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Zeitrisse

Thema erstellt von Regina34 
Beiträge: 21, Mitglied seit 8 Jahren
Kam per Zufall auf dieses Thema und mich würde Eure Meinung dazu interessieren.
Glaubt ihr an Zeitrisse? Das heisst: glaubt ihr es ist möglich, etwas das man schon einmal erlebt hat, nochmals zu erleben? Dabei rede ich nicht von Déjà-vus.

Ob ihr's glaubt oder nicht: ich selbst habe einmal einen Zeitriss miterlebt und es war eine ganz seltsame Situation. Es erinnert einem ein bisschen an alte Vinyl-Schallplatten, die einen Sprung haben. :)
Und ich muss auch ehrlich sein, denn wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, würde ich es auch nicht glauben....
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Es gibt zwei Dinge, die unendlich sind: Die menschliche Dummheit und das Universum. Beim Universum bin ich mir allerdings nicht sicher....
(Albert Einstein)
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Beiträge: 2.939, Mitglied seit 12 Jahren
Nur raus mit der Sprache Regina.
Hier sind von Meistern der kühnen Feder schon ganz andere Geschichten erzählt worden.
Und einige Mitglieder haben sogar um die Koordinaten der Örtlichkeiten gebeten
wo die vorgetragenen Ereignisse stattgefunden haben sollen.
Wenn Dein Erlebnis also nichts mit Höhlen, in denen heimlich begrabene Kaiser und Könige lauern, zu tun hat....
Immer her damit, erzähl mal.
Nur Mut....
Schlimmer als von professionellen Autoren kann es nicht werden.
Schließlich heist das hier nicht umsonst Manus ZEITFORUM.

Mit den besten Grüßen.
Ernst Ellert II.
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Deine Zeit war niemals und wird niemals sein.
Deine Zeit ist jetzt und hier, vergeude sie nicht.
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Beiträge: 3.090, Mitglied seit 13 Jahren
Zeitrisse... Zeitreisende...

kommt mir alles seltsam bekannt vor...
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Ein Universum, welches zufällig entsteht und zufällig ein Phänomen namens Humor hervorbringt, entbehrt nicht einer gewissen Komik.
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Beiträge: 21, Mitglied seit 8 Jahren
Zeitrisse sind echt schwer zu beschreiben,ohne dabei verrückt zu klingen und ausserdem bin ich auch keine Physikerin. Ein bisschen komme ich mir hier wie Penny,aus "The Big Bang Theory",vor.
Na ja,jedenfalls war's ein schwüler Sommertag und ich spielte mit meinem älteren Bruder,draussen im Garten,vor dem Haus, Tischtennis. Plötzlich kam mir alles seltsam vor. Ich sagte meinem Bruder,dass ich das schon einmal erlebt habe und das jetzt dann wahrscheinlich mein Vater kommen würde und ich beschrieb auch was...
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Beiträge: 21, Mitglied seit 8 Jahren
er anhaben und sagen würde. Und kaum sagte ich dies meinem Bruder,da kam auch wirklich mein Vater,so wie ich ihn beschrieb und sagte das,was ich glaubte,das er sagen würde. Seit jenem Erlebniss weiss ich das es Zeitrisse gibt. Zeitreisen sind wieder ein anderes Thema und wahrscheinlich in den nächsten 200 bis 300 Jahren nicht realisierbar. Eines Tages vielleicht schon,aber sicher hätte das dann Nichts mit den Hollywood Filmen gemeinsam.:-)
Diese Einträge machte ich vom Handy aus.Deshalb sind sie in 2 Teilen
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Beiträge: 2.939, Mitglied seit 12 Jahren
Zu früheren Zeiten hieß es "ein Gesicht haben"
Etwas "im Voraus" zu wissen oder zu sehen.
"Hellsehen" ist auch eine verbreitete Bezeichnung.
Für diese Phänomene ist ein Zeitriss gar nicht erforderlich.
Das kann ich Dir aus persönlicher Erfahrung versichern.
Wer sollte ihn auch wieder reparieren?
Als Kinder sind wir für derartige ""Informationen"" noch viel zugänglicher gewesen.
Nur wurden sie in der Regel nicht als das verstanden was sie sind.
Mit zunehmenden Alter, und massiv um sich greifender Vernunft,
verdunkeln sich diese Quellen, wenn man nicht "höllisch" aufpasst.

Aber wer weiß wo für das gut ist?

Mit den besten Grüßen.
Ernst Ellert II.
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Beiträge: 1.328, Mitglied seit 12 Jahren
Hallo,

ich denke doch, dass es nicht um ein Vorauszusehen geht. Ich hatte selbst oft solche Augenblicke, die ich etwa in Pubertät und jungen Jahren erlebt habe. Eine eigentlich unbedeutende Situation, die plötzlich dir sehr bekannt vorkommt, als es schon mal passiert ist. Du füllst zu wissen, was in nächsten Augenblick passiert. Es betrifft aber die nächste Milisekunde, so dass es passiert ohne "hellsehen". Das Hellsehen verstehe ich vorspielen einer Situation, die selbst eine Zeit braucht. Es geht hier aber um so eine kurze Zukunft, die zulässt keine bildliche oder sonstige Vorstellung über sie, nur ein Gefühl, das sich auf Gegenwart stützt.

Erklärung dafür gibt es. Es ist auch verbunden mit dem, dass es meist jungere Leute erleben. Es bilden sich Verknüpfungen in Gehirn. Auch die Situationen sind alltäglich, nicht besonders. Sie waren schon etlichen mal erlebt. Wir sind im Stande nicht nur speichern das Erlebte in dem Gedächtnis, wir sind im Stande aus Erlebten die Schlüße für das Künftige zu ziehen. Im jungen Gehirn diese zwei "Pole" sind noch relativ nah zur einander, so dass wie mal ein natürliches Gedächtnis mit der Zukunftplanung vertauschen.

Z.B. nehmen wir eine Situation, wie bei Regina. Das Mädchen spielt, wie schon etliche Male zuvor gespielt hatte. Für das Spielen braucht man aber die HAndlungen, die Bewegungen ausführen, die in dem Spiel durch vorausplanende Tätigkeit des Gehirns gesichert werden. Es wird in Gedächtnis gespeichert. Auch die eigene Vorausplanende Tätigkeit. Als erwachsene filtern wir es aus. manchmal aber kann vorkommen, dass man es nicht tut. Der Zusammenspiel der beiden ergibt dann das Gefühl des schon mal passiertes, schon mal erlebtes. Wobei, wie schon gesagt, muss wirklich schon annäherend gleiche Situation passieren. Wenn auch, die Situation scheint anders zu sein, sie stützt sich auf die vorhandene.

Gruß,
Irean
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Beiträge: 2.991, Mitglied seit 10 Jahren
Ich denke das Gefühl etwas schon einmal erlebt zu haben, ist rein Zufallsbestimmt.

Nehmen wir einmal an ein Autor hält eine Vorlesung in einem Saal vor 1000 Zuhörern.
An einer bestimmten Stelle bricht er ab, und jeder der 1000 Zuhörer soll sagen oder aufschreiben, was, nach seiner Meinung, in der nächsten Minute in der Geschichte passiert.

Ich denke mindestens einer kann sagen wie es weitergeht.
Somit liegt die Statistik 1:1000( hypothetischer Wert), in dieser Situation die nächste Minute vorherzusagen.


Zurück zu realen Leben.
In Jeder Minute unseres Daseins vergleichen wir momentane Ereignisse mit bereits erlebten Ereignissen. Aus unserer Erfahrung gehen wir in eine Erwartungshaltung, was die nächste Minute passiert. selbst wenn wir 1000 mal daneben liegen, so landen wir doch gelegentlich einen "Volltreffer". Das Gehirn "glaubt" dann an einen Widerholungsfall, weil es bereits ein ähnliches Ereignis abgespeichert hat.
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Beiträge: 1.328, Mitglied seit 12 Jahren
Hallo hans-m,

ich nehme an, dass du solche "Zeitrisse" oder hast nicht erlebt, oder erinnerst an die nicht. Es scheint mir als ob du sprichst über etwas, was du nicht kennst. Buchlesung... Geschichte ausdenken... Da ich selbst weiß, was Regina meinte, sehe ich es weit vom Schuß weg.


...Was mich an Regina´s Haltung stört, sie scheint eine Neigung zu haben es esotherisch zu betrachten. Wenn man zu viel mit eigenen Erlebnissen beschäftigt, dann entdeckt man das Muster, wo kein "gemeint ist". So auch in einem Buch kann Worte entdecken, die in einem Muster - vertikal, diagonal etc. - stehen und angeblich ein Sinn ergeben. Ist da eine versteckte Botschaft? Und von wem denn? Die Bibel eignet sich für solches Studieren hervoragend. Änlich mit der Freundin, die angeblich ihre gewünschte Leben auslebt.

Man kann viele Gedanken darüber machen, warum so ist. Man Sinn sehen will, wo kein vorhanden war.

Gruß,
Irena
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Beiträge: 21, Mitglied seit 8 Jahren
Zunächst einmal danke an alle die mir hier ernsthaft geantwortet haben. Und einen besonderen Dank an Irena, die am ehesten wusste, was ich mit "Zeitrisse" meinte.

Nun, ich gebe zu, dass ich ein spiritueller und gläubiger Mensch bin. Aber wer jetzt denk, ich laufe mit Dredlocks und öko Klamotten rum und habe mein Zimmer voller Räucherstäbchen und Kerzen, der irrt sich.
An die Bibel habe ich nie richtig geglaubt. Mich fasziniert aber der Gedanke, dass wir vielleicht aus etwas "höherem" entstanden sind oder dass uns vielleicht sogar eine "noch höhere Intelligenz" "erschaffen" hat. Wissenschaft (ob man's glaubt oder nicht) hat mich immer schon sehr interessiert, auch wenn ich vielleicht nicht gerade auf der "höchsten Stufe" mitreden kann und mich auch nicht mit den Fachbegriffen auskenne.

Ich denke immer: man kann Alles analysieren und erforschen. Aber selbst wenn wir wüssten, wie das All und die Menschheit tatsächlich entstanden ist, dann würde das immer noch nicht das Leben ansich erklären.
Selbst dem hartgesottensten Atheisten müsste es ein Rätsel sein, weshalb es die Menschheit überhaupt gibt. Denn eigentlich müsste unser Kosmos, rein theoretisch, nur aus Planeten, Sonnen, Sternen, Materie, Galaxien etc. bestehen. Weshalb also menschliches Leben? Weshalb überhaupt Leben?
Klar, wer sagt das Leben einen Sinn machen muss? Vielleicht hat ja gar nichts im Universum einen Sinn? Wenn nicht, weshalb passt dann Alles so gut zusammen?

Ich weiss, dies hier ist kein Forum für spirituelle Dinge oder ähnliches. Aber wenn die Wissenschaft nicht einmal die Hypothese eines Gottes zulässt, finde ich das ziemlich traurig.
Es gibt vorallem in der Wissenschaft (Physik) tausende Gründe, weshalb es Gott nicht geben kann. Leider aber gibt es kaum gute Gründe, weshalb es Gott geben könnte.
Je klüger die Menschheit geworden ist, desto arroganter wurde sie auch. Wir bilden uns ein, wir sind so klug, dass wir keine Götter oder "höhere Mächte" brauchen. Im Gegenteil: wir fangen langsam aber sicher an, selbst Gott zu spielen und glauben, dass wir die allergrössten und klügsten Lebewesen sind. Wozu also noch glauben?
Mir macht diese Entwicklung ein wenig Angst, weil ich denke, mit dem "verlorenen Glauben" geht auch die Moral und Ethik verloren. Denn wenn es keine "höhere Macht" gibt, vor wem müssen wir uns dann verantworten? Nur vor uns selbst, oder? Dann ist es doch egal, wenn ich jemanden das Leben, als Beispiel, zur Hölle mache? Der ist doch dann selbst Schuld, wenn er sich nicht wehrt? Da hatte er dann einfach Pech und ist wohl in der "Evolutionsstufe" leider ein bisschen weiter unten geblieben.

Sorry, ich schweife echt vom Thema ab, aber ich hoffe Ihr versteht, was ich damit sagen will. Ich will Niemanden bekehren, weil ich mich auch nicht bekehren lassen würde. Ich habe meinen "eigenen Glauben", ob das anderen passt oder nicht. Und ich muss aber auch die Ansichten anderer Menschen respektieren, ob ich will oder nicht.
Wenn nicht jeder nur auf "seiner eigenen Wahrheit" beharren würde, hätten wir Erdlinge es auch viel leichter. Aber na ja, jeder denkt halt, er (oder sie) habe recht und könne es beweisen..... Amen (kleiner Scherz) ;)

Zum Schluss aber noch zu den Zeitrissen: kann es nicht auch möglich sein, dass Zeit vielleicht so ähnlich ist wie Licht? Dumme Frage, I know. Aber ich weiss halt nicht, wie ich es sonst beschreiben sollte. Ausserdem denken Wissenschaftler ja auch wirklich ernsthaft darüber nach, ob man Schwarze Löcher nicht auch als "Zeittunnel" benutzen könnte. Deshalb ist doch meine "Geschichte" vom Zeitriss gar nicht mal so stupide oder spirituistisch, oder?

Liebe Grüsse

Regina
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Irena schrieb in Beitrag Nr. 1710-9:
Hallo hans-m,

ich nehme an, dass du solche "Zeitrisse" oder hast nicht erlebt, oder erinnerst an die nicht. Es scheint mir als ob du sprichst über etwas, was du nicht kennst. Buchlesung... Geschichte ausdenken... Da ich selbst weiß, was Regina meinte, sehe ich es weit vom Schuß weg.

Sorry, ich hab´s so beschrieben, wie ich´s verstanden habe, auch wenn ich damit mal daneben liege.
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Beiträge: 576, Mitglied seit 11 Jahren
Nun liebe Regina, ich hatte eigentlich vor mich aus der Diskussion so weit wie möglich herauszuhalten, denn zu meinen Prinzipien gehört es, anderen Leuten ihren Glauben zu lassen.
Er ist durch ihre Erziehung geprägt und zum Bestandteil ihrer Persönlichkeit geworden. Nur ganz kurz erklärend warum ich ohne jeglichen Glauben bin.

Mein Vater (geb.1921 in Königsberg/Neumark)) wie auch meine Mutter (geb. 1928 in Danzig) sind, wie zur damaligen Zeit üblich, in einer streng katholisch geprägten Umgebung aufgewachsen und erzogen worden. Mein Vater hatte, ab 1940, für Führer, Volk und Vaterland, als Panzerfahrer die verschiedensten Orte Europas „bereist“. Seine letzte Station war die Ostfront. Von da ging es dann auch für ihn direkt in russische Gefangenschaft, und er durfte bis zum Ende des Jahres 1949 „Buße“ leisten. Fast 10 Jahre seines Lebens – nicht wirklich sinnvoll im persönlichen, sowohl im Krieg wie auch in der Gefangenschaft, für ihn. Er hat dann, bis zu seinem Tode 1991, seinen katholischen Glauben abgelegt.
Meine Mutter wurde zu Kriegsende, in Danzig, auf die polnische Kommandantur bestellt und die gesamte Familie wurde befragt, ob sie nun in Polen leben möchte oder aber nach Deutschland aussiedeln. Vorlaut und selbstbewusst, wie sie wohl schon im damals, antwortete meine Mutter: sie ist eine Deutsche und sie bleibt auch eine Deutsche.
Dieser Aussage „verdankend“ musste die ganze Familie binnen 24 Stunden Danzig verlassen und nach Deutschland übersiedeln, heute wird in diesem Zusammenhang von Vertreibung gesprochen, meine Großmutter soll dafür damals meine Mutter verflucht haben!. Die menschlichen Bedingungen auf dem Transport nach Deutschland müssen katastrophal gewesen sein, Vergewaltigungen in den Transportzügen, gerade junger Frauen, waren an der Tagessordnung.

In Deutschland angekommen, kamen meine Mutter samt meiner Großmutter in das Frauenlager nach Sachsenhausen. Nach 6 Monaten bekam meine Mutter Thyphus und Diphtherie, sie wurde sehr schwer krank. Zusätzlich verweigerte sie jegliche Nahrung und wurde dem Lagerarzt vorgestellt, es war ein deutscher und kein russischer Arzt, sie hatte Glück.
Bei der Untersuchung, in Anwesenheit russischer Soldaten, sagte dieser Arzt mit entsprechendem Blick zu meiner Mutter: sie habe neben dieser beiden akuten Erkrankungen einen schweren Herzfehler, woraufhin meine Mutter dies mit einem bejahenden Kopfnicken bestätigte. Binnen 24 Stunden war sie, wie auch meine Großmutter, aus dem Lager, zum angeblichen sterben, entlassen worden.
12 Jahre später kam ich gesund auf diese Welt.

Danach (1946) hat meine Mutter sich von ihrem Glauben an Gott ebenfalls gelöst, wir, mein Bruder und ich wurden ohne jeglichen Glaubensbezug erzogen.
Meine Großmutter hatte gelegentlich, so mir noch in Erinnerung, immer wenn sie sich über etwas aufregte : >Mein Gott, Jususch & Mariaaaah< (mit leicht polnischem Akzent) geflucht.
Und von meinem Vater habe ich nur ein einziges Tischgebet gelehrt bekommen, welches wie folgt hier nun zu lesen:

„Komm Herr Jesus, sei unser Gast ,
und segne was du uns bescheret hast.
Wir woll’n weder trock’n Brot, noch grünen Hering –
sondern was du frisst und Hermann Göhring.“

Soweit dazu mein Vater, er war ein sehr lustiger, aufgeschlossener Zeitgesell, mein großes Vorbild, auch in seinen Streichen, von denen er uns, immer mit Stolz, erzählte.

Genug dieser Unfrömmigkeiten, soweit ein ganz kleiner geschichtlicher Familienausriss.

Aber nun Regina zu deinen Zeitrissen.
Ich kann an deiner Situationsbeschreibung nun wirklich nichts Besonderes entdecken.
Du beschreibst die Situation wie folgt: „Na ja,jedenfalls war's ein schwüler Sommertag und ich spielte mit meinem älteren Bruder,draussen im Garten,vor dem Haus, Tischtennis. Plötzlich kam mir alles seltsam vor. Ich sagte meinem Bruder,dass ich das schon einmal erlebt habe und das jetzt dann wahrscheinlich mein Vater kommen würde und ich beschrieb auch was... er anhaben und sagen würde.“
Ich gehe davon aus, dass du schon öfter mit deinem Bruder, im Garten vor dem Haus Tischtennis gespielt hattest. Und ich gehe ebenfalls davon aus, dass du dich, bevor du mit deinem Bruder im Garten warst, im Haus deines Vaters aufgehalten hattest und ihr euch schon im Haus begegnet seid, daher war dir auch im Unterbewußtsein haftend, was er an Kleidung trug. Und ganz sicherlich hat dein Vater euch nicht beim ersten mal bei Tischtennis zu gesehen und eventuell - so vermute ich nur, denn du hast dich da sehr bedeckt gehalten – ermahnt nicht so laut zu sein…oder…oder…oder.
Erst recht für Kinder muss eine solche Situation, zum wiederholen mal erlebt, wie ein Deja-vu-Erlebnis vorkommen.

Spirituismus und Glaube gepaart, werden im Laufe der Zeit zu einem Ritual, welches dann (auch) zelebriert, ganz bewusst als solches ausgelebt. Dazu bedarf es sicher auch keinerlei Ökö-Klamotten.
Nun schreibst du dann wie folgt weiter: „Selbst dem hartgesottensten Atheisten müsste es ein Rätsel sein, weshalb es die Menschheit überhaupt gibt.“
Nun ja, das Leben in seiner mannigfachen Vielfalt stellt uns schon vor sehr viele Rätsel – aber Gott oder eine „noch höhere Intelligenz“ wird auf Seiten der Nichtgläubigen (zu denen ich mich zähle) erst einmal grundsätzlich ausgeschlossen, denn dann stünde zuerst die Frage danach, wo dieser/diese denn seinen/ihren Ursprung!

Ohne eine wirklich klärende und erklärende Antwort auf die Frage nach Gott, nach seinem Ursprung nach dem Sinn des Seinigen, zunächst nur für sich selbst betrachtet, erst dann für uns, machen die Fragen bezüglich unserer Herkunft, des Weges unseres wohin, warum, wieso, weshalb keinen wirklichen Sinn.

Wenn wir also Gott nicht erklären können, wie soll(t)en wir dann uns erklären?
Diese Prozedur erspare ich mir, denn sie führt ins Nichts…und zu nichts – für mich zumindest, es wäre Zeitverschwendung.

Ich könnte jetzt sagen, erkläre mir Gott, aber das will ich nicht wirklich. Selbst der gute alte Goethe hatte zu Lebzeiten darauf verzichtet, er wollte die Geschichte vom lieben guten Gott nur noch von ihm ganz persönlich hören.
Wenn also gläubige Menschen Gott wissenschaftlich nicht erklären können und das können sie (immer noch) nicht, dann erklären sie es lediglich immer wieder aus ihrem Glauben an ihm, zu ihm.
Sie drehen sich dabei ständig immer nur im Kreis bewegend, um Gott herum. Das ist mir, auf Dauer, zu wenig. Ich akzeptiere Menschen in ihrem Glauben, nur Gott eben nicht, für mich.

Wenn du dann weiter schreibst: Aber wenn die Wissenschaft nicht einmal die Hypothese eines Gottes zulässt, finde ich das ziemlich traurig.“, frage ich dich, wo kommt deiner Meinung nach Gott her? Was ist deine Hypothese zu ihm?
Ich lasse dir alle Zeit, die du möchtest, bei der Beantwortung dieser Frage, denke darüber nach, ich bin gerne bereit mich mit dir darüber gedanklich auszutauschen.

Im weiteren Verlauf triffst du folgende Aussage: „mit dem "verlorenen Glauben" geht auch die Moral und Ethik verloren.“
Nun, ich für mich habe meinen Glauben nicht verloren (da ich noch nie einen hatte) und habe dennoch moralische und ethische Vorstellungen, Werte…die sicherlich einen christlichen Ursprung haben, aber von katholischen Moralvorstellungen schon sehr stark differenziert. Das, was du als Verlust bezeichnest, bezeichne ich als Veränderung, die natürlich von deinen Vorstellungen sicherlich abweichen und insofern, sich für dich, als Verlust darstellen.
Aber das wäre ein eigenständiger Thread hier.
Quante wünscht dir noch einen entspannten Tag und viel Spaß im Forum.

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Zur Bedingung des Raum und der Zeit gehört ganz unbedingt ,die absolute Bedingungslosigkeit von Raum und Zeit. Werden Raum und Zeit an Bedingungen geknüpft sind sie endlich, mit einem Beginn und einem Ende.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Quante am 04.11.2010 um 14:49 Uhr.
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Lieber Quante,

ich möchte Dir einmal zuerst sehr herzlich für Deine liebe Antwort auf meine Frage nach den Zeitrissen und zum Thema Gott bedanken.

Und ich meine es auch wirklich sehr ernst und ehrlich wenn ich schreibe, es tut mir von Herzen leid, was Dir und Deiner Familie passiert ist. Und wenn einem sehr schlimme Dinge im Leben passieren, wendet man sich oft von Gott ab. Man sagt: wenn es einen Gott geben würde, weshalb lässt er es dann zu, dass Menschen leiden, verhungern, verdursten, schwere Krankheiten haben oder sonst etliches Leid erdulden müssen?
Gott ist doch, laut der Bibel, sooo mächtig, oder? Weshalb lässt er es dann zu, dass sich die Menschheit eigenhändig ins Verderben stürzt?
Ich werde gleich versuchen eine vielleicht einleuchtende Antwort darauf zu geben, aber vorher muss ich auch noch ausholen....

Für mich war meine Kindheit eigentlich die schlimmste Zeit in meinem Leben. Meine Familie hatte nicht so viel Geld, so dass wir uns vielleicht wenigstens eine ordentliche Wohnung hätten leisten können. Stattdessen wohnten wir zu fünft in einer kleinen Wohnung. Dort gabs ein Elternzimmer und ein Kinderzimmer, eine kleine Küche mit anschliessendem "Essraum" und ein kleines Wohnzimmer, wo wir die meiste Zeit mit Fernsehn gucken verbrachten. Wir stritten uns oft, weil wir einfach zu dicht aufeinander wohnten. Ausserdem schimmelte es auch noch stark in dieser "Bruchbude".
Nach der Schule aber ging ich oft zu meiner Oma und Opa. Oma war stark gläubig und betete auch immer, vor dem zu Bett gehen. Das machte mich dann als Kind natürlich auch auf die Bibel aufmerksam. Nur, ich las meistens gelangweilt darin herum, weil für mich die Bibel (auch heute noch) eher ein Märchenbuch war. Aber vielleicht war sie der Grund, weshalb ich mich schon sehr früh (ich war glaube ich erst, sechs oder sieben) mit der Vorstellung eines Gottes beschäftigte. Dann kam natürlich auch hinzu, dass ich auch schon einige Menschen bisher in meinem Leben (wie die meisten Leute) verloren habe. Wenn ich so nachdenke sind es bis jetzt schon über zehn Menschen, oder noch mehr. Letztes Jahr z.B. starb mein Cousin. Er war erst 48 und hatte noch zwei kleine Kinder. Wo ist da Gott?
Und jetzt ist wohl die schwerste Zeit in meinem Leben, da meine Mutter unheilbar an Krebs erkrankt ist. Sie kämpft schon seit sechs Jahren gegen diese Krankheit, obwohl sie, laut den Ärzten, schon seit etwa drei Jahren tot sein müsste......

Deshalb jetzt zu meinen obigen Fragen und zu der wichtigsten Frage überhaupt: weshalb lässt Gott das zu, wenn es ihn gibt? Mit Sicherheit kann das wohl Niemand beantworten und am allerwenigsten kann ich Gott erklären. Ich kann nur sagen, ich fühle, es gibt eine Macht. Und da ich nicht weiss, welchen Namen ich dieser Macht geben soll, nenne ich sie halt Gott, wie die Bibel. Aber ich glaube nicht an die Bibel, weil viele Dinge einfach absurd sind. Ausserdem: weshalb muss sich Gott uns beweisen? Dein Chef muss Dir doch auch nicht beweisen, dass er Dein Chef ist, oder? Aber Du solltest ihm vielleicht zeigen, Du kannst ein guter Mitarbeiter sein. Mist, ich höre mich langsam an wie Jürgen Fliege und das macht mir wirklich grosse Angst. *lol*

In meinem Leben habe ich auch schon manchmal darüber nachgedacht mich vom Glauben abzuwenden. Doch ich kann es nicht, weil ich mich dann selbst belügen würde. Ich kann Gott (die Macht) nicht sehen, nicht hören, nicht richen oder schmecken. Aber ich kann ihn fühlen. Und wenn ich in die Augen eines geliebten Menschen blicke, dann kann ich ihn vielleicht doch sehen?
Ich kann Gott dafür hassen, dass er es zulässt, dass meine Mutter leiden muss. Andererseits kann ich ihm nicht dankbar genug sein, dass ich sie überhaupt kennen lernen durfte. Man kann Gott als Einbildung "stehengebliebener Menschen" sehen. Man kann ihn ignorieren und ich denke, man kann auch sehr, sehr gut ohne die Vorstellung von Gott leben. Aber sei mal ehrlich: ist das Leben ohne diesen Glauben an Gott echt viel schöner oder besser?
Für mich käme das nicht in Frage, weil er mir Trost spendet, wenn ich am Boden bin. Ohne meinen Glauben an ihn, wäre ich auch schon längst auf dem Friedhof (als Leiche). Ich kann Gott nicht erklären und auf keinen Fall kann ich beweisen, dass es einen Gott gibt. Doch er macht mein Leben ein bisschen erträglicher. Denn wenn ich mich eines Tages für immer von meiner Mum verabschieden muss, kann ich mich damit trösten, dass sie dann vielleicht das Leben geschenkt bekommt, dass sie nie hatte. Ich kann mich dann damit trösten, dass sie vielleicht in einer Art "Traumwelt" lebt, wo sie glücklich und zufrieden ist und wo sie nie mehr Leiden muss oder seelische Schmerzen ertragen muss.

Meine Vorstellung von einem (möglichen) Gott mag kindisch, dümmlich und naiv sein, aber sie hilft mir durch jeden weiteren Tag. Und hey, sollte man den Kids heutzutage den Glauben an einen Weihnachtsmann nehmen? Ich finde es so süss, wenn sie wirklich denken, es gäbe ihn. Also sollte man den Menschen unbedingt beweisen, dass es keinen Gott gibt? Wozu? Darum heisst es ja auch "der Glaube" und nicht "das Wissen". Der Glaube kann Menschen verändern und ihnen Hoffnung geben, da bin ich mir sicher. Jedoch darf man es damit nicht übertreiben und man sollte nicht versuchen andere zu bekehren.
Ich akzeptiere es, wenn Du nicht an einen Gott oder ähnliches glaubst und ich denke, Du akzeptierst es auch, wenn ich an einen Gott glaube. Ich kann übrigens Deine Haltung voll verstehen und hoffe einfach nur, dass Du trotzdem glücklich sein kannst.

Sich gegenseitig zu respektieren halte ich sowieso viel wichtiger als die Frage nach dem Glauben. Denn irgendwie hat jeder seinen Glauben, auch die die an Nichts glauben. :)

Meine Antworten waren vielleicht nicht sehr aufschlussreich, aber wenn Du etwas genauer wissen willst, würde ich mich sehr freuen, wenn Du mich direkt danach fragst.

Vielen herzlichen Dank und Euch allen eine schöne Zeit

Regina
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Guten Abend Regina…nun meinerseits eine sehr kurze und bündige Antwort au f deine Fragen….: „weshalb lässt Gott das zu, wenn es ihn gibt?“, wenn es ihn geben sollte, ER würde es nicht zu lassen.

Und weiter:“ es gibt eine Macht.“ Ja ,gibt es, DEINE menschliche Kraft, die sich in deinem Willen, deinen Wünschen, in deinen Hoffnungen, von mir aus auch in deiner allmenschlichen Liebe…letztendlich aber in deinem TUN widerspiegelt, sich darstellt.

Und wieder weiter dich zitierend: „In meinem Leben habe ich auch schon manchmal darüber nachgedacht mich vom Glauben abzuwenden. Doch ich kann es nicht, weil ich mich dann selbst belügen würde. Ich kann Gott (die Macht) nicht sehen, nicht hören, nicht richen oder schmecken. Aber ich kann ihn fühlen. Und wenn ich in die Augen eines geliebten Menschen blicke, dann kann ich ihn vielleicht doch sehen?“

Ja die Macht steckt in DIR,,, und beziehe mich auf das eben gesagte von mir…..: Ja gibt es, DEINE menschliche Kraft, die sich in deinem Willen,…!

Und auf deine folgende Frage: „Aber sei mal ehrlich: ist das Leben ohne diesen Glauben an Gott echt viel schöner oder besser?“, gebe ich dir folgende Antwort: Ja ist es, denn ohne Lüge lebt es sich freier, Gott ist für mich die größte aller menschlichen Lügen, denn er dient , auch letztendlich, des Selbstbetruges, des sich selbst Belügens und Betrügens.

Aber das sind die Worte eine nicht gläubigen Menschens, aber von meinem Standpunkt aus ehrlich gemeint. Meine Eltern haben mir die Geschichten, die Lügen eines Gottes erzählt, näher gebracht, auf Grund ihrer eigenen GESCHICHTE, dafür bin ich ihnen dankbar .
Ich akzeptiere, dass Menschen den Glauben an Gott für sich in Anspruch nehmen, für mich ist er ein NICHTS. Er ist lediglich die Fremdbestimmung der Kirchen, des Papstes,….für andere, aber nicht für mich!

Und wieder weiter ,wo du da schreibst: „Für mich käme das nicht in Frage, weil er mir Trost spendet, wenn ich am Boden bin. „
Ein guter Mensch, in deiner Nähe, kann dir bestimmt mehr Trost spenden, Kraft geben, deinen Hoffnungen und Wünschen Nachhalt verleihen, dich aufbauen, wenn du am Boden bist.

Und im folgendem von dir, möchte ich dir widersprechen:“ Der Glaube kann Menschen verändern und ihnen Hoffnung geben, da bin ich mir sicher.“

Nur Wissen verändert einen Menschen, denn es führt dich weiter zu neuen Fragen, zum Hinterfragen. Glaube fragt nicht…zumindest hinterfragt es nicht wirklich, Glaube sagt zu allem Amen, es reduziert sich auf sich selbst, auf seinen Glauben an Gott, und nicht einmal an den Glauben an sich selbst, denn Gott verbietet es dir, den Glauben an dich selbst. Denn du sollst an Gott glauben...und keinen anderen Gott neben dir haben, so predigt (es) die katholische Kirche.

Dies ist meine Erkenntnis aus diesem Dialog, hier mit dir , liebe Regina.
Bis dann, also!
Deine Quante.
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Lieber Quante,

ich danke Dir natürlich für Deine ehrlichen Antworten, aber Du hast mir wahrscheinlich nicht genau "zugehört" oder gelesen, was ich Dir sagen wollte.

Also: ich distanziere mich ganz klar von der katholischen Kirche. Es ist wahr, dass ich katholisch aufgewachsen bin. Doch ich wurde nicht katholisch erzogen. Denn wenn es nach der Bibel gehen würde, dann müsste ich nach meinem Tod ewig in der Hölle brennen und das ist absoluter Blödsinn.

Wenn ich Dich auch zitieren darf:" Nur Wissen verändert einen Menschen, denn es führt dich weiter zu neuen Fragen, zum Hinterfragen." Heisst das im Klartext, Du weisst das es keinen Gott gibt? Wenn Du das behauptest, bist Du wohl einer der klügsten Menschen auf der Welt. Denn Niemand weiss, ob es Gott gibt oder nicht. Ich auch nicht.
Und weiters:" Glaube fragt nicht…zumindest hinterfragt es nicht wirklich, Glaube sagt zu allem Amen, es reduziert sich auf sich selbst, auf seinen Glauben an Gott, und nicht einmal an den Glauben an sich selbst, denn Gott verbietet es dir, den Glauben an dich selbst. Denn du sollst an Gott glauben...und keinen anderen Gott neben dir haben, so predigt (es) die katholische Kirche."
Da irrst Du Dich in meinem Falle gewaltig. Denn wie gesagt, ich gehöre NICHT zur katholischen Kirche oder zu der Gruppe der "Bibelgläubigen". Und ich hinterfrage sehr wohl die Existens eines Gottes. Ich stelle mir oft die Frage, ob es ihn gibt oder nicht. Und ich zerbreche mir sehr oft den Kopf darüber. Manchmal denke ich, es ist dumm zu denken, es gibt einen Gott oder mehrere Götter oder Mächte. Aber dann "spreche" ich manchmal mit ihm (ja, ja, Du denkst jetzt ich bin ein Schizo) und fühle mich dann wieder ein bisschen besser und ihm, ihr oder es näher.

Dann hast Du noch geschrieben: "Und auf deine folgende Frage: „Aber sei mal ehrlich: ist das Leben ohne diesen Glauben an Gott echt viel schöner oder besser?“, gebe ich dir folgende Antwort: Ja ist es, denn ohne Lüge lebt es sich freier, Gott ist für mich die größte aller menschlichen Lügen, denn er dient , auch letztendlich, des Selbstbetruges, des sich selbst Belügens und Betrügens."
Welche Lüge meinst Du denn? Die der Kirche? Und ich wiederhole es nochmals gerne für Dich: ICH gehöre NICHT zur KIRCHE.
Falls der Glaube an einen Gott für Dich eine Lüge ist, was ist dann die Wahrheit für Dich und woher kennst Du sie?

Das Leben hat Dir und Deiner Familie übelst mitgespielt und deshalb bist Du wohl im wahrsten Sinne des Wortes, vom Glauben abgefallen. Ich kann's verstehen, aber es macht mich auch traurig. So doof das auch klingen mag. Ein Mensch ohne einen Glauben ist für mich wie ein Buch voller leerer Seiten. Das meine ich jetzt nicht als Beleidigung und hoffe, Du fasst es auch nicht als Beleidigung auf.

Wenn ein geliebter Mensch von Dir stirbt, was denkst Du dann? Er ist jetzt einfach nur tod? Wenn ja, dann gehst Du wohl auch nie zum Grab des Verstorbenen, oder? Denn was würde das für einen Sinn machen? Auf dem Friedhof liegen ja "nur" Leichen, verweste Körper, Skelette. Wozu also auf den Friedhof gehen, wenn man auch Fotos von den liebsten daheim hat?
Für mich ist der Friedhof ein Ort des "wirklichen Friedens". Ich "besuche" gerne meine liebsten auf dem Friedhof. Aber natürlich hätte ich sie noch viel lieber lebendig um mich. Doch ich gehe manchmal auf den Friedhof und spreche in Gedanken mit ihnen. Dann sage ich ihnen, dass wir uns eines fernen Tages wieder sehen werden. Vielleicht in anderer Form, auf einem anderen Planeten oder in anderer Gestalt. Wie auch immer......

Es ist der Glaube und nicht das Wissen daran, das mir die Hoffnung gibt. Vielleicht solltest Du Dich von der Kirche nicht zu sehr beeinflussen lassen. Denn der Hass auf die Kirche lässt Deinen Glauben an "etwas Grösseres" ganz verkümmern.

Vielen herzlichen Dank für Deine Antwort und viele liebe Grüsse

Regina
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Es gibt zwei Dinge, die unendlich sind: Die menschliche Dummheit und das Universum. Beim Universum bin ich mir allerdings nicht sicher....
(Albert Einstein)
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Guten Nabend Regina
Um es bezüglich des lieben Gott’s ganz kurz zu fassen, ich glaube nicht an ihn und somit ist er für mich nicht von existentieller Bedeutung, weder im ideellen noch im praktischen Sinne.
Ich setze mich zwar mit dieser Thematik gelegentlich auseinander, aber für mich ist er in keinster Weise existent, diesbezüglich behaupte ich aber nicht, das Wissen seiner Nichtexistenz zu haben, und schon gar nicht im wissenschaftlichen Sinne ,daß er nicht existiert.

Das NICHTS, lässt sich wissenschaftlich nicht beweisen, denn es kann sich dann, schon wieder, um ALLES (andere) handeln.
Lassen wir das Thema einfach damit beruhen, du glaubst an…etwas …Imaginäres….gut so, kann ich gut mit leben…du sicher auch, aber zuallererst vertraue ich meinem eigenen Ich. Das mag arrogant klingen, hat sich aber in den letzten 52 Jahren bestätigt, und ich habe mich selten (einige Male schon ein wenig) selbst enttäuscht. In 5 Wörtern gefaßt: Gott ist für mich NICHTS. Und für viele Andere, ALLES! Wo liegt also hier die wahre Wahrheit??? Ganz bestimmt nicht, in der Mitte!
Wenn jemand mit Gott redet ist er, sie auch nicht schizo, das würde ich nie behaupten (hab es auch nicht, bitte verzeih mir meinen ersten Ausrutscher mit dem Doc, wenn du das meinst), die Menschen sind verschieden in ihren Ansichten, Wünschen, Hoffnungen, Träumen – in ihrem Leben, und das achte ich, im doppelten Sinne!
Einige sind es auch in ihrem Glauben, gänzlich verschieden!


„Ein Mensch ohne einen Glauben ist für mich wie ein Buch voller leerer Seiten.“
Darauf geb ich dir 2 ganz kurze Antworten: Kennst du, alle Bücher dieses Lebens?
Im Buch meines Lebens, sind noch einige Seiten gänzlich unbeschreiben, obwohl ICH kein unbeschriebenes Blatt, aber, ich komm dir jetzt mit V. Leandros: …denn Ich liebe das Leben!
Und, bin von Natur aus ein Sanguiniker, und ich hoffe bis zum letzten Atemzug, so dass ich auch noch in meiner Todesstunde ein Lächeln auf den Lippen haben werde. Auslachen kann ich den Tod dann nicht mehr, aber etwas lächerlich machen, so wünsche ich es mir zumindest!

Und nun zu deiner wertvollsten Frage, die du am Schluß gestellt:“ Wenn ein geliebter Mensch von Dir stirbt, was denkst Du dann?“
Ich habe, den Tod eines Menschen, nein sein Sterben in diesem Jahr begeleitet, für 5 Tage, ganz intensiv…auf beiden Seiten sehr intensiv erlebt…und er macht mich…auch nach 8 Monaten immer noch fassunglos, in meinem Herzen, in meinen Gedanken.

Marcel (ein guter Freund von mir) war jünger als ich, 12 Jahre, und er hatte noch so viel vor.
Er ruht jetzt in Paraguay, ich kann also nicht zu seinem Grab, aber in meinem Herzen ist für mein Leben lang, immer ein Platz für ihn – wie für andere auch!
Deinen letzten Satz möchte ich anders wiedergeben, als du folgendes schriebst:“ Es ist der Glaube … daran, das mir die Hoffnung gibt.“
Es ist mein Herz, welches (sich/mich) in Hoffnungen wiegt, und nur (aus) mein(em) Herz(en).
Guten Abend, Regina.
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Zur Bedingung des Raum und der Zeit gehört ganz unbedingt ,die absolute Bedingungslosigkeit von Raum und Zeit. Werden Raum und Zeit an Bedingungen geknüpft sind sie endlich, mit einem Beginn und einem Ende.
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Hallo Regina34 und Quante

Ich danke euch für euren wunderschönen Dialog!
Hat mich sehr nachdenklich gestimmt und zeigt doch wie verständnisvoll man mit unterschiedlichen Weltanschauungen umgehen kann.
Leider scheint das aber eine Ausnahme zu sein, wenn sieht zu welchen Auswüchsen religiöser Fanatismus global führen kann.

Als gebürtiger DDR-Atheist kann ich allerdings nicht nachvollziehen, daß man zum Erhalt seines psychischen Gleichgewichts, von Moral und Ethik nicht ohne den Glauben an ein ausgedachtes Imago sein kann, denn wer wollte daran zweifeln, daß es auch ohne spirituelle Abhängigkeit möglich sein kann.

Gruß Horst
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Beiträge: 21, Mitglied seit 8 Jahren
@Quante:

Lieber Quante,
ich bin auch der Meinung, dass wir dieses Thema abschliessen können. Ich glaube an die Existens eines Gottes oder mehrerer Götter und Du nicht. Damit können wir beide leben und das ist auch wirklich gut so. Wenn wir einmal sterben und Du stellst fest, es gibt tatsächlich noch etwas, nach dem Tod, dann ist das sehr schön für Dich. Wenn ich einmal sterbe und es gibt dann Nichts, dann ist das auch okay. Niemand von uns beiden hat dann etwas zu befürchten.

Du bist ein sehr guter Mensch, auch ohne einen Glauben und es ist ja auch nicht wichtig, was ein Mensch glaubt, sondern nur sein Handeln zählt. Wenn wir uns alle so respektieren, wie wir sind, dann könnte die Welt auch schon friedlicher werden.

Das mit Deinem Freund tut mir wirklich sehr leid. Es ist immer so traurig, wenn man einen Menschen verliert, der einem nahe steht. Und ich kann Dir nur mein Beileid aussprechen und sagen, ich finde es wundervoll, dass Du ihn noch auf dem letzten Weg begleitet hast. Das war sicherlich eine sehr grosse Hilfe für ihn und ich finde es sehr stark von Dir.

Du hörst auf Dein Herz? Das finde ich auch sehr gut, denn man sollte nur auf sein Herz hören und auf Nichts anderes. Es ist schon okay, was Dir Dein Herz sagt und wenn Du Deinen Weg ohne einen Glauben an Gott machen willst, ist das auch okay. Du musst damit leben und damit glücklich sein und es ist völlig in Ordnung.

Ich bedanke mich noch sehr für den Respekt, den Du mir gegenüber geleistet hast und ich würde mir sehr wünschen, wenn alle Menschen so denken könnten.
Danke lieber Quante! Du bist ein toller Mensch und ich wünsche Dir alles Liebe und Gute für Dein weiteres Leben!


@Horst:

Nun, ich finde "als Gläubige", sollte es auch möglich sein, jeden Menschen so zu respektieren, wie er ist. Darum lehne ich den "kirchlichen und biblischen Glauben an Gott" völlig ab.
Was ist zum Beispiel an Schwulen so schlimm? In meinen Augen finde ich es wirklich völlig daneben, dass schwule Menschen nicht heiraten dürfen oder sogar noch in die Hölle kommen sollten, wegen ihrer Neigung. Das ist völliger Blödsinn! Liebe ist Liebe, egal ob schwul, lesbisch oder hethero.

Klar, man kann auch ohne die Spiritualität oder einen Glauben leben. Wahrscheinlich auch sehr gut. Aber wie ich schon erwähnte: für mich ist das einfach nicht möglich, weil ich sehr stark fühle, es gibt noch mehr als "nur das Leben". Mir hat mein Glaube schon sehr viel geholfen und jetzt hilft er mir auch sehr, durch diese schwere, schier unerträgliche Zeit.......

Manchen Menschen gibt er eben sehr viel Hoffnung und macht ihnen das Leben leichter. Das bedeutet aber nicht, dass man unbedingt einen Glauben braucht. Man kann ohne ihn gut leben. Es kommt halt auf jeden einzelnen Menschen an und man sollte nicht egoistisch sein und unbedingt versuchen, Leute auf seine Seite zu ziehen. Man muss lernen Respekt allen Menschen gegenüber zu bringen, ob es einem nun gefällt oder nicht. Wir alle wissen nicht, wer recht hat und wer nicht. Und falls die Bibel wirklich recht haben sollte, dann wird wahrscheinlich der grösste Teil der Menschheit im ewigen Fegefeuer verbringen (ich übrigens auch.*lol*). Ist dann aber auch nicht sooo schlimm, weil ich denke, die meisten "coolen Leute" sind dann in der Hölle. ;)

Zum Schluss noch: dieses Forum hier ist echt genial und die Menschen hier gehen wirklich sehr respektvoll miteinander um! Das finde ich echt super! :)

Lieber Quante und Horst

Ich wünsche Euch alles Liebe und Gute und weiterhin viel Glück und Gesundheit für die Zukunft und es macht echt Spass sich mit Euch zu unterhalten!! DANKE!!

Regina
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Es gibt zwei Dinge, die unendlich sind: Die menschliche Dummheit und das Universum. Beim Universum bin ich mir allerdings nicht sicher....
(Albert Einstein)
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Hallo Regina34, hallo Quante,

auch ich habe euren Dialog mit interesse verfolgt (ich hoffe, das war in eurem Sinne - schließlich habt ihr den Dialog ja "öffentlich" in diesem Forum geführt). Ich möchte auf einige Einwände Quantes meine Gegeneinwände aufführen.
Quante schrieb in Beitrag Nr. 1710-14:
wenn es ihn geben sollte, ER würde es nicht zu lassen.
Wenn er es nicht zulassen würde, wären die Welt (und die Menschen) nicht frei.
Zitat:
Und weiter:“ es gibt eine Macht.“ Ja ,gibt es, DEINE menschliche Kraft, die sich in deinem Willen, deinen Wünschen, in deinen Hoffnungen, von mir aus auch in deiner allmenschlichen Liebe…letztendlich aber in deinem TUN widerspiegelt, sich darstellt.
Es sind aber nicht nur die eigenen Wünsche, es sind auch die Wünsche/ Hoffnungen, die sich im Tun Anderer widerspiegeln. Es geht also um ein "Miteinander". Und... wenn es in diesem Miteinander also "Andere" gibt, warum sollte es nicht auch jemanden "Ganz Anderen" geben, der dieses Miteinander gewollt bzw. gestiftet hat?
Zitat:
Und auf deine folgende Frage: „Aber sei mal ehrlich: ist das Leben ohne diesen Glauben an Gott echt viel schöner oder besser?“, gebe ich dir folgende Antwort: Ja ist es, denn ohne Lüge lebt es sich freier, Gott ist für mich die größte aller menschlichen Lügen, denn er dient , auch letztendlich, des Selbstbetruges, des sich selbst Belügens und Betrügens.
Lügen ist "die Unwahrheit sagen wider besseren Wissens" - es gibt - wie Regina richtig sagte - keinen, der weiß, dass es Gott nicht gibt. Lassen wir einmal eine bewusste Instrumentalisierung Gottes außen vor - dann können Lehren über Gott höchstens falsch, aber keine Lügen sein. Dies wird auch aus deiner nachfolgenden "Bewertung" der "Lüge" offensichtlich:
Zitat:
Meine Eltern haben mir die Geschichten, die Lügen eines Gottes erzählt, näher gebracht, auf Grund ihrer eigenen GESCHICHTE, dafür bin ich ihnen dankbar .
... denn hätten dich deine Eltern tatsächlich belogen, dann wärest du deinen Eltern sicherlich nicht dankbar dafür.
Zitat:
Ein guter Mensch, in deiner Nähe, kann dir bestimmt mehr Trost spenden, Kraft geben, deinen Hoffnungen und Wünschen Nachhalt verleihen, dich aufbauen, wenn du am Boden bist.
Ja, manche Menschen werden das können. Aber ist dieser Trost dauerhaft belastbar? Viele atheistische Philosophen sind an der Sinnlosigkeit des menschlichen Daseins und insbesondere an der des Leids in der Welt zerbrochen.
Zitat:
Nur Wissen verändert einen Menschen...
Die Frage ist aber, ob es ein umfassendes, zufriedenstellendes Wissen gibt und ob dieses den Menschen positiv verändert.
Zitat:
Glaube fragt nicht…zumindest hinterfragt es nicht wirklich, Glaube sagt zu allem Amen, es reduziert sich auf sich selbst...
Jede unbewiesene These ist - solange sie nicht verifiziert ist, zunächst einmal Glaube. Theorien bzw. Thesen können sich z.B. auf Plausibilitäten stützen und haben dadurch eine Berechtigung. Und nicht vergessen: Selbst, wenn eine Theorie/ These sich bislang bewahrheitet hat, so ist sie immer noch Glaube, denn sie kann entweder wegen der unendlichen Anzahl erforderlicher Versuche nicht verifiziert sondern allenfalls falsifiziert werden oder aber sie beruht auf unbewiesenen Axiomen.
Zitat:
... denn Gott verbietet es dir, den Glauben an dich selbst.
Das glaube ich gerade deswegen nicht, weil Gott (siehe oben) der Welt die Freiheit gelassen hat...
Zitat:
Denn du sollst an Gott glauben...und keinen anderen Gott neben dir haben
Dieses Gebot bedeutet weder, dass man nicht an andere Dinge glauben dürfte, noch dass man sich keine eigenen Gedanken machen sollte, noch dass man sich nicht selbst lieben sollte etc.... Das Gebot warnt lediglich davor, diesen anderen selbstgemachten, durchaus schönen und berechtigten Dingen die Göttlichkeit (d.h. die erste Priorität im Leben) einzuräumen.
Zitat:
so predigt (es) die katholische Kirche
Es handelt sich bei dem Zitat aus 2. Mos. 20, 2 "Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!" nicht um einen Glaubenssatz der katholischen Kirche, sondern um das erste der zehn Gebote. Die Kirche hat sich dagegen zusätzlich jede Menge eigene Wahrheiten, davon auch viele meiner Meinung nach ziemlich blödsinnige, ausgedacht. Diesen auf "menschlichem Mist" gewachsenen "Wahrheiten" sollte man eben (und das drückt das obige Gebot m.E. gerade aus) mit der erforderlichen Skepsis begegnen.
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Hallo Regina34,
Regina34 schrieb in Beitrag Nr. 1710-18:
Und falls die Bibel wirklich recht haben sollte, dann wird wahrscheinlich der grösste Teil der Menschheit im ewigen Fegefeuer verbringen
Dieses ist z.B. eine der o.a. kirchlichen Weisheiten, welche absolut nichts mit der Bibel zu tun hat. Mein Tipp: auch wenn es damals langweilig für dich war - vielleicht versuchst du´s heute nocheinmal mit der Bibel selbst. Am besten mit den Evangelien des neuen Testaments. Darin finest du dann nicht die Meinung der Kirche, sondern das, was Jesus von Nazareth über das göttliche Wesen lehrte.
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