Stueps
Moderator
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Beitrag Nr. 2284-1
13.12.2017 22:56
Hallo Leute,
habe eben gerade bemerkt, dass mir eine konkrete Kategorie schon ganz besonders lange fehlt:
Buchempfehlungen
Bücher sind für mich etwas ganz Besonderes. Habe in der Schule Lesen gelernt, ziemlich schnell, und war vom Lesen an sich fasziniert. Ein paar Buchstaben - sinnvoll aneinandergereiht - ergaben ein völlig neues Universum, eine Qualität, die ich nie erahnen konnte.
In einer Millionen Jahren nicht.
Konkret festgelegte Konventionen (dieses Zeichen bedeutet dies, und in dem Zusammenhang das, und in jenem größeren Zusammenhang nochmal eine neue höhere Welt, und so weiter) schufen für mich Ebenen des Erlebens, des Seins, dass ich dem Zauber des Lesens seit Kindheit verfallen war. Wie konnten ein paar simple schwarze Zeichen auf weißem Papier gedruckt ganze Universen in mir erschaffen? Mich zu Lachkrämpfen, zum Weinen, zum Nachdenken zwingen? Zur Liebe zu ihnen?
Natürlich lese ich bis heute, und bis an mein Lebensende. Ich werde mir immer Bücher kaufen, richtige Bücher. Mit elektronischen Alternativen werde ich nie etwas zu tun haben. Sie sind gut, haben ihre Vorteile, haben aber für mich persönlich mit dem Erlebnis "Lesen" nichts zu tun. Nochmal zurückblättern, nicht mehr wissen, welche Seite, sich über einen Knick ärgern, den Geruch des Buches nicht mögen, überhaupt das ganze Buch suchen, weil man es verlegt oder ausgeborgt hat, stolz zu sein, dass man es sich selber gekauft hat. Es besitzt. Richtig besitzt.
Ich stelle mir für diesen Thread - und für folgende Buchempfehlungen - folgende Richtlinien vor:
Insgesamt: Rege den Empfänger deiner Information zum Lesen deines Vorschlages an.
Konkret:
Nenne zuerst Autor und Titel des Werkes.
Nenne das Genre (allgemein und/oder spezifisch: Roman/ Science Fiction, so dass der Leser eine Richtung bekommt)
Erzähle ohne Spoiler, worum es im "Groben" geht.
Erkläre, warum du dieses Buch empfehlen musst. Unbedingt!
Ich fange mit konkreten Beispielen an:
1. Carlos Ruiz Zafón, "Der Schatten des Windes" (Roman)
Daniel, Sohn eines bitterarmen Buchhändlers in Barcelona, wird in eine Welt voller brutaler Schlechtigkeiten, Intrigen und Verschwörungen hineingestoßen.
Was ihn letztlich nie verzweifeln lässt: Die frühe Liebe zu Bea.
Er irrt durch eine vollkommen verwirrte und verwirrende Welt, seine Protagonisten scheitern regelmäßig und brutal, es geht um Gier bestimmende Politik,
um triebhafte Machtgier, alles bestimmende Schlechtigkeiten, die für immer alles zu dominieren versuchen.
Und um das kleine Glück, das man sich selbst erschaffen kann.
Die Geschichte von Zafon geht über vier Romane, alle sind in sich, und insgesamt vollkommen durchdacht. Und erschütternd. Und absolut lesenswert.
Er fesselt mich: ich arbeite in 12-Stunden Schichten, bin Pendler, habe durchaus auch mal zehn solcher Schichten am Stück. Und brauche meinen Schlaf. Krieg ich nicht, habe ich eines seiner Bücher in den Fingern. Weiß, dass ich in ein paar Stunden zu dreihundert Kunden/Gästen fröhlich sein muss, auf echt wichtige Dingsbumse aufpassen muss, damit ich am Ende des Monats mein Geld bekomme.
Ein ganz besonderes Lob von mir geht hiermit an Peter Schwaar, ein Schweizer, der perfekt übersetzt. Nicht nur Worte: Stimmungen, komplexe Situationen, das Gesamtbild.
Das kriegen nur ganz Wenige hin.
Und so ist nicht nur Zafón ein Meister. Natürlich ist er der Wahre.
Schwaar ist es aber auch. In seinem Metier. Unangefochten.
Beste GrüßeDiese Welt gibt es nur, weil es Regeln gibt.
habe eben gerade bemerkt, dass mir eine konkrete Kategorie schon ganz besonders lange fehlt:
Buchempfehlungen
Bücher sind für mich etwas ganz Besonderes. Habe in der Schule Lesen gelernt, ziemlich schnell, und war vom Lesen an sich fasziniert. Ein paar Buchstaben - sinnvoll aneinandergereiht - ergaben ein völlig neues Universum, eine Qualität, die ich nie erahnen konnte.
In einer Millionen Jahren nicht.
Konkret festgelegte Konventionen (dieses Zeichen bedeutet dies, und in dem Zusammenhang das, und in jenem größeren Zusammenhang nochmal eine neue höhere Welt, und so weiter) schufen für mich Ebenen des Erlebens, des Seins, dass ich dem Zauber des Lesens seit Kindheit verfallen war. Wie konnten ein paar simple schwarze Zeichen auf weißem Papier gedruckt ganze Universen in mir erschaffen? Mich zu Lachkrämpfen, zum Weinen, zum Nachdenken zwingen? Zur Liebe zu ihnen?
Natürlich lese ich bis heute, und bis an mein Lebensende. Ich werde mir immer Bücher kaufen, richtige Bücher. Mit elektronischen Alternativen werde ich nie etwas zu tun haben. Sie sind gut, haben ihre Vorteile, haben aber für mich persönlich mit dem Erlebnis "Lesen" nichts zu tun. Nochmal zurückblättern, nicht mehr wissen, welche Seite, sich über einen Knick ärgern, den Geruch des Buches nicht mögen, überhaupt das ganze Buch suchen, weil man es verlegt oder ausgeborgt hat, stolz zu sein, dass man es sich selber gekauft hat. Es besitzt. Richtig besitzt.
Ich stelle mir für diesen Thread - und für folgende Buchempfehlungen - folgende Richtlinien vor:
Insgesamt: Rege den Empfänger deiner Information zum Lesen deines Vorschlages an.
Konkret:
Nenne zuerst Autor und Titel des Werkes.
Nenne das Genre (allgemein und/oder spezifisch: Roman/ Science Fiction, so dass der Leser eine Richtung bekommt)
Erzähle ohne Spoiler, worum es im "Groben" geht.
Erkläre, warum du dieses Buch empfehlen musst. Unbedingt!
Ich fange mit konkreten Beispielen an:
1. Carlos Ruiz Zafón, "Der Schatten des Windes" (Roman)
Daniel, Sohn eines bitterarmen Buchhändlers in Barcelona, wird in eine Welt voller brutaler Schlechtigkeiten, Intrigen und Verschwörungen hineingestoßen.
Was ihn letztlich nie verzweifeln lässt: Die frühe Liebe zu Bea.
Er irrt durch eine vollkommen verwirrte und verwirrende Welt, seine Protagonisten scheitern regelmäßig und brutal, es geht um Gier bestimmende Politik,
um triebhafte Machtgier, alles bestimmende Schlechtigkeiten, die für immer alles zu dominieren versuchen.
Und um das kleine Glück, das man sich selbst erschaffen kann.
Die Geschichte von Zafon geht über vier Romane, alle sind in sich, und insgesamt vollkommen durchdacht. Und erschütternd. Und absolut lesenswert.
Er fesselt mich: ich arbeite in 12-Stunden Schichten, bin Pendler, habe durchaus auch mal zehn solcher Schichten am Stück. Und brauche meinen Schlaf. Krieg ich nicht, habe ich eines seiner Bücher in den Fingern. Weiß, dass ich in ein paar Stunden zu dreihundert Kunden/Gästen fröhlich sein muss, auf echt wichtige Dingsbumse aufpassen muss, damit ich am Ende des Monats mein Geld bekomme.
Ein ganz besonderes Lob von mir geht hiermit an Peter Schwaar, ein Schweizer, der perfekt übersetzt. Nicht nur Worte: Stimmungen, komplexe Situationen, das Gesamtbild.
Das kriegen nur ganz Wenige hin.
Und so ist nicht nur Zafón ein Meister. Natürlich ist er der Wahre.
Schwaar ist es aber auch. In seinem Metier. Unangefochten.
Beste Grüße
Signatur:
Bearbeitet von Stueps am 13.12.2017 um 23:31 Uhr.
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