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Beitrag Nr. 1202-21
03.08.2008 17:53
Zitat:... Die Natur hat von Anbeginn allen ihren Lebewesen zum Zweck einer höheren Überlebenschance, jede Art
entsprechend der Umweltverhältnisse. Die Phantasie war keinesfalls auf psychische Dimensionen beschränkt; ...
Was hier
wirklich agiert, ist das Gedächnis der Art, d.h. das, was wir Instinkte nennen. Es ist die Intelligenz der Natur auf
einer anderen Ebene.
Hallo Helmut Brunner,
ich gehe einmal davon aus, dass du mit Natur das Biotop auf der Erde meinst und nicht das Universum. Aber als wen oder was siehst du die Natur an? Als etwas, was einen Zweck erfüllt? Als etwas, was Phantasie und Intellegenz besitzt? Was soll das sein?
Deine Beispiele aus der Natur in allen Ehren, davon gibt es eine ganze Reihe noch viel verblüffender Phänomene, aber bei genauerer Betrachtung derer Entwicklungen lassen sie sich alle mit der darwinistischen Evolutionstheorie erklären.
Fortpflanzung geschieht durch Kopieren von Molekülketten, RNS und DNS. Dies geschieht jedoch nie vollkommen fehlerfrei, kein Wesen gleicht einem anderen exakt. Diese Fehler, Mutationen, sind zufällig und unterliegen keinem Sinn oder Zweck und sind auch nicht das Ergebnis irgendwelcher Phantasien. Durch natürliche Selektion (was zufällig die besseren Eigenschaften mit sich bringt, hat größere Chancen, sich Fortzupflanzen), und Kumulation entsteht zwangsläufig Anpassung an die Umwelt.
Die Natur bringt dadurch bei Weitem nicht nur sinnvolle Eigenschaften hervor. Es sind wohl schon mehr Lebewesen aus Flora und Fauna wegen ungünstiger und z.T. absurder Eigenschaften ausgestorben als es heute auf der Erde gibt. Die Natur verfährt nach dem Motto: nur genügend willkürliche Variationen würfeln, dann wird schon was brauchbares übrigbleiben.
Selbst so etwas faszinierendes wie das menschliche Auge benötigt zur Entwicklung keinen Plan oder einen Zweck. Wenn dem so wäre, wenn die Natur tatsächlich das Auge konstruiert hätte, so würde jeder Ingeneur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen ob solcher Absurdität. Was absurd ist am menschlichen Auge? Nun, würde ich ein Auge konstruieren, so würde ich die lichtempfindlichen Zellen der Retina der Pupille, also dem Licht zugewandt anordnen und die Verbindungsleitungen, die Nerven hinten anschließen und zum Gehirn führen. Beim menschlichen Auge aber ist es umgekehrt: Die Nervenbahnen sind an der lichtzugewandten Seite der Sehzellen (Zäpfchen) angeschlossen, verlaufen kreuz und quer darüber hinweg und erzeugen zudem beim gemeinsamen Durchbruch aus dem Augapel heraus einen blinden Fleck. Das Licht muss also ein Gewimmel von Nervenbahnen durchdringen, bevor es auf die lichtempfindlichen Zellen trifft. Zugegeben, es funktioniert trotzdem ganz hervorragend, aber Sinn macht es keinen, vor Allem nicht, wenn man bedenkt, dass es bei einem Tintenfischauge gerade anders herum, also sinnvoll angeordnet ist.
Die Natur verfolgt keinen Zweck und handelt nicht sinnvoll, ist weder intellegent noch phantasievoll. Weder das Biotop auf der Erde noch das gesamte Universum ist durch Design entstanden. Ich empfehle dir, dich mit der darwinistischen Evolutionstheorie einmal intensiver auseinander zu setzen. Dazu kann ich das Buch von Richard Dawkins "Der blinde Uhrmacher"1 sehr empfehlen.
mfg okotombrok
1 Richard Dawkins : "Der blinde Uhrmacher" dtv-Verlag ISBN 978-3-423-34487-4 9,90 EUR
Signatur:
(Francis Picabia)
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