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Zeitreise bis zum Urknall?

Thema erstellt von Xigon 
Beiträge: 24, Mitglied seit 13 Jahren
Wie wir ja wissen blicken wir, wenn wir in die Sterne schauen, in die Vergangenheit. Bei manchen Sternen bis zu 90 Millionen Jahren zurück.

Nun stellt sich die Frage, wenn wir ein Teleskop so tief ins All führen würden, bis es nicht mehr geht, und dann den Punkt erreichen würden 13,7 Milliarden Jahre zurück zu sehen, würden wir dann zum Urknall zurück sehen?
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Nein, würden wir nicht.
Damals war das Universum über 3000 Grad heiß und undurchsichtig. Die Elektronen kreisen bei solchen Temperaturen nicht mehr um die Atomkerne, sondern schwirren fei umher. Alle Lichtstrahlen stoßen nach kurzem Weg irgendwo an und breiten sich nicht geradlinig aus. Es ist wie in Nebel mit Null Sichtweite.
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Es gibt keine Urknall-Singularität.
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Bernhard Kletzenbauer schrieb in Beitrag Nr. 1209-2:
Nein, würden wir nicht.
Damals war das Universum über 3000 Grad heiß und undurchsichtig. Die Elektronen kreisen bei solchen Temperaturen nicht mehr um die Atomkerne, sondern schwirren fei umher. Alle Lichtstrahlen stoßen nach kurzem Weg irgendwo an und breiten sich nicht geradlinig aus. Es ist wie in Nebel mit Null Sichtweite.

Deine Darstellung ist zwar richtig, Bernhard ,aber hast du die Unlogik in der Fragestellung nicht bemerkt? Man kann nirgends hinreisen, um der Vergangenheit näher zu sein.
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Die Frage ist wortwörtlich falsch gestellt, aber ich habe sinngemäß geantwortet.
Selbst wenn man ein Teleskop so weit weg "beamen" könnte, daß es das erste Licht nach dem sogenannten "Urknall" auffängt, würde das nichts nutzen. Denn zu dieser Zeit war das Universum von einer heißen Wasserstoffwolke ausgefüllt, die undurchsichtig wie dicker Nebel war.
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Bernhard Kletzenbauer schrieb in Beitrag Nr. 1209-4:
Die Frage ist wortwörtlich falsch gestellt, aber ich habe sinngemäß geantwortet.
Selbst wenn man ein Teleskop so weit weg "beamen" könnte, daß es das erste Licht nach dem sogenannten "Urknall" auffängt, würde das nichts nutzen. Denn zu dieser Zeit war das Universum von einer heißen Wasserstoffwolke ausgefüllt, die undurchsichtig wie dicker Nebel war.

Du hast meinen Einwand nicht verstanden. Es ist völlig gleichgültig, wie weit du dein Teleskop in den Raum "beamst", du wirst dem ersten Licht nach dem Urknall nicht näher kommen, denn auch das Licht in 10 Milliarden Lichtjahren Entfernung ist vor 13.7 Milliarden Jahren ausgesandt worden und folglich auch in 10 Milliarden Lichtjahren Entfernung schon 13.7 Milliarden Jahre "alt" (wir reden ja davon, dass du "jetzt" sofort "dort" bist, wir reden natürlich nicht von dem Licht, das uns heute und hier aus der Entfernung von 10 Milliarden Lichtjahren erreicht). Du kannst also gleich hierbleiben und dich auf die Belichtungszeit verlassen. Siehe dazu vielleicht "Deep-Field-Aufnahmen" vom Hubble-Teleskop, die belegen das eindrücklich.
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Henry schrieb in Beitrag Nr. 1209-5:
Du hast meinen Einwand nicht verstanden. Es ist völlig gleichgültig, wie weit du dein Teleskop in den Raum "beamst", du wirst dem ersten Licht nach dem Urknall nicht näher kommen, denn auch das Licht in 10 Milliarden Lichtjahren Entfernung ist vor 13.7 Milliarden Jahren ausgesandt worden und folglich auch in 10 Milliarden Lichtjahren Entfernung schon 13.7 Milliarden Jahre "alt"
In einem begrenzten Universum ist diese Aussage falsch. Das Licht, das ein Teleskop in 10 Mrd. Lj. Entfernung von der Erde auffängt, ist dann erst 3,7 Mrd. Jahre alt (mal die Undurchsichtigkeitsphase und die kosmische Expansion außer acht lassend). Denn vom Zeitpunkt "Urknall" ist es ja erst 3,7 Mrd. Jahre unterwegs. Das gilt für den Fall, daß das Ur-Licht niemals erlosch.
Aber da die Ur-Materie unter 3000K abkühlte und noch weiter abkühlte, ist es auch aus anderer Sicht falsch. Da war ja nach der hellen Plasmaphase keine heiße Materie mehr, die Licht abstrahlte. Und das Ur-Licht ist jetzt schon längst am Standort des dort "hingebeamten" Teleskops vorbeigeflogen.

Deine Aussage ist aber in einem unendlichen Universum richtig.
Das Ur-Licht der heißen Plasmaphase ist von jedem Ort in alle Richtungen gestrahlt worden. An jedem Ort im Universum ist das älteste empfangene Licht somit 13,7 Mrd. Jahre alt.
Zitat:
(wir reden ja davon, dass du "jetzt" sofort "dort" bist, ...
Wir?
Ich habe nur ein Space-Teleskop hin- und zurück beamen wollen.
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Bernhard Kletzenbauer schrieb in Beitrag Nr. 1209-6:
Henry schrieb in Beitrag Nr. 1209-5:
Du hast meinen Einwand nicht verstanden. Es ist völlig gleichgültig, wie weit du dein Teleskop in den Raum "beamst", du wirst dem ersten Licht nach dem Urknall nicht näher kommen, denn auch das Licht in 10 Milliarden Lichtjahren Entfernung ist vor 13.7 Milliarden Jahren ausgesandt worden und folglich auch in 10 Milliarden Lichtjahren Entfernung schon 13.7 Milliarden Jahre "alt"
In einem begrenzten Universum ist diese Aussage falsch. Das Licht, das ein Teleskop in 10 Mrd. Lj. Entfernung von der Erde auffängt, ist dann erst 3,7 Mrd. Jahre alt (mal die Undurchsichtigkeitsphase und die kosmische Expansion außer acht lassend). Denn vom Zeitpunkt "Urknall" ist es ja erst 3,7 Mrd. Jahre unterwegs. Das gilt für den Fall, daß das Ur-Licht niemals erlosch.
Aber da die Ur-Materie unter 3000K abkühlte und noch weiter abkühlte, ist es auch aus anderer Sicht falsch. Da war ja nach der hellen Plasmaphase keine heiße Materie mehr, die Licht abstrahlte. Und das Ur-Licht ist jetzt schon längst am Standort des dort "hingebeamten" Teleskops vorbeigeflogen.

Deine Aussage ist aber in einem unendlichen Universum richtig.
Das Ur-Licht der heißen Plasmaphase ist von jedem Ort in alle Richtungen gestrahlt worden. An jedem Ort im Universum ist das älteste empfangene Licht somit 13,7 Mrd. Jahre alt.
Zitat:
(wir reden ja davon, dass du "jetzt" sofort "dort" bist, ...
Wir?
Ich habe nur ein Space-Teleskop hin- und zurück beamen wollen.

Ja, das ist es ja, das Teleskop wird "gebeamt" und wir erhalten SOFORT Nachricht über die Messergebnisse, sonst macht die Sache keinen Sinn.
1. Gesetzt, das Universum hatte einen Anfang, z. B. in der Form eines Urknalls, dann ist ALLES, AN JEDEM ORT DIESE UNIVERSUMS gleich alt, in unserer Annahme 13.7 Milliarden Jahre.
2. Es ging NICHT darum, die Laufzeit des Lichtes von einer Entfernung aus 10 Milliarden Licht zu berücksichtigen, sondern eine Teleskop instantan - das heißt ohne Zeitverlust - dorthin zu versetzen, also zu "beamen".
3. Wenn das Teleskop JETZT in 10 Milliarden Lichtjahren Entfernung eine Messung über das Licht kurz nach dem Urknall durchführt und wir darüber instantan informiert würden - was natürlich nicht geht, aber "Beamen" geht ja wohl auch nicht! - würden wir auch DORT das Alter von 13.7 Milliarden Jahren feststellen, was nur logisch ist, denn das Universum ist 13.7 Milliarden Jahre alt, wie auch von dir richtig festgestellt.
4. Wenn wir JETZT - immer unter der Voraussetzung eines instantan versetzten Teleskops - dort ein Alter von nur 3.7 Milliarden Jahren messen würden, hätten wir es tatäschlich in die Vergangenheit geschickt, was aber nicht möglich ist und auch der Logik unserer Versuchsanordnung widersprechen würde.
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Henry am 08.09.2013 um 10:51 Uhr.
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Bernhard Kletzenbauer schrieb in Beitrag Nr. 1209-6:
 
Ich habe nur ein Space-Teleskop hin- und zurück beamen wollen.

Hallo Bernhard,

selbst wenn wir annehmen, dass Du dein Teleskop ohne Zeitverzögerung zu jedem Ort im Universum hinbeamen kannst, so geht diese Reise immer nur durch den Raum, aber nicht durch die Zeit.

Das kosmologische Prinzip sagt insbesondere, dass unser Universum isotrop ist (d.h. von jedem Ort aus gesehen gleiche Qualität hat, insbesondere also gleich alt erscheint: eben 13.8 Mrd. Jahre). Damit ist — zeitlich gesehen — jeder Ort in unserem Universum gleich alt.

Wir sehen also: Henry hat recht.

Gruß, grtgrt


PS: Deine Argumentation mit dem begrenzten Universum wäre nur dann schlüssig, wenn der Urknall ein Ort wäre, der alles ausgespuckt hat, was sich dann auch örtlich von diesem Punkt sternförmig entfernt hätte (und immer noch entfernt). Das aber kann nicht sein, weil das dem kosmologischen Prinzip widerspricht und weil unsere Beobachtungen uns dann zum Schluß führen würden, dass der Ort des Urknalls nur der Punkt sein kann, an dem wir uns befinden.

 
Beitrag zuletzt bearbeitet von Grtgrt am 08.09.2013 um 11:08 Uhr.
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Bernhard Kletzenbauer schrieb in Beitrag Nr. 1209-6:
In einem begrenzten Universum ist diese Aussage falsch. Das Licht, das ein Teleskop in 10 Mrd. Lj. Entfernung von der Erde auffängt, ist dann erst 3,7 Mrd. Jahre alt (mal die Undurchsichtigkeitsphase und die kosmische Expansion außer acht lassend). Denn vom Zeitpunkt "Urknall" ist es ja erst 3,7 Mrd. Jahre unterwegs. Das gilt für den Fall, daß das Ur-Licht niemals erlosch. .

Hallo Bernhard,

auch in einem endlichen Universum ist jeder Punkt im Universum gleich alt. Das kann man sich anhand des Ballon-Modells durch die nachstehende Grafik veranschaulichen:


Das in sich selbst zurückgekrümmte Universum besitzt an jeder Stelle den gleichen Krümmungsradius R(t). In jedem der eingezeichneten Galaxien A, B, C, D besitzt der Weltraum den gleichen globalen Krümmungsradius R(t). Deshalb spricht man in der Literatur auch von einer “Krümmungsuhr“.

Krümmungsuhr heißt, die Größe des globalen Krümmungsradius R(t) ist ein Maß für die verflossene Zeit t von Urknall bis heute.

Ganz gleich, wo man auch das Teleskop “hinbeamt“, dem Urknall kommt man nicht näher. Der Urknall fand an jeder Stelle des Universums gleichzeitig statt.

M.f.G. Eugen Bauhof
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Der Kluge lernt aus allem und von jedem,
der Normale aus seinen Erfahrungen,
und der Dumme weiß alles besser.
Sokrates.
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@Henry und Grtgrt,
wie ich sehe, habt ihr meine Ausführungen verstanden.
(...Deine Aussage ist aber in einem unendlichen Universum richtig.
Das Ur-Licht der heißen Plasmaphase ist von jedem Ort in alle Richtungen gestrahlt worden. An jedem Ort im Universum ist das älteste empfangene Licht somit 13,7 Mrd. Jahre alt... )

In die "Vergangenheit" kann man nichts schicken. Da die Geschwindigkeit von elektromagnetischer Strahlung aber nicht unbegrenzt ist, kann man an geeigneter Stelle Strahlung auffangen, die schon seit langer Zeit abgestrahlt wurde.
Ich könnte zwar das Effelsberg-Radioteleskop zu Alpha Centauri "beamen" und dort die Radio- und Fernsehsendungen aus dem Jahr 2009 empfangen - aber um die allererste Strahlung vom Zeitpunkt "Urknall" aufzufangen, muß ich noch lange Zeit warten.:clock:
Denn bei dieser Strahlung ist nicht nur der Weg und die begrenzte Geschwindigkeit zu berücksichtigen, sondern auch die Ausdehnung des Universums.

@Bauhof
Bei meiner Formulierung "In einem begrenzten Universum ist diese Aussage falsch." meinte ich kein Ballonmodell.
Es gibt Leute, die behaupten, daß nach 13,7 Mrd. Lj. Entfernung von der Erde das Universum zu Ende ist.:rofl:
Wenn ich 3,7 Mrd. Lj. an dieses "Ende" (10 Mrd. Lj. von der Erde im Zentrum) ein Spaceteleskop "hinbeame", dort fotografiere, und das Teleskop "zurückbeame", habe ich Strahlung aufgenommen, die vom "Rand" 3,7 Mrd. Jahre bis zum Teleskop brauchte (unter der Voraussetzung, daß das erste Licht nicht ausging).
Da das Universum aber so nicht aufgebaut ist, können wir diese Variante zu den Akten legen.
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Beiträge: 1.375, Mitglied seit 14 Jahren
Bauhof schrieb in Beitrag Nr. 1209-9:
Krümmungsuhr heißt, die Größe des globalen Krümmungsradius R(t) ist ein Maß für die verflossene Zeit t von Urknall bis heute. Ganz gleich, wo man auch das Teleskop “hinbeamt“, dem Urknall kommt man nicht näher. Der Urknall fand an jeder Stelle des Universums gleichzeitig statt.

Hallo zusammen,

zum Thema "Krümmungsuhr“ möchte ich noch etwas nachtragen, weil das m.E. interessanter ist als das fiktive “hinbeamen“ eines Teleskops. John D. Barrow schreibt zum Thema "Krümmungsuhr“ auf Seite 238 seines Buches [1] folgendes:

Zitat:
Früher oder später aber wird es sogar für Atome und Nukleonen – und für überhaupt alles aus Materie – zu heiß. Was aber verstehen wir unter Zeit, wenn nichts mehr übriggeblieben ist, um sie zu messen?

Nun, vielleicht gibt es eine universale Uhr, die nicht die Eigenzeit misst. Eine solche Uhr müsste mit etwas verbunden sein, was immer da ist, auch zum Zeitpunkt der Singularität. Der einzige Kandidat, der dafür in Frage käme, dürfte wohl die Krümmung des Raums beziehungsweise die Materiedichte sein. Eine solche Uhr könnte jedermann im Weltall benutzen. In dem Augenblick aber, in dem wir die Krümmungsuhr zum Chronometer der wirklichen Zeit erklären, müssen wir einige recht ungewöhnliche Konsequenzen gewärtigen.

M.f.G. Eugen Bauhof

[1] Barrow, John D. und Silk, Joseph
Die linke Hand der Schöpfung.
Der Ursprung des Universums.
Heidelberg 1995
ISBN=3-86025-355-7
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Bauhof am 08.09.2013 um 13:59 Uhr.
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Bernhard Kletzenbauer schrieb in Beitrag Nr. 1209-10:
@Henry und Grtgrt,
wie ich sehe, habt ihr meine Ausführungen verstanden.
(...Deine Aussage ist aber in einem unendlichen Universum richtig.
Das Ur-Licht der heißen Plasmaphase ist von jedem Ort in alle Richtungen gestrahlt worden. An jedem Ort im Universum ist das älteste empfangene Licht somit 13,7 Mrd. Jahre alt... )

In die "Vergangenheit" kann man nichts schicken. Da die Geschwindigkeit von elektromagnetischer Strahlung aber nicht unbegrenzt ist, kann man an geeigneter Stelle Strahlung auffangen, die schon seit langer Zeit abgestrahlt wurde.
Ich könnte zwar das Effelsberg-Radioteleskop zu Alpha Centauri "beamen" und dort die Radio- und Fernsehsendungen aus dem Jahr 2009 empfangen - aber um die allererste Strahlung vom Zeitpunkt "Urknall" aufzufangen, muß ich noch lange Zeit warten.:clock:
Denn bei dieser Strahlung ist nicht nur der Weg und die begrenzte Geschwindigkeit zu berücksichtigen, sondern auch die Ausdehnung des Universums.

@Bauhof
Bei meiner Formulierung "In einem begrenzten Universum ist diese Aussage falsch." meinte ich kein Ballonmodell.
Es gibt Leute, die behaupten, daß nach 13,7 Mrd. Lj. Entfernung von der Erde das Universum zu Ende ist.:rofl:
Wenn ich 3,7 Mrd. Lj. an dieses "Ende" (10 Mrd. Lj. von der Erde im Zentrum) ein Spaceteleskop "hinbeame", dort fotografiere, und das Teleskop "zurückbeame", habe ich Strahlung aufgenommen, die vom "Rand" 3,7 Mrd. Jahre bis zum Teleskop brauchte (unter der Voraussetzung, daß das erste Licht nicht ausging).
Da das Universum aber so nicht aufgebaut ist, können wir diese Variante zu den Akten legen.

Hallo, Bernhard!

Aus purem Altruismus möchte ich dich doch vor dem Hochmut warnen, denn weder Gebhard noch ich haben an deiner Aussage in Beitrag Nr. 1209-4 gezweifelt, du warst es nicht, der hier zu unserem Verständnis beigetragen hat (ich erlaube mir, ausnahmsweise für Gebhard zu sprechen). Ich habe dich in meinem Beitrag Nr. 1209-3 lediglich darauf hingewiesen, dass in Beitrag Nr. 1209-1 ein logischer Fehler in der Fragestellung lag.

Was die Annahme angeht, man müsse auf Alpha Centauri "lange Zeit warten", um Strahlung von der Zeit nach der Rekombination erhalten, also von der Zeit, als das Universum "durchsichtig" wurde, liegst du falsch. Diese Strahlung messen wir seit der Mitte der 1960er Jahre, es ist nämlich die allgegenwärtige kosmische Hintergrundstrahlung; und die wirst du auch auf Alpha Centauri messen.

Außerdem fürchte ich, du hast das Konzept des "Ballonmodells" nicht verstanden. Auf die Graphik in Eugens Beitrag Nr. 1209-9 bezogen: Es ist allein der blaue Kreis, auf den es ankommt, er steht für das Universum. Der Ursprung (Urknall) wird sozusagen "mitgenommen" und liegt NICHT im Zentrum der Graphik.
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Hallo...

Nur so nebenbei hypothetisch gefragt...

Wissend, dass 99 % eines Atoms aus leerem Raum bestehen.. wir das Universum zusammenschrumpfen lassen bis zur homogenen Symetrie ( ich weigere mich den Begriff Singularität zu verwenden ).. Würde dieses " Gebilde " dann nicht eher die Größe eines Magnetars besitzen.. ( inklusive dunkler Materie ) oder die Größe unseres Sonnensystems
( dunkle Enerige mit eingebunden)..???

Ok... Ich weiss auch , dass man es niemals "sehen" könnte weil wir ja "mittendrin" sind. . Abgesehen von dem leidigem Problem der "Strahlungs- und Expansionsphase ".

Ich möchte mal bei der " Urknallvariante " bleiben, weil Theorien wie das Randall-Sundram-modell nicht in dieses Thread passen..
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Branworld1 schrieb in Beitrag Nr. 1209-13:
Hallo...

Nur so nebenbei hypothetisch gefragt...

Wissend, dass 99 % eines Atoms aus leerem Raum bestehen.. wir das Universum zusammenschrumpfen lassen bis zur homogenen Symetrie ( ich weigere mich den Begriff Singularität zu verwenden ).. Würde dieses " Gebilde " dann nicht eher die Größe eines Magnetars besitzen.. ( inklusive dunkler Materie ) oder die Größe unseres Sonnensystems
( dunkle Enerige mit eingebunden)..???

Ok... Ich weiss auch , dass man es niemals "sehen" könnte weil wir ja "mittendrin" sind. . Abgesehen von dem leidigem Problem der "Strahlungs- und Expansionsphase ".

Ich möchte mal bei der " Urknallvariante " bleiben, weil Theorien wie das Randall-Sundram-modell nicht in dieses Thread passen..

Hallo, Branworld!

Ja, die Singularität können wir beiseite lassen, sie ist nur ein Zeichen dafür, dass die Mathematik hier ihre Grenze findet und nicht real.

Was heißt "leerer Raum"? Das ist wohl auch eine Fiktion, der Raum ist nicht leer. Was nun die Größe des Universums angeht: Du darfst nicht vergessen, dass es Kräfte sind, die gegen die Gravitation wirken und so ein endloses Zusammenfallen verhindern, nicht "Materie" - zumal sich die Materie selbst erst aus der "Urenergie" herauskristallisieren musste, und wo keine Kräfte wirken, wo auch die Gravitation ihre Eigenständigkeit verliert, nämlich eben bei entsprechend hohen Energien, wie sie beim Urknall angenommen werden, gibt es nichts, was verhindert, das Universum kleiner als ein Atom sein zu lassen - sehr, sehr, sehr viel kleiner.
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Henry am 08.09.2013 um 17:13 Uhr.
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Henry schrieb in Beitrag Nr. 1209-12:
Bernhard Kletzenbauer schrieb in Beitrag Nr. 1209-10:
Was die Annahme angeht, man müsse auf Alpha Centauri "lange Zeit warten", um Strahlung von der Zeit nach der Rekombination erhalten, also von der Zeit, als das Universum "durchsichtig" wurde, liegst du falsch.
Wieso "Strahlung von der Zeit nach der Rekombination"? Da steht doch "Radio- und Fernsehsendungen aus dem Jahr 2009".


Zitat:
Außerdem fürchte ich, du hast das Konzept des "Ballonmodells" nicht verstanden. Auf die Graphik in Eugens Beitrag Nr. 1209-9 bezogen: Es ist allein der blaue Kreis, auf den es ankommt, er steht für das Universum. Der Ursprung (Urknall) wird sozusagen "mitgenommen" und liegt NICHT im Zentrum der Graphik.
Wieso Ballonmodell und Eugens Graphik?
Da steht doch "...meinte ich kein Ballonmodell."
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Beiträge: 1.566, Mitglied seit 9 Jahren
 
Bauhof schrieb in Beitrag Nr. 1209-11:
 
zum Thema "Krümmungsuhr“ möchte ich noch etwas nachtragen, weil das m.E. interessanter ist als das fiktive “hinbeamen“ eines Teleskops. John D. Barrow schreibt zum Thema "Krümmungsuhr“ auf Seite 238 seines Buches [1] folgendes:

Zitat:
... In dem Augenblick aber, in dem wir die Krümmungsuhr zum Chronometer der wirklichen Zeit erklären, müssen wir einige recht ungewöhnliche Konsequenzen gewärtigen.


Hallo Eugen,

welche "ungewöhnlichen Konsequenzen" sind es denn, von denen das Buch dann spricht?

Mfg, grtgrt
 
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Bernhard Kletzenbauer schrieb in Beitrag Nr. 1209-15:
Henry schrieb in Beitrag Nr. 1209-12:
Wieso "Strahlung von der Zeit nach der Rekombination"? Da steht doch "Radio- und Fernsehsendungen aus dem Jahr 2009".


Zitat:
Außerdem fürchte ich, du hast das Konzept des "Ballonmodells" nicht verstanden. Auf die Graphik in Eugens Beitrag Nr. 1209-9 bezogen: Es ist allein der blaue Kreis, auf den es ankommt, er steht für das Universum. Der Ursprung (Urknall) wird sozusagen "mitgenommen" und liegt NICHT im Zentrum der Graphik.
Wieso Ballonmodell und Eugens Graphik?
Da steht doch "...meinte ich kein Ballonmodell."
Eben!

Wenn ich dich zitieren darf: "- aber um die allererste Strahlung vom Zeitpunkt "Urknall" aufzufangen, muß ich noch lange Zeit warten.:clock:"
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Grtgrt schrieb in Beitrag Nr. 1209-16:
 
Bauhof schrieb in Beitrag Nr. 1209-11:
 
zum Thema "Krümmungsuhr“ möchte ich noch etwas nachtragen, weil das m.E. interessanter ist als das fiktive “hinbeamen“ eines Teleskops. John D. Barrow schreibt zum Thema "Krümmungsuhr“ auf Seite 238 seines Buches [1] folgendes:




Hallo Eugen,

welche "ungewöhnlichen Konsequenzen" sind es denn, von denen das Buch dann spricht?

Mfg, grtgrt
 

Ja, und mich würde eine Erklärung hierfür interessieren: "Früher oder später aber wird es sogar für Atome und Nukleonen – und für überhaupt alles aus Materie – zu heiß. Was aber verstehen wir unter Zeit, wenn nichts mehr übriggeblieben ist, um sie zu messen?"
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Bernhard Kletzenbauer schrieb in Beitrag Nr. 1209-10:
@Henry und Grtgrt,
wie ich sehe, habt ihr meine Ausführungen verstanden.
(...Deine Aussage ist aber in einem unendlichen Universum richtig.
Das Ur-Licht der heißen Plasmaphase ist von jedem Ort in alle Richtungen gestrahlt worden. An jedem Ort im Universum ist das älteste empfangene Licht somit 13,7 Mrd. Jahre alt... )

In die "Vergangenheit" kann man nichts schicken. Da die Geschwindigkeit von elektromagnetischer Strahlung aber nicht unbegrenzt ist, kann man an geeigneter Stelle Strahlung auffangen, die schon seit langer Zeit abgestrahlt wurde.
Ich könnte zwar das Effelsberg-Radioteleskop zu Alpha Centauri "beamen" und dort die Radio- und Fernsehsendungen aus dem Jahr 2009 empfangen - aber um die allererste Strahlung vom Zeitpunkt "Urknall" aufzufangen, muß ich noch lange Zeit warten.:clock:
Denn bei dieser Strahlung ist nicht nur der Weg und die begrenzte Geschwindigkeit zu berücksichtigen, sondern auch die Ausdehnung des Universums.

@Bauhof
Bei meiner Formulierung "In einem begrenzten Universum ist diese Aussage falsch." meinte ich kein Ballonmodell.
Es gibt Leute, die behaupten, daß nach 13,7 Mrd. Lj. Entfernung von der Erde das Universum zu Ende ist.:rofl:
Wenn ich 3,7 Mrd. Lj. an dieses "Ende" (10 Mrd. Lj. von der Erde im Zentrum) ein Spaceteleskop "hinbeame", dort fotografiere, und das Teleskop "zurückbeame", habe ich Strahlung aufgenommen, die vom "Rand" 3,7 Mrd. Jahre bis zum Teleskop brauchte (unter der Voraussetzung, daß das erste Licht nicht ausging).
Da das Universum aber so nicht aufgebaut ist, können wir diese Variante zu den Akten legen.

Hallo,

@ Henry
Bernhard meint wirklich etwas anderes, als dass was er geschrieben hat . Tatsache ist, das wir darüber streiten können,sogar müssen , wenn wir weitere Erkenntnis erlangen wollen.

Wie auch immer , jeder kann meinen was er will.:smiley33:

@ Bernhard
Weil der Henry dass angesprochen hat , und du auch der Überzeugung bist dass der Raum leer ist
was nennst du Raum ? Und was ist für dich leere, wo gibt das?


mfg
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Henry schrieb in Beitrag Nr. 1209-17:
Wenn ich dich zitieren darf: "- aber um die allererste Strahlung vom Zeitpunkt "Urknall" aufzufangen, muß ich noch lange Zeit warten.:clock:"
Okay, ich gebe zu, daß es ungünstig angeordnet steht.

Die alte Strahlung der irdischen Radio- und Fernseh-Sender kann man noch an einer bestimmten Stelle auffangen, falls man ohne Zeitverlust dort "hinbeamen" kann.
Die allererste universelle Strahlung ist dagegen überall gleich alt.
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Bernhard Kletzenbauer am 08.09.2013 um 21:02 Uhr.
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