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Über die Quelle vieler Missverständnisse

Thema erstellt von Grtgrt 
Beiträge: 2.307, Mitglied seit 11 Jahren
Irena schrieb in Beitrag Nr. 1942-20:

Desweiteren, finde ich gerade in der Kunst die Interpretationsmöglichkeit ein essentielles Faktor. Wenn wir die Information als ein Schlüßel in ein bestimmtes Schloss verstehen würden, dann kann der Schlüßel verschiedene Schlose aufmachen. Umso universeller Schlüßel ist, umso mehr verschieden Menschen kann es ansprechen. Zweitens ist der Künstler selbst (auch wenn er ein genie ist) nur ein Interpretator seine inneren Welt, wenn er seine Empfindungen und Gedanken in ein äußeres Medium (Kunstwerk) überträgt. Der Universalismus (seines Schlüßels) muss nicht gewollt werden. Mindestens ich habe die Erfahrung, wenn Künstler wundern sich, was da immer in ihrer Werke hineininterpertiert wurde. Man kann auf der Stelle erwidern, dass sie eben nicht Genie waren. Dennoch denke ich, die Ursache liegt woanders. Das komplexe Werk hat prinzipiell eine Interpretationsfreiheit.
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Hallo, Irena!

Ich kann dir so ziemlich zustimmen. Vielleicht noch dieses: Je universeller ein Schlüssel ist, destos weniger aussagekrätig ist die Information, denn wenn alles hineingelegt werden kann, wird die Aussage beliebig und letztlich leer. Vielleicht müssen wir hier zwischen universell und komplex unterscheiden.
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Die Wolken ziehen hin. Sie ziehen auch wieder her.
Der Mensch lebt einmal. Dann nicht mehr.

(Donald Duck)
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Henry schrieb in Beitrag Nr. 1942-21:
Vielleicht noch dieses: Je universeller ein Schlüssel ist, destos weniger aussagekrätig ist die Information, denn wenn alles hineingelegt werden kann, wird die Aussage beliebig und letztlich leer. Vielleicht müssen wir hier zwischen universell und komplex unterscheiden.

Nein, denk an Mathematik. Das wichtigste in diesem Zusammenhang ist m. E. die Emotionen (unsre Werte, Weltanschauung, Erfahrung), die für die "Farbigkeit" des Wahrgenommenen sorgen. Lassen wir es beiseite, werden wir mathematisch in schwarz-weiß denken. Da jede von uns eigene Erfahrungen, eigene Weltanschauung und Wertsystem hat, wird von uns zwangsläufig ein Kunststück abweichend interpretiert. mal sind diese Abweichungen zu vernachlässigen, manchmal werden aber zum Stolperstein in einer Verständigung.

Hier ist interesssant auch die Definition der Information. Wenn ich Forest Gamp zu fünften Mal sehe, gibt es für mich nichts neues. Es ist aber ein Stück, der "spielt mit mir" wie mit einem Musikinstrument. Ich werde süchtich danach und will es noch mal und noch mal erleben - mit allen Sinnen, mit dem Fühlen und Denken, die hier in einem verflochtenen Strang auftreten.
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Ist also das verschiedene Verständnis notwendig um aus Fakten mehr Ergebnisse zu erhalten, je nach Blickwinkel des Lesers?
Aber der Schreiber wollte nur seinen Blickwinkel offenbaren und Missverständnisse verbreiten dann Frust.
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Irena schrieb in Beitrag Nr. 1942-22:
Henry schrieb in Beitrag Nr. 1942-21:
Vielleicht noch dieses: Je universeller ein Schlüssel ist, destos weniger aussagekrätig ist die Information, denn wenn alles hineingelegt werden kann, wird die Aussage beliebig und letztlich leer. Vielleicht müssen wir hier zwischen universell und komplex unterscheiden.

Nein, denk an Mathematik. Das wichtigste in diesem Zusammenhang ist m. E. die Emotionen (unsre Werte, Weltanschauung, Erfahrung), die für die "Farbigkeit" des Wahrgenommenen sorgen. Lassen wir es beiseite, werden wir mathematisch in schwarz-weiß denken. Da jede von uns eigene Erfahrungen, eigene Weltanschauung und Wertsystem hat, wird von uns zwangsläufig ein Kunststück abweichend interpretiert. mal sind diese Abweichungen zu vernachlässigen, manchmal werden aber zum Stolperstein in einer Verständigung.

Hier ist interesssant auch die Definition der Information. Wenn ich Forest Gamp zu fünften Mal sehe, gibt es für mich nichts neues. Es ist aber ein Stück, der "spielt mit mir" wie mit einem Musikinstrument. Ich werde süchtich danach und will es noch mal und noch mal erleben - mit allen Sinnen, mit dem Fühlen und Denken, die hier in einem verflochtenen Strang auftreten.

Wenn es um die psychologische Erfassung von Information geht, gebe ich dir Recht. Ich dachte aber an eine rein logische Betrachtung (deduktives bzw. induktives Schließen).
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Wrentzsch schrieb in Beitrag Nr. 1942-23:
Aber der Schreiber wollte nur seinen Blickwinkel offenbaren und Missverständnisse verbreiten dann Frust.
Im konkreten Fall sprechen wir über die Künstler. Künstler-Kunststück- Betrachter stellen ein Universum in sich. Für Künstler weniger wichtig verstanden (mit seinem Blickwinkel) zu werden. Das Wichtigste für ihn ist los zu werden. Es ist ungemein wichtig in dem Kunstuck das zu sehen, was er ausdrucken will. Es ist wie zusätzliche Reflektionsebene für ihn.

Wenn er nicht von anderen verstanden wird, dann lebt der Künstler vielleicht nicht an richtigen Ort und in der richtige Zeit... Die Vorstellung der runden Erde müsste sich auch noch durchkämpfen durch die Vorstellungen der flachen Scheibe.

Der Kunststuck wird nach sein erschaffen sein eigene Weg gehen. Manchmal wirklich weit von den ursprünglich in ihm gespeicherten Bedeutung. Aber für das Kunststück ist es Bereicherung. Er lebt s. z. sein eigenes Leben.
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Wrentzsch schrieb in Beitrag Nr. 1942-23:
Ist also das verschiedene Verständnis notwendig um aus Fakten mehr Ergebnisse zu erhalten, je nach Blickwinkel des Lesers?

Ich verstehe die Frage nicht. verschieden Verständnis ist nicht notwendig. Es ist Fakt, den wir hier zu erklären versuchen. Manche denken, dass es vermeidbar ist. Ich meine, dass es eine oibjektiv gegebene Teil der Kommunikation ist. Das es nicht notwendig ist, beweist der Grenzfall Mathematik. Auch wissenschaftler arbeiten mit - etwa - klaren Definitionen. Mit strengen logischen Nachweis stehen sie in Vergleich mit alltagssprache noch sehr gut. Auch mit guten Bekannten geht noch halbwegs. Wir wissen schon aus seinen früheren Außerungen mehr über ihn. Auf das "mehr" können wir die neue Mitteilung anknüpfen. Wenn aber der "Sender" ist ganz unbekannt, ist es leicht seine Aussage falsch zu interpretieren. Besonders wenn es um realtiv kurze Mittelungen wie hier in Form geht.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Irena am 08.11.2012 um 16:10 Uhr.
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Irena schrieb in Beitrag Nr. 1942-20:
 
Mindestens ich habe die Erfahrung, wenn Künstler wundern sich, was da immer in ihrer Werke hineininterpertiert wurde. Man kann auf der Stelle erwidern, dass sie eben nicht Genie waren. Dennoch denke ich, die Ursache liegt woanders.

Irena,

ich persönlich empfinde jene Künstler als die besten, deren Werke mich am ehesten herausfordern, sie zu interpretieren.

Eben solche Werke aber erlauben eine Vielzahl  u n t e r s c h i e d l i c h s t e r  Interpretationen.

grtgrt
 
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@grt
Irena schrieb in Beitrag Nr. 1942-20:
Desweiteren, finde ich gerade in der Kunst die Interpretationsmöglichkeit ein essentielles Faktor.
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Es ist mir schade, dass dieses Thema zum Stillstand kam. Vor allem aus zwei Gründen. Erstens denke ich, dass die Missverständnisse in Kommunikation eine objektive Gegebenheit einer Kommunikation ist. Und zum Zweiten, wenn man beginnt mit der Deutung der Information zu beschäftigen, kommt man zum Schluss, dass die Erklärung der Information als alleinigen Gründer der Materie unsinnig ist. Weil die Information ist immer mit einer Deutung komplementär ist.

Also muss die Information mit ihrer Deutung einher gehen. In der Evolution bzw. evolutiven Entwicklung der Materie entstehen dauernd neue Deutungs- und Informationsebenen. Aus dieser Sich betrachtet, ist die Evolution ausgerichtet zur Minderung der Entropie, die als Informationsverlust betrachtet werden kann bzw. muss. Z.B. die mehrezellige Lebewesen beginnen die Sinne zu entwickeln. Die Sinne sind dafür, dass man in der Umwelt sich Orientieren könnte. Für das Überleben ist essentiell, die Änderung der Umwelt durch Anwesenheit potentieller Beute oder Rauber wahrzunehmen. Die Schallwellen-Wahrnehmung, molekulare Veränderung waren schon vorhanden. Die Umweltselektion arbeitete daran, dass immer mehr und detaillierte Information von Lebewesen gedeutet könnte. Also sinkt in Folge die verlorene Information, die jede Lebewesen ungewollt hinterlässt, da eine Existenz ohne Störung der Umwelt nicht möglich ist. Z.B. die Störung des e/m Feldes in sichtbaren Spektrum geht verloren, wenn es von anderem Lebewesen nicht empfangen, bzw. gedeutet wird.

Man könnte auch dieses Prozess der Beobachtung als die Speicherung eines Ereignisses betrachten. Somit dient ein Beobachter als ein Gedächtnis einer Wechselwirkung. Die Wechselwirkung wird zum Faktum, weil sie die bleibende Veränderungen in dem Beobachter hervorgerufen hat.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Irena am 07.12.2012 um 13:14 Uhr.
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Irena schrieb in Beitrag Nr. 1942-29:
 
wenn man beginnt, sich mit der Deutung der Information zu beschäftigen, kommt man zum Schluss, dass die Erklärung der Information als alleinigen Gründer der Materie unsinnig ist. Weil die Information ist immer mit einer Deutung komplementär ist.

Hallo Irena,

im Grunde genommen, muss man die folgenden 4 Begriffe nebeneinander stellen:
  • Daten (als Form, in der uns Information — irgendwie kodiert — erreicht),
  • diese Information selbst,
  • ihre Deutung
  • und die aufgrund der Deutung erfolgende Reaktion auf jene Information.

Zunächst ist festzustellen:
  • Ein und dieselbe Information kann in Form verschiedener Daten vorliegen (kann also verschieden kodiert und transportiert sein).
  • Geeignetes Abstrahieren von diesen Formen liefert uns die Information selbst (sofern wir beim Dekodieren keinen Fehler machen).
  • Jene Information zu deuten bedeutet dann nichts anderes, als zu versuchen, sich all ihre Konsequenzen auszumalen (formal gesprochen: Deutung = Übergang zur transitiven Hülle). Da jenen Übergang zu finden, schwierig sein kann, wird man dabei i.A. Fehler machen — und wenn es nur der Fehler ist, einige Konsequenzen schlichtweg zu übersehen.
  • Der Wissensstand, bei dem man so angelangt ist, triggert dann eine Reaktion, die die Realität verändert und so zu neuen Daten führt.

Diesen Zyklus immer und immer wieder zu gehen, bezeichnet man als Informationsverarbeitung — was nichts anderes als ein Prozess ist, der schrittweise Daten entgegennimmt und schrittweise Reaktion darauf erzeugt.

Der den Prozess treibende Mechanismus — ein Mensch, oder die Natur selbst — funktioniert nicht voll deterministisch.

Das wiederum hat zur Folge, dass die Reaktion durch die eingehenden Daten nicht wirklich eindeutig definiert ist (als Mensch macht man Fehler, als Natur funktioniert man im Kleinsten absolut zufällig, liefert also für unteilbare Ereignisse zufällige Reaktion, die statistisch gesehen aber dennoch wieder durch existierende Information ψ beschrieben ist).

Der Korridor der Möglichkeiten, die so zu Realität werden können und teilweise auch werden, ist demnach durch ψ — die Wellenfunktion des Universums — beschrieben und eingegrenzt.

Die Natur — als der Mechanismus, der den Prozess abarbeitet — ist gegeben durch die 4 Grundkräfte. Sie, so vermutet man heute, könnten auf eine einzige Kraft zurückführbar sein, die man dann — so meine ich — gut als den "Geist" der Natur sehen könnte.

Materie wird dann also letztlich — so wie in Beitrag 1924-1 beschrieben — durch jenen "Geist" geschaffen.


Gruß, grtgrt
 
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Hallo grt,
ich denke, du bist zu sehr gefangen in der Welt der Programierer.

Zunächst kann du die Reaktion vergessen. Nicht jede Wahrnehmung einer Information bedeutet folgende Reaktion. Die Wahrnehmung verändert aber unseres Wissen, dass irgendwann später auf unsere Handlungen den Einfluss nehmen kann (muss aber nicht)

Sagen wir Daten ist Information. Wobei diese Information muss erst mit unserem körperlichenSystem interagieren. Die Photonen treffen auf Netzhautzellen und verändern sie. Eswird nächste Ebene der Wechselwirkungen ausgelöst. Weiter wird es in dem internen System - dem Gehirn - verarbeitet. Es ist ein Deutungsprozess, das in mentalen Erlebnis sich manifestiert.

Hier habe ich immer ein Problem mit der Gleichsetzung eines Programms, die - könnte man auch sagen - deutet die Information, die ihr zugefügt wird. Dennoch können wir hier kein Erlebnis erwarten.

Zitat:
Ein und dieselbe Information kann in Form verschiedener Daten vorliegen (kann also verschieden kodiert und transportiert sein).
Genau das ist der springende Punkt. Die Information ist immer kodiert. Die Codierung benötigt jemanden, der es vornimmt.

Zum zweiten, eine Codierung benötigt ein Wechselwirkungsnetz - ein Kommunikatiuonsnetz, in dem allmählich die Bedeutungen entstehen können, die alle Beteiligten auf annäherend gleiche Weise deuten. So etwa entstand die Sprache - codierten Bedeutungseinheiten.
Es gibt kein Sinn eine Information codieren um sich selbst nachher zu erhalten. Eine Code kann nur in einem Netz entstehen, indem alle Beteiligten sich einigen, mit welche Code welche Bedeutung sie bezeichnen.

Gruß
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Irena schrieb in Beitrag Nr. 1942-31:
Hallo grt,
ich denke, du bist zu sehr gefangen in der Welt der Programmierer.

Du magst recht haben, denn derzeit bin ich in erster Linie Informationsverarbeitungs-Experte (das beinhaltet Programmierung, ist aber noch deutlich mehr).

Auch sehe ich mich in dieser Rolle selbst als einen Information verarbeitenden Mechanismus, der nach dem oben beschriebenen Prinzip funktioniert und sich dabei bemüht, möglichst wenig Fehler zu machen, d.h.
  • gründlich zu lesen und genau zuzuhören (d.h. bei der Überführung empfangener Daten in Information jene dann nicht verfälscht oder zu stark reduziert vorliegen zu haben)
  • so erhaltene Information korrekt zu deuten (sprich: nichts dazu zu phantasieren, keine Vorurteile zu haben, und beim Bilden ihrer transitiven Hülle logisch korrekt vorzugehen) und schließlich
  • Verarbeitungsergebnisse zu erzeugen (= Reaktion), die anderen nützen und andere provozieren, mir möglichst viele weitere Daten – weitere Information also – zu liefern.

Zitat von Irena:
Zunächst kann du die Reaktion vergessen. Nicht jede Wahrnehmung einer Information bedeutet folgende Reaktion.

Auch wenn die Reaktion leer ist, sollte man sie nicht vergessen: Auch eine leere Reaktion ist eine Reaktion (und die Tatsache, dass sie leer ist, kann Bedeutung tragen).

Die leere Reaktion auch als Reaktion zu sehen ist ebenso nützlich, wie eine Zahl 0 zu haben oder — in der Mengenlehre — den Begriff der leeren Menge.


Zitat von Irena:
Sagen wir Daten ist Information.

Man sollte die beiden Begriffe NICHT gleichsetzen, da verschiedene Daten dieselbe Information darstellen können.


Gruß, grtgrt
 
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Hallo grt,

Da du Informatiker bist, sollte dir m. E. einfacher als anderen dein Augenmerk auf die Verarbeitung der Information in einem Kommunikationsnetz zu richten. Die Sprachcodierung entsteht nicht durch Verarbeitung einzelnen Gehirns. Es geht um die objektive Prozesse im dem Netz, in dem die Vorschläge einer Codierung gehen runter, im Gegenteil ndere Vorschläge werden verstärkt und somit sie sich im Netz etablieren.

Das Netz muss als ein Netz der Kanäle, in denen Information fliest, vorgestellt werden. Die Knoten, die diese Information erzeugen (also wir selbst) können unberücksichtigt werden. Die Knoten sind die "schwarze Löcher" des Kommunikationsnetztes. Uns sollte interessieren, wass in "Kanälen" passiert, auf welche Weise wird einige Information unterdruckt und andere sich durch Überlagerungen immer mehr verstärkt. Also durchaus kann man über die Interferenzeffekte sprechen.

Aber ähnliches passiert bei der Verarbeitung der Information in unserem Gehirn. Einige Information wird unterdrückt, andere verstärkt. Der Unterschied ist, dass die Störung dieses Kommunikationsnetzes beginnt nicht etwa gleichzeitig überall. Es entfaltet sich von einer beeinger Stelle - unsere Sinnesorgane. Es ist m. E. ein sehr trefflicher Grund zur Erklärung der konzentrierte - gerichtete Sinnesorgane. Dadurch wird nur eine Verstärkung entstehen, nicht wie in freien Netz, wo mehrere konkurierende Verstärungen entstehen können.


Zitat:
Auch sehe ich mich in dieser Rolle selbst als einen Information verarbeitenden Mechanismus, der nach dem oben beschriebenen Prinzip funktioniert und sich dabei bemüht, möglichst wenig Fehler zu machen, d.h.
Du bemühst sich. Dennoch bist du "verdammt" Fehler zu machen. Es lässt sich hier eine Analogie mit der Mutationen zu ziehen. Wäre der Mechanismus der Zellteilung so perfekt, dass keine Mutationen entstehen, wäre keine Evolution möglich. Wäre es zu viel Mutationen entstehen, verbrennte die Evolution ihr Brennstoff zu schnell, ohne dass die Variationen miteinander agieren beginnen und neuen Ebenen der Komplexität entstehen zu können.
Daher bedient der innere Trieb zur möglich exakten Wiedergabe der Codierung (ob es Zelle oder Mensch wäre) die Tatsache, dass Evolution auf einem Messegrat schreitet. Anders gesagt zwischen vielen möglichen Entwicklungen wird der gewält, durch die "das Universum flach wird". Hier unter Universum das Leben oder die Zivilisation zu verstehen.


Zitat:
gründlich zu lesen und genau zuzuhören (d.h. bei der Überführung empfangener Daten in Information jene dann nicht verfälscht oder zu stark reduziert vorliegen zu haben)
Gerade die Vorwürfe dir hier in Forum zeigen, dass deine Bemühungen ins Leere laufen.

Zitat:
so erhaltene Information korrekt zu deuten (sprich: nichts dazu zu phantasieren, keine Vorurteile zu haben, und beim Bilden ihrer transitiven Hülle logisch korrekt vorzugehen) und schließlich
Sagen wir so, du nicht phantasierst. Du immer interpretierst. Hier willst du oder nicht, deine Vorurteile, deine Vorlieben etc. spielen hier eine Rolle. Dein Unwissen über das Wissen, Charakter, Gemüt des Gegenüberstehendes bringt auch zur einer Interpretation. Du siehst nur eine Spitze des Eisbergs. Der Berg siehst du nicht und nur schließt auf ihn zurück und zwar von dieser kleinen Spitze.

Zitat:
Auch wenn die Reaktion leer ist, sollte man sie nicht vergessen: Auch eine leere Reaktion ist eine Reaktion (und die Tatsache, dass sie leer ist, kann Bedeutung tragen).
Warum der junge Mensch auf die Information viel empfindlicher reagiert als ein alte Mensch. Für ihn die Neuigkeit verloren ist. Er hat es schon viele male "verdaut", daher ist sie für ihn uninteresssant, er wird auf gewisse Weise stumpf. Er reagiert nicht. Daher finde ich eine alternde Geselschaft ähnlich älterndem Körper. Es verlaufen hier ähnliche Prozesse.

Du meintest aber, nehme ich an, etwas anderes. Du beurteilst es aus der Sicht eines Informatikers. Wenn wir zur Vorstellung eines Kommunikationsnetzes zurückkehren, dann die wachsende Zahl der Knoten, die keine Information aussenden (also nicht reagieren), schwächen den Netz. Es ist klar, dass ich als Programmierer kann Null-Reaktion zum meinem Nutzen verwenden. Nur hier gibt es ein Riegel, der Null verwertet und Information weiterleitet. In einem konkreten zivilisatorische Kommunikationsnetz gibt es kein Riegel. Nicht-Reaktion schwächt das Netz, weil es lebt von der "fließenden" Information. Übrigens alle "natürliche" Netze sind deswegen auf eine Expansion, Wachstum ausgerichtet, damit diese "Schwäche" des Netzes aufgefangen werden könnte. Ist die Expansion ausgeschöpft, beginnt das Netz zu altern.

Gruß
Beitrag zuletzt bearbeitet von Irena am 09.12.2012 um 12:45 Uhr.
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Irena schrieb in Beitrag Nr. 1942-33:
Dennoch bist du "verdammt" Fehler zu machen.

Das ist absolut richtig, und es gilt für mich ebenso wie für jeden anderen.

Aber ich habe mich oft gefragt, ob nicht genau diese Tatsache letztlich der Grund dafür ist, dass Menschen auch kreativ sind.


Der Grund, warum auch das Machen von Fehlern wichtig ist — ganz gleich, ob wir oder unsere Geschrächspartner sie machen — ist wohl der, dass jeder  e r k a n n t e  Fehler uns zwingt, eine Stelle genauer zu betrachten, über die wir sonst allzu flüchtig hinweg gegangen wären:

Fehler zwingen uns, Dinge genauer zu betrachten, als wir es sonst täten — und haben so nicht selten positive Konsequenzen ...


Zitat von Irena:
 
Es lässt sich hier eine Analogie mit der Mutationen zu ziehen. Wäre der Mechanismus der Zellteilung so perfekt, dass keine Mutationen entstünden, wäre keine Evolution möglich.

... und wohl auch keine Kreativität.

Denn mit dir bin auch ich der Meinung, dass — wo zu viele Mutationen einander zu schnell ersetzen — sie keine Zeit haben, einander zu ergänzen um so zu neuen Schöpfungen zu führen (zu komplexeren ebenso wie zu schöneren oder sinnvolleren).


Mit besten Grüßen,
grtgrt
 
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Ich hatte mich mit der Frage befasst, wie man eine Information überträgt an ET.
Nicht die gleiche Sprache, nicht die gleichen Zeichen.
Am verständlichsten ist bildliche Darstellung.
Die einfachste Form ist ein Fax mit vorlauf, wo die Zeilenlänge festgelegt wird.
Danach wird zeile für zeile geschrieben und kindliches verständnis ist, ein strich für 1.
Daraus kann mit Römischen Zahlen die Grundrechenart vermittelt werden zur Einigung auf gleiche Symbole und Bedeutung.
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Irena schrieb in Beitrag Nr. 1942-33:
Zitat von grtgrt:
gründlich zu lesen und genau zuzuhören (d.h. bei der Überführung empfangener Daten in Information jene dann nicht verfälscht oder zu stark reduziert vorliegen zu haben)
 
Gerade die Vorwürfe dir hier in Forum zeigen, dass deine Bemühungen ins Leere laufen.

Zitat von grtgrt:
 
so erhaltene Information korrekt zu deuten (sprich: nichts dazu zu phantasieren, keine Vorurteile zu haben, und beim Bilden ihrer transitiven Hülle logisch korrekt vorzugehen) und schließlich
 
Sagen wir so, du nicht phantasierst. Du immer interpretierst. ... deine Vorlieben etc. spielen hier eine Rolle.


Ich bin nicht der Meinung, dass meine "Bemühungen" hier ins Leere laufen.

Dass nicht alles, was ich so von mir gebe, auf fruchtbaren Boden fällt, erstaunt mich gar nicht. Das ist normal, und das wussten schon die Autoren der Bibel, wo ja unter anderem (in Neuen Testament) explizit darauf hingewiesen wird, dass nicht alle Saatkörner auf fruchtbaren Boden fallen.


Und natürlich sind meine Beiträge durch meine Vorlieben gesteuert: Durch meine Freude am Argumentieren und weil ich hoffe, hier durch Andere auf interessante Ideen gebracht zu werden. Natürlich muss man dazu erst mal säen, selbst wenn der eine oder andere mir das dann, aus Gründen, die ich nicht verstehe, übel nimmt ....

grtgrt
 
Beitrag zuletzt bearbeitet von Grtgrt am 09.12.2012 um 14:11 Uhr.
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Grtgrt schrieb in Beitrag Nr. 1942-36:
Ich bin nicht der Meinung, dass meine "Bemühungen" hier ins Leere laufen.

Ja, ich habe nicht korrekt ausgedruckt. Ich meinte, dass die Bemühungen ganz exakt zu verstehen, bzw. übermitteln sind zum Scheitern verurteilt. Aus prinzipiellen Gründen. Du kann nur anstreben, die Information möglichst nah dem zu verstehen, wie sie von Sender gedacht wurde. Kann es aber nie erreichen.

Z.B. meine Bemühungen haben ins Leere verlaufen, weil du es zu persönlich nahm. Gedacht würdest du nur als Beispiel. Ich könnte genau so gut "ein Man" schreiben. Mir ging aber um das Thema, das ich sehr interessant finde. Durch emotionale Projizierung auf sich selbst, entgangen dir m. E. der Kern meines Beitrages: es ist nicht einfach prinzipiell unmöglich exakte Wiedergabe der Information durch die Wahrnehmung, es ist ein essentielles Merkmal der Evolution und der jeglichen Entwicklung, die auf der Selbstorganisation basiert ist.

Gruß
Beitrag zuletzt bearbeitet von Irena am 09.12.2012 um 14:46 Uhr.
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Von Missverständnissen wird gesprochen, wenn eine Information in bestimmter Form beim Empfänger ankommen soll und wie bezweckt erkannt werden soll aber nicht erkannt wird.
Damit waren andere Aussagen nicht erwünscht.
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Wrentzsch am 10.12.2012 um 15:10 Uhr.
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Wrentzsch schrieb in Beitrag Nr. 1942-38:
 
Von Missverständnissen wird gesprochen,
wenn eine Information in bestimmter Form beim Empfänger ankommen soll und wie bezweckt erkannt werden soll aber nicht erkannt wird.

Damit waren andere Aussagen nicht erwünscht.

Da mag ein Körnchen Wahrheit drinstecken.

 
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Sonst wäre das Wort "Missverständnisse" nicht angebracht oder Teil der Aufgabenstellung.
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