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Buchtipps

Thema erstellt von Stueps 
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Beiträge: 1.473, Mitglied seit 12 Jahren
Hier ist mal ein Vortrag von Frau Hossenfelder zur Ästhetik der Physik
Was läuft falsch in der gegenwärtigen Physik?
für die, die mit Buchtipps nicht zu Recht kommen.
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Ich bin begeistert!
Beitrag zuletzt bearbeitet von Thomas der Große am 25.05.2019 um 16:20 Uhr.
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Beiträge: 723, Mitglied seit 6 Jahren
Thomas der Große schrieb in Beitrag Nr. 2284-42:
Hier ist mal ein Vortrag von Frau Hossenfelder zur Ästhetik der Physik
Was läuft falsch in der gegenwärtigen Physik?
für die, die mit Buchtipps nicht zu Recht kommen.

Hallo Thomas,
Nicht schlecht der Vortrag.
Ich sehe das auch so:
Mathematische Eleganz braucht Vorwissen.
Außerdem, es ist sehr schwierig, ein kompliziertes Problem oder eine komplizierte mathematische Gleichung auf das Wesentliche zu reduzieren, indem Variablen auf Zahlen mit dem Wert 1 und ohne physikalische Einheiten zurückgeführt werden.
Erst dann wird es eine einfache Gleichung mit "Schönheit" oder genauer formuliert, eine Herleitung mit Eleganz.
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Beiträge: 726, Mitglied seit 2 Jahren
Vielen Dank, Thomas, für deinen Hinweis auf den Vortrag von Frau Hossenfelder.

Für mich besonders relevant empfinde ich ihre Aussage, Dunkle Energie (DE) könnte etwa als Gravitation aufgefasst werden, die dann eben entsprechend stärker als bisher angenommen werden müsse. Kann man so sehen.

Nun nimmt diese DE ja offenbar stetig zu, so dass diese keine Konstante, sondern wohl eher eine Variable beschreibt. Ich persönlich sehe beide Faktoren der Gravitation als getrennte Eigenschaften der Natur an, wobei ich der DE die eigenständige Funktion einer variablen 5. Kraft zumesse, zumal dadurch viele Erklärungen und z.B. die Zusammenführung aller 4 bisher bekannten Naturkräfte möglich würden.

Die Kosmologie ist eine noch sehr junge Wissenschaft. Die Perspektiven bleiben vielfältig noch offen. Nichts ist gesichert. Deshalb gerade ist dieses Gebiet der Wissenschaft derzeit wohl das interessanteste.

Kluge Entscheidungen heute bei der Europawahl!
Kirsche
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Die Vergangenheit ist über die Gegenwart verbrauchte Zukunft.
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Stueps (Moderator)
Beiträge: 3.182, Mitglied seit 14 Jahren
Simon Singh


Fermats letzter Satz



Ich habe das Buch für drei Euro neunundachtzig erstanden, die anteiligen Versandkosten betrugen hierbei 3 Euro.

Dieses geballte Wissen, diese Faszination, die von diesem Buch, dieser Thematik ausgeht, ist nicht in Geld zu messen.

Für ein paar Stunden mit Lesen beschäftigt, wird man für Jahre mit Denken belohnt und genau deshalb bitter bestraft. Man kommt dort nicht mehr heraus, es gibt keinen Ausweg.

Andrew Wiles muss es furchtbar gehen, und es musste auch schon immer so sein:

Zuerst, mit zehn Jahren stieß er auf das Problem, mit dem sich drei Jahrhunderte die klügsten Mathematik-Köpfe
(ich will nur Euler erwähnen, denn der ist noch viel mehr als die anderen Jenseits von Gut und Böse ... hat sich Gauß eigentlich damit beschäftigt? Denn der ist auf der Euler-Skala eine glatte Zehn)
beschäftigt haben.

So einfach der Satz: a quadrat plus b quadrat gleich zeh quadrat, so unser Dreieck plan und rechtwinkelig ist. Haben wir in der Schule sofort begriffen, und uns gelangweilt, wenn irgendeine ältere Person über die Bedeutung dieser Erkenntnis schwafelte. Mir persönlich ist der Kopf auf den Tisch geknallt. Und das nicht vor Begeisterung.

Dass diese Regel nur für "Quadrat" gilt, und dann niemals mehr für Kubik (und alle höheren Potenzen) hat mich aus den Latschen gehauen. Denn es gab für mich dafür keinen Grund:

Passe die Relationen an, dann wird das schon für alle Potenzen gelten. Die Verhältnisse bleiben ja gleich, oder?

Nein.

Und dass dies niemals so ist ab Potenz höher zwei, und dass das dann Wiles auf einem Wege beweisen konnte, der "eigentlich" nix mit Potenzen zu tun hat, sondern mit Kurven, Modulen und Sonstigem, was mich so dermaßen blöd aussehen lässt, fasziniert mich.

Singh spricht noch einen besonderen Punkt an, der mir sehr wichtig ist:

Physikalische "Beweise" sind nur mit einer (beliebig) hohen Wahrscheinlichkeit belastbar.

Mathematische Beweise gelten immer.


Beste Grüße
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Ein Universum, welches zufällig entsteht und zufällig ein Phänomen namens Humor hervorbringt, entbehrt nicht einer gewissen Komik.
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Stueps (Moderator)
Beiträge: 3.182, Mitglied seit 14 Jahren
Max Tegmark


LEBEN 3.0


Tegmark gibt einen persönlichen Ausblick auf die künstliche Intelligenz.

Dass er sich damit beschäftigt hat, wird im Buch klar. Dass er kein Idiot ist, auch. Dass er visionär denkt, klar, geschenkt.
Zeiträume über Milliarden Jahre abzudecken - spekulativ natürlich - ist neu.
Dass sich ein gestandener Physiker sowas traut, alle Achtung!
Wahrscheinlich ist ihm seine Reputation als Physiker inzwischen scheißegal, einfach weil er als solcher nicht mehr seine Brötchen verdienen muss.
Jetzt kann er machen, was er will, und er tut es anscheinend.
Und er ist immer noch ein Verfechter schärfster Logik, denkt alles konsequent durch. Und das merkt man diesem Buch an.

Tegmark erklärt grob, was KI (Künstliche Intelligenz) ist, unterscheidet bemerkenswerterweise kaum zwischen maschinellem Denken und KI (worauf alle heutigen "Experten" rumhacken, zwar derzeit zurecht, aber eben nicht konsequent zu Ende gedacht), und gibt einen Überblick über den heutigen Stand.
Erklärt, ob und wann es zur technologischen Singularität kommen könnte, und ab wann wir "Kohlenstoffsäcke" (sinngemäß aus "Raumschiff Enterprise") dann überflüssig sind.

Tegmark deckt sowohl physikalische als auch gesellschaftliche Gesichtspunkte ab, dezentralisiert uns Menschen, indem er uns als Entwicklungsschritt vermutet, und gibt sogar unserer Generation Hoffnung:

Ein Entwicklungszweig der KI könnte sein, dass wir unser Denken, unser Sein in eine radikal andere Form überführen, die wir beinahe ewig erhalten können. Denn unser Denken ist nicht an Substanz gebunden, sondern an Organisation. Der Gedanke macht keinen Unterschied, ob er auf Kohlenstoffbasis oder auf Siliziumbasis als Einsen und Nullen gedacht wurde. Ein Gedanke ist ein Gedanke.
Und für uns ist unsere Welt nur in Gedanken vorhanden, sonst nirgendwo.

Tegmark weist ausdrücklich darauf hin, dass es die Naturgesetze erlauben (und da wird ihm jeder seriöse Physiker zustimmen), eine KI zuzulassen. Und, dass, wenn wir schon mal hier sind, an diesem Entwicklungspunkt, es vermutlich auch passieren wird.

Mein Gedanke, im Forum nachlesbar (ich glaube 2005), dann nach meiner Wahrnehmung immer öfter in den Medien aufgetaucht:

Wir sind Kinder des Universums. Aus keinen anderen Stoffen und Regeln gemacht, denken wir über das Universum nach. Denken wir über das Universum nach, heißt das streng logisch, dass das Universum über sich selbst nachdenkt. Sich begreifen will.

Und da es uns gibt, heißt das, dass das Universum zu radikalen Mitteln greift (Tegmark geht in diesem Buch auch über die Unwahrscheinlichkeit unseres Seins als Menschen ein, behauptet sogar, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass wir mit dieser Intelligenz allein im gesamten Universum sind).
Und unter diesem Gesichtspunkt wird das Universum, weil es eben die Naturgesetze erlauben, diese radikale Intelligenz, diese sich exponentiell vervielfachende Intelligenz realisieren.

Tegmark beleuchtet noch Einiges mehr.

Lesetipp!

Beste Grüße
Signatur:
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Stueps am 09.08.2019 um 22:50 Uhr.
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