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Beitrag Nr. 2386-1
07.08.2023 23:39
Das Prinzip der maximalen Eigenzeit findet allgemein in der Literatur und im Netz sehr wenig Aufmerksamkeit.
Mir scheint es allerdings ein elementares Naturprinzip zu sein.
Darum hier eine kurze Einführung, so wie ich das Prinzip verstehe.
Alles Kräftefreie bewegt sich so durch den Raum, dass ihre Eigenzeit maximiert wird, was bei einer Parabel der Fall ist.
Dabei wird das Extremalprinzip der minimalen Wirkung der klassischen Mechanik bei den Relativitätstheorien zum Prinzip der maximalen Eigenzeit.
Zunächst zum Prinzip der minimalen Wirkung und dem Lagrange-Formalismus der klassischen Mechanik:
Werfen wir einen Stein, so beschreibt seine Bahn durch den Raum immer eine Parabel.
Seine kinetische Energie
EK = m/2v2
ist zunächst maximal, nimmt bis zum Erreichen seiner maximalen Höhe ab und nimmt dann beim Herabfallen wieder zu.
Seine potenzielle Energie
EP = mgh ,
ist zunächst minimal, nimmt beim Ansteigen des Steins bis zur maximalen Höhe zu, und nimmt dann wieder ab.
Die Differenz dieser Energien werden als Lagrange-Funktion bezeichnet.
L = EK – EP
Die Wirkung S ist das Produkt aus Energie und der Zeit.
S = E×t
Um also die Wirkung des geworfenen Steines darzustellen, müssen wir L über die Zeit integrieren:
S = ⌠L dt
Entsprechend dem Prinzip der minimalen Wirkung sollte dieser Ausdruck minimal sein:
S = ⌠(m/2 v2 – mgh)dt => minimal
Die Formel zeigt, dass die Geschwindigkeit möglichst klein und die Entfernung vom Gravitationszentrum möglichst groß sein muss.
Es stellt sich heraus, dass unter allen denkbaren Bahnen die Parabel die ist, bei welcher die Wirkung tatsächlich minimal ist.
Hätte Newton das Prinzip schon gekannt, hätte er sich viel Arbeit sparen können. Die gesamte Kinetik der klassischen Mechanik lässt sich damit beschreiben.
Neben der Tatsache der parabelförmigen Bahn kommt hinzu, dass sich unser Stein in der oberen Hälfte länger aufhält, als in der unteren.
Es schein ein Bestreben zu geben, möglichst lange oben zu bleiben.
Nun kommen die Relativitätstheorien, die SRT und die ART, ins Spiel:
Bekannterweise vergeht für einen externen Beobachter die Zeit auf dem Berg schneller als im Tal.
Nennen wir das Zeitmaß des externen Beobachters dt und die Zeit am Ort des Geschehens, die Eigenzeit des Steines dτ (griechischer Buchst.Tau).
Wie unterscheiden sich nun die Zeiten?
Bezüglich der ART
dτ = dt(1– Rs/r)0,5
Rs = Schwarzschildradius; r = Entfernung vom Gravitationszentrum
Bezüglich der SRT
dτ = dt(1– v2/c2)0,5
Man beachte dabei, dass die Zeit schneller vergeht, je größer die Entfernung vom Gravitationszentrum ist, (ART)
und langsamer vergeht, je größer die Geschwindigkeit, (bewegte Uhren gehen langsamer, SRT)
Um die Eigenzeit zu maximieren muss wieder ein Kompromiss gefunden werden zwischen möglichst langsam und möglichst hoch.
Durch Linearisierung und Zusammenfassung der beiden Formeln gelangen wir zu:
(– 0,5v2/c2 – 0,5Rs/r)dt
da Rs = 2GM/c2
und – GM/r = Ø
mit G= Gravitationskonst. und Ø = Phi = Gravitationspotenzial
können wir schreiben
(–0,5v2/c2 + Ø/c2)dt
Da sich Geschwindigkeit und das Gravitationspotenzial ständig ändern, müssen wir für die Gesamtabweichung einer beliebigen Bahn entlang dieser Bahn aufintegrieren:
⌠(–0,5v2/c2 + Ø/c2)dt
Wenn wir nun mit der Ruheenergie – mc2 multiplizieren erhalten wir die Wirkung
S = ⌠(0,5 mv2 – mØ)dt => dτTau maximal
Diese Wirkung erweist sich ebenfalls bei einer Parabel minimal, wobei die Eigenzeit stets maximal ist.
Aus dem Prinzip der minimalen Wirkung wird ein Prinzip der maximalen Eigenzeit.
mfg okotombrok
P.S.
Informationen zum Beitrag entnahm ich größtenteils aus "Können wir die Welt verstehen" von Gaßner und Müller ISBN 978-3-10-397481-2"Der Kopf ist rund, damit die Gedanken die Richtung wechseln können"
(Francis Picabia)
Mir scheint es allerdings ein elementares Naturprinzip zu sein.
Darum hier eine kurze Einführung, so wie ich das Prinzip verstehe.
Alles Kräftefreie bewegt sich so durch den Raum, dass ihre Eigenzeit maximiert wird, was bei einer Parabel der Fall ist.
Dabei wird das Extremalprinzip der minimalen Wirkung der klassischen Mechanik bei den Relativitätstheorien zum Prinzip der maximalen Eigenzeit.
Zunächst zum Prinzip der minimalen Wirkung und dem Lagrange-Formalismus der klassischen Mechanik:
Werfen wir einen Stein, so beschreibt seine Bahn durch den Raum immer eine Parabel.
Seine kinetische Energie
EK = m/2v2
ist zunächst maximal, nimmt bis zum Erreichen seiner maximalen Höhe ab und nimmt dann beim Herabfallen wieder zu.
Seine potenzielle Energie
EP = mgh ,
ist zunächst minimal, nimmt beim Ansteigen des Steins bis zur maximalen Höhe zu, und nimmt dann wieder ab.
Die Differenz dieser Energien werden als Lagrange-Funktion bezeichnet.
L = EK – EP
Die Wirkung S ist das Produkt aus Energie und der Zeit.
S = E×t
Um also die Wirkung des geworfenen Steines darzustellen, müssen wir L über die Zeit integrieren:
S = ⌠L dt
Entsprechend dem Prinzip der minimalen Wirkung sollte dieser Ausdruck minimal sein:
S = ⌠(m/2 v2 – mgh)dt => minimal
Die Formel zeigt, dass die Geschwindigkeit möglichst klein und die Entfernung vom Gravitationszentrum möglichst groß sein muss.
Es stellt sich heraus, dass unter allen denkbaren Bahnen die Parabel die ist, bei welcher die Wirkung tatsächlich minimal ist.
Hätte Newton das Prinzip schon gekannt, hätte er sich viel Arbeit sparen können. Die gesamte Kinetik der klassischen Mechanik lässt sich damit beschreiben.
Neben der Tatsache der parabelförmigen Bahn kommt hinzu, dass sich unser Stein in der oberen Hälfte länger aufhält, als in der unteren.
Es schein ein Bestreben zu geben, möglichst lange oben zu bleiben.
Nun kommen die Relativitätstheorien, die SRT und die ART, ins Spiel:
Bekannterweise vergeht für einen externen Beobachter die Zeit auf dem Berg schneller als im Tal.
Nennen wir das Zeitmaß des externen Beobachters dt und die Zeit am Ort des Geschehens, die Eigenzeit des Steines dτ (griechischer Buchst.Tau).
Wie unterscheiden sich nun die Zeiten?
Bezüglich der ART
dτ = dt(1– Rs/r)0,5
Rs = Schwarzschildradius; r = Entfernung vom Gravitationszentrum
Bezüglich der SRT
dτ = dt(1– v2/c2)0,5
Man beachte dabei, dass die Zeit schneller vergeht, je größer die Entfernung vom Gravitationszentrum ist, (ART)
und langsamer vergeht, je größer die Geschwindigkeit, (bewegte Uhren gehen langsamer, SRT)
Um die Eigenzeit zu maximieren muss wieder ein Kompromiss gefunden werden zwischen möglichst langsam und möglichst hoch.
Durch Linearisierung und Zusammenfassung der beiden Formeln gelangen wir zu:
(– 0,5v2/c2 – 0,5Rs/r)dt
da Rs = 2GM/c2
und – GM/r = Ø
mit G= Gravitationskonst. und Ø = Phi = Gravitationspotenzial
können wir schreiben
(–0,5v2/c2 + Ø/c2)dt
Da sich Geschwindigkeit und das Gravitationspotenzial ständig ändern, müssen wir für die Gesamtabweichung einer beliebigen Bahn entlang dieser Bahn aufintegrieren:
⌠(–0,5v2/c2 + Ø/c2)dt
Wenn wir nun mit der Ruheenergie – mc2 multiplizieren erhalten wir die Wirkung
S = ⌠(0,5 mv2 – mØ)dt => dτTau maximal
Diese Wirkung erweist sich ebenfalls bei einer Parabel minimal, wobei die Eigenzeit stets maximal ist.
Aus dem Prinzip der minimalen Wirkung wird ein Prinzip der maximalen Eigenzeit.
mfg okotombrok
P.S.
Informationen zum Beitrag entnahm ich größtenteils aus "Können wir die Welt verstehen" von Gaßner und Müller ISBN 978-3-10-397481-2
Signatur:
(Francis Picabia)
Bearbeitet von Okotombrok am 10.08.2023 um 18:25 Uhr.
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Wir wissen aber das schon, dass es in ein paar Milliarden Jahren soweit ist. Also, die Welt „läuft“ nach einen Plan (oder vielleicht auch Planlos? Chaotisch?) einfach ab und wir können es nicht aufhalten. Aber die Welt läuft ab, und wenn es läuft dann braucht die Zeitpunkte, sonst würde es sofort verschwinden.