Willkommen in Manus Zeitforum
Henry
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Grtgrt schrieb in Beitrag Nr. 1955-160:


Nun Hans-m,

dazu habe ich nirgendwo Details gefunden. Mir aber scheint klar:

Wenn die Falle nach 3 Monaten tatsächlich noch ein Positron enthielt, kann es nur dasselbe gewesen sein, weil ja sonst in der Falle selbst ein neues entstanden sein müsste. Da in der Falle aber Vakuum herrscht, kann da nichts groß zusammenstoßen, um so neue Antimaterie zu erzeugen. Oder?

Gruß, grtgrt
 

Wenn "Teilchen" aber tatsächlich nur dann "Teilchen" sind, wenn wir sie als Teilchen messen?
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Henry
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Grtgrt schrieb in Beitrag Nr. 1955-159:
 
Henry schrieb in Beitrag Nr. 1955-158:
 
Aber ich stimme dem dennoch nicht zu.

Hi Henry,

deine Begründung dieser Meinung würde mich interessieren.

Wenn nämlich — wie Hawking uns ja sagt — virtuelle Teilchen länger lebende durch uns messbar beeinflussen, müsste man doch meinen, dass jedes Elektron ganz entsprechende Wirkung auch auf virtuelle Teilchen haben kann. Oder nicht?

Gruß,
grtgrt

Der indirekte Nachweis besteht doch nicht im Einfluss auf andere Teilchen, sondern in den Zerfallsprodukten der virtuellen Teilchen, sie entstehen doch paarweise - Teilchen, Antiteilchen. Was anderes sagt Hawking doch nicht, wenn mich mein Englisch nicht ganz verlässt.
 
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Grtgrt
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Henry schrieb in Beitrag Nr. 1955-161:
 
Wenn "Teilchen" aber tatsächlich nur dann "Teilchen" sind, wenn wir sie als Teilchen messen?


Teilchen sind Wellenpakete. Ihre Existenz ist keineswegs daran gebunden, ob wir sie messen.

Durch Messung werden sie lediglich neu zusammengestellt (da jede Messung Interaktion von Quanten bedeutet).

Mehr dazu hinter den beiden Links (sie führen an dieselbe Stelle).

Gruß, grtgrt
 
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Grtgrt
Beiträge: 1.566, Mitglied seit 8 Jahren
 
Henry schrieb in Beitrag Nr. 1955-162:
 
Der indirekte Nachweis besteht doch nicht im Einfluss auf andere Teilchen, sondern in den Zerfallsprodukten der virtuellen Teilchen, sie entstehen doch paarweise - Teilchen, Antiteilchen. Was anderes sagt Hawking doch nicht, wenn mich mein Englisch nicht ganz verlässt.
 

Hawking spricht von indirekten Effekten ("indirect effects"), spezifiziert sie aber nicht weiter.

Ob er darunter wirklich nur Zerfallsprodukte versteht — in dem Fall also in aller Regel nur Photonen — bleibt völlig offen.

Zudem dürften beim Wieder-Verschmelzen (und gegenseitiger Auslöschung) der beiden Teilchen eines Paares virtueller Teilchen ja gar keine Zerfallsprodukte auftreten: Ihre Existenz widerspräche dem Energie-Erhaltungssatz, da, wie manche Autoren schreiben, durch diese Teilchen gegebene Energie vom Vakuum ja nur "geborgt" ist:

Zitat:
 
Das Universum borgt sich dazu Energie, lebt ständig auf Pump und verhindert so ein absolutes Nichts.

 
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Henry
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Grtgrt schrieb in Beitrag Nr. 1955-164:
 


Zitat von Gebhard:
Hawking spricht von indirekten Effekten ("indirect effects"), spezifiziert sie aber nicht weiter.

Willst du mich veralbern? Du zitierst ihn doch selbst in der Zeile vorher: Sie können nicht direkt gemessen werden!

Zitat von Gebhard:
Ob er darunter wirklich nur Zerfallsprodukte versteht — in dem Fall also in aller Regel nur Photonen — bleibt völlig offen.

Nein, das bleibt nicht völlig offen, denn es gibt ganze Kaskaden von Zerfallsprodukten.

Zitat von Gebhard:
Zudem dürften beim Wieder-Verschmelzen (und gegenseitiger Auslöschung) der beiden Teilchen eines Paares virtueller Teilchen ja gar keine Zerfallsprodukte auftreten: Ihre Existenz widerspräche dem Energie-Erhaltungssatz, da, wie manche Autoren schreiben, durch diese Teilchen gegebene Energie vom Vakuum ja nur "geborgt" ist:

siehe oben
 
Das Universum borgt sich dazu Energie, lebt ständig auf Pump und verhindert so ein absolutes Nichts.

 [/quote]
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Grtgrt
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Henry schrieb in Beitrag Nr. 1955-165:
 
Zitat von Gebhard:
 
Hawking spricht von indirekten Effekten ("indirect effects"), spezifiziert sie aber nicht weiter.
 
Willst du mich veralbern? Du zitierst ihn doch selbst in der Zeile vorher: Sie können nicht direkt gemessen werden!

Nein, Henry,

veralbern will ich dich ganz und gar nicht.

Ich denke aber, dass man unter einen indirekten Effekt am direkt beobachtbaren Teilchen T keineswegs nur die Interaktion eines Zerfallsproduktes mit T verstehen darf.

So nämlich, wie eine Atom oder Molekül mehr ist als nur die Summe seiner Elementarteilchen (und deswegen eine Wellenfunktion hat, die keineswegs genau der Summe der Wellenfunktionen seiner Elementarteilchen entspricht, wenn man die einzeln betrachtet) kann ja auch die Gesamtheit bestehend aus

T und einer Menge in seiner direkten Umgebung lebenden virtuellen Teilchen X

die Wellenfunktion von T modifizieren, sie also irgendwie "verbiegen".


Was ich sagen will ist: Keiner von uns beiden — weder Du, noch ich — kann wissen, was Hawking mit seinen "indirekten Effekten" wirklich gemeint hat.
Der Unterschied zwischen deiner und meiner Auffassung liegt einfach darin, dass
  • du denkst, zu wissen, was Hawking gemeint hat,
  • wohingegen ich vorsichtiger bin und sage: Es kann da verschiedene Möglichkeiten geben.

Wir wissen es letztlich nicht, und deswegen sollten wir uns das ganz klar auch eingestehen. Anders zu handeln wäre so, als würde man ein Messergebnis auf 5 Stellen nach den Komma geben, wohl wissend, dass die Messgenauigkeit nur 2 Stellen nach dem Komma garantieren kann.

Gruß, grtgrt
 
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Hans-m
Beiträge: 2.996, Mitglied seit 11 Jahren
Grtgrt schrieb in Beitrag Nr. 1955-157:
Mit anderen Worten:

Virtuelle Teilchen lassen sich nur nachweisen durch die Wirkung, die ihre Anwesenheit auf andere, direkt beobachtbare Quanten hat.

 

......und die Quanten haben wiederum Wirkung auf etwas anderes, und nach "n" Schritten der Wirkungslinie hat dann das Objekt "X" Wirkung auf normale Materie.

Wenn auch über Umwege hat das Virtuelle Teilchen somit mittelbar Wirkung auf das Universum.

So wie der Schmetterling in China über "n" Zwischenschritte einen Einfluss auf das Wetter in Europa hat (Chaostheorie)

Alles, was ein Wissenschaftler im Univerum messen/nachweisen kann, hat eine Wechselwirkung auf "normale" Materie, wenn auch über "n" Zwischenschritte. Alles was keine Wechselwirkung hat, lässt sich auch nicht nachweisen, denn es ist letztendes immer die Wechselwirkung die ein Objekt verrät.
Objekte ohne Wechselwirkung, wenn es sie denn gibt, bleiben den Wissenschaftlern auf ewig verborgen. Wenn sie aber keinerlei Wechselwirkung haben, so ist deren Existenz für unser Universum unerheblich, da sie es in keinster Weise beeinflussen.
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Wer jung ist, meint, er müsste die Welt retten :smiley8:
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:smiley3:
Beitrag zuletzt bearbeitet von Hans-m am 12.03.2013 um 09:34 Uhr.
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Henry
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Zitat von Gebhard:
Der Unterschied zwischen deiner und meiner Auffassung liegt einfach darin, dass
  • du denkst, zu wissen, was Hawking gemeint hat,
  • wohingegen ich vorsichtiger bin und sage: Es kann da verschiedene Möglichkeiten geben.


Gruß, grtgrt

These pairs of particles occur for all varieties of elementary particles.
They are called virtual particles, because they occur even in the vacuum, and they can't be directly measured by particle detectors.

However, the indirect effects of virtual particles, or vacuum fluctuations, have been observed in a number of experiments, and their existence confirmed.

... und sie (die Virtuellen Teilchen) können nicht direkt durch Teilchendetektoren gemessen werden.

Wie auch immer, die indirekten Effekte... sind durch eine Anzahl von Experimenten beobachtet und ihre Existenz bestätigt worden.

Was ist daran falsch zu verstehen?

Dass die virtuellen Teilchen nicht direkt zu messen sind, ist der eindeutige Beleg dafür, dass nicht mit "realen" Teilchen wechselwirken, sonst könnte man sie nämlich direkt messen.
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Henry am 12.03.2013 um 10:04 Uhr.
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Henry
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Hans-m schrieb in Beitrag Nr. 1955-167:
Grtgrt schrieb in Beitrag Nr. 1955-157:
Mit anderen Worten:

Virtuelle Teilchen lassen sich nur nachweisen durch die Wirkung, die ihre Anwesenheit auf andere, direkt beobachtbare Quanten hat.

 

......und die Quanten haben wiederum Wirkung auf etwas anderes, und nach "n" Schritten der Wirkungslinie hat dann das Objekt "X" Wirkung auf normale Materie.

Wenn auch über Umwege hat das Virtuelle Teilchen somit mittelbar Wirkung auf das Universum.

So wie der Schmetterling in China über "n" Zwischenschritte einen Einfluss auf das Wetter in Europa hat (Chaostheorie)

Alles, was ein Wissenschaftler im Univerum messen/nachweisen kann, hat eine Wechselwirkung auf "normale" Materie, wenn auch über "n" Zwischenschritte. Alles was keine Wechselwirkung hat, lässt sich auch nicht nachweisen, denn es ist letztendes immer die Wechselwirkung die ein Objekt verrät.
Objekte ohne Wechselwirkung, wenn es sie denn gibt, bleiben den Wissenschaftlern auf ewig verborgen. Wenn sie aber keinerlei Wechselwirkung haben, so ist deren Existenz für unser Universum unerheblich, da sie es in keinster Weise beeinflussen.

Hans, wenn sie auf "reale" Teilchen wie auch immer wirken würden, wäre das eine Veletzung der Energieerhaltungssatzes, einer der Grundlagen der gesamten Physik.
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Grtgrt
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Hans-m schrieb in Beitrag Nr. 1955-167:
 
Alles, was ein Wissenschaftler im Univerum messen/nachweisen kann, hat eine Wechselwirkung auf "normale" Materie, wenn auch über "n" Zwischenschritte. Alles was keine Wechselwirkung hat, lässt sich auch nicht nachweisen, denn es ist letztendes immer die Wechselwirkung die ein Objekt verrät.

Objekte ohne Wechselwirkung, wenn es sie denn gibt, bleiben den Wissenschaftlern auf ewig verborgen.

Wenn sie aber keinerlei Wechselwirkung haben, so ist deren Existenz für unser Universum unerheblich, da sie es in keinster Weise beeinflussen.

 

Ja, so sehe ich das auch, denn das ist ein Spezialfall der Sinn machenden Auffassung:


Alles, was existiert, existiert nur in dem Ausmaß, in dem es Information darüber gibt.



Wem diese Ansicht zu radikal erscheint, ist frei, sie zu lesen als:

Alles, was existiert, existiert  d e  f a c t o  nur in dem Ausmaß, in dem es Information darüber gibt.

 
Beitrag zuletzt bearbeitet von Grtgrt am 12.03.2013 um 10:15 Uhr.
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Grtgrt
Beiträge: 1.566, Mitglied seit 8 Jahren
 
Henry und schrieb in Beitrag Nr. Henry 1955-168 und 1955-169 :
 
Dass die virtuellen Teilchen nicht direkt zu messen sind, ist der eindeutige Beleg dafür, dass nicht mit "realen" Teilchen wechselwirken, sonst könnte man sie nämlich direkt messen.

Wenn sie auf "reale" Teilchen wie auch immer wirken würden, wäre das eine Verletzung des Energieerhaltungssatzes, einer der Grundlagen der gesamten Physik.


Dass diese Auffassung falsch ist, wird bewiesen (z.B.) durch die sog. Hawking Strahlung:

Sie entsteht, da es vorkommen kann, dass – wo virtuelle Teilchen in unmittelbarer Nähe des Ereignishorizontes eine Schwarzen Loches entstehen – eines dieser Teilchen im Loch verschwindet, das andere aber entkommt.

Dennoch, da bin ich sicher, hat noch niemand diesen Vorgang direkt beobachten können (da die Interaktion des ins Loch fallenden virtuellen Teilchens mit einem dort vorhanden Teilchen entgegengesetzter Ladung ja schon im Schwarzen Loch stattfindet — dort also, wo wir nicht mehr messen können).

 
Beitrag zuletzt bearbeitet von Grtgrt am 12.03.2013 um 10:40 Uhr.
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Henry
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Grtgrt schrieb in Beitrag Nr. 1955-171:
 
Henry und schrieb in Beitrag Nr. Henry 1955-168 und 1955-169 :
 
Dass die virtuellen Teilchen nicht direkt zu messen sind, ist der eindeutige Beleg dafür, dass nicht mit "realen" Teilchen wechselwirken, sonst könnte man sie nämlich direkt messen.

Wenn sie auf "reale" Teilchen wie auch immer wirken würden, wäre das eine Verletzung des Energieerhaltungssatzes, einer der Grundlagen der gesamten Physik.


Dass diese Auffassung falsch ist, wird bewiesen (z.B.) durch die sog. Hawking Strahlung:

Sie entsteht, da es vorkommen kann, dass – wo virtuelle Teilchen in unmittelbarer Nähe des Ereignishorizontes eine Schwarzen Loches entstehen – eines dieser Teilchen im Loch verschwindet, das andere aber entkommt.

Dennoch, da bin ich sicher, hat noch niemand diesen Vorgang direkt beobachten können (da die Interaktion des ins Loch fallenden virtuellen Teilchens mit einem dort vorhanden Teilchen entgegengesetzter Ladung ja schon im Schwarzen Loch stattfindet — dort also, wo wir nicht mehr messen können).

 

Das ist damit keineswegs bewiesen. Denn erstens ist die Hawkingstrahlung noch nicht nachgewiesen worden, und zweitens, falls es so sein sollte, werden die SL in fernster Zukunft selbst zerstrahlen, womit der Ausgleich wieder geschaffen sein sollte. Was im SL geschieht, kann niemand wissen, aber es ist nicht anzunehmen, dass dort irgendwelche interagierenden Teilchen existieren. Was letztlich in das SL fällt, ist Energie.
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Henry schrieb in Beitrag Nr. 1955-172:
Was im SL geschieht, kann niemand wissen, aber es ist nicht anzunehmen, dass dort irgendwelche interagierenden Teilchen existieren.

Immerhin sagt Wikipedia, sich auf Stephen Hawking: Eine kurze Geschichte der Zeit (ab S. 141) berufend:

Zitat:
Deswegen kann in diesem Fall ein virtuelles Teilchen mit negativer Energie in das Schwarze Loch fallen "und dort zu einem realen Teilchen oder Antiteilchen werden".

Die Quotes um die grüne Aussage verstehe ich so, dass Hawking hier wörtlich zitiert wird (natürlich in deutscher Übersetzung).


Wenn Hawking also glaubt, dass ein vom Schwarzen Loch eingefangenes virtuelles Antiteilchen dort zu einem "realen" Antiteilchen werden kann, liegt es doch nahe, zu glauben, dass dort auch "reale" Teilchen existieren, mit denen dieses Antiteilchen reagieren kann, in dem Sinne, dass sich beide auslöschen.

Gruß, grtgrt
 
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Hans-m
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Henry schrieb in Beitrag Nr. 1955-169:
Hans, wenn sie auf "reale" Teilchen wie auch immer wirken würden, wäre das eine Veletzung der Energieerhaltungssatzes, einer der Grundlagen der gesamten Physik.

Ich antworte mal mit einer Gegenfrage: Wie könnte ein Wissenschaftler ein solches Teilchen nachweisen, wenn dieses keine Wirkung auf die Messeinrichtung, bzw den Versuchsaufbau ausübt?

Die Wirkung des Teilchens muss ja nicht unbedingt endo- oder exo-energen sein (Energieabsorbtion oder Energieabgabe)
Es reicht bereits, wenn das Teilchen einen vorhanden Energiefluss verändert. Durchfliegt das Teilchen z.B. eine elektromagnetisches Feld oder ein Gravitationsfeld, so nimmt es möglicher weise Einfluss darauf. Es "verbiegt" die Feldlinien des entsprechenden Feldes, und hat somit eine Wirkung auf seine Umgebung, ohne selbst Energie aufzunehmen oder abzugeben.


Grtgrt schrieb in Beitrag Nr. 1955-170:
Ja, so sehe ich das auch, denn das ist ein Spezialfall der Sinn machenden Auffassung:


Alles, was existiert, existiert nur in dem Ausmaß, in dem es Information darüber gibt.



Wem diese Ansicht zu radikal erscheint, ist frei, sie zu lesen als:

Alles, was existiert, existiert  d e  f a c t o  nur in dem Ausmaß, in dem es Information darüber gibt.

 

Die Aussage ist gut, ich würde sie aber etwas abändern:

Alle Objekte die existieren, können wir in dem Maße beurteilen, wie sie uns Informationen über sich geben.
Alles, worüber sie uns keine Informationen geben, können wir weder als existend, noch als nicht existend beurteilen.
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Hans-m am 12.03.2013 um 12:40 Uhr.
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Henry
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Zitat von Gebhard:
Ich antworte mal mit einer Gegenfrage: Wie könnte ein Wissenschaftler ein solches Teilchen nachweisen, wenn dieses keine Wirkung auf die Messeinrichtung, bzw den Versuchsaufbau ausübt?

Die Wirkung des Teilchens muss ja nicht unbedingt endo- oder exo-energen sein (Energieabsorbtion oder Energieabgabe)
Es reicht bereits, wenn das Teilchen einen vorhanden Energiefluss verändert. Durchfliegt das Teilchen z.B. eine elektromagnetisches Feld oder ein Gravitationsfeld, so nimmt es möglicher weise Einfluss darauf. Es "verbiegt" die Feldlinien des entsprechenden Feldes, und hat somit eine Wirkung auf seine Umgebung, ohne selbst Energie aufzunehmen oder abzugeben.

Hans, ein virtuelles Teilchen existiert nicht lange genug, um die oben beschriebene Wirkung zu erzeugen, deshalb nennt man es ja "virtuell". Wenn z. B. die Richtung der Feldlinien des magnetischen Feldes "verbogen" werden, ist das eine Richtungsänderung, und die würde ein elektrisches Feld erzeugen. Die Wechselwirkung, die für virtuelle Teilchen ausgeschlossen ist, bezieht sich natürlich nicht nur auf "reale" Teilchen, sondern auch auf Felder.
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Hans-m schrieb in Beitrag Nr. 1955-174:
 
Alle Objekte die existieren, können wir in dem Maße beurteilen, wie sie uns Informationen über sich geben.

Das zu behaupten, scheint mir reichlich gewagt.

Bekenstein und Hawking etwa wissen, wie viel Information ein Schwarzes Loch speichern kann, wenn sie seinen Ereignishorizont kennen.
Wer aber hat ihnen diese Information gegeben? Das Schwarze Loch selbst? eine Theorie Schwarzer Löcher? die Mathematik? Naturgesetze? oder wirklich nur nur eine Kombination von allem?

Das Schwarze Loch, so meine ich, kann uns nur die Lage seines Ereignishorizonts mitteilen.

 
Beitrag zuletzt bearbeitet von Grtgrt am 12.03.2013 um 14:45 Uhr.
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Henry
Beiträge: 2.307, Mitglied seit 9 Jahren
Grtgrt schrieb in Beitrag Nr. 1955-176:
 
Hans-m schrieb in Beitrag Nr. 1955-174:
 
Alle Objekte die existieren, können wir in dem Maße beurteilen, wie sie uns Informationen über sich geben.

Das zu behaupten, scheint mir reichlich gewagt.

Bekenstein und Hawking etwa wissen, wie viel Information ein Schwarzes Loch speichern kann, wenn sie seinen Ereignishorizont kennen.
Wer aber hat ihnen diese Information gegeben? Das Schwarze Loch selbst? eine Theorie Schwarzer Löcher? die Mathematik? Naturgesetze? oder wirklich nur nur eine Kombination von allem?

Das Schwarze Loch, so meine ich, kann uns nur die Lage seines Ereignishorizonts mitteilen.

 

Die Existenz eines Objektes von einer Beobachtung abhängig zu machen scheint mir noch gewagter.

Schwarze Löcher haben Masse, Drehimpuls, Eigendrehimpuls, Ladung und Entropie. Zudem hat Hawking die Niederlage bzgl. einer Wette eingestanden: Die Information, die in einem SL verschwindet, ist danach nicht für alle Zeit verloren.
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Ernst Ellert II
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Grtgrt schrieb in Beitrag Nr. 1955-164:
Hawking spricht von indirekten Effekten ("indirect effects"), spezifiziert sie aber nicht weiter.

Ob er darunter wirklich nur Zerfallsprodukte versteht — in dem Fall also in aller Regel nur Photonen — bleibt völlig offen.
Da ist nichts offen und zu spezifizieren ist da auch nichts.
Die indirekten Effekte sind zum einen die Lamb-Verschiebung und zum anderen der Casimir-Effekt.
Mit den besten Grüßen.
Ernst Ellert II.
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Deine Zeit ist jetzt und hier, vergeude sie nicht.
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Henry
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Ernst Ellert II schrieb in Beitrag Nr. 1955-178:
Grtgrt schrieb in Beitrag Nr. 1955-164:
Hawking spricht von indirekten Effekten ("indirect effects"), spezifiziert sie aber nicht weiter.

Ob er darunter wirklich nur Zerfallsprodukte versteht — in dem Fall also in aller Regel nur Photonen — bleibt völlig offen.
Da ist nichts offen und zu spezifizieren ist da auch nichts.
Die indirekten Effekte sind zum einen die Lamb-Verschiebung und zum anderen der Casimir-Effekt.
Mit den besten Grüßen.
Ernst Ellert II.

Sei gegrüßt, Ernst!

Ich war nicht ganz koscher, was den Casimir-Effekt angeht, den hatte ich wohl im Hinterkopf, dachte mir aber, man wird sich gleich darauf stürzen und sagen: Ah, aber die Metallplatten bewegen sich ja, also doch eine Wirkung! Man muss also erklären, dass keiner der Erhaltungssätze verletzt wird, sondern dass durch das Ausschließen bestimmter Wellenlängen in der Vakuumenergie ein energetisches Gefälle erzeugt wird und nicht in der Raumzeit.
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Hans-m
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Henry schrieb in Beitrag Nr. 1955-175:
Zitat von Gebhard:
Ich antworte mal mit einer Gegenfrage: Wie könnte ein Wissenschaftler ein solches Teilchen nachweisen, wenn dieses keine Wirkung auf die Messeinrichtung, bzw den Versuchsaufbau ausübt?

Die Wirkung des Teilchens muss ja nicht unbedingt endo- oder exo-energen sein (Energieabsorbtion oder Energieabgabe)
Es reicht bereits, wenn das Teilchen einen vorhanden Energiefluss verändert. Durchfliegt das Teilchen z.B. eine elektromagnetisches Feld oder ein Gravitationsfeld, so nimmt es möglicher weise Einfluss darauf. Es "verbiegt" die Feldlinien des entsprechenden Feldes, und hat somit eine Wirkung auf seine Umgebung, ohne selbst Energie aufzunehmen oder abzugeben.

Hans, ein virtuelles Teilchen existiert nicht lange genug, um die oben beschriebene Wirkung zu erzeugen, deshalb nennt man es ja "virtuell". Wenn z. B. die Richtung der Feldlinien des magnetischen Feldes "verbogen" werden, ist das eine Richtungsänderung, und die würde ein elektrisches Feld erzeugen. Die Wechselwirkung, die für virtuelle Teilchen ausgeschlossen ist, bezieht sich natürlich nicht nur auf "reale" Teilchen, sondern auch auf Felder.

Mit den Feldlinien war ja nur als mögliches Beispiel gedacht.

Fakt ist, dass das Teilchen lange genug existiert, um sich dem Wissenschaftler zu "zeigen"
Es geht um Wirkung Ja oder nein, die Dauer ist unerheblich.
Der Versuchsaufbau des Wissenschaftlers reagiert auf das Teilchen, (mittelbar oder unmittelbar) somit ist dessen Wirkung nachgewiesen.
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