Bisher wurde meine Frage, ob die Urchristen den Geburtstag Jesu (regelmäßig) gefeiert hatten, nicht beantwortet.
Moin Gnom,
die Geburt Christi ist relativ gut dokumentiert in der Weihnachtsgeschichte der Evangelien. Historisch ist aus der Zeit sonst nicht viel erhalten von der Region Israel, weil die Römer alles platt gemacht haben. Öffentliche Dokumentationen etwa für unsere Zeit zu verfassen war auch nicht das primäre Anliegen der Urchristen, weil sie verfolgt wurden und notwendig im Untergrund lebten; offensichtlich brauchte es keine weitere Hölle, um den Glauben an den Christus zu verbreiten.
Kalender, Kirchenjahr und die heutige Zeremonie kamen natürlich viel später. Ursprung, Anlass und Wesen des Festes sind klar in der Weihnachtsgeschichte selbst, mit Weisen aus dem sog. Morgenland, mit Geschenken und dem ein oder anderen Schaf oder Esel, im Kern
Jesus.
Die Frage nach dem Vorbild der Urchristen ist legitim. Der Baptist Christopher Shoemaker ist ihr gefolgt, dabei in den mosaischen Bund eingetreten und ist jetzt als messianisch jüdischer Pastor tätig. Er hat ausserdem eine Art ökumenische Gesellschaft für Abrahamische Religionen gegründet und verschollen geglaubte israelische Stämme u.a. in Schwarzafrika ausgebuddelt. Messianische Juden sind diejenigen, die genau in dem Graben zwischen dem
Bund Mose und
Bund Jesu sitzen, den die neu-evangelische Ersetzungstheologie durch versuchtes dogmatisches Lesen der Paulus-Briefe scheinbar aufegtan hat und der den Anti-Semitismus historisch ungebremst gedeihen liess.
Wer sich aus seinem Glauben heraus in diesen Graben setzt, ist wahrscheinlich frei von Mensch-gemachten Ideen, die Du oben kritisiert hast.
Gruß
Thomas
Bearbeitet von Thomas der Große am 18.01.2026 um 15:46 Uhr.