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Von der Quantenphysik zum Bewußtsein

Thema erstellt von Zara.t. 
Beiträge: 726, Mitglied seit 2 Jahren
Hallo Claus,

danke für deine Auskünfte und Tipps. Ich versuche gegenwärtig, fern geworden der Mathematik, nur, das Prinzip des Zusammenwirkens von SRT- und Art-Zeitdilatationen zu begreifen. Bleiben wir beim Zwillingsbeispiel der ISS:

1. An- und Abreise zur ISS gleichen aus deinem Beleg von Spektrum.de beim Rückflug dem Myon: Also wohl stets SRT.

1.1 Nun begreife ich nicht, wieso sich Hin- und Rückflug nicht, wie ich annahm, gegenseitig auflösen sollen. Die SRT-Uhr des Myon, welche der Erde in den Weltraum zur ISS entfliehen könnte, müsste doch aus der Sicht der Erde schneller gehen, also den Zerfall beschleunigen? Dies sollte doch durch die entsprechend langsamere Uhr des Myons beim Rückflug kompensiert werden? So sehe ich es auch bei dem zur ISS reisenden Zwilling. Warum ist das (angeblich?) nicht so?

1.2 Nach deinem ersten Hinweis auf die ART, die, so habe ich es jedenfalls damals zu meiner Überraschung aus deinem Beitrag Nr. 2306-460 aufgefasst, für die Zwillinge allein maßgeblich sein sollte, gilt diese dann aber doch auch, weil sie das Schwerefeld durchlaufen, für den Hin- und Rückflug. Hebt sich diese nun ebenfalls auf oder nicht? Zur Hinreise wird Schub-Energie benötigt, zur Rückreise Bremsenergie, die der Gravitation folgt? Euren Beiträgen (vor allem Stueps) entnahm ich, dass hier die ART gar nicht gelten soll, sondern nur die SRT? Warum eigentlich?

2. Zwilling auf der Erde zum Zwilling in der ISS:

2.1 Die beiden Zwillinge bewegen sich doch relativ zu einander, der eine, weil sich die Erde mit ihm dreht, obwohl er meint, er ruhe, der andere unabhängig davon mit der ISS: also SRT! Und so doch nicht ART? Wenn beide vom anderen in voller Symmetrie das gleiche von dessen Uhr denken, warum bleiben Raumkontraktion und Zeitdilatation (nur letztere sehe ich als nicht nur mathematisch bewiesen an!) nur bei dem Zurückkehrenden sichtbar? Weil er aus der Bewegung auf der Erdoberfläche zum Stillstand kommt?

2.2 Die beiden Zwillinge befinden sich jeweils, aber aus unterschiedlicher Gravitationswirkung in Ruhe zum Erdmittepunkt, jeder für sich individuell (ART), aber doch nicht zu einander. Warum dann überhaupt ART im Vergleich der Zwillinge? Trotzdem wegen des unterschiedlichen Abstands zum Erdmittelpunkt? Hier wäre es dann doch so: Der Erdzwilling sieht die Uhr des ISS-Zwillings schneller laufen, dieser die Uhr des Erdzwilling langsamer. Dieser Asymmetrie folgend müsste der ISS-Zwilling im Gegensatz zur SRT schneller altern. Falls ich das richtig sehe, dann aber doch die Frage: Warum dann aber keine kontinuierliche, aber sich aufhebende Änderung beim Hin- und Rückflug nur des ISS-Zwillings, die dann als ART doch auch für das Myon ergänzend , anders als in deinem Spektrum-Beleg gelten müsste?

3. Zusammenwirken von ART und SRT im Vergleich der Zwillinge

3.1 Der Erdzwilling bemerkt im Vergleich nach 2.1 gem. SRT, dass die Uhr in der ISS langsamer geht. Vermutung: Da er weiß, dass in der ISS die Gravitationswirkung niedriger ist als bei ihm, muss er beim Zeitvergleich berücksichtigen, dass auf der ISS die Uhr auch schneller geht. Das meintest du wohl mit der mich verwirrenden Feststellung „schneller oder langsamer“. Ok, deine Rechnung oben zeigt wohl, dass die Uhr in der ISS gem. SRT + ART dennoch langsamer geht als auf der Erde. Ob deine Rechnung richtig ist, weiß ich nicht. Ist für mich auch nicht so wichtig. Mich hat interessiert diese Frage im Zusammenwirken beider Theorien dann doch. Einmal wegen der gravitativen Rotverschiebung im Zusammenhang mit der kosmologischen Raumausdehnung in Relation zu dem m.E. immensen Faktor, der bei dem Urknall / Urprall auf kleinsten Raum konzentrierten Gesamtenergie des Universums geherrscht haben muss (vgl. auch meine unbeantwortete Frage: Beitrag Nr. 2314-1).

Dies muss doch zu Auswirkungen auf die Zeit geführt haben, die mit den 13,8 MRD Jahre seitdem vergangen sein sollen. Gesetzt den Fall, diese wäre berücksichtigt, müsste sich doch ein viel kleineres Universum ergeben, als nach dem Entstehen der Hintergrundstrahlung vermutet, oder aber, je nach Sichtweise als Blau oder Rotverschiebung, ein viel größeres bisheriges Lebensalter des Universums als angenommen?

3 .2 Die ART-Uhr würde sich auf Hin- und Rückflug zur oder von der ISS ebenso wie bei 3.1. gegenläufig zu 1.1. bewegen und müsste sich doch deshalb auch unter diesem Gesichtspunkt gegenseitig aufheben?

PS: Ich weiß nicht, wo mein prinzipieller Gedankenfehler liegen soll. Vielleicht magst du kurz auf meine einzelnen Punkte eingehen und mir nur sagen: Das ist falsch, weil xxx?

Kirsche
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Claus (Moderator)
Beiträge: 2.061, Mitglied seit 13 Jahren
Hallo Kirsche,

ich empfehle in Sachen beider RTen das Buch von Julian Schwinger "Einsteins Erbe" aus dem Spektrum-Verlag, Heidelberg. Die SRT ist in Kap. 2 gut dargestellt, erfordert allerdings ein wenig Mathematik. Die Beeinflussung des Zeitlaufs durch die Gravitation und die ART werden in Kap. 4 vermittelt.

Ohne Mathematik kommt das Buch von Kip Thorne "Gekrümmter Raum und verbogene Zeit" aus. Es ist sehr kurzweilig zu lesen und man bekommt dabei ein intuitives Verständnis für die Grundlagen der ART.

Tipp: Bei uns gibt es die o.g. Bücher in der örtlichen Stadtbibliothek. Man muss sie sich also nicht unbedingt kaufen.

Schön und mit geschichtlichem Hintergrund ist auch Stratis Karamanolis "Einstein für Anfänger".

Bestimmt gibt es neuere Bücher mit ähnlichem Inhalt - meine Empfehlung ist vielleicht nicht mehr ganz "aktuell" ;-)

Kirsche schrieb in Beitrag Nr. 2306-503:
Vielleicht magst du kurz auf meine einzelnen Punkte eingehen und mir nur sagen: Das ist falsch, weil xxx?
Kirsche

Das kann ich leider nicht. Ich habe deinen Beitrag zwar mehrfach gelesen, aber - ehrlich gesagt - die Fragen, die du darin aufwirfst nicht verstanden. Das, was du schreibst, erscheint mir sehr wirr. Ich denke wirklich, du müsstest dich zunächst in die Grundlagen einarbeiten.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Claus am 28.04.2019 um 12:18 Uhr.
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Beiträge: 726, Mitglied seit 2 Jahren
Hallo Claus,

vielen Dank für deine Literaturhinweise. Stimmt, „Einsteins Erbe“ habe ich sogar seit 1989 im Bücherschrank, aber mit Sicherheit damals nicht genügend verständnisvoll richtig durchgelesen neben Beruf und Familie damals. Das werde ich nun alsbald mit meinen hinzu gewachsenen Fragestellungen nachholen.

Zugegeben, es mir einfach machen zu wollen, habe ich gedacht, es müsste dir ganz einfach möglich sein, mir das Prinzip zu erklären, weshalb

a) im Endergebnis unserer damaligen Diskussion im Lebensdauer-Vergleich der Zwillinge im ISS-Beispiel die ART und die SRT gemeinsam eine Rolle spielen sollen,

b) beim Hin- und Rückflug aber ausschließlich nur die SRT,

c) die Wirkungen bei Hin- und Rückflug sich entgegen meiner Vorstellung nicht gegenseitig aufheben.

Das erschließt sich mir wirklich nicht. Ich glaube aber nicht, dass meine jetzt weiter präzisierte Fragen noch immer wirr daher kommen können?

Kirsche
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Claus (Moderator)
Beiträge: 2.061, Mitglied seit 13 Jahren
Hallo Kirsche,

es ist m.E. recht einfach zu entscheiden, ob ART und/ oder SRT eine Rolle spielen.

Stelle dir hierzu einfach folgende Fragen:

1) Bewegen sich zwei betrachtete Orte relativ zueinander? Wenn ja, dann spielt die SRT in Bezug auf diese Orte eine Rolle.
2) Befinden sich zwei Orte auf verschiedenen Graviatationspotenzialen? Wenn ja, dann spielt die ART in Bezug auf diese Orte eine Rolle.

Konkret zu den von dir aufgeführten Fällen a) bis c):

a) Die ISS befindet sich auf einem anderen Gravitationspotenzial, als die Erdoberfläche. Die ART spielt also immer eine Rolle.

b) Während des Hin- und Rückflugs befinden sich die Zwillinge (egal welchen Zeitpunkt auf Hin- oder Rückflug man betrachtet) auf verschiedenen Gravitationspotenzialen. Die ART spielt also eine Rolle. Zudem sind sie gegeneinander bewegt. Die SRT spielt also auch eine Rolle.

c) ich verweise auf b): Sowohl ART und SRT spielen eine Rolle.
Nun zu den Wirkungen von c) im Einzelnen:

SRT: Die Zwillinge sind gegeneinander bewegt. Der Hin- und Zurückfliegende Zwilling altert wegen seines Inertialsystemwechsels weniger, als der auf der Erde gebliebene. Falls sich der ISS-Zwilling nach dem Hinflug zusätzlich noch im Orbit gegenüber dem auf der Erde verbliebenen Zwilling bewegt, liefert auch das einen Beitrag dazu, dass er gegenüber dem Erdzwilling jünger bleibt (denn er wechselt auch hier ständig sein Inertialsystem).

ART: Der Hin- und zurückfliegende Zwilling befindet sich zu jedem Zeitpunkt seiner Reise an einem Ort geringerer Raumkrümmung und altert daher schneller.

Die Wirkungen von SRT und ART sind also während der Reise gegenläufig. Sie können sich aufheben1) (allerdings nur dann, wenn beide Effekte aus SRT/ ART genau gleich groß sind), müssen es aber nicht. Wahrscheinlich ist, dass einer der beiden Effekte überwiegt, so dass einer der beiden Zwillinge bei der Rückkehr älter, als der andere ist.

1) Beachte bitte: Für die SRT ist nur entscheidend ob eine Relativbewegung stattfindet, nicht, ob sie "vorwärts" oder "rückwärts" ausgeführt wird. Niemals werden also Effekte einer Sorte (z.B. solche der SRT) etwa dadurch "aufgehoben", dass sich ein Zwilling einmal auf dem Hin- und das andere Mal auf dem Rückflug befindet. Ob sich ein Zwilling auf dem Hin- oder Rückflug befindet, ist, was den Verjüngungseffekt angeht, egal. Sowohl Hin- als auch Rückreise wirken auf den ISS-Astronauten also (was den durch die SRT verursachten Effekt anbelangt) verjüngend.

Auch die ART wirkt auf Hin- und Rückreise stets in die gleiche Richtung (nämlich so, dass der ISS-Zwilling schneller altert). Keinesfalls gleicht sich also eine schnelle Alterung auf der Hinreise mit einer langsameren auf der Rückreise aus.

Das einzige, was sich hier ausgleichen kann, sind die Effekte von SRT (einerseits) und ART (andererseits) - eben weil sie zueinander gegenläufig wirken.
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Beiträge: 726, Mitglied seit 2 Jahren
Hallo Claus,

das leuchtet mir ein. Bin müde, melde mich später....

Kirsche
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Beiträge: 727, Mitglied seit 6 Jahren
Claus schrieb in Beitrag Nr. 2306-506:
Beachte bitte: Für die SRT ist nur entscheidend ob eine Relativbewegung stattfindet, nicht, ob sie "vorwärts" oder "rückwärts" ausgeführt wird. Niemals werden also Effekte einer Sorte (z.B. solche der SRT) etwa dadurch "aufgehoben", dass sich ein Zwilling einmal auf dem Hin- und das andere Mal auf dem Rückflug befindet. Ob sich ein Zwilling auf dem Hin- oder Rückflug befindet, ist, was den Verjüngungseffekt angeht, egal. Sowohl Hin- als auch Rückreise wirken auf den ISS-Astronauten also (was den durch die SRT verursachten Effekt anbelangt) verjüngend.

Hallo Kirsche,
Die SRT beruht auf zwei Annahmen:
1. LG c = const
2. Relativgeschwindigkeit v = vi = vb.

Die Relativgeschwindigkeit aus Sicht des Beobachters im (ruhenden) Inertialsystem (vi) ist identischen mit der Geschwindigkeit (vb) aus Sicht des bewegten Objekts zum Beobachter.
Dadurch spielt in der SRT nur der Betrag der Geschwindigkeit eine Rolle, nicht die Richtung.
In der Folge addieren sich die Zeitdilatationen eines Reisezwillings und heben sich nicht auf.
Das findet seinen mathematischen Ausdruck darin, daß alle Terme der Gleichungen der SRT als Quadrate ("hoch 2") auftreten. Eine Richtung, markiert durch + oder - Zeichen, geht durch das Quadrat der Variablen verloren.

Die Richtigkeit der Annahmen wurden für vi[/i] durch Messungen bestätigt.

Ich kenne jedoch keine bestätigenden Messungen für vb, das heißt für das Zwillingsparadoxon.

Gruß, Otto
Beitrag zuletzt bearbeitet von Otto am 29.04.2019 um 22:14 Uhr.
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Claus (Moderator)
Beiträge: 2.061, Mitglied seit 13 Jahren
Hallo Otto,

Otto schrieb in Beitrag Nr. 2306-508:
Die Richtigkeit der Annahmen wurden für vi durch Messungen bestätigt.

Ich kenne jedoch keine bestätigenden Messungen für vb, das heißt für das Zwillingsparadoxon.

Da verstehe ich nicht, wie du das meinst. Man hat ja z.B. Atomuhren in Flugzeuge gesetzt und diese nach einiger Fliegerei mit auf der Erde zurückgebliebenen Uhren verglichen. Dabei hat man die Richtigkeit der Annahmen der SRT und der ART (hier die Kombination aus beiden Effekten) bestätigt. Das geschieht doch immer wechselseitig (ich meine: durch Vergleich beider Uhren). Warum unterscheidest du dann eine Bestätigung a) aus der Sicht des ruhenden Beobachters und b) aus der Sicht des bewegten Objekts?
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Beiträge: 727, Mitglied seit 6 Jahren
Claus schrieb in Beitrag Nr. 2306-509:
Warum unterscheidest du dann eine Bestätigung a) aus der Sicht des ruhenden Beobachters und b) aus der Sicht des bewegten Objekts?
Moin Claus,
Irrtum vom Amt. Du hast natürlich recht (siehe).
Ich war wohl nicht ganz bei der Sache heute Nacht.
Otto - wieder munter.
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Beiträge: 1.390, Mitglied seit 11 Jahren
Hallo Claus,
Du stellst die herrschende Meinung klar und verständlich dar.
Aber muss es nicht stutzig machen, dass SRT und ART bei der Beurteilung desselben Vorgangs zu entgegen gesetzten Ergebnissen Kommen ? Nach SRT ist der Reisezwillingh jünger und nach ART ist er älter. Kann man diesen Widerspruch auflösen, indem man die die entgegen gesetzten Ergebnisse einfach miteinander verrechnet ? Oder muss man nach einer Erklärung für diesen Widerspruch suchen ?

Ich versuch es mal.

Bei der Beurteilung des Vorgangs (Reise zur ISS) nach SRT wird das Bezugssystem mit dem Erdzwilling verbunden. Aus dieser Sicht ist ( nach meiner Meinung erscheint) der Reisezwilling nach seiner Rückkehr jünger.

Bei der Beurteilung des Vorgangs nach ART bildet das Bezugssystem die durch die Erde verursachte Krümmung der Raumzeit. Dies ist ein von beiden Zwillingen verschiedenes Bezugssystem. Hier ist der Reisezwilling älter, weil er sich in einem kleineren Gravitationspotential aufhält und deshalb schneller altert als der Erdzwilling.

Darf man zwei solche, aus der Verwendung verschiedener Bezugssysteme gewonnenen, widersprüchlichen Ergebnisse einfach miteinander verrechnen ?

MfG
Harti
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Wichtig ist, dass man nicht aufhört zu fragen. A.E.
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Beiträge: 726, Mitglied seit 2 Jahren
Moin allen hier im Forum,

sehr danken möchte ich Claus für seine präzisen Ausführungen, die ich (vermutlich) begriffen habe. Ich war irgendwann wohl aufs Glatteis geraten, weil mich eigentlich am Zwillingsparadoxon nur die aus meiner Sicht unbewiesene Raumkomponente interessierte und ich wohl irrtümlich annahm, ihr würdet immer nur von der SRT ausgehen.
In diesem Irrtum hatte ich vor allem meinen Beitrag Nr. 2314-1 formuliert, weil mich überwiegend die kosmologische Ursache der Rotverschiebung interessiert und hier stets davon ausgegangen wird, dass die gravitative Komponente eine sehr untergeordnete Rolle spielt, was ich nicht begriff.

Wenn nun der reisende Zwilling gravitativ altert, bedeutet dies alternativ für Photonen aus unserer Erdsicht auf die Vergangenheit des Universums eindeutig eine Rot- und eben keine Blauverschiebung aus dieser Ursache. Diese wäre dann auch zur Komponente der Rotverschiebung aus Distanzvergrößerung hinzu zu addieren. Für diese Gesamtwirkung aus ART und SRT ist dann wirklich sehr entscheidend, ob es eine Inflation nach dem Urknall gab oder nicht.

Dies wiederum ist für mich das Grundproblem, weil ich in meinem eigenen Thread davon ausgehe, dass es eine Zeit vor dem Urknall gab und die Gravitation die Variante ist, die ich als zugeflogene „meine schwingende Zeit“ betrachte, die Werden und Vergehen, prinzipiell selbstähnlich für alles von außen steuert, also Ursache und Wirkung für stete Veränderung darstellt.

Insofern sollten sich also aus einem Urknallereignis (vor allem auch Urprall), bei dem es nicht zu einer Inflation gekommen ist, eine extrem wirksame gravitative Rotverschiebung aus der noch vollständigen und Energie-Konzentration in einem kleinsten, sich nur langsam vergrößernden Volumen ergeben haben. Dies wäre der variable Beitrag, der zur Rotverschiebung aus der Distanzvergrößerung unserer Milchstraße zu den frühen Galaxien/Haufen aus der bekannten Gravitationskonstante hinzu zu addieren wäre. Die Summe aus beiden Faktoren ist dann die heute abschätzbare maximal messbare Rotverschiebung.

Dann aber hätte die Raumkomponente mit der Gravitationskonstante eine wesentlich geringere Bedeutung. Daraus wiederum wäre m.E. im Gegensatz zu den bisherigen Annahmen dann entweder zu schließen

a) das Universum ist bei einem Alter von 13,8 MRD Lichtjahren wesentlich kleiner als gedacht (Durchmesser bisher ca. 90 MRD Lichtjahre), oder

b) das Universum ist wesentlich älter als 13,8 MRD Jahre und damit auch wesentlich größer als bisher gedacht.

Mit der Inflation unmittelbar nach dem Urknall steht oder fällt also die gesamte bisherige kosmologische Vorstellung des Raum-Zeit-Modells. Sollte sich nun zeigen, dass man bisherige kontrahierende, Wirkungen einer positiven Gravitationskonstante mit der offenbar negativen, variablen der angeblichen Dunklen Energie addieren kann, wären wir, unterstützt von der Vorstellung eines Urpralls anstelle des inflationären Urknalls vielleicht bald bei Variante b) und meinem an anderer Stelle dargestellten Ablauf eines zyklischen Universums aus einer Emergenz von konstanter Energie und (insgesamt) variabler Gravitation. Die gegenwärtigen Indizien eines sich immer schneller vergrößernden Universums deuten dann darauf hin, dass die sog. Gravitationskonstante irgendwann ihre Wirkung einbüßt (Apokalypse?), sich aber der Prozess umkehren und daraus ein neues Universum entstehen kann. Roger Penrose meint, dass dies auch ohne diesen Effekt zu einem neuen Zyklus kommt, was ich aber nicht glaube.

Meine Vorstellung hat sich jedenfalls dank Claus, hoffentlich richtig, weiter verfestigt. Ich bleibe jedenfalls weiter gespannt,

Kirsche
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Hallo Claus,

in Ergänzung zu meinem Beitrag von heute Morgen (2306-511) habe ich noch Folgendes überlegt:

Für die Beurteilung des Geschehens aus Sicht des Erdzwillings (mit ihm ist das Bezugssystem verbunden), ist der Gang seiner Uhr maßgebend und die Uhr des Reiszwillings geht langsamer, er ist bei Rückkehr jünger.

Für die Beurteilung des Geschehens aus der Sicht der Raumzeit (mit ihr verbunden wird das Bezugsystem vorgestellt) gibt es keine für beide Zwillinge verbindliche Uhr. Dies hat zur Folge, dass die Eigenzeiten der Zwillinge ihren Alterungsprozess bestimmen. Und diese Eigenzeiten sind möglicherweise nicht verschieden, so dass beide Zwillinge, jeder nach seiner Uhr, gleich altern.

Es sind nur Fragen, die ich stellen möchte.

MfG
Harti
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Claus (Moderator)
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Hallo Harti,

Harti schrieb in Beitrag Nr. 2306-511:
Darf man zwei solche, aus der Verwendung verschiedener Bezugssysteme gewonnenen, widersprüchlichen Ergebnisse einfach miteinander verrechnen ?

Wenn du ein Fahrzeug einen Berg herunterrollen lässt und dabei auf die Bremse trittst und das Fahrzeug dann langsamer den Berg herunterrollt als vorher... dann ist da kein Widerspruch.

Es ist ja nicht so, dass es eine Roll- und eine Bremstheorie gäbe, die jede für sich zu einem anderen Ergebnis bezüglich der Endgeschwindigkeit des Fahrzeugs käme.

Vielmehr hat "Bergabfahren" den Effekt, dass du schneller wirst und "Bremsen" hat den Effekt, dass du langsamer wirst.

Genauso mit den Effekten aus den beiden Theorien SRT und ART.

Wenn zwei verschiedene Gründe (hier Relativgeschwindigkeit und Gravitation) einen Effekt auf dieselbe Sache, nämlich den Verlauf der Zeit, ausüben (so wie bergab Rollen lassen und auf die Bremse treten beide einen Effekt auf die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs ausüben), warum sollte man die Effekte dann nicht addieren dürfen?
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Beiträge: 1.390, Mitglied seit 11 Jahren
Hallo Claus,

Dein Beispiel mit dem Fahrradfahrer am Berg passt m.E. nicht.

Zwei Kräfte (ich bezeichne die Gravitation mal als Kraft) kann man addieren. Eine Kraft hat einen Betrag und eine Richtung, sie ist deshalb als Vektor darstellbar. Vektoren kann man addieren und erhält einen resultierenden Vektor, d.h. eine resultierende Kraft. In Deinem Beispiel sind dies die Gravitationskraft und die entgegen gesetzt wirkende Bremskraft. Die daraus resultierende Kraft bestimmt die Beschleunigung des Radfahrers.

Bei dem Reisezwilling ergibt die SRT, dass er nach dem Ende der Reise jünger ist als der Erdzwilling, und die ART ergibt, dass er älter ist als der Erdzwilling. Da muss man schon klären, wie dieses widersprüchliche Ergebnis (Paradoxon) aufzulösen ist. Das habe ich versucht. Eine einfache Addition der Zeitdauern (Werte) löst den Widerspruch m.E. nicht auf.

MfG
Harti
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Beiträge: 662, Mitglied seit 9 Jahren
Derzeit sind die Zeitvorstellungen doch leicht wirr.

Renato Renner – Forschungsgruppe an der ETH - glaubt, dass der nötige Paradigmenwechsel in der Wissenschaft bereits im Gange ist.
Die Zeit, sagt er, sei reif für ein neues Verständnis von Zeit. (PM 05/2019)

Persönlich würde ich dann doch die Gegenwart vorschlagen als einzige Realitätsvorstellung.

Vermutlich hat Einstein ja auch an die ausströmenden Lavamassen gedacht als er uns seine Zungen präsentierte.
Er hat ja auch die Hopi besucht, welche ja schon lange auf einen Stein warten. Man fährt in der Felsenau über eine Brücke nach Stein.
Mit der Gondel kann man im großen Walsertal die Talseite wechseln nach Stein und ja es gibt noch Stein am Rhein. Alles gut - da ist nichts wirr.
:)
Harald

Beitrag Nr. 2318-99
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Es gibt nur eine Zeit - die aktive und die passive Gegenwart - und Gravitation
ist die Antwort der Gegenwart auf die Einwirkung vergangener Wichtigkeiten.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Harald Denifle am 29.04.2019 um 22:35 Uhr.
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