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Beitrag Nr. 2358-1
01.12.2020 23:47
Vorweg:
Das Thema beschäftigt mich schon seit Längerem. Bei der Vorbereitung zur Einstellung ins Forum merkte ich bald anhand so vieler Aspekte die sich auftaten und eine nicht unwesentliche Rolle spielen, dass es ein sehr langer Beitrag werden würde.
Zur besseren Übersichtlichkeit und Handhabung bezüglich Zitierens und Auffindens von Passagen bei Diskussionen habe ich mich dazu entschlossen, mein Thema auf mehrere Beiträge, die ich gleichzeitig einstelle, zu verteilen. Die Beiträge sind dabei so gestaltet, dass auch jeder Beitrag für sich stehen und diskutiert werden kann. Sollten Diskussionen zu einzelnen Aspekten/Beiträgen sich zu sehr vom eigentlichen Thema entfernen ist es einfacher diese unter einem neuen Thema zu verschieben oderbesser zu kopieren.
Außerdem stehen Lesebereitschaft und Beitragslänge in umgekehrt proportionalem Verhältnis zueinander.
Einleitung
Es geht mir um die Frage in wieweit, und ob überhaupt, die Naturwissenschaft uns die Realität näherbringt oder ob sie uns nur in ihrer Anwendung im Alltag als nützlich erweist.
Was hält die Natur im Inneren zusammen?
Die Naturwissenschaft hat es uns ermöglicht, mit Hilfe der Empirie und der Mathematik Voraussagen mit mittlerweile sensationeller Genauigkeit zu wagen.
Können wir aber auch Kants „Ding an sich“ erkennen? Oder müssen wir sie a priori vorraussetzen?
Was ist z.B. überhaupt ein Elektron? Was steht hinter seinen intrinsischen Eigenschaften wie Ladung, Masse und Spin und seinen extrinsischen Eigenschaften wie Energie und Impuls? Was steht hinter seiner Teilchen- und Welleneigenschaft?
Steht überhaupt etwas dahinter oder sind die Eigenschaften das eigentlich Ontologische?
Als die Menschheit zum ersten Mal davon erfuhr, dass die Erde keine Scheibe sondern eine Kugel darstellt, war das wohl für die große Mehrheit eine absurde Idee; aber immerhin hatte jeder eine klare Vorstellung von einer Kugel. Mit fortschreitender Naturwissenschaft wurde diese aber immer abstrakter. Newtons Gravitationsfeld, welches erklären konnte warum die Menschen nicht von der Kugel herunterrutschten, war hingegen physisch wie psychisch nichts Greifbares mehr.
Es folgte die Thermodynamik, die Elektrodynamik, die Relativitätstheorien und schießlich die Quantentheorie. Letztere bietet uns nur noch Modelle und keine Abbilder von der Natur. Z.B. das Bohr‘sche Atommodell; man kann ihr viel Wissenswertes entnehmen aber sie liefert uns kein Abbild der Natur. Niels Bohr selber erkannte das wohl als Erster. Begriffe wie Teichen, Wellen und Felder, (siehe folgende Beiträge) wurden zunächst klassisch und schließlich quantenmechanisch verstanden. Das sehr erfolgreiche Standardmodell der QM teilt die Welt ein in Teilchen ganz- und halbzahligen Spins, eine Observable, die in der klassischen Mechanik keine Entsprechung findet.
Mit zunehmendem Fortschritt der Naturwissenschaft scheint der Abstraktionsgrad immer weiter zu steigen.
Alles, was uns die moderne Naturwissenschaft zum Verstehen der Natur an die Hand geben kann sind Modelle und Mathematik zur Beschreibung derselben. Modelle sind weder wahr noch falsch, allenfalls brauchbar für bestimmte Betrachtungen, für andere Betrachtungen eher weniger.
Hinzu kommen Begrifflichkeiten die sich auf Observablen, messbare Größen, beziehen, von der wir kein Äquivalent in unserem Alltag erfahren.
Meine Frage ist, was hinter den Modellen, Begrifflichkeiten und der Mathematik der Naturwissenschaft an ontologischer Substanz übrig bleibt und sind wir überhaupt dazu in der Lage sie zu erfassen.
In folgenden Beiträgen werde ich mich mit verschiedenen Beispielen und Aspekten obiger Frage beschäfigen und im letzten Beitrag eine bzw. zwei Ansätze möglicher Antworten vorstellen.
Beitrag 2
Erkenntnistheorie
Der (un)gesunde Menschenverstand und die trügerischen Sinne
Beitrag 3
Was ist Materie
Die verschwundene Eisenkugel
Beitrag 4
Teilchen, Wellen, Felder
Beitrag 5
Nichtindividuierbarkeit elementarer Teilchen
Beitrag 6
Der physikalische Realismus
Beitrag 7
Strukturenrealismus
Empfohlene Literatur:
Lokale Symmetrien und Wirklichkeit
Holger Lyre
ISBN 3-89785-247-0
Philosophie der Quantenphysik
ISBN 978-3-642-37789-1
Können wir die Welt verstehen
Josef M. Gaßner / Jörn Müller
ISBN 978-3-10-397481-2"Der Kopf ist rund, damit die Gedanken die Richtung wechseln können"
(Francis Picabia)
Das Thema beschäftigt mich schon seit Längerem. Bei der Vorbereitung zur Einstellung ins Forum merkte ich bald anhand so vieler Aspekte die sich auftaten und eine nicht unwesentliche Rolle spielen, dass es ein sehr langer Beitrag werden würde.
Zur besseren Übersichtlichkeit und Handhabung bezüglich Zitierens und Auffindens von Passagen bei Diskussionen habe ich mich dazu entschlossen, mein Thema auf mehrere Beiträge, die ich gleichzeitig einstelle, zu verteilen. Die Beiträge sind dabei so gestaltet, dass auch jeder Beitrag für sich stehen und diskutiert werden kann. Sollten Diskussionen zu einzelnen Aspekten/Beiträgen sich zu sehr vom eigentlichen Thema entfernen ist es einfacher diese unter einem neuen Thema zu verschieben oderbesser zu kopieren.
Außerdem stehen Lesebereitschaft und Beitragslänge in umgekehrt proportionalem Verhältnis zueinander.
Einleitung
Es geht mir um die Frage in wieweit, und ob überhaupt, die Naturwissenschaft uns die Realität näherbringt oder ob sie uns nur in ihrer Anwendung im Alltag als nützlich erweist.
Was hält die Natur im Inneren zusammen?
Die Naturwissenschaft hat es uns ermöglicht, mit Hilfe der Empirie und der Mathematik Voraussagen mit mittlerweile sensationeller Genauigkeit zu wagen.
Können wir aber auch Kants „Ding an sich“ erkennen? Oder müssen wir sie a priori vorraussetzen?
Was ist z.B. überhaupt ein Elektron? Was steht hinter seinen intrinsischen Eigenschaften wie Ladung, Masse und Spin und seinen extrinsischen Eigenschaften wie Energie und Impuls? Was steht hinter seiner Teilchen- und Welleneigenschaft?
Steht überhaupt etwas dahinter oder sind die Eigenschaften das eigentlich Ontologische?
Als die Menschheit zum ersten Mal davon erfuhr, dass die Erde keine Scheibe sondern eine Kugel darstellt, war das wohl für die große Mehrheit eine absurde Idee; aber immerhin hatte jeder eine klare Vorstellung von einer Kugel. Mit fortschreitender Naturwissenschaft wurde diese aber immer abstrakter. Newtons Gravitationsfeld, welches erklären konnte warum die Menschen nicht von der Kugel herunterrutschten, war hingegen physisch wie psychisch nichts Greifbares mehr.
Es folgte die Thermodynamik, die Elektrodynamik, die Relativitätstheorien und schießlich die Quantentheorie. Letztere bietet uns nur noch Modelle und keine Abbilder von der Natur. Z.B. das Bohr‘sche Atommodell; man kann ihr viel Wissenswertes entnehmen aber sie liefert uns kein Abbild der Natur. Niels Bohr selber erkannte das wohl als Erster. Begriffe wie Teichen, Wellen und Felder, (siehe folgende Beiträge) wurden zunächst klassisch und schließlich quantenmechanisch verstanden. Das sehr erfolgreiche Standardmodell der QM teilt die Welt ein in Teilchen ganz- und halbzahligen Spins, eine Observable, die in der klassischen Mechanik keine Entsprechung findet.
Mit zunehmendem Fortschritt der Naturwissenschaft scheint der Abstraktionsgrad immer weiter zu steigen.
Alles, was uns die moderne Naturwissenschaft zum Verstehen der Natur an die Hand geben kann sind Modelle und Mathematik zur Beschreibung derselben. Modelle sind weder wahr noch falsch, allenfalls brauchbar für bestimmte Betrachtungen, für andere Betrachtungen eher weniger.
Hinzu kommen Begrifflichkeiten die sich auf Observablen, messbare Größen, beziehen, von der wir kein Äquivalent in unserem Alltag erfahren.
Meine Frage ist, was hinter den Modellen, Begrifflichkeiten und der Mathematik der Naturwissenschaft an ontologischer Substanz übrig bleibt und sind wir überhaupt dazu in der Lage sie zu erfassen.
In folgenden Beiträgen werde ich mich mit verschiedenen Beispielen und Aspekten obiger Frage beschäfigen und im letzten Beitrag eine bzw. zwei Ansätze möglicher Antworten vorstellen.
Beitrag 2
Erkenntnistheorie
Der (un)gesunde Menschenverstand und die trügerischen Sinne
Beitrag 3
Was ist Materie
Die verschwundene Eisenkugel
Beitrag 4
Teilchen, Wellen, Felder
Beitrag 5
Nichtindividuierbarkeit elementarer Teilchen
Beitrag 6
Der physikalische Realismus
Beitrag 7
Strukturenrealismus
Empfohlene Literatur:
Lokale Symmetrien und Wirklichkeit
Holger Lyre
ISBN 3-89785-247-0
Philosophie der Quantenphysik
ISBN 978-3-642-37789-1
Können wir die Welt verstehen
Josef M. Gaßner / Jörn Müller
ISBN 978-3-10-397481-2
Signatur:
(Francis Picabia)
Bearbeitet von Okotombrok am 02.12.2020 um 00:08 Uhr.
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