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Einsteins Blockuniversum - ohne Bewusstsein

Thema erstellt von Bauhof 
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Beiträge: 1.375, Mitglied seit 11 Jahren
Hallo zusammen,

Zara.t. schrieb in seinem Beitrag-Nr. 117-607:
"Es gibt auch keine Theorie, die beschreiben könnte, wie Systeme eines Blockuniversums Bewusstsein erzeugen sollen. Deshalb meine zweite Behauptung: Bewusstsein ist kein Produkt des Einsteinschen Blockuniversums."

Das ist auch meine Überzeugung. Ich habe deshalb dafür ein neues Thema eröffnet, weil ich denke, dass das Thema "Bewusstsein" überhaupt nichts mit dem Thema "Einsteins Blockuniversum" zu tun hat. Man sollte in Einsteins Blockuniversum nichts menschliches hineininterpretieren. Ich sehe diese Vorstellung - an der übrigens der Mathematiker Hermann Minkowski [3] nicht unmaßgeblich beteiligt war - nur als eine veranschaulichende Beschreibungsmöglichkeit der SRT. Beschreibung und Realität sind nicht identisch. Die Quantentheorie ist ein Beispiel dafür.

Außerdem ist das reale Universum kein statisches Blockuniversum, sondern das reale Universum expandiert. Das Universum erscheint also infolge seiner Expansion höchst dynamisch und hat eine Zukunft, die nur mit Wahrscheinlichkeiten beschreibbar ist. Der Wissenschaftstheoretiker Karl Popper äußert sich zu dem Thema "Einsteins Blockuniversum" in seinem Buch [1] auf Seite 269 wie folgt, Zitat:

"Eine Interpretation der Allgemeinen Relativitätstheorie, in der dieser Aspekt - die Möglichkeit des 'verzeitlichten' Raumes - einbezogen ist, hat John Archibald Wheeler gegeben, der jahrelang den dynamischen Charakter von Einsteins angeblicher Geometrisierung der Welt betonte: Er beschreibt Einsteins Theorie als "Geometrodynamik". Damit möchte er meiner Ansicht nach betonen, dass Einsteins Geometrie eine sich wandelnde Geometrie ist - eine Geometrie, die mit sich selbst in Wechselwirkung steht und ihren Zustand unter dem Einfluss früherer Zustände verändert. Alles, was ich sagen möchte, ist, dass wir durch die Relativitätstheorie nicht dazu gezwungen sind, ein Blockuniversum anzunehmen, wie es Weyl favorisierte und mit ihm Schrödinger, beeinflusst von der Boltzmannschen Spekulation."

Mit freundlichen Grüßen
Eugen Bauhof

[1] Karl R. Popper
Die Welt des Parmenides. Der Ursprung des europäischen Denkens.
München 2001, ISBN=3-492-04205-8

[2] John Archibald Wheeler
Einsteins Vision. Wie steht es heute mit Einsteins Vision, alles als Geometrie aufzufassen?
Berlin 1968, Springer-Verlag.

[3] Tatsache ist, dass Einstein anfänglich nicht viel von der Raumzeit-Idee des Mathematikers Hermann Minkowski hielt. Einstein äußerte sich sinngemäß dazu mit: "Sie bringt doch nichts Neues". Diese Aussage hat er später revidiert. Es stelle sich nämlich heraus, dass man mit Minkowskis Ideen die ART viel eleganter und durchsichtiger herleiten konnte, als sie Einstein und Marcel Großmann ursprünglich hergeleitet haben. Wieso man aufgrund dieser Tatsache später die Bezeichnung "Blockuniversum" mit Einstein verbunden hat, ist mir nicht klar. Vermutlich ist Hermann Weyl dafür verantwortlich. Ich weiß aber, dass es in der Literatur als "Einsteins Blockuniversum" bezeichnet wird. Nur deshalb habe ich diese Bezeichnung als Forum-Thema verwendet.

Signatur:
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Sokrates.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Bauhof am 05.05.2008 um 15:14 Uhr.
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Beiträge: 1.851, Mitglied seit 14 Jahren
Die auf Wheeler zurückgehende Geometrodynamik gilt als gescheitert.
Auch ein Universum das dynamisch expandiert wird durch ein Blockuniversum beschrieben. Ich glaube, erst die Quantentheorie wird uns weiterhelfen.

zara.t.
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Beiträge: 1.328, Mitglied seit 12 Jahren
Hallo,

warum nennt man Blockuniversum? Es ist unpassendste Bezeichnung für das Universum, wenn man denkt an seine Wandelbarkeit, an seine Dynamik. Seit ich mit der Entwicklung des Universums beschäftigt bin, kann ich nicht das Gefühl der Harmonie loswerden. Nennen wir denn doch gleich: Blockgehirn, statt Bewusstsein.

Es gibt die Dinge, es gibt das Geschehenes durch die Wechselwirkung zwischen Dingen. Obwohl die Dinge selbst sind ein Resultat des Wechselwirkens. Die Frage nach Primarität ähnelt die Frage nach Ei und Huhn.

Und warum erst die Quantentheorie muss uns weiter helfen?! Und Quantentheorie.
Es ist doch das gleiche Reduktionismus gegen du kämpst, Zara.t. Um verstehen das Phänomen Bewusstsein muss man das Gesamte in Auge behalten.

Gruß

Signatur:
Wer nicht manchmal das Unmögliche wagt, wird das Mögliche nie erreichen
Beitrag zuletzt bearbeitet von Irena am 09.05.2008 um 21:34 Uhr.
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Claus (Moderator)
Beiträge: 2.061, Mitglied seit 13 Jahren
Hallo Harti,

Harti schrieb in Beitrag Nr. 2306-171:
Was genau muss man sich unter einem Blockuniversum vorstellen ?

Gibt es in einem solchen Universum keine Veränderungen ?
Wird nicht eine in die andere Energieform umgewandelt ?
Gilt der Entropiesatz nicht ?

Harti schrieb in Beitrag Nr. 2306-320:
Für mich kommt die Vorstellung eines Blockuniversums dadurch zustande, dass sich im Verhältnis zur Lichtgeschwindigkeit (Photonen) alle Objekte mit der gleichen Geschwindigkeit bewegen

Im Blockuniversum bewegt sich m.E. nichts. Alles wird vollkommen statisch betrachtet.

Dennoch gilt bspw. der Entropiesatz weiterhin.

Nehmen wir das Beispiel eines Gases, welches sich in einem Ballon in einer Sekunde von einem Volumen von 1 Liter auf - sagen wir - 2 Liter ausdehnt. Dabei wird die Entropie des Gases erhöht.

Um das "Blockuniversum" zu veranschaulichen, betrachten wir dazu nun ein "zweidimensionales" Gas, welches sich in einem zweidimensionalen Ballon, einem Kreis, befinde.

Der Kreis habe anfangs einen Durchmesser von 10 cm. Nach der Ausdehnung des Gases habe der Kreis einen Durchmesser von 20 cm.

Das Blockuniversum dieses Gases sieht nun wie ein Kegel aus, dessen Spitze abgeschnitten wurde. Am einen "Ende" des Kegels befindet sich ein 10 cm goßer Kreis, am anderen Ende ein 20 cm großer Kreis.

Der Kegel ist nun ein statisches dreidimensionales Objekt. Unveränderlich. Das eine Ende des Objekts repräsentiert den Ort mit geringerer Entropie, das andere Ende den mit größerer Entropie.
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Beiträge: 1.386, Mitglied seit 11 Jahren
Hallo Claus,
Claus schrieb in Beitrag Nr. 1177-4:
Im Blockuniversum bewegt sich m.E. nichts. Alles wird vollkommen statisch betrachtet.

Wie bringst Du in dem von Dir vorgestellten Blockuniversum Ameisen unter, von denen sich im ersten Kreis drei befinden, die sich im Verlauf der Zeit vermehren, so dass im zweiten Kreis 6 rumkrabbeln ?
Und ich nehme an, dass wir uns auch im Kreis befinden, so dass wir den Kegel lediglich fiktiv (theoretisch) von außen betrachten können, nicht aber faktisch/physikalisch.

Anders ausgedrückt: Die Vorstellung eines Blockuniversums ist ein reines Gedankenkonstruckt ohne Grundlage in unseren Wahrnehmungsmöglichkeiten.

MfG
Harti
Signatur:
Wichtig ist, dass man nicht aufhört zu fragen. A.E.
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Beiträge: 723, Mitglied seit 6 Jahren
Harti schrieb in Beitrag Nr. 1177-5:
Wie bringst Du in dem von Dir vorgestellten Blockuniversum Ameisen unter, von denen sich im ersten Kreis drei befinden, die sich im Verlauf der Zeit vermehren, so dass im zweiten Kreis 6 rumkrabbeln ?

Ja. Um Kinder zu bekommen, muß man etwas tun. Mir hat das sogar Spaß gemacht. :smiley21:
Das Blockuniversum beschreibt, wie Claus es beschreibt, einen statischen Zustand, ohne Zeit, ohne Zustandsänderung.
Ohne Fleiß, kein Preis. :smiley17:
Otto
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Beiträge: 1.473, Mitglied seit 12 Jahren
Otto schrieb in Beitrag Nr. 1177-6:
Ja. Um Kinder zu bekommen, muß man etwas tun. Mir hat das sogar Spaß gemacht. :smiley21:
Das Blockuniversum beschreibt, wie Claus es beschreibt, einen statischen Zustand, ohne Zeit, ohne Zustandsänderung.
Ohne Fleiß, kein Preis. :smiley17:
Otto

Die einzigen Kinder, die die ART kriegt, sind schwarze Löcher und die sind sehr fleissig beim Aufsaugen der Umgebung, aber im Prinzip entstehen die als Unfall und werden nie mehr als einsame Strassenfeger. Vater-Gefühle sind anders!
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Ich bin begeistert!
Beitrag zuletzt bearbeitet von Thomas der Große am 09.01.2019 um 02:14 Uhr.
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