern ein Anhänger der Kopenhagener Interpretation.
Danach ist der quantenmechanische Zustand die Information, die wir über die Welt haben. … Es stellt sich letztlich heraus, dass Information ein wesentlicher Grundbaustein der Welt ist.
Wir müssen uns wohl von dem naiven Realismus, nach dem die Welt an sich existiert, ohne unser Zutun und unabhängig von unserer Beobachtung, irgendwann verabschieden.“
Interview mit Andrea Naica-Loebell, Telepolis 7. Mai 2001.

Anmerkung:
Beim Stern-Gerlach-Versuch mit mehreren aufeinanderfolgenden Spinmessungen und Mischgeräten
kann tatsächlich doch eine einmal ausradierte Information wieder hervorgeholt werden.
Total verrückte Welt, lässt man den gesunden Menschenverstand walten.

Der gesunde Menschenverstand entsteht durch die Erfahrung UND Bildung. Früher überwieg die Erfahrung, in moderne Gesellschaft nimmt die Bildungskonsequenzen zu. Was meine ich damit? Zum Einem sind es die Richtlinien, die uns durch Bildung vorgegeben werden. Wir sind gebildet durch logisches Nachvollziehen. Es gelingt ganz gut. Werden aber gern manche Abzweigungen, die den konsequente Erzählung stören, übersehen bzw. als unbedeutend abgetan. Wenn man aber einmal gerade auf dem Nebenweg etwas entdeckt, was die Antworten auf ungelösten Fragen gibt (die ja auch erst mit dem wachsendem Wissen entstehen können), dann erfolgt s. g. Paradigmenwechsel.

Zum anderem entsteht gesunder Menschenverstand auch nicht direkt von der schulischen/ profffesionellen Bildung. Gerade was moralische Einstellungen betrifft, greifen schon früh neben der Familie, die Kitas, Schule, die Organisationen in Hochschulen und Unis, die sich für die Wertebildung zuständig fühlen und Kampfgeist der jungen Generation (aus)nutzen. Vieles davon (wie etwa Gendergerechte Sprache) wird letztlich bei ihnen als "gesunder Menschenverstand" verankern und sie ihrerseits fühlen sich berufen den übrigen Volk zu missionieren.
-----


Was "die Information" als Fundament der Realität angeht, habe ich auch Bemerkungen. Vieles liegt darin, wie man dieses Begriff versteht. Wenn ich mich nicht irre, hatten wir schon hier in Forum eine ausführliche Diskussion darüber. Für mich persönlich scheint es unlogisch den Begriff ohne Bezug zum "Empfänger", zu dem, der die Information zu DEUTEN vermag.

Ich bin auch weit entfernt, nur den Mensch für diese Position verstehen. Wenn man die Welt nicht als statische Gebäude versteht, sondern als dynamisches Vorgehen, dann fragt man, warum eine Information agiert mit der anderen. Nur weil mindestens eine Seite deutet die andere. Das Leben und die Gesellschaft zeigen es anschaulich*. Vielleicht auch ganze Entwicklung der Materie ist begründet damit, dass dauerhaft entstehen Einheiten, die ihre Umwelt beginnen zu deuten und damit den Schwung in die Entwicklung bringen.

*) Ein Lebewesen (wie auch jedes materielles System) ist offen. Es heißt, er nimmt aus der Umwelt etwas, verarbeitet und die Nebenprodukte werden ausgeschieden. Schon allein dadurch ändert er die Umwelt. Das Nehmen bedeutet auch, dass er die Umwelt deuten vermag, mindestens das, was für ihn existentiell wichtig ist. Die biologische Evolution ist begründet auf diese Fähigkeit zur Deutung, die immer großeren Teil der Umwelt erfast und aus der auch Kommunikation entsteht (ein gezielter Austausch der Information von Sender und Empfänger). Z.B. die Nebenprodukte eigenes Stoffwechsels, werden als Signal für anderen benutzt (Achtung: Revier ist besetzt, oder "Ich bin gerade auf der Suche nach Partner/inn"), die seine Artgenossen zu deuten beginnen.

In der zivilisatorischen Evolution kann man ähnliches beobachten. Es ist sehr breites Thema, daher beschänke ich mich nur auf die Veweisung, dass auf der globale - zwischenstaatliche - Ebene genauso Gruppendynamik zu beobachten ist, wie in einer Menschengruppe. Ich sehe es als ein starkes Indiz für die Enstehung einer neuen Ebene der Deutung.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Irena am 03.02.2021 um 11:52 Uhr.
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Hallo Okotombrok,

Okotombrok schrieb in Beitrag Nr. 2358-107:
Zeichnung 5
Wenn wir jetzt bei der Versuchsanordnung von Zeichnung 4 zwischen beiden Polfiltern zusätzlich ein um 45° gedrehtes Polfilter einfügen,
wird das Licht überraschenderweise wieder durchgelassen.
...
Man könnte jetzt anführen, das Licht kann keine Welle sein sondern müsste aus Teilchen bestehen,
die die Versuchsanordnung durchdringen können.
Daher die lapidare Behauptung:
Mit zwei Polfiltern erscheint uns das Licht wie eine Welle, mit drei Polfiltern wie ein Teilchen (bzw. wie aus Teilchen bestehend). ...

Vielen Dank für Deine ausführliche und gut verständliche Beschreibung.
Zur Zeichnung 5:
Die Intensität eines Lichtstrahls verändert sich in Abhängigkeit vom Verdrehwinkel α zwischen zwei benachtbaren Polfiltern, I = I0·cos²α.
I0 ist die Intensität vor und nach dem Filter 1, hat den Wert I0/2 nach Polfilter 2 und I0/4 nach Polfilter 3.
Das Licht ist nach Polfilter 1 linear polarisiert (1-dimensional).
Nach Polfilter 2 wird das Licht zirkular polarisiert.(1) Die Intensität wechselt mit einer Phasenverschiebung von π/2. Die Rotation des maximalen Intensitätswertes wird 2-dimensinal gedeutet und ist durch ein orthogonales oder polares Koordinatensystem mit zwei Komponenten beschreibbar.
Nach Polfilter 3 wird das Licht wieder linear, aber quer zur Polarisationsrichtung nach Filter 1.

Eine Erklärung dieser physikalischen Zusammenhänge bringe ich nicht mit Lichtteilchen in Verbindung.

Mach einmal gedanklich einen Versuch. Setze den Polfilter 2 vor den Polfilter 1.
Dann hast Du auch drei Polfilter die zueinander um 45° und 90° in ihren Polarisationsrichtung verdreht sind.
Das Ergebnis nach Filter 3 ist jedoch völlig anders.

Gruß, Otto

(1) Ergänzung/Korrektur siehe Beitrag Nr. 2358-124.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Otto am 05.02.2021 um 11:23 Uhr.
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Beiträge: 560, Mitglied seit 10 Jahren
Okotombrok schrieb in Beitrag Nr. 2358-107:
Zitat von Anton Zeilinger:
„Ich bin nicht ein Anhänger des Konstruktivismus, sondern ein Anhänger der Kopenhagener Interpretation.
Danach ist der quantenmechanische Zustand die Information, die wir über die Welt haben. … Es stellt sich letztlich heraus, dass Information ein wesentlicher Grundbaustein der Welt ist.
Wir müssen uns wohl von dem naiven Realismus, nach dem die Welt an sich existiert, ohne unser Zutun und unabhängig von unserer Beobachtung, irgendwann verabschieden.“

mfg okotombrok

Ich würde den Text ergänzen:

"Wir müssen uns wohl von dem naiven Realismus, nach dem die Welt an sich in der Form, in der wir sie wahrnehmen, existiert, ohne unser Zutun und unabhängig von unserer Beobachtung, irgendwann verabschieden.“

Unsre Vorstellungen beruhen auf den Eindrücken, die uns die Natur auf unsere Sinnesorgane überträgt. Was wir mangels Empfangsorganen (biologisch oder künstlich) nicht wahrnehmen können bleibt reine Spekulation.
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Stueps (Moderator)
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Hallo Okotombrok,

dein Beitrag Nr. 2358-107:

das ist ja krasser Sch...! Bin völlig überrumpelt, das muss ich erst mal verarbeiten.

Was genau ist nötig, um den Versuch mal selber zu machen (hast du vielleicht auch ne gute Quelle für Einkauf)?

Nachtrag:
Hallo Otto, dein Beitrag Nr. 2358-110 ist hierzu hilfreich: mein nächster Gedanke war, dass sich die Lichtintensitäten ändern müssten. Deine Mathematik dazu hilft. Trotzdem haut mich das immer noch um.

Nebenbei: Zeilinger lese ich auch gerade (neben drei anderen Büchern (Susskind, Stewart), das sollte ich vielleicht lassen, macht nur wirr im Kopf :lol:).


Beste Grüße
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Diese Welt gibt es nur, weil es Regeln gibt.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Stueps am 03.02.2021 um 16:10 Uhr.
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Hallo Otto,

Otto schrieb in Beitrag Nr. 2358-110:
Eine Erklärung dieser physikalischen Zusammenhänge bringe ich nicht mit Lichtteilchen in Verbindung.

ich bringe die physikalischen Zusammenhänge weeder mit dem Teilchen- noch mit dem Wellenmodell in Verbindung.
Darum schrieb ich auch "erscheint uns", womit ich zum Ausdruck bringen wollte, dass solche Beschreibungen rein klassischer Natur sind.

Zitat von Otto:
Mach einmal gedanklich einen Versuch. Setze den Polfilter 2 vor den Polfilter 1.
Dann hast Du auch drei Polfilter die zueinander um 45° und 90° in ihren Polarisationsrichtung verdreht sind.
Das Ergebnis nach Filter 3 ist jedoch völlig anders.

Den mittleren Filter vor oder auch hinter den beiden anderen Filtern zu positionieren lässt kein Licht durch.
Es stehen schließlich in beiden Fällen zwei um 90° verschobene Filter gegenüber, die kein Licht durchlassen.
Kein Licht, keine Information.

mfg okotombrok
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Hallo Okotombrok,
Okotombrok schrieb in Beitrag Nr. 2358-113:
ich bringe die physikalischen Zusammenhänge weder mit dem Teilchen- noch mit dem Wellenmodell in Verbindung.
OK. Alles klaro.
Otto
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Hallo Irena,

Irena schrieb in Beitrag Nr. 2358-109:
Was "die Information" als Fundament der Realität angeht, habe ich auch Bemerkungen. Vieles liegt darin, wie man dieses Begriff versteht. Wenn ich mich nicht irre, hatten wir schon hier in Forum eine ausführliche Diskussion darüber. Für mich persönlich scheint es unlogisch den Begriff ohne Bezug zum "Empfänger", zu dem, der die Information zu DEUTEN vermag.

Beim Doppelspaltversuch reicht allein die theoretische Möglichkeit den Weg ermitteln zu können
um die Interferenz zu "zerstören".
Die Information über den Weg muss dabei nicht abgefragt werden, kann also unbekannt bleiben.
Ein Empfänger der Information ist nicht notwendig

mfg okotombrok
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Hallo Stueps,

Stueps schrieb in Beitrag Nr. 2358-112:
Was genau ist nötig, um den Versuch mal selber zu machen (hast du vielleicht auch ne gute Quelle für Einkauf)?

das Einfachste ist es, du schaust dir im Kino einen 3D-film an und nimmst die 3D-Brille mit nach Hause.:D
(Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob es sich bei den Brillengläsern um linear polarisierte handelt.)

Ich habe vor einigen Jahren im Internet für insgesamt 10 Euro sechs Polfilter ersteigert;
alte, unvergütete und z.T. zerkratzte für fotografische Zwecke.
Man kann auch günstig Folien erwerben und zerschneiden.
Es ist nur darauf zu achten linearpolarisierte zu verwenden und keine Zirkularpolfilter.
Mit bloßem Auge hindurchgeschaut ist der Effekt schon deutlich zu erkennen.
Mit einem Laser geht's dann komfortabler, hier reicht schon ein Laserpointer für ein paar Euro.

Mittlerweile hatte ich an der Arbeit die Möglichkeit wahrgenommen, höherwertiges Material zu beschaffen:
besseren Laser, präzise einzustellende Polfilter,Strahlenteiler, optisches Flintglas, hochwertige Spiegel, Stativ und Befestigungsmaterial
neben schon vorhandenen Spulen, Messgeräten etc.
Das alles ist zwar für meine Arbeit als Ausbilder vollkommen überkandiedelt,
aber am Jahresende müssen oft noch Gelder ausgegeben werden die ansonsten verfallen.
Außerdem gibt es immer wieder vereinzelnd Schüler, die über die Ausbildungsinhalte hinaus interessiert sind
und ich halte es für außerordentlich wichtig, Schüler neugierig zu machen.

Mittlerweile kann ich damit den "Faradayeffekt" nachweisen.
Anstatt des mittleren Filters (45°) wird der Laser durch ein optisch hochaktives Glas geführt,
welches von einem Magnetfeld durchdrungen wird, wodurch ebenfalls die Polarisation gedreht wird.
Ich habe festgestellt, dass bei einem Flintglas von 20mm Länge und einer magnetischen Flussdichte von 250mT
die Polarisationsebene um ca. 5° gedreht wird, was in recht guter Übereinstimmung mit der Fachliteratur steht.

Beschreibung des Effekts:
Linear polarisiertes Licht kann als Überlagerung von zwei zirkular (drehend) polarisierten Zuständen (rechts- und linksdrehend) verstanden werden.
Das Magnetfeld bewirkt eine Differenz der Laufzeiten von rechts- und linksdrehender Polarisation.
Das führt zu einer Drehung der Polarisationsebene.


Foto und Versuchsaufbau okotombrok

macht mir viel Spass

mfg okotombrok
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Okotombrok am 04.02.2021 um 17:49 Uhr.
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Beiträge: 1.048, Mitglied seit 8 Jahren
Hallo Okotombrok,

Okotombrok schrieb in Beitrag Nr. 2358-116:
macht mir viel Spaß
Ich finde es ganz toll, dass Du Dich so intensiv mit diesem Thema beschäftigst und ins Detail gehst!

Ich habe vor längerer Zeit die von mir entwickelten Berechnungsverfahren von Spannungen im Bauteilen mit der Spannungsoptik experimentell überprüft.
Die Spannungsoptik hat mir eine anschauliche Vorstellung vom Kräfteverlauf in belasteten Bauteilen vermittelt.

Stueps, einige Anwendungsbeispiele findest Du hier.
Ergänzung: Schau Dir mal das Video an.

Gruß, Otto
Beitrag zuletzt bearbeitet von Otto am 04.02.2021 um 22:28 Uhr.
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Claus (Moderator)
Beiträge: 2.271, Mitglied seit 14 Jahren
Zur Info: In Ottos Beitrag Nr. 2358-110 ist m.E. die Bezeichnung der Polfilter 2 und 3 gegenüber Okotombroks Beitrag Nr. 2358-107 vertauscht.

In diesem interessanten Zusammenhang noch ein Verweis auf eine frühere Diskussion hierzu: Beitrag Nr. 2306-103
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Beiträge: 1.048, Mitglied seit 8 Jahren
Hallo Claus und Okotombrok,

Claus schrieb in Beitrag Nr. 2358-118:
Zur Info: In Ottos Beitrag Nr. 2358-110 ist m.E. die Bezeichnung der Polfilter 2 und 3 gegenüber Okotombroks Beitrag Nr. 2358-107 vertauscht.
In diesem interessanten Zusammenhang noch ein Verweis auf eine frühere Diskussion hierzu: Beitrag Nr. 2306-103

Ihr müsst mir helfen. Eine Vertauschung der Polfilternummern 2 und 3 in meinem Beitrag Nr. 2358-110 kann ich nicht erkennen.
Meines Erachtens ist die Darstellung der Welle zwischen Polfilter 1 und 2 in den Bildern 4 und 5, Okotombroks Beitrag Nr. 2358-107, nicht korrekt.
Die Ausrichtung der Welle ist nach Polfilter 1 nur horizontal, nicht zirkular und mit 45° verdreht auf Polfilter 2 endend.

Über eine mögliche Analogie zum Quantenradierer denke ich noch nach.

Gruß, Otto
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Stueps (Moderator)
Beiträge: 3.378, Mitglied seit 15 Jahren
Hallo Okotombrok,

Otto schrieb in Beitrag Nr. 2358-117:
Ich finde es ganz toll, dass Du Dich so intensiv mit diesem Thema beschäftigst und ins Detail gehst!

Das finde ich auch! Und es kann gut sein, dass du mich vielleicht ein bissel ansteckst. Habe jedenfalls vor, mich im Laufe des Tages um die Teile für das Quantenradierer-Experiment zu kümmern. Ich werde berichten.

Hallo Claus, deine Diskussion mit Zara.t. lese ich später durch: ich habe mir schon eigene Gedanken zum Experiment von Okotombrok gemacht, denke momentan immer noch: hä? boah! Das gibts doch nicht! Nicht zu glauben! Das würde ja dies und jenes bedeuten, das kann nicht sein! Usw.
Ich habe natürlich schon vom Quantenradierer gelesen (und auch schon Skizzen dazu gesehen), aber nie wirklich was verstanden. Erst Okotombroks Darstellung hat mir die Augen geöffnet, was genau da passiert, und wie ihr merkt, haut mich das immer noch um! Okotombrok, dafür darfst du dir mal kräftig auf die Schultern klopfen, Vielen Dank!
Ich stelle mir auch grad vor, wie das für den Experimentator gewesen sein muss, der den Effekt zum ersten mal beobachtet hat. Ich kann förmlich die riesigen Fragezeichen über seinem Kopf sehen, und die hochhaushohen Bauklötzer, die er gestaunt haben muss. Der hat bestimmt nächtelang nicht schlafen können.

Beste Grüße
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Hallo Okotombrok,
Okotombrok schrieb in Beitrag Nr. 2358-115:
Beim Doppelspaltversuch reicht allein die theoretische Möglichkeit den Weg ermitteln zu können
um die Interferenz zu "zerstören".
Was meinst Du mit theoretische Möglichkeit? Ich meine, theoretisch kann man Detektor hinter der Wand aufstellen. Dennoch bringt es ohne praktische Ausführung nicht zum Brechen der Interferenz. Was zeigt uns wirklich ein Doppelspaltexperiment mit dem Detektor?! Dass auf Quantenebene ist Reversibilität möglich. Also ein Teil der Welle "praktisch" war schon Spalten durchgelaufen, dann gerade noch zückte sich zurück, um sich als Teilchen zu zeigen.

Zum Anderem hatte ich schon gelesen über Experimente, in denen wurde das Licht überlistet. Aber schon lange hier und Detail kenne ich nicht. Es ging um Labirinth und Spiegelungen.

Zitat:
Die Information über den Weg muss dabei nicht abgefragt werden, kann also unbekannt bleiben.
Ich verstehe es nicht. Von wem muss nicht die Information abgefragt werden?

Zitat:
Ein Empfänger der Information ist nicht notwendig
Ich denke, hier ein großer Mißverständnis passiert. Du hast allgemeine Aussage Information als dialektischer Gegenstand zum Beobachter/Empfänger auf ganz konkrete (Meß-)Beispiele angewendet. Du weiß, auch Evolution, bzw. ihre Mechanismen kann nicht aus der Entwicklung des Einzelnen schließen. Es ist eher weltanschauliche (also Makro-) Aussagen, wie übrigens auch die Teilchen als (nur) Information anzusehen.

In der Quantenwelt kann man die Felder bzw. Kräfte als Empfänger ansehen. Die Störungen dieser Felder (die Teilchen) sind in der Emanzipation befindliche Materie. Auf der Ebene würde ich die Störungen - also Information - sehen wie eine Veränderung "auf der Haut" des Beobachters/des Empfängers, der es s.z. "wegzuwischen" versucht. In dem Sinne sind diese Störungen eine Information, die einen Empfänger hat. M. E. die ganze Entwicklung der Quantenwelt (Kräftespaltung, Gluon-Quarks-Plasma usw.) aus diesem Blickwinkel gut zu verstehen ist. Die entstandenen Naturkräfte bilden das Ganze, die Materie ist "die Sprache" der Naturkräfte, mit der sie miteinander interagieren, um einen Konsens zu finden.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Irena am 05.02.2021 um 11:03 Uhr.
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Claus (Moderator)
Beiträge: 2.271, Mitglied seit 14 Jahren
Hallo Otto, hallo Okotombrok,

Otto schrieb in Beitrag Nr. 2358-119:
Ihr müsst mir helfen. Eine Vertauschung der Polfilternummern 2 und 3 in meinem Beitrag Nr. 2358-110 kann ich nicht erkennen.

Es ist etwas knifflig, mir geht es nur um die Bezeichnungen, damit man weiß wovon man spricht. Ich möchte keinesfalls nörgeln, sachlich ist alles korrekt, denke ich.

Okotombrok hat in Bild 4 von Beitrag Nr. 2358-107 den um 90° verdrehten Filter als zweiten Polarisationsfilter bezeichnet.
Danach hat er einen dritten, um 45° gedrehten Filter, zwischen Filter 1 und 2 geschoben. Im Text spricht er dann auch von einem zusätzlichen, 3.Filter,

Okotombrok schrieb in Beitrag Nr. 2358-107:
Wir können zwar mit dem 3. Polfilter, auf -45° gedreht das Licht wieder sperren, aber nicht feststellen,...

In Bild 5 wird dieser jetzt allerdings zu "Filter 2" und der frühere Filter 2 (aus Bild 4) wird dafür zu Filter 3.
Alles sprachlich etwas verwirrend. Bei einer Diskussion müsst ihr m.E. aufpassen bzw. genauer bezeichnen, was wo gemeint ist.

Otto schrieb in Beitrag Nr. 2358-119:
Meines Erachtens ist die Darstellung der Welle zwischen Polfilter 1 und 2 in den Bildern 4 und 5, Okotombroks Beitrag Nr. 2358-107, nicht korrekt.
Die Ausrichtung der Welle ist nach Polfilter 1 nur horizontal, nicht zirkular und mit 45° verdreht auf Polfilter 2 endend.

Ich denke, Okotombrok hat sie auch nach Polfilter 1 nur linear horizontal, nicht zirkular gezeichnet. So, wie die Achsenorientierung der beiden Filter eingezeichnet ist (waagerechte bzw. senkrechte graue Linien der Filter), ist m.E. alles richtig dargestellt. Lediglich der "Stellgriff" an Polfilter 1 (Bilder 4 und 5) könnte eine Drehung der opt. Achse von Filter 1 um 45° vermuten lassen, was aber wohl nicht so gemeint ist. Der Griff des Filters wäre m.E. besser parallel zur Ebene der roten, linear polarisierten Welle darzustellen.
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Stueps (Moderator)
Beiträge: 3.378, Mitglied seit 15 Jahren
Hallo Claus,

danke für die Anmerkungen! Also Leute, kann ich mich aber auf die Zeichnungen von Okotombrok verlassen?:

Habe vor, folgendes nachzustellen (habe gerade für 30€ Teile bestellt):

1. (von links nach rechts) Laser -> Polfilter 1 (auf horizontale Ebene ausgerichtet) -> Polfilter 2 (vertikal ausgerichtet) -> Leinwand.

2. (von links nach rechts) Laser -> Polfilter 1 (horizontal) -> Polfilter 3 (45° gedreht) -> Polfilter 2 (vertikal) -> Leinwand.

Korrekt?
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Hallo alle zusammen,
Otto schrieb in Beitrag Nr. 2358-119:
Eine Vertauschung der Polfilternummern 2 und 3 in meinem Beitrag Nr. 2358-110 kann ich nicht erkennen.

Der Kommentar in meinem Beitrag Nr. 2358-110 war nicht ganz korrekt.
Reine Polarisationsfilter ändern nur die Intensität zwischen den Filtern (von I0 auf I0/2 und schließlich auf I0/4), nicht die Änderung der linearen Polarisierung auf zirkular polarisiertes Licht.
Eine zirkulare Polarisierung entsteht nur dann, wenn der Filter 2 aus einer Kombination von Polfilter und λ/4-Plättchen besteht.

Gruß, Otto
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Hallo Claus und alle,

Claus schrieb in Beitrag Nr. 2358-122:
Okotombrok hat in Bild 4 von Beitrag Nr. 2358-107 den um 90° verdrehten Filter als zweiten Polarisationsfilter bezeichnet.
Danach hat er einen dritten, um 45° gedrehten Filter, zwischen Filter 1 und 2 geschoben. Im Text spricht er dann auch von einem zusätzlichen, 3.Filter,

Okotombrok schrieb in Beitrag Nr. 2358-107:
Wir können zwar mit dem 3. Polfilter, auf -45° gedreht das Licht wieder sperren, aber nicht feststellen,...

In Bild 5 wird dieser jetzt allerdings zu "Filter 2" und der frühere Filter 2 (aus Bild 4) wird dafür zu Filter 3.
Alles sprachlich etwas verwirrend. Bei einer Diskussion müsst ihr m.E. aufpassen bzw. genauer bezeichnen, was wo gemeint ist.

genauso ist es.
einmal geht es um die zeitliche Reihenfolge, einmal um die Position.
Das kann natürlich nur verwirren.

Wenn man gedanklich so drin steckt kommt man gar nicht drauf, dass etwas missverständlich sein könnte,
zudem, wenn man kurz vorm ins Bett gehen noch fertig werden will.

mfg okotombrok
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Claus schrieb in Beitrag Nr. 2358-122:
Ich denke, Okotombrok hat sie auch nach Polfilter 1 nur linear horizontal, nicht zirkular gezeichnet. So, wie die Achsenorientierung der beiden Filter eingezeichnet ist (waagerechte bzw. senkrechte graue Linien der Filter), ist m.E. alles richtig dargestellt. Lediglich der "Stellgriff" an Polfilter 1 (Bilder 4 und 5) könnte eine Drehung der opt. Achse von Filter 1 um 45° vermuten lassen, was aber wohl nicht so gemeint ist. Der Griff des Filters wäre m.E. besser parallel zur Ebene der roten, linear polarisierten Welle darzustellen.

Oh je,
es handelt sich nicht um Stellgriffe, sondern nur um Hinweislinien, worauf sich die Beschriftungen beziehen.:rofl:

Die Ausrichtung ist doch deutlich an den Linien in den Filtern zu erkennen.
Leute, nun stellt euch 'mal nicht so pingelich an.:cry:

Stueps schrieb in Beitrag Nr. 2358-123:
Also Leute, kann ich mich aber auf die Zeichnungen von Okotombrok verlassen?:

Aber selbstverständlich

Stueps schrieb in Beitrag Nr. 2358-123:
1. (von links nach rechts) Laser -> Polfilter 1 (auf horizontale Ebene ausgerichtet) -> Polfilter 2 (vertikal ausgerichtet) -> Leinwand.

2. (von links nach rechts) Laser -> Polfilter 1 (horizontal) -> Polfilter 3 (45° gedreht) -> Polfilter 2 (vertikal) -> Leinwand.

Korrekt?

Wenigstens einer der mich versteht:smiley7:
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Claus (Moderator)
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Hallo zusammen,

Irena schrieb in Beitrag Nr. 2358-109:
Für mich persönlich scheint es unlogisch den Begriff ohne Bezug zum "Empfänger", zu dem, der die Information zu DEUTEN vermag.

Ich würde Irena gern zustimmen.

Eine Information ohne den "Schlüssel" zur Deutung ist keine Information.

Nun aber in Bezug auf Okotombroks Experiment:

Nach Einschieben des 45° Filters sieht man hinten wieder Licht, weil durch den Filter eine "Information gelöscht" wird.

Würde man hinten auch dann wieder Licht sehen, wenn nicht die Information selbst, sondern nur die Möglichkeit zu deren Deutung gelöscht würde?
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