Hallo Suza,
Und warum weist deiner Ansicht nach alles auf ein Schöpfer hin?
Nicht alles, aber es gab in meinen Augen starke Indizien. Spontan fallen mir zwei Beispiele ein:
1. Die
Feinabstimmung der Naturkonstanten. Es ist verdammt schwer, diese mit einem einzigen Universum und purem Zufall erklären zu wollen.
2. Phänomene wie zum Beispiel Humor, oder das Empfinden von Schönheit. Nützt uns nicht unbedingt zum Überleben (eine Gottesanbeterin zum Beispiel ist bis heute prima ohne Blondinenwitze ausgekommen), und es sind meiner Meinung nach Phänomene, die eine neue Qualität des Seins verkörpern. Es müssen so viele Komponenten zusammenspielen und auch erst zusammenkommen, um ein übergeordnetes Phänomen wie z.B. Humor zu schaffen. Da ist Evolution als Treibkraft in meinen Augen viel zu schwach.
Was die Interaktion betrifft - nutzen die Gebete etwas oder sind sie nur ein Selbstbetrug?
Ich muss da unbedingt auf Kirsche verweisen:
Zwischen Gott und Kirchen, also Religionen, gibt es dabei einen fundamentalen Unterschied.
Dass ich nicht ausschloss (heute auch noch nicht, aber momentan steht diese Überlegung doch recht weit hinten an), dass unser Universum willentlich geschaffen wurde, hat mit Religiosität nichts zu tun. Ich muss kein Christ, Jude, Moslem sein, um eine willentliche Schöpfung in Betracht zu ziehen.
Und wenn ich dann zweifle, dass unser Universum purer Zufall ist, und ich aufgrund von Beobachtungen einen gezielten Willen vermute, muss ich nicht denjenigen beschreiben, der diesen gezielten Willen hat. Ich kann es natürlich,
muss es aber nicht. Ich muss nicht einmal den gezielten Willen
personifizieren, es reicht, wenn ich einfach nur einen gezielten Willen annehme.
Das stimmt so nicht. Stephen Hawking vertritt die Auffassung, dass es für die Entstehung (und damit auch für die Existenz) des Universums keines Gott braucht. Das ist ein Unterschied. Die Entstehung von Teilchen "aus dem Nichts" ist dabei kein ungelöstes Rätsel mehr.
Da hast du wohl recht. Bin zu faul, das nachzuschauen. Es ist etliche Jahre her, wo ich drei, vier Bücher von Hawking gelesen habe. Aber ich meine mich genau zu erinnern, dass er als Quintessenz schrieb: Es [das Universum, Anm. von mir] existiert einfach.
Und das erklärt in meinen Augen gar nichts, gehe ich von der Prämisse aus, dass streng logisch
gar nichts existieren dürfte. Nur dies bedürfte in meinen Augen keinerlei Erklärung.
Auch dem Entstehungsprozess von Teilchen aus dem Nichts liegt ein Mechanismus zugrunde, man kann ja Regeln hierfür finden.
Was ist der Grund zum Beispiel für die Unschärferelation? Oder was ist der Grund, dass Teilchen und Antiteilchen so heftig miteinander reagieren? Ich habe bisher noch keine plausible Erklärung hierzu gefunden, nur eben,
dass es so ist.
Es läuft darauf hinaus, dass es Formen von Energie und zeitliche und räumliche Differenzen dieser gibt. Diese Differenzen können sich dann "äußern".
1 Auf jeden Fall ist es sinnvoll, ein Konzept namens "Energie" anzunehmen. Ohne dieses funktioniert nicht einmal die Heisenbergsche Unschärferelation. Und Energie ist eben nicht nichts.
Und so bleibt mein Argument
Denkt man streng logisch und konsequent zu Ende, wäre die plausibelste Annahme, dass gar nichts existiert. Das ist jedoch nicht das, was wir beobachten. Und das bedarf dann einer Erklärung.
bestehen.
Da reicht mir dann dein Satz
Eben, es ist ein Denkfehler, DEIN Denkfehler, wie ich meine.
nicht aus. Da brauche ich dann konkrete Gegenargumente, um meinen Fehler zu erkennen.
Beste Grüße
1Habe eben gemerkt, dass das ganz schlecht von mir geschrieben ist. Energie kann man ja selbst als Differenz (von Potentialen) auffassen. Und so ist "Differenz von Energie" superschlecht ausgedrückt. Ich lass das jetzt trotzdem mal so stehen, wohl fühle ich mich dabei allerdings nicht.Diese Welt gibt es nur, weil es Regeln gibt.
Bearbeitet von Stueps am 17.12.2017 um 04:34 Uhr.