Ein System S1 heißt komplexer als ein System S2,
wenn für S1 ein Zustand denkbar ist, der höhere Entropie hat als jeder dem S2 mögliche Zustand.
Ich fürchte, dem kann ich nicht folgen.
Du hattest doch versucht, Entropie über den Begriff "Komplexität" zu definieren.
Wenn du jetzt "Komplexität" über den Begriff "Entropie" definierst, drehst du dich im Kreis.
Nochmals:
Ist deiner Definition gemäß für ein Gehirn ein Zustand denkbar, der höhere Entropie hat, als diejenige eines Proteindrinks gleicher mikroskopischer Zusammensetzung und Masse?
Zitat von Grtgrt:
Was du hier [Anm.: d.h. Claus in
Beitrag Nr. 1951-6] sagst, verstehe ich nicht. Kannst du mir das genauer erklären ( und begründen bzw. motivieren )?
Bilde mittels "System 1" systematisch 6-stellige Zahlen, indem du z.B. 6 mal würfelst. Die Wahrscheinlichkeit, eine 111111 zu würfeln, ist dieselbe wie diejenige, eine 355621 (in dieser Reihenfolge) zu werfen.
Du kannst nun ein übergeordnetes Ordnungssystem ("System 2") festlegen, in welchem du z.B. 111111 oder 555555 als ein 'Sextett' bezeichnest. Die Ziffernfolge z.B. 55 oder 33 innerhalb einer beliebigen sechstelligen Zahl bezeichne als Duplett.
Mit diesem Ordnungssystem ist nun die Wahrscheinlichkeit ein Sextett (wozu auch 111111 gehört) zu würfeln, geringer, als diejenige ein Duplett (wozu auch 355621 gehört) zu würfeln, weil es nur 6 von 6^6 Möglichkeiten für ein Sextett gibt, während es 30*6^4 von 6^6 = 5/6 (ob´s stimmt, wirst du besser wissen - jedenfalls mehr) Möglichkeiten gibt, ein Duplett zu erhalten.
Die Entropie eines Dupletts ist mit S = k*log(W) somit höher als die eines Sextetts.
Bearbeitet von Claus am 13.11.2012 um 00:46 Uhr.