Hallo Aglaia,
du solltest erst definieren, was du meinst mit Extremsituation. Ich finde sitzen in Gefängniss ist keine Extremsituation. Ein Diebstahl, ein Raubüberfall ist eine Extremsituation für Beteiligten. Verhör und Gerichtsverhandlung - Extremsituation. Das Warten auf Urteil - Extremsituation. Selbst Gefängnis aber nicht.
Jemand hat mir erzählt eine Geschichte. Wann in Litauen tiefste wirtschaftliche Krise war, manche Leute hatten nach Schweden gefahren, ganz offensichtlich versucht etwas zu klauen. Damit könnten sie in Gefängniss landen. Da müssten sie arbeiten. Sie verdienten mehr als in Heimatland, hatten dazu Übernachtungsmöglichkeit und Verpflegung.
Also, dann müsstest du zu Extremsituationen zählen das Leben der Obdachlose - er ist m.E. viel extremer.
Extremsituation musste unterscheiden in Sicht, ob Betrofene aktiv oder passiv ist. Beispiele für die aktive Beteiligung: ein Extremsportler, ein Wetbewerb, eine Prüfung, ein Diebstahl, ein Treffen einer lebenswichtigen Entscheidung und etc.
Beispiele für die passive Beteiligung: das Warten auf die Resultate einer Prüfung, das Warten auf Urteil in Gericht, die Nachricht das eigene Sohn ist verunglückt und etc.
Zwei Arten der Extremsituationen. Versuchst sich selber da vorstellen - hast bestimmt etwas ähnliches erlebt. Wie geht, bzw. ging
für dich die Zeit.
Die andere Aspekt, den du solltest ansprechen, ist selbst der Betroffene. Ein Choleriker, ein Neurotiker machen aus der unschuldigster Situation eine Extremsituation.
Warum einige zeigen sich in Extremsituation schlechter als sonst (z.B. Prüfung), andere können sich mobilisieren und zeigen überdurchschnittliche (bezogen auf sich selbst) Resultate?
Das Sucht nach Rausch (es betrifft m.E. Extremsportler auch) - warum suchen die Menschen immer den Kick?
Ich habe dir nur etwa Richtung gezeigt. Hast kein Angst die Schlüsse ziehen aus eigener Erfahrung.
Gruss
PS: Allerdings analisieren das Zeitempfinden eines Vergewaltigers, genauso wie seinen Opfers, finde ich nicht nur unmoralisch, es ist pervers.