Hallo zusammen, insbesondere Chaoslee und Claus,
ich habe den Eindruck, dass hier zwei gegensätzliche Grundpositionen zur Debatte stehen, die durch die zwei genannten Personen repräsentiert werden.
Die Auffassungen von Chaoslee und Claus unterscheiden sich in der Zielsetzung. Chaoslee strebt lediglich nach individueller Erkenntnis und ist der Meinung, dass es prinzipiell keine allgemeingültige Erkenntnis (Wahrheit) gibt. Claus hält das Streben nach Erkenntnis im Bereich der Naturwissenschaft für eine soziale Aufgabe, die den Menschen dient und dort Allgemeingültigkeit entfaltet. (Ich habe Claus als Vertreter der Gegenposition gewählt, weil er sich an den persönlichen Attacken nicht beteiligt und obwohl er die Gegenposition nicht allgemein, sondern nur für den Bereich der Naturwissenschaften vertritt).
Die philosophische Grundposition von Chaoslee ist seit "Diogenes in der Tonne" bekannt. Man kann sie einnehmen, blendet damit allerdings die Tatsache aus, dass man ein soziales Wesen ist, und gerät zwangsläufig in Widerspruch zu seiner menschlichen Umwelt.
Die Tatsache, dass Chaoslee sich hier im Forum äußert und uns seine Auffassung vermitteln will, widerspricht eigentlich seiner Grundidee. Entsprechende Zweifel, dass dies sinnvoll ist, äußert er auch selbst wiederholt.
Indem Chaoslee sich den Bereich Naturwissenschaft für die Behauptung aussucht, es gäbe keine allgemeingültige "Wahrheit", ist bereits in den Annahmen seiner Behauptung eine Unterstellung versteckt; nämlich die Unterstellung, die Erfahrungswissenschaften wollten allgemeingültige Wahrheiten verkünden. Nach meiner Ansicht ist dem nicht so. Die Erfahrungswissenschaften wollten lediglich mit den Sinnen allgemein mögliche Erfahrungen beschreiben, erklären und entsprechende Voraussagen machen. Aus der Tatsache, dass die Menschen eine gemeinsame, sinnlich erfahrbare Welt haben, resultiert eine Allgemeinverbindlichkeit, die aber keine absolute Wahrheit ist.
Die Gegenposition, die allerdings nicht von Claus artikuliert wird, tut so, als wenn es sich bei den Erfahrungswissenschaften um allgemeingültige (absolute) Wahrheiten handelt. Dies kann schon allein deshalb nicht der Fall sein, weil unsere Erfahrungsmöglichkeiten beschränkt sind.
Auf diesem Hintergrund sind die extrem persönlichen Attacken für mich nicht nachvollziehbar.
Was anderes ist sonst bloße Neugierde? Die Gier nach Neuem, wobei schon das Wort 'Gier' einen negativen Beiklang hat.
hier versuchst Du (jetzt wende ich mich an Dich persönlich), Begriff "Neugier" anders zu definieren, als er im allgemeinen Sprachgebrauch verstanden wird und damit die Gegenmeinung zu diskreditieren. Der Begriff Neugier" beinhaltet intelektuelle Offenheit, Interesse an unbekannten Dingen , Streben nach Erkenntnis. Diesen grundsätzlich positiven Begriffsinhalt definierst Du durch Rückgriff auf den ursprünglichen Begriff der "Gier" um.
Durch diese Änderung eines Begriffes kann man nicht begründen, dass das Streben nach Erkenntnis (Neuem) aus niederen Beweggründen erfolgt.
MfG
Harti
Wichtig ist, dass man nicht aufhört zu fragen. A.E.