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Zwillingsparadoxon

Thema erstellt von Derfragende 
Beiträge: 89, Mitglied seit 4 Jahren
Uwebus schrieb in Beitrag Nr. 13-173:
Rupert,
sieh doch mal die Sache unter dem Blickwinkel "Zeit ist ein Maßstab". Jetzt nimmst du 2 gleiche Atomuhren, eine in Braunschweig als Normalzeitgeber für die mitteleuropäische Zeit, die über Funk an deinen Wecker übertragen wird, die andere Uhr baust du in einem Satelliten ein, der in einer gegebenen Höhe auf einer stabilen Umlaufbahn kreist. Mit zunehmender Höhe nimmt der Gravitationsdruck ab (nimm das mal so zur Kenntnis), d.h. der Umgebungsdruck auf die Uhr sinkt, sie kann schneller oszillieren. Aufgrund der Umlaufgeschwindigkeit des Satelliten aber ergibt sich eine Verdrängungswelle um das Satellitenfeld, die erzeugt Staudruck, also steigt der Umgebungsdruck und die Uhr bewegt sich wieder langsamer. Hier wirken also zwei entgegengesetzte Einflüsse auf die Satellitenuhr, zunehmende Höhe beschleunigt den inneren Oszillationsvorgang, zunehmende Geschwindigkeit im ruhenden Gravitationsfeld der Erde verlangsamt den Oszillationsvorgang. Also je nach Höhe der Satellitenbahn ergibt sich unterschiedlicher Uhrenzeitgang, in niedrigen Höhen verlangsamt er sich gegenüber der Uhr in Braunschweig, in großen Höhen beschleunigt er sich. Nun gibt es eine Umlaufbahn, in der der Zeitgang beider Uhren gleich ist, die Höhe kann man ganz einfach ausrechnen http://uwebus.de/Zeitdilatation.pdf , versuchs mal selbst, dann begreifst du vielleicht einfacher, was Zeitdilatation ist und wie sie entsteht.

Gruß

Hallo Uwebus, du beschreibst hier die Dilatation durch Gravitation, wo eine Uhr in einem Satelliten bei größerer Entfernung von unserem Planeten nicht langsamer, sondern schneller tickt. Eigentlich genau das Gegenteil vom Zwillingsparadoxon, wo aufgrund der Lichtgeschwindigkeit im Raumschiff die Zeit sich verlangsamen soll. Über das diskutieren wir die ganze Zeit.

Uwebus, dass Uhren durch irgendwelche Umstände schneller oder langsamer ticken, das stört mich gar nicht so. Aber das chemische Prozesse im menschlichen Organismus - also auch der Alterungsprozess – sich verlangsamen, dagegen wehre ich mich, weil es naturgesetzlich einfach nicht passt.
Wenn nun in der Wirklichkeit ein Raumfahrer 4 Millionen Jahre fort ist, er aber laut Theorie nur 56 Jahre unterwegs sein soll, er also in den 4 Millionen Jahren, die er ja wirklich fort ist, nur 56 Jahre älter wird, dann ist das für mich nicht mehr als mathematische Zauberei. Trotz Aufklärung könnte man sagen, es ist nicht mehr als moderner mathematischer Aberglaube.

So, jetzt bekomme wohl ich haue.:)


Gruß
rupert
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Hallo Rupert,

Rupert Hübelbauer schrieb in Beitrag Nr. 13-181:
So, jetzt bekomme wohl ich haue.:)

Keine Angst, dazu müsstest du uns irgendwie verärgert haben. Hier vergreift sich aber niemand an Leute, die im eigenen Leben an wichtigen Punkten augenscheinlich vollkommen versagt haben, und hier nun versuchen, durch jammervolle Spielchen Einiges zu kompensieren (natürlich erfolglos).
Wenn überhaupt, zeigen wir da eher Bedauern, Verständnis und Mitgefühl.

Grüße
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Ein Universum, welches zufällig entsteht und zufällig ein Phänomen namens Humor hervorbringt, entbehrt nicht einer gewissen Komik.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Stueps am 03.12.2014 um 17:37 Uhr.
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Claus schrieb in Beitrag Nr. 13-179:
Henry,

Henry schrieb in Beitrag Nr. 13-176:
Claus, diese Darstellung ist so nicht korrekt ...

bin mir ziemlich sicher, dass sie es ist. Deine Annahme

Zitat von Henry:
Das System „Rakete“ kann sich als ruhend betrachten, aber in welchem System ruht es dann? Natürlich in dem System Erde – Zielplanet!

zeigt dagegen klar auf, dass du die SRT noch nicht verstanden hast.

Setze dich mit meiner Rechnung auseinander, wenn du konkrete Fragen hast, frage gern nach. Aber bitte behaupte nicht, dass andere (in diesem Fall ich) falsch liegen oder dass "wir das gerade in verschiedenen Beiträgen besprochen" hätten, solange das a) nicht stimmt , du b) nichtmal nachgerechnet hast und solange du c) selbst unverständliches und zum Teil falsches Zeug schreibst.

www.schule-bw.de/unterricht/faecher/physik/online_material/relativitaet/laengenkontraktion.htm

Nimm doch einfach das alte Beispiel vom Zug, das hat schon Einstein auf die Schienen geholfen. Und immer schön drauf achten: NICHT die Schienen werden kontrahiert, sondern Zug bzw. Bahnsteig. Und dann ersetze Zug durch das Raumschiff, den Bahnsteig durch zwei Sterne als Koordinaten und die Schienen durch den Weg "Erde - Zielplanet".

Und nicht immer gleich von Verständnisproblemen reden - selbst, wenn meine Ansicht nicht korrekt sein sollte, ist sie nachvollziehbar. Es könnte ja auch sein ,dass du falsch liegst - oder ist das nicht eingeplant?
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Die Wolken ziehen hin. Sie ziehen auch wieder her.
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(Donald Duck)
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Ernst Ellert II schrieb in Beitrag Nr. 13-171:
Hallo Stueps, hallo Claus, und guten Abend.
[,,,]
Vielleicht sind die Infos ja für Euch von Nutzen.
Zunächst der Artikel der mich auf die Arbeit aufmerksam gemacht hat....
http://www.faz.net/aktuell/wissen/physik-chemie/ein...
und hier die Einzelheiten in der Univeröffentlichung.
http://www.ikp.tu-darmstadt.de/gruppen_ikp/ag_noert...
[...]
Vielleicht kann auch der eine oder andere Leser die richtigen Schlüsse daraus ziehen.

Hallo Ernst,

vielen Dank! Ich werde mich am Wochenende damit auseinandersetzen, im Moment übe ich mich noch an Claus´ Beitrag ab. Immer wenn ich ihn durchspiele, meine ich Fehler oder Ungereimtheiten zu entdecken, die sich jedoch nach näherer Betrachtung wieder auflösen. Nebenbei verstehe ich immer besser, und die ganze Geschichte wird immer faszinierender. Ich scheine erstmals Anfänge eines echten, intuitiven Verständnisses für die spezielle Relativitätstheorie zu entwickeln. Es sind Kleinigkeiten in Claus´ Beitrag, die enorm helfen: Zum Beispiel, dass Erde und Vega (die übrigens nicht 8, sondern 25 Lj. von der Erde entfernt ist, lieber Claus :-P:D) ein Bezugssystem bilden. Wenn sich nun zwischen (!) den beiden etwas bewegt, greift dort das Zwillingsparadoxon. Bei Wikipedia fand ich dann auch die Bestätigung: Eine Uhr, die sich zwischen (!) zwei anderen Uhren bewegt, geht gegenüber den anderen beiden Uhren nach. Das war mir früher so nicht bewusst. Und so geht es immer weiter, immer wieder neue "Kleinigkeiten", die sich als enorm wichtig herausstellen. Ich kann Claus´ Beitrag gar nicht genug loben.

Beste Grüße
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Stueps am 03.12.2014 um 18:23 Uhr.
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Hallo Henry,

Henry schrieb in Beitrag Nr. 13-183:
Und nicht immer gleich von Verständnisproblemen reden

doch, das halte ich von Claus´ Seite für berechtigt:

Zitat von Henry:
Das System „Rakete“ kann sich als ruhend betrachten, aber in welchem System ruht es dann? Natürlich in dem System Erde – Zielplanet!

Darauf gehst du nicht ein in Beitrag Nr. 13-183.
Augenscheinlich meinst du weiterhin , dass sich das System "Zug" (Rakete) gegenüber System "Bahnsteig" (Erde-Zielplanet, oder zwei Sterne, das ist in deinem Beitrag nicht ganz klar) als ruhend betrachten kann.
Das ist offensichtlich falsch.

Grüße
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Stueps am 03.12.2014 um 18:17 Uhr.
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Stueps schrieb in Beitrag Nr. 13-185:
Hallo Henry,

Henry schrieb in Beitrag Nr. 13-183:
Und nicht immer gleich von Verständnisproblemen reden

doch, das halte ich von Claus´ Seite für berechtigt:

Zitat von Henry:
Das System „Rakete“ kann sich als ruhend betrachten, aber in welchem System ruht es dann? Natürlich in dem System Erde – Zielplanet!

Darauf gehst du nicht ein in Beitrag Nr. 13-183.
Dort sagst du nur indirekt, dass sich das System "Zug" (Rakete)gegenüber System "Bahnsteig" (Erde-Zielplanet) als ruhend betrachten kann. Das ist offensichtlich falsch.

Grüße

Nein, gerade DAS ist richtig, denn Zug UND Bahnsteig können sich als in Ruhe befindlich betrachten bzw, natürlich der jeweilige Beobachter, das ist doch der Clou der SRT - JEDES gleichförmig bewegte System kann als in Ruhe befindlich betrachtet werden. Und genau deshalb sieht man vom Zug (dem Raumschiff) aus den Bahnsteig (die Strecke zwischen beiden Sterne) kontrahiert und vom Bahnsteig aus den Zug (entsprechend von den Sternen). Und der Weg Erde - Zielplanet ist das System, in dem sich das Raumschiff befindet, das ist sein Ruhesystem. Oder dann meine Frage: In welchem System befindet sich das Raumschiff denn in Ruhe bzw. gleichförmiger Bewegung, das ist nämlich laut SRT äquivalent?

Und um ein Missverständnis zu vermeiden: Meine Kritik an Claus' Beitrag bezog sich NUR auf die Interpretation der Kontraktion, nicht auf die Laufzeit der Uhren.
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Henry am 03.12.2014 um 18:30 Uhr.
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Lieber Henry

Also das sehe ich auch so. Der Antoon sollte sich vielleicht doch mal die Brille von Toni aufsetzen, die mit der Verschränkungsfunktion. Von Beobachtern messbare Distanzen und Zeitutopien sind immer nur scheinbar und grüne Formeln haben schon rein gar nichts mit Realitäten zu tun. Das Problem aller Beobachtungen ist ja gerade – es sind nur „scheinbare“ Einbildungen. An die Front der Ereignisse können wir halt leider nicht hin. Lässt man aber die Beobachterphantasien weg und bleibt bei dem was ist; lösen sich – oh Wunder – sämtliche Paradoxien auf und Zwillinge bleiben ident alt.

lg Harald

Und um ein Missverständnis zu vermeiden:
Dies alles sind Gedankenspiele - Antoon ist Hendrik Antoon Lorentz mit seiner Sichtung einer Kontraktion
und Tony sollte Anton Zeilinger repräsentieren der die Verschränkungen im Griff hat.
Signatur:
Es gibt nur eine Zeit - die aktive und die passive Gegenwart - und Gravitation
ist die Antwort der Gegenwart auf die Einwirkung vergangener Wichtigkeiten.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Harald Denifle am 03.12.2014 um 18:49 Uhr.
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Hallo Henry,

Henry schrieb in Beitrag Nr. 13-186:
Nein, gerade DAS ist richtig, denn Zug UND Bahnsteig können sich als in Ruhe befindlich betrachten

ja, aber nicht

Zitat von Henry:
Das System „Rakete“ kann sich als ruhend betrachten, aber in welchem System ruht es dann? Natürlich in dem System Erde – Zielplanet!

Im System Erde-Zielplanet ruht System Rakete natürlich nicht. Und im ruhenden System "Rakete" bewegt sich System Erde-Zielplanet.

Grüße
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Stueps am 03.12.2014 um 18:39 Uhr.
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Hallo Rupert Hübelbauer,

Claus schrieb in Beitrag Nr. 13-172:
Wegen der verschiedenen Wege, die beide Zwillinge genommen haben.

Rupert Hübelbauer schrieb in Beitrag Nr. 13-180:
Wieso Claus, der Erdzwilling sowie der Rest der Weltbevölkerung bleiben ja zu Hause...

Ja, aber auch der Erdzwilling und die restliche Weltbevölkerung bewegen sich. Und zwar bewegen sie sich durch die Zeit.

Du kannst dir das so vorstellen, dass die Lichtgeschwindigkeit eine Bewegungskonstante ist. Das soll heißen, dass sich alles immer mit Lichtgeschwindigkeit bewegt. Die Zeit stellst du dir nun als Dimension vor - also als eine Richtung, in die du dich mit Lichtgeschwindigkeit bewegst. Diese Bewegung mit Lichtgeschwindigkeit in die "Zeitrichtung" ist aus deiner subjektiven Sicht dein "Vergehen der Zeit".

Nun gibt es Menschen, Raketen, Planeten und diverse andere Objekte, die sich relativ zueinander auch in räumlicher Richtung bewegen. Das Wort "relativ" ist wichtig, denn jeder der vorgenannten Körper darf ein Koordinatensystem um sich selbst zeichnen und von sich behaupten: "Ich ruhe in meinem Koordinatensystem und die anderen bewegen sich!".

In seinem eigenen Koordinatensystem ruht jedes der Objekte also im Raum und bewegt sich mit Lichtgeschwindigkeit durch die Zeit - aber eigentlich dürfte man nicht sagen: durch "die" Zeit, sondern man müsste vielmehr sagen: durch "seine" Zeit, denn jedes der Objekte hat sein eigenes Koordinatensystem und damit auch seine eigene Zeit. Eine universelle Zeit, wie sie sich Newton vorgestellt hat und die überall gleichmäßig vergeht, gibt es in Wahrheit nicht.

So kommt es, dass verschiedene Leute, Raketen oder Objekte den jeweils anderen Objekten, die an ihnen vorbeiziehen und die sie deswegen als "bewegt" ansehen, eine Geschwindigkeit im Raum zuordnen.

Wichtig ist dabei nun folgender Leitsatz:
Mehr als Lichtgeschwindigkeit geht nicht

- und dieser Satz ist universell gültig. Das heißt:

Wer sich [aus wessen Sicht auch immer] im Raum bewegt, bewegt sich [aus nur dessen Sicht] langsamer in der Zeit - und zwar umso langsamer, je schneller er im Raum unterwegs ist. Genau das ist gemeint, wenn man sagt, "die Uhr des anderen läuft langsamer" als die eigene.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Claus am 03.12.2014 um 19:19 Uhr.
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Hallo Henry,

Henry schrieb in Beitrag Nr. 13-183:
Und immer schön drauf achten: NICHT die Schienen werden kontrahiert, sondern Zug bzw. Bahnsteig. Und dann ersetze Zug durch das Raumschiff, den Bahnsteig durch zwei Sterne als Koordinaten und die Schienen durch den Weg "Erde - Zielplanet".

Aus der Sicht des Zugs ist also der Bahnsteig kontrahiert. Neben dem Bahnsteig liegen die Schienen. Zwischen den Schienen liegen die Bahnschwellen. Die Bahnschwellen haben vom Bahnsteig aus betrachtet einen Abstand von jeweils 50 cm voneinander. Welchen Abstand haben die Bahnschwellen aus der Sicht des Zugfahrers voneinander, wenn der Zug mit 0,8c am Bahnsteig entlang fährt?
Beitrag zuletzt bearbeitet von Claus am 03.12.2014 um 18:56 Uhr.
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K
Claus schrieb in Beitrag Nr. 13-190:
Hallo Henry,

Henry schrieb in Beitrag Nr. 13-183:
Und immer schön drauf achten: NICHT die Schienen werden kontrahiert, sondern Zug bzw. Bahnsteig. Und dann ersetze Zug durch das Raumschiff, den Bahnsteig durch zwei Sterne als Koordinaten und die Schienen durch den Weg "Erde - Zielplanet".

Aus der Sicht des Zugs ist also der Bahnsteig kontrahiert. Neben dem Bahnsteig liegen die Schienen. Zwischen den Schienen liegen die Bahnschwellen. Die Bahnschwellen haben vom Bahnsteig aus betrachtet einen Abstand von jeweils 50 cm voneinander. Welchen Abstand haben die Bahnschwellen aus der Sicht des Zugfahrers voneinander, wenn der Zug mit 0,8c am Bahnsteig entlang fährt?

Das ist das Problem mit Gedankenexperimenten - wo enden sie? Es ist im ursprünglichen Experiment ausdrücklich nur vom Zug und vom Bahnsteig die Rede.aber man kann es natürlich verändern, geht wir von den Schwellen aus. In Richtung fahrender Zug haben die Schwellen einen Abstand von jeweils 50 cm, der Takt, mit dem sie unter dem Zug verschwinden, nimmt einfach mit steigender Geschwindigkeit zu. Interessant wird hierbei der rein optische Eindruck, denn das Licht, das von den Schwellen zum Beobachter im Zug kommt, wird immer mehr BLAUVERSCHOBEN - siehe Dopplereffekt.

Parallel zum Zug kommt es auf die Geschwindigkeit an. Davon hängt es ab, wie stark die Kontraktion ist. Es Werden also aus der Sicht des Zuges die Schwellen immer weiter zusammenrücken, der Zug wird immer stärker kontrahiert erscheinen. Es geht immer darum, das die bewegten Objekte zueinander parallel bewegt sind.

Aber hier kommt das Gedankenexperiment an seine Grenzen, es ist besser, sich nur auf Koordinaten im Raum zu beziehen, denn natürlich ist es Unsinn, sich einen tatsächlichen Zug vorzustellen, der mit den relevanten Geschwindigkeiten über tatsächliche Schienen donnert.

DANN nämlich, wenn wir uns ein Raumschiff vorstellen, haben wir kein System Zug - Schiene, sondern dann können wir die Koordinaten beliebig nahe an das Schiff legen, und es ist immer ein anderes System, von dem aus das Schiff beobachtet wird --- die Nähe zum Schiff ist schließlich nicht entscheidend, ob wir es mit EINEM System zu tun haben, der Kontakt ist es. Aber wie gesagt, man sollte nicht vergessen, dass wir es mit einem Gedankenexperiment zu tun haben, das uns nur helfen soll, das Prinzip zu verstehen.

Die Kontraktion lässt sich übrigens ganz einfach mit dem guten Pythagoras berechnen - Rechtwinkliges Dreieck!
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Henry am 03.12.2014 um 19:33 Uhr.
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Hallo Henry,

was für ein unglaubliches Rumgelabere um den heißen Brei.

Klare Frage, klare Antwort:

Der Abstand der Bahnschwellen ist in Fahrtrichtung des Zuges um den Faktor sqrt(1 - v2/c2) verkürzt. Mit v=0,8 folgt:

sqrt(1-0,82) = sqrt (0,36) = 0,6


Lösung: Die Bahnschwellen haben aus Sicht des Zugführers einen Abstand von 0,5 * 0,6 = 0,3m voneinander.
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'
Claus schrieb in Beitrag Nr. 13-192:
Hallo Henry,

was für ein unglaubliches Rumgelabere um den heißen Brei.

Klare Frage, klare Antwort:

Der Abstand der Bahnschwellen ist in Fahrtrichtung des Zuges um den Faktor sqrt(1 - v2/c2) verkürzt. Mit v=0,8 folgt:

sqrt(1-0,82) = sqrt (0,36) = 0,6


Lösung: Die Bahnschwellen haben aus Sicht des Zugführers einen Abstand von 0,5 * 0,6 = 0,3m voneinander.

Ließ meinen vollständigen Beitrag - und benimm dich, bislang sah ich keinen Grund, ausfällig zu werden und war es auch nicht, man kann seine Ansicht auch gemäßigt vertreten. Du musst den Zug nur von den Schienen nehmen, und du hast wieder ein paralleles System.
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Henry am 03.12.2014 um 19:41 Uhr.
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Henry schrieb in Beitrag Nr. 13-193:
und benimm dich

:rofl:

Wo ist Claus ausfällig geworden? Hier etwa?

Claus schrieb in Beitrag Nr. 13-192:
Hallo Henry,

was für ein unglaubliches Rumgelabere um den heißen Brei.

Dies dürfte m.E. keine Ausfälligkeit, sondern Erwähnung einer Tatsache sein.
Zugegebenermaßen ist diese Erwähnung überflüssig, weil die Tatsache m.E. offensichtlich ist.

Falls du dafür Zeit hast, bitte ich um Beantwortung von Beitrag Nr. 13-188. Es wäre nett, wenn dies ohne unglaubliches Rumgelabere ginge ;-).

Grüße
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Stueps am 03.12.2014 um 21:39 Uhr.
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Stueps schrieb in Beitrag Nr. 13-188:
Hallo Henry,

Henry schrieb in Beitrag Nr. 13-186:
Nein, gerade DAS ist richtig, denn Zug UND Bahnsteig können sich als in Ruhe befindlich betrachten

ja, aber nicht

Zitat von Henry:
Das System „Rakete“ kann sich als ruhend betrachten, aber in welchem System ruht es dann? Natürlich in dem System Erde – Zielplanet!

Im System Erde-Zielplanet ruht System Rakete natürlich nicht. Und im ruhenden System "Rakete" bewegt sich System Erde-Zielplanet.

Grüße

Aber selbstverständlich sind meine beiden Aussagen korrekt. Der Zug steht schließlich ebenfalls nicht, und SEIN Ruhesystem sind die Schienen (aber BITTE, es ist nur ein Gedankenexperiment, aber man kann sich die Schienen ja mal wegdenken, um die geht es nämlich nicht; ein Raumschiff bewegt sich nicht auf Schienen und kann es real genau SO geben. Und dann ist die Strecke Erde - Zielplanet das Ruhesystem).

Noch mal: Gleichförmig bewegte Systeme sind Ruhesystemen äquivalent, das ist eine Aussage der SRT.
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Henry am 04.12.2014 um 07:32 Uhr.
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Hallo Harald Denifle,

Harald Denifle schrieb in Beitrag Nr. 13-187:
Von Beobachtern messbare Distanzen und Zeitutopien sind immer nur scheinbar und grüne Formeln haben schon rein gar nichts mit Realitäten zu tun. Das Problem aller Beobachtungen ist ja gerade – es sind nur „scheinbare“ Einbildungen. An die Front der Ereignisse können wir halt leider nicht hin.

Hättest du dir den Link1) aus Ernst Ellert IIs Beitrag Nr. 13-171 einmal angesehen, dann wüsstest du jetzt, dass das nicht stimmt - und dass deine Vermutung

Zitat von Harald Denifle:
Lässt man aber die Beobachterphantasien weg und bleibt bei dem was ist; lösen sich – oh Wunder – sämtliche Paradoxien auf und Zwillinge bleiben ident alt.

leider vollständigst an den Tatsachen vorbei geht.
Es reicht eben nicht, nur zu wissen wie man den Vornamen von Lorentz richtig schreibt, oder dass man Zeilinger "Toni" nennt.

1)der Artikel der TU Darmstadt ist m.E. exzellent und vor allem für jedermann verständlich geschrieben. Vielen Dank, Ernst Ellert II.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Claus am 04.12.2014 um 07:43 Uhr.
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Rupert Hübelbauer schrieb in Beitrag Nr. 13-181:
Uwebus, dass Uhren durch irgendwelche Umstände schneller oder langsamer ticken, das stört mich gar nicht so. Aber das chemische Prozesse im menschlichen Organismus - also auch der Alterungsprozess – sich verlangsamen, dagegen wehre ich mich, weil es naturgesetzlich einfach nicht passt.

ALLE Physikalischen Prozesse sind von der Zeitdilatation betroffen.
Dabei interessiert es "die Zeit" nicht, ob diese Prozesse in einem mechanischen Apparat, wie etwa der Uhr, oder in einem biologischen "Apparat", wie etwa dem menschlichen Körper sattfinden.

Wenn sich ein Prozess um 10 % verlangsamt, dann verlangsamen sich alle Prozesse im selben Bezugssystem um 10%
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Wer jung ist, meint, er müsste die Welt retten :smiley8:
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:smiley3:
Beitrag zuletzt bearbeitet von Hans-m am 04.12.2014 um 09:17 Uhr.
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Hallo Henry,

Henry schrieb in Beitrag Nr. 13-195:
Aber selbstverständlich sind meine beiden Aussagen korrekt.

Aber selbstverständlich sind sie das nicht.

Henry schrieb in Beitrag Nr. 13-195:
Der Zug steht schließlich ebenfalls nicht

Richtig. Jedenfalls nicht still auf den Schienen. Beide bewegen sich zueinander. (Eigentlich reicht dieser Satz schon, um dir zu zeigen, dass du falsch liegst.)

Henry schrieb in Beitrag Nr. 13-195:
und SEIN Ruhesystem sind die Schienen

Falsch. Ein Zug, der über die Schienen donnert, kann schlecht die Schienen in sein Bezugssystem aufnehmen, und sie in diesem als ruhend betrachten. Ebenso können die sich als ruhend betrachtenden Schienen den Zug in ihr System aufnehmen, und diesen dann auch als zu sich ruhend annehmen. Somit ist natürlich auch die Aussage

Henry schrieb in Beitrag Nr. 13-195:
ein Raumschiff bewegt sich nicht auf Schienen und kann es real genau SO geben. Und dann ist die Strecke Erde - Zielplanet das Ruhesystem

falsch, bezieht sich System Erde-Zielplanet auf System Raumschiff. Wie sonst, wenn nicht durch Bewegung, soll das Raumschiff von der Erde zum Zielplaneten gelangen (oder der Zielplanet zum Raumschiff)?

Henry schrieb in Beitrag Nr. 13-195:
Noch mal: Gleichförmig bewegte Systeme sind Ruhesystemen äquivalent, das ist eine Aussage der SRT.

In diesem speziellen Zusammenhang scheinst du etwas gründlich missverstanden zu haben. Ich muss mich dann Claus anschließen, und feststellen, dass du die SRT nicht verstanden hast. Natürlich befindet sich System Raumschiff gegenüber System Erde-Zielplanet (das sich in Ruhe betrachten darf) nicht in Ruhe, genauso wenig wie sich System Erde-Zielplanet gegenüber System Raumschiff, das sich als ruhend betrachten darf, in Ruhe befindet.
Dein genanntes Äquivalenzprinzip bezieht sich auf die Tatsache, dass du weder für Ruhe noch für gleichförmige Bewegung eine Kraft aufwenden musst, und sie deshalb in diesem Punkt ununterscheidbar sind. Eine Beschleunigung hingegen ist mit einer Kraft verbunden, unterscheidet sich also von Ruhe und gleichförmiger Bewegung.
Für unsere hiesigen Betrachtungen spielen jedoch Beschleunigungskräfte keine Rolle, und es lässt sich sehr wohl in einem frei gewählten Bezugssystem eine Bewegung des anderen Systems feststellen.

Herr Oberlehrer, was ist los?

Grüße
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Stueps am 04.12.2014 um 10:57 Uhr.
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Stueps schrieb in Beitrag Nr. 13-198:
Herr Oberlehrer, was ist los? Grüße

Hallo Stueps,

das frage ich mich auch langsam.
Bislang hat Henry doch fast immer ordentliche Beiträge geliefert. Nun kommt er ausgerechnet bei der SRT ins Schleudern. Das verwirrt mich.

Es ist doch ganz klar, dass bei einem fahrenden Eisenbahnzug nicht das Schienensystem das Ruhesystem des fahrenden Zuges ist. Behauptet denn Henry allen Ernstes, dass das Schienensystem das Ruhesystem des fahrenden Zuges ist? Es ist es höchstens dann, wenn der Zug auf den Schienen stillsteht.

Ich vermute, Henry hat Schwierigkeiten bei der Interpretation des Begriffs “Ruhesystem“. Ich denke, wir sollten wieder mal den Thread Basics spezielle Relativitätstheorie rekapitulieren.

M.f.G Eugen Bauhof
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Der Kluge lernt aus allem und von jedem,
der Normale aus seinen Erfahrungen,
und der Dumme weiß alles besser.
Sokrates.
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Claus schrieb in Beitrag Nr. 13-189:
Rupert Hübelbauer schrieb in Beitrag Nr. 13-180:
Wieso Claus, der Erdzwilling sowie der Rest der Weltbevölkerung bleiben ja zu Hause...

Ja, aber auch der Erdzwilling und die restliche Weltbevölkerung bewegen sich. Und zwar bewegen sie sich durch die Zeit.

Du kannst dir das so vorstellen, dass die Lichtgeschwindigkeit eine Bewegungskonstante ist. Das soll heißen, dass sich alles immer mit Lichtgeschwindigkeit bewegt. Die Zeit stellst du dir nun als Dimension vor - also als eine Richtung, in die du dich mit Lichtgeschwindigkeit bewegst. Diese Bewegung mit Lichtgeschwindigkeit in die "Zeitrichtung" ist aus deiner subjektiven Sicht dein "Vergehen der Zeit".

Nein Claus, das stelle ich mir lieber nicht vor. Nach deiner Vorstellung soll die Lichtgeschwindigkeit eine Bewegungskonstante sein, was heißen soll, dass sich alles immer mit Lichtgeschwindigkeit bewegt. Unser Planet samt Erdzwilling und allen Lebewesen soll sich also mit Lichtgeschwindigkeit irgendwohin bewegen, nein, also wirklich, ich befürchte mit dieser Vorstellung kannst du nur bei einigen Esoterikern punkten. Ach ja, dass auch ohne irgendwelche Beobachter, aufgrund der Theorie, Uhren im schnellen Raumschiff langsamer ticken würden, hast du wohl elegant übersehen. Aber egal, jeder wie er glaubt .....................


Gruß
rupert
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