Ein paar Gedanken: Wer ein Experiment macht, glaubt zwei Dinge: die Welt hat Regeln und unser Kopf kann sie begreifen. Beides kann nicht bewiesen werden, denn jeder Beweis würde diese Annahmen ja schon benutzen. Die Wissenschaft steht also auf einem Fundament, welches sie nicht gelegt hat und nie prüfen kann. Einstein nannte das ewig Unbegreifliche an der Welt ihre Begreifbarkeit. Man kann einwenden, unser Kopf begreife die Welt eben, weil er sich in ihr entwickelt hat. Aber Überleben verlangt, Früchte von Steinen zu unterscheiden, nicht die Krümmung der Raumzeit zu berechnen. Sagt man „ich glaube nur, was bewiesen ist”, müsste man sich hier ehrlich einmal fragen: Worauf ruht der Beweis selbst? Viele Mathematiker entwickeln ihre Formeln aus einem rein logischen Gedankenspiel heraus und ohne Bezug zur Natur. Später entdecken Physiker, dass diese Formeln genau die Wirklichkeit beschreiben, wie wir sie kennen. Als hätte jemand die Antwort geschrieben, bevor die Frage gestellt wurde. Wird die Mathematik von uns erfunden? Dann ist unerklärlich, warum die Natur sich an unsere Erfindung hält. Oder wird sie entdeckt? Dann existierte sie schon vor uns, außerhalb von Raum und Zeit. Unveränderlich und nicht materiell. Was aber wäre ein ewiger, unstofflicher Gedanke ohne einen, der ihn denkt? Alles in der Welt entsteht und vergeht, aber die Naturgesetze nicht. Also sind die Gesetze offenbar keine Dinge in der Welt, sondern stehen über ihr und geben allem Form. Die Physik beschreibt, was die Gesetze sagen. Aber hat sie eine Antwort darauf, was ein Gesetz überhaupt ist und woher es Autorität nimmt, dass die Teile des Universums ihm gehorchen? Man kann sagen, Gesetze seien nur unsere Beschreibungen. Aber beschrieben wird dann eine Regelmäßigkeit, die dennoch real ist und die Frage, warum die Welt sich an Regeln hält, ist damit nur verschoben. Was kennt die Geschichte des Denkens, das überall gilt, sich nie ändert und allem Form gibt? Man kann sagen, Physiker prüfen nur Messwerte. Tatsächlich wählen viele ihre Theorien aber nach Schönheit aus und werden dabei fündig. Das ist erklärungsbedürftig, denn in einer Welt aus blindem Zufall gäbe es keinen Grund, warum das Schöne auch das Wahre sein sollte, es sei denn, beides entspringt derselben Quelle. Konstanten der Natur sind so beschaffen, dass kleinste Abweichungen nicht das Universum ergeben hätten, wie wir es kennen. Die gängige Antwort: Es gibt unendlich viele Universen und wir sitzen zufällig im passenden. Nur ist keines dieser Universen je beobachtbar, nicht einmal im Prinzip. Damit steht man vor einer merkwürdigen Wahl zwischen zwei unsichtbaren Antworten: unzählige Welten, die niemand sehen kann, oder ein Wille, der eine Welt gewollt hat. Beides sprengt die Messbarkeit. Nach welchem Maßstab nennt man dann eines Wissenschaft und das andere Aberglaube? Aus Strahlung wurde Materie, aus Materie Sterne, aus Sternenstaub Leben, aus Leben ein Wesen, das nach dem Anfang fragt. Aber welches Naturgesetz verlangt, dass das Universum sich irgendwann selbst anschaut? Wir selbst sind der Beweis: ein Stück Universum, das über das Universum nachdenkt. Ein Universum ohne Sinn hätte keinen Grund, Wesen hervorzubringen, die nach Sinn fragen. Und schon gar keinen Grund, ihnen Antworten zu geben, die stimmen. Im Anfang war das Wort, und alles ist durch dasselbe gemacht. Logos heißt nicht nur Wort, sondern auch Vernunft und Ordnung. Ein Satz von vor zweitausend Jahren, der genau an der Stelle steht, an der alle Fragen zusammenlaufen.