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„Gleichzeitigkeit“ und alternative Zukunft.

Thema erstellt von Hans-m 
Beiträge: 2.991, Mitglied seit 10 Jahren
Mir stellt sich die Frage, ob die Gleichzeitigkeit einen Einfluss auf die Zukunft haben könnte.

Dazu folgendes:
In einem schnellen Raumschiff baut der Professor ein Experiment auf.
Als „Freiwilliger“ dient uns hier wieder Schrödinges Katze.
Der Professor befestigt in Flugrichtung an der vorderen und an der hinteren Kabinenwand jeweils einen Lichtsensor.
Diese verschaltet er so, dass, sobald BEIDE Sensoren GLEICHZEITIG von einem Lichtblitz getroffen werden, Schrödigers Katze einen schnellen, schmerzfreien Tod erleidet.

Dann zündet er exakt in der Mitte einen Lichtblitz, so dass unser armes Haustier tatsächlich stirbt.

Nun gibt es aber einen Tierfreund, der das Ganze von außen beobachtet.
und dieser beobachtet aber auch, dass, aus seiner Sicht, die Lichtblitze die Sensoren NICHT gleichzeitig erreichen, sondern nacheinander.
Aus seiner Sicht sieht er daher auch, dass unser Kätzchen munter weiterlebt.

Nun landet der Professor mit seinem Raumschiff am Zielflughafen.
Leider kann er dem Tierfreund, aus seiner Sicht, nur ein totes Tier übergeben.
Der Tierfreund, der Außen steht, nimmt aber eine putzmuntere Katze in Empfang, weil er ja beobachtet hatte, dass das Experiment des Professors zu einem anderen Ergebnis führte.

Nun meine Frage:
Kann es wirklich für jeden der beiden eine andere, alternative Zukunft geben?
bekanntlich stehen Ereignisse in einer Abfolge aus Ereignis und Wirkung.
und da hierbei für jeden ein anderes Ereignis stattfand, wäre auch die Wirkung für jeden eine andere.

Nun ist das Überleben oder Sterben der Katze hier sehr abstrakt, aber in der Quantenebene kann die Gleichzeitigkeit oder eben die NICHT-Gleichzeitigkeit durchaus über nachfolgende Ereignisse entscheiden ob sie stattfinden, oder aber NICHT stattfinden.
so kann z.B. ein Gammaquant eine Kettenreaktion in Gang bringen, wenn gleichzeitig ein Atom eines spaltbaren Produktes in seiner Flugbahn liegt, aber wenn sich das Atom NICHT GLEICHZEITIG dort befindet, so findet das Ereignis auch NICHT statt.

Und wenn wir auf Schrödingers Katze zurückkommen, so kann dieses Quant auch über Ereignisse im makroskopischen Universum entscheiden.

Unterm Strich hieße das aber, dass JEDES Inertialsystem eine EIGENE Zeit Abfolge hätte, und demzufolge auch eine EIGENE Ursache-Wirkungskette.
Jedes Inertialsystem hätte demzufolge auch eine eigene Zukunft, die von der Zukunft, die ein Außen stehender beobachtet, durchaus abweichen kann.
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Wer jung ist, meint, er müsste die Welt retten :smiley8:
Der Erfahrene erkennt, dass er nicht alle Probleme lösen kann
:smiley3:
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Claus (Moderator)
Beiträge: 1.917, Mitglied seit 12 Jahren
Hallo Hans-m,

Hans-m schrieb in Beitrag Nr. 2295-1:
Nun gibt es aber einen Tierfreund, der das Ganze von außen beobachtet.
und dieser beobachtet aber auch, dass, aus seiner Sicht, die Lichtblitze die Sensoren NICHT gleichzeitig erreichen, sondern nacheinander.

Ok.

Zitat von Hans-m:
Aus seiner Sicht sieht er daher auch, dass unser Kätzchen munter weiterlebt.

Nein.

Zitat von Hans-m:
Kann es wirklich für jeden der beiden eine andere, alternative Zukunft geben?

Nein, das kann es nicht. Die Kausalität ist immer für alle gleich.

In diesem Fall wäre es so, dass der Professor vorhat, die Katze zu töten, wenn die Lichtblitze gleichzeitig eintreffen. In seinem eigenen Inertialsystem ist das auch genau so. Er hat keinen Fehler gemacht - und daher fällt die Katze um, wenn die Lichtblitze mittig gezündet werden.

Im Inertialsystem des Tierfreunds ist die Schaltung jedoch anders aufgebaut: die Katze wird aufgrund des Versuchsaufbaus nicht getötet, wenn die Blitze gleichzeitig eintreffen, sondern dann, wenn sie um eine bestimmte Zeit versetzt, nacheinander eintreffen. Der Tierfreund könnte sich freuen, weil der Professor in der Schaltung einen Fehler begangen hat. Die Katze wird also bei gleichzeitigem Eintreffen der Lichtblitze am leben bleiben :smiley7:

Doch zu allem Unglück begeht der Professor noch einen zweiten Fehler, indem er die Lichblitze zwar noch gleichzeitig auslöst, aber nicht beachtet hat, dass diese unterschiedlich lange Wegstrecken zum Detektor zurücklegen müssen. Die Lichtsignale kommen daher ausgerechnet genau so versetzt bei den Detektoren an, dass die Katze aufgrund des Fehlers in der Schaltung nun letztenendes doch stirbt :smiley6:

Das Resultat ist also in beiden Fällen gleich: Leider ist die Katze tot.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Claus am 17.05.2018 um 16:23 Uhr.
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Beiträge: 1.311, Mitglied seit 10 Jahren
Guten Morgen Hans-m und Claus,

kann man das Ergebnis von Claus auch so begründen, dass die Lichtlaufzeit, die Eigenzeit des Lichts, für jeden Beobachter, egal ob und wie er sich bewegt, gleich ist.
Z.B. ist die Eigenzeit des Lichts für eine Strecke von ca. 300000 km eine Sekunde, und das für jeden beliebigen Beobachter.
Wenn dem so wäre, gäbe es möglicherweise doch eine absolute Zeitvorstellung, zwar nicht im Verhältnis von unbewegten und bewegten Objekten zueinander, aber im Verhältnis zur Eigenzeit des Lichts.

MfG
Harti
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Wichtig ist, dass man nicht aufhört zu fragen. A.E.
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Beiträge: 406, Mitglied seit 5 Jahren
Hallo,

Licht hat keine Eigenzeit. Die eine Sekunde die du berechnest, ist deiner, seiner, denen ihrer Eigenzeit.
Aus der Sicht des Lichts, gibt es keine Welt, nicht mal eine Sekunde davon.

Wenn es in Universum, eine Lebensform geben würde (vielleicht gibt es), das dort, gegenüber uns, alles mit halbe Lichtgeschwindigkeit ablaufen würde, würden wir denen ihre Lichtsekunde gegenüber unsere Lichtsekunde mit einer Abweichung berechnen.

Stell dir mal so vor das du auf einen Lichtstrahl reiterst, du bist dann die Sekunde, die, die anderen berechnen, du kannst dich nicht selbst berechnen. Die „anderen“ sind deine „Untertanen“. Du bist der König, allerdings, im Falle des Lichts, ohne Königsreich.

Seltsame Welt, diese Lichtwelt.

MfG H.

Nachtrag: Ist die Welt flüssig oder sandig?
Wo leben wir, in „Wasser“ oder in der „Wüste“?

Ich glaube das es „etwas“ dazwischen ist. Eine Mischung aus Wasser und Wüste. Ein Zwitter-zustand(Plasma), Zufall und Kausalität zugleich. Wie man es nehmen will, oder muss. Relativ von Beobachter.

Aus einer bestimmter Blinkwinkel wirkt der Sand in der Wüste auch flüssig. Und wenn man es genauer betrachtet, sind doch „nur“ Körner die da fließen.
Die Emergenz ist das „Auge“ des Betrachters.

Die Welt ist eine Quantenwolke die, aus der Regenperspektive, auch flüssig seien kann.
Aus der Quantenwolke regnet es in das Becken der Raumzeit, und das Wasser sammelt sich dort, und wenn es Zuviel regnet dann reißt es Löcher in das Becken(Raumzeit).
Die Welt ist voller Rinnen (siehe Millennium Simulation), in dem das „Wasser“ aus der Quantenwolke fließt.
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"Heute ist nicht aller Tage ich komm' wieder keine Frage"
Beitrag zuletzt bearbeitet von Haronimo am 18.05.2018 um 23:41 Uhr.
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Claus (Moderator)
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Hallo Haronimo,

Haronimo schrieb in Beitrag Nr. 2295-4:
Licht hat keine Eigenzeit.

Genau. So ist es.

Haronimo schrieb in Beitrag Nr. 2295-4:
Die Emergenz ist das „Auge“ des Betrachters.

Die These finde ich interessant. Muss ich mal drüber nachdenken.

Andererseits: Schmelzpunkt 100°C sind immer 100°C. Das ist verlässlich und nicht vom "Auge des Betrachters" abhängig. Man kann den Smp. für alle möglichen Stoffe im 'CRC Handbook' nachlesen - und der ist dann so. Und dann ist fest 'fest' und nicht flüssig.
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Hallo Claus,
Claus schrieb in Beitrag Nr. 2295-5:
Hallo Haronimo,

Haronimo schrieb in Beitrag Nr. 2295-4:
Licht hat keine Eigenzeit.

Genau. So ist es.

Warum hat Licht keine Eigenzeit ? Die Photonen mit Masse bewegen sich doch wie jedes andere Objekt mit einer konkreten Geschwindigkeit.
Wird hier möglicherweise die fiktive Vakuumlichtgeschwindigkeit mit der realen Bewegung des Lichts, dessen Geschwindigkeit in verschiedenen Medien durchaus verschieden sein kann, verwechselt ?

Auch Theorien brauchen eine absolut vorgestellte Verankerung (Verortung) in der Realität, sozusagen einen Bezugspunkt in der unbegrenzten Wirklichkeit.
Newton hat diese Verankerung seiner Bewegungslehre in der absolut vorgestellten Zeit und dem absolut vorgestellten Raum gesehen, wie es zur damaligen Zeit auch allgemeiner Auffassung entsprach. Er hat in seine Bewegungslehre allerdings nicht den Elektromagnetismus einbezogen.

Einstein hat in seiner Speziellen Relativitätstheorie zunächst durch Kräfte bedingte, beschleunigte Bewegungen außen vorgelassen. Dies gab ihm die Möglichkeit mathematisch ohne Differentialrechnung und mit der euklidischen Geometrie auszukommen. Auch er brauchte aber eine Verankerung seiner Bewegungslehre, in der unbegrenzten, aus bloßen Beziehungen bestehenden Wirklichkeit. Diese Verankerung fand er in der absolut vorgestellten Vakuumlichtgeschwindigkeit.
Es bleibt allerdings die Frage, ob nicht auch zusätzlich Raum und Zeit in der Speziellen Relativitätstheorie in Form einer absoluten Raumzeit und einer darin darstellbaren Lichtbewegung (Vektoren mit dem Betrag 0, die in einem 45° -Winkel verlaufen) zweckmäßigerweise vorgestellt werden sollten.

MfG
Harti
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Wichtig ist, dass man nicht aufhört zu fragen. A.E.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Harti am 19.05.2018 um 08:00 Uhr.
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Beiträge: 406, Mitglied seit 5 Jahren
Claus schrieb in Beitrag Nr. 2295-5:
Und dann ist fest 'fest' und nicht flüssig.


Hallo Claus.

Ist das Wasser für ein Fisch auch flüssig, oder ist es gasförmig?
Ist die Atmosphäre für ein Mensch gasförmig, oder ist es flüssig?

Ist die Atmosphäre für ein Fisch flüssig, sowie das Wasser für ein Mensch?

Wer stellt hier die Frage? Ist die Welt nicht relativ von Beobachter?
Ist die Welt nicht emergent(relativ) vom Beobachter?

Nur so ein paar Fragen, die geklärt werden müssen, bevor man sagen kann, „das ist meine Welt“.
Die Welt ist nicht gleich Welt(absolut). Davon müssen wir uns verabschieden. Die Welt ist relativ.

Vielleicht existieren Welten die mit uns nicht Interaktionsfähig sind.
Wir müssen vielleicht „Wege“ finden die zu dieser Welten führen. Das was wir bis jetzt „gefunden“ haben, denke ich, ist nur die „halbe“ Wahrheit.

Die Welt ist viel komplexer als wir uns jemals vollständig erträumen können.

Innerhalb der Naturgesetzen die wir entdeckt haben, ist viel mehr möglich die noch entdeckt werden kann.
Es gibt wahrscheinlich Wege die wir aktuell, nicht mal denken(rechnen) können. Diese Wege könnten, für uns, außerhalb der uns bis jetzt „gedachten“ Naturgesetzen „sein“.

Denken und rechnen ist zusammengebunden. Wer, oder Was, kann mit Mathematik arbeiten(Energie), Ein-Stein?



MfG H.
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Haronimo am 19.05.2018 um 11:08 Uhr.
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Zitat von Claus:
Claus schrieb in Beitrag Nr. 2295-5:
Haronimo schrieb in Beitrag Nr. 2295-4: Die Emergenz ist das „Auge“ des Betrachters.


Die These finde ich interessant. Muss ich mal drüber nachdenken.

Andererseits: Schmelzpunkt 100°C sind immer 100°C. Das ist verlässlich und nicht vom "Auge des Betrachters" abhängig. Man kann den Smp. für alle möglichen Stoffe im 'CRC Handbook' nachlesen - und der ist dann so. Und dann ist fest 'fest' und nicht flüssig.


Hallo Claus,

das stimmt wohl so nicht ganz, denn lediglich bei Normalnull haben 100 Grad auch die Wirkung von 100 Grad auf Wasser. Ein auf dem Himalaya lebender Mitbürger wird dies schon anders sehen. Wie verhält es sich dann möglicherweise auf anderen Planeten mit völlig anderer Gravitationswirkung?

Ich denke, dass Haronimo auch insoweit zuzustimmen ist. Denn Zeit ist m.E. alles das, was wir mit unseren Sinnen erfassen können. Und dies ist einerseits relativ und deshalb andererseits auch nicht absolut, sondern im Gegenteil unvorhersehbar, unterliegt aber dennoch derzeit überall den gleichen Gesetzen. Es ist zudem immerhin nicht ausgeschlossen, dass diese mit der Zeit auch der Evolution unterliegen und dies möglicherweise irgendwo bereits spürbar sein kann. Zudem fehlt das Dach, welches die für das Große und das Kleine divergierenden Vorstellungen vereint und die Möglichkeit einer weiteren Evolution jedenfalls nicht ausschließt.

Kirsche
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Die Vergangenheit ist über die Gegenwart verbrauchte Zukunft.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Kirsche am 19.05.2018 um 11:01 Uhr.
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Claus (Moderator)
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Hallo Harti,

Harti schrieb in Beitrag Nr. 2295-6:
Warum hat Licht keine Eigenzeit ? Die Photonen mit Masse bewegen sich doch wie jedes andere Objekt mit einer konkreten Geschwindigkeit.

Konkret für uns, nicht für das Licht (siehe Beitrag Haronimo)

Harti schrieb in Beitrag Nr. 2295-6:
Auch Theorien brauchen eine absolut vorgestellte Verankerung (Verortung) in der Realität,

"Relativitäts"theorien definitionsgemäß wohl nicht.
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Hallo Claus,
Claus schrieb in Beitrag Nr. 2295-9:
Harti schrieb in Beitrag Nr. 2295-6:
Auch Theorien brauchen eine absolut vorgestellte Verankerung (Verortung) in der Realität,

"Relativitäts"theorien definitionsgemäß wohl nicht.

Einstein selbst hat ja seine Ausarbeitung, die Andere "Relativitätstheorie" genannt haben, zunächst als " Zur Elektrodynamik bewegter Körper" bezeichnet. Er soll mit der Bezeichnung "Relativitätstheorie" nicht so ganz glücklich gewesen sein.

Mit der Aussage "Alles ist relativ" oder "Alles ist Beziehung" lässt sich keine konkrete Aussage über unsere Umwelt treffen.

Z.B. hat schon der Philosoph Zenon mit dem Widerspruch einer in der Realität verankerten Betrachtung und einer gleichzeitig relativistischen Betrachtung Generationen von Denkern verwirrt. Er hat nämlich für Achilles und die Schildkröte aus einem z.B. mit uns als ruhende Beobachter verbundenen Bezugssystem zwei unterschiedliche Geschwindigkeiten für die beiden entnommen und ist sodann zur Relativgeschwindigkeit zwischen Achilles und der Schildkröte gewechselt und hat durch zusätzlichen Wechsel des Bezugssystems zwischen Achilles und der Schildkröte eine unendliche Reihe mit Grenzwert konstruiert.

MfG
Harti
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Claus (Moderator)
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Hallo Kirsche,

Kirsche schrieb in Beitrag Nr. 2295-8:
das stimmt wohl so nicht ganz, denn lediglich bei Normalnull haben 100 Grad auch die Wirkung von 100 Grad auf Wasser.

Ja genau. 100° Grad bei Normalnull auf dieser Erde sind nicht vom Auge des Betrachters abhängig.
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Aber Claus, nun hast du aber einen wesentlichen Teil meiner Aussage unterschlagen. Oder bist du dir völlig sicher, dass es nirgendwo im All anders denkende Wesen gibt? Ich glaube es zwar auch nicht, sicher können wir uns aber auch in dieser Frage nicht sein:

Auf Planet XYZ im Sonnensystem der Galaxie QuR12 der Gruppe QuR hat man nämlich festgestellt, dass Wasser bei 108,13 Grad NN verdampft und dies als Konstante festgelegt.

Es kann aber sehr wahrscheinlich Einigkeit über die Gültigkeit der zu Grunde liegenden Naturgesetze hergestellt werden, nicht aber über die daraus orts-individuell ermittelten Konstanten der Schmelzpunkte, was ich aber nur für Wasser wirklich beurteilen will. Vermutlich gilt es auch für andere Stoffe genau so.

Sei gegrüßt
Kirsche
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Guten morgen,

Claus schrieb in Beitrag Nr. 2295-11:
100° Grad bei Normalnull auf dieser Erde sind nicht vom Auge des Betrachters abhängig.

Kirsche schrieb in Beitrag Nr. 2295-12:
dass Wasser bei 108,13 Grad NN verdampft und dies als Konstante festgelegt.


Ich denke, in der Frage der Emergenz, ist es nicht wichtig wann etwas passiert, sondern das es etwas passiert, was als Emergenz klassifiziert werden kann. Z. B Wasser „ist“ nass.
Wasser ist aber nicht „überall“ nass.
Es gibt Dimensionen in denen das Wasser nicht nass ist, obwohl das Wasser(H²O) überall existiert.

Und wie ist es für einen Fisch, nass, oder doch trocken?

MfG H.
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Also,

Warum ist Wasser Nass? Und ist diese emergenter Eigenschaft, für alle Welten, allgemein gültig?
Ist Wasser für alle nass? Ich glaube das ein Fisch das Wasser nicht nass „empfindet.

Angst, Freude, Trauer usw. ist für alle Welten allgemein gültig?
Kann ein Fisch mit seine „Kapazität“ solche emergenter Eigenschaften aufbauen?

Wenn man Mensch ist, mit Hirn und Haut, dann ist Wasser nass.

Für uns, ist eine Lebendige Welt interessanter zu erforschen.
Eine tote Welt ist, sag ich mal, halb so interessant als eine Lebendige.

Die einzige Möglichkeit, in der Zukunft, neues zu erfahren ist der Ausbruch aus unsere Dimension. Mensch Dimension.
Es gibt belebte und unbelebte Natur. Sind beide Evolutionsfähig?

Wir „sehen“ die Welt aus der „menschhirnleistunskapazität“ perspektive.
Wie ist die Welt aus der „fischhirnleistungkapazität“?

Der Mensch kann sich eigentlich in das „fischhirnleistung“ hineinversetzen. Er ist ja weiterentwickelt.
Er weißt ja das das Wasser nass ist. Also, wie empfindet der Fisch das Wasser? Nass oder Trocken?

Und was ist realer? Es kommt doch auf jeder, seine empfundene Welt?
Wenn der Fisch das Wasser trocken empfindet und der Mensch gar nicht da wäre, dann wäre die Fischwelt die einzige Realität. Wer soll auf die Idee kommen, dass das Wasser nass ist? Und warum auch?

Warum denken wir, das, die menschliche Realität, die einzige Realität ist?



MfG H.
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Claus (Moderator)
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Hallo Kirsche,

Kirsche schrieb in Beitrag Nr. 2295-12:
Aber Claus, nun hast du aber einen wesentlichen Teil meiner Aussage unterschlagen.

Ja, vielleicht habe ich einen wesentlichen Teil deiner Aussage unterschlagen, aber nicht meiner. Und um die ging es ja bei deiner Kritik.
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Kirsche schrieb in Beitrag Nr. 2295-12:
Auf Planet XYZ im Sonnensystem der Galaxie QuR12 der Gruppe QuR hat man nämlich festgestellt, dass Wasser bei 108,13 Grad NN verdampft und dies als Konstante festgelegt.

Hallo Kirsche,
mag ja physikalisch sein, wenn NN auf XYZ im QuR12 verschieden ist zu NN unserer Erde.
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Zitat von Claus:
Claus schrieb in Beitrag Nr. 2295-5:
Andererseits: Schmelzpunkt 100°C sind immer 100°C. Das ist verlässlich und nicht vom "Auge des Betrachters" abhängig. Man kann den Smp. für alle möglichen Stoffe im 'CRC Handbook' nachlesen - und der ist dann so. Und dann ist fest 'fest' und nicht flüssig.


Zitat von Claus:
Claus schrieb in Beitrag Nr. 2295-11:
Ja genau. 100° Grad bei Normalnull auf dieser Erde sind nicht vom Auge des Betrachters abhängig.


Hallo Claus,

ich will ein Missverständnis nicht auf die Spitze trieben, sehe aber in beiden deiner Äußerungen einen wesentlichen Unterschied.

Mir kam es vor deiner aktualisierenden Darstellung darauf nicht an, ich wollte auf Gegebenheiten der Relativität des Absoluten hinweisen, was wiederum Anlass für meine Behauptung wurde, dass sich Relativität und Wahrscheinlichkeit als Einheit irgendwie verknüpfen lassen müssten. (vgl. meinen Beitrag Nr. 2264-750).

Kirsche
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Claus (Moderator)
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Hallo nochmal, Kirsche,

Kirsche schrieb in Beitrag Nr. 2295-17:
...sehe aber in beiden deiner Äußerungen einen wesentlichen Unterschied.

Ich wollte einfach nur verdeutlichen, dass z.B. niemand sagen kann: "Also ich betrachte es jetzt mal so, dass Wasser bei 89°C siedet. Und morgen nehme ich mal einen anderen Blickwinkel ein. Da betrachte ich es dann so, dass Wasser bei 117°C siedet." Dieses geht nicht, weil Wasser keine Rücksicht auf unsere "Sichtweise" nimmt, sondern rücksichtslos bei 100°C siedet... (von mir aus auch bei irgendeiner anderen Temeratur, wenn man diese anders definiert oder z.B. den äußeren Druck ändert)... jedenfalls nicht 'mal so - mal so', wie der Betrachter es gerade will.

Zitat von Kirsche:
Mir kam es vor deiner aktualisierenden Darstellung darauf nicht an, ich wollte auf Gegebenheiten der Relativität des Absoluten hinweisen, was wiederum Anlass für meine Behauptung wurde, dass sich Relativität und Wahrscheinlichkeit als Einheit irgendwie verknüpfen lassen müssten.

Da verstehe ich nun ehrlich gesagt gar nicht mehr, was das mit deiner Kritik an meiner obigen Vorstellung zu tun hat. Will ich aber auch nicht unbedingt verstehen. Ist mir in diesem Zusammenhang nicht so wichtig ;-).
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Claus (Moderator)
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Hallo Harti,

Harti schrieb in Beitrag Nr. 2295-10:
Einstein selbst ... soll mit der Bezeichnung "Relativitätstheorie" nicht so ganz glücklich gewesen sein.

Ja so soll es wohl gewesen sein.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Relativitätstheorien von relativen Dingen handeln.

Der 'Clou' daran ist ja gerade, dass man die durch diese Theorien beschriebenen Beziehungen eben nicht mehr absolut, sondern relativ zueinander betrachten muss. Daher bleibe ich bei meiner Behauptung, dass die SRT bspw. keine "absolute Verortung in der Realität" benötigt.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Claus am 21.05.2018 um 15:51 Uhr.
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Beiträge: 1.311, Mitglied seit 10 Jahren
Hallo Claus,
Claus schrieb in Beitrag Nr. 2295-19:
Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Relativitätstheorien von relativen Dingen handeln.

Der 'Clou' daran ist ja gerade, dass man die durch diese Theorien beschriebenen Beziehungen eben nicht mehr absolut, sondern relativ zueinander betrachten muss. Daher bleibe ich bei meiner Behauptung, dass die SRT bspw. keine "absolute Verortung in der Realität" benötigt.

Eine (allein) relativistische Betrachtung von Veränderungen in unserer Umwelt ist nicht geeignet, uns hinreichend eindeutig über einen konkreten Vorgang zu verständigen.

Beispiel: Die Aussage: "Zwei Objekte A und B bewegen sich (relativ) mit einer Differenzgeschwindigkeit von 30 km/h" verschleiert die Tatsache, dass die Betrachtung aus einem von beiden unabhängigen, absolut vorgestellten, dritten Bezugssystem heraus erfolgt. A oder B können nicht als ruhend und mit dem Bezugssystem verbunden vorgestellt werden, da sich beide bewegen. Falls man doch A oder B als ruhend fingiert, wären die 30 km/h keine Relativgeschwindigkeit mehr.
Eine konkrete Geschwindigkeit von A und B lässt sich ebenfalls nicht feststellen, da sich die angegebene Relativgeschwindigkeit lediglich aus den Geschwindigkeiten, die das absolut vorgestellte, notwendige Bezugssystem liefert, errechnet. A und B können sich beispielsweise mit 50 und 80 km/h oder mit 150 und 180 km/h bewegen. Die ursprüngliche Aussage: "A und B bewegen sich mit einer Relativgeschwindigkeit von 30 km/h" ist ohne Vorstellung eines verbindlichen (absoluten) dritten Bezugssystems nicht möglich. Wenn man konkret messen will, muss man diese Bezugssystem in der Realität verankern, z.B. eine Straße, wenn A und B Autos sind.

Entsprechendes gilt für die Bewegungslehren von Newton und Einstein. Auch diese Theorien brauchen gewissermaßen eine absolut vorgestellte Bühne, auf der sich Veränderungen abspielen, wenn sie konkrete Aussagen über Veränderungen in der Welt machen wollen.

Für Newton war dies die absolute Vorstellung von Raum und Zeit.
Für Einstein war dies die absolute Vorstellung der Lichtgeschwindigkeit; besser: die absolute Vorstellung des Elektromagnetismus, denn die Lichtgeschwindigkeit ist nichts Anderes als die Anwendung der Kategorien von Raum und Zeit auf den Elektromagnetismus. Diese Absolutheitsvorstellung kommt z.B. auch darin zum Ausdruck, dass nicht die tatsächliche Lichtgeschwindigkeit, die eine Geschwindigkeit wie jede andere ist, sondern eine fiktive Vakuumlichtgeschwindigkeit Grundlage der Theorie ist.

Nur zur Klarstellung: Nach meiner Meinung muss man zur Verständigung über Veränderungen in unserer Umwelt einen Fixpunkt im unbegrenzten Universum festlegen; dies müssen auch die genannten Bewegungslehren, indem sie eine absolut vorgestellte Bühne zugrunde legen. Eine relativistische Betrachtung reicht weder im konkreten Fall noch allgemein in der Theorie aus, um sich zu verständigen.

MfG
Harti
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Harti am 23.05.2018 um 17:57 Uhr.
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