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Was sind Gedanken

Thema erstellt von Elfiknuddel 
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Beiträge: 399, Mitglied seit 8 Jahren
Kirsche schrieb in Beitrag Nr. 1713-82:
Wir wissen noch nicht, ob Materie denken kann.

Was wir wissen:
- Denken ist ein dynamischer Vorgang
- Denken beinhaltet Veränderungen (elektrische, biochemische Pegeländerungen), die man mit entsprechenden Messgeräten nachweisen kann (EEG, CT)
- Denken geht einher mit einem Energiefluß

- selbständiges Denken ist nicht an ein Programm gebunden, welches man künstlich erzeugen kann

Ich behaupte: Wenn wir uns mit "denkender Materie" intensiv beschäftigen, so benötigt diese einen Stoffwechselvorgang zur Energiegewinnung.
Eine KI zum Beispiel wird (wahrscheinlich) nie wirklich "denken", sondern lediglich nahezu in Echtzeit eine Vielzahl von vorgegebenen "if - then - else" - Operationen durchführen. Diese kann man vielleicht noch nach menschlichen Kriterien wichten, aber damit wird man niemals echte Gefühle oder echte Emotionen nachbilden können, weil (so vermute ich) diese auf allen identischen Hardwaren ebenfalls identisch wären, was man von den Gefühlen und Emotionen bei echten Lebewesen nicht sagen kann. Da sind Emotionen und Gefühle immer individuell und werden von Sozialisation, Ethnie, Kultur, Familie, Umwelt usw. beeinflusst.

Insofern sehe ich die Wahrscheinlichkeit dafür, dass tote Materie "denken" kann, nicht einmal im Milliardstel Promillebereich.
Signatur:
Wenn man sein Essen mit jemandem teilt, hat man danach selbst etwas weniger.
Teilt man aber sein Wissen, hat man hinterher noch genau so viel, der andere aber etwas mehr als vorher.
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Claus (Moderator)
Beiträge: 2.373, Mitglied seit 16 Jahren
Suza schrieb in Beitrag Nr. 1713-83:
Was wir wissen: - Denken beinhaltet ... Pegeländerungen ... Ich behaupte: ... (wahrscheinlich) ... (so vermute ich)
Insofern sehe ich die Wahrscheinlichkeit ...nicht einmal im Milliardstel Promillebereich.

... 'nicht Wissen' macht nichts.
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Beiträge: 399, Mitglied seit 8 Jahren
Claus schrieb in Beitrag Nr. 1713-84:
Suza schrieb in Beitrag Nr. 1713-83:
Was wir wissen: - Denken beinhaltet ... Pegeländerungen ... Ich behaupte: ... (wahrscheinlich) ... (so vermute ich)
Insofern sehe ich die Wahrscheinlichkeit ...nicht einmal im Milliardstel Promillebereich.

... 'nicht Wissen' macht nichts.

Wenn man aus einem Text lediglich einzelne Worte und die auch noch zusammenhanglos zitiert, kann man sich seinen eigenen Text zusammenbauen.

Bravo! Diese Möglichkeit hast du hier eindrucksvoll belegt :smiley8:
Signatur:
Wenn man sein Essen mit jemandem teilt, hat man danach selbst etwas weniger.
Teilt man aber sein Wissen, hat man hinterher noch genau so viel, der andere aber etwas mehr als vorher.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Suza am 12.03.2020 um 16:47 Uhr.
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Beiträge: 518, Mitglied seit 9 Jahren
Guten Morgen,

Zitat: Gnom in Beitrag 2188-1649 "Das ist nicht unumstritten. Bisher kann niemand auf diesem Planeten beschreiben, was Gedanken und Bewusstsein sind."


Ich versuche eine Definition:
Die „Gedanke(n)“ ist ein Mechanismus des Neuronales Aktivität(Gehirn) um das Informationsgehalt eines Systems zu verarbeiten.
Um besser zu verstehen definieren wir ein Inertialsystem (z.B. Forum) in dem wir Zugang zu dieser 100%-ge Information haben. Um uns darüber austauschen zu können schalten wir das Mechanismus (Gedanken machen) ein und verarbeiten die vorhandene Information so (jeder nach seiner Kapazität) dass wir uns darüber unterhalten können.

Und damit ist uns auch bewusst (Bewusstsein, ein andere Mechanismus des Neuronale Aktivität) dass wir das machen.
Also, die Information wird durch die Sinnesorgane erfasst und weitergeleitet, weiterhin wird die Information verarbeitet(Gedanken) und auch erkannt(Bewusstsein).

Was denkt Ihr, wie ist die Reihenfolge: erst erkannt und dann verarbeitet, oder andersrum?

MfG H.

PS: um die Frage besser einzuordnen, so: mir ist etwas bewusstgeworden, nach dem ich mir darüber Gedanken gemacht habe.
Oder so: wo ich bei Bewusstsein war, habe ich mir darüber Gedanken gemacht.
Wird die Information erst verarbeitet(Gedankengang) und dann erkannt(Bewusstwerden) oder, wird es erst erkannt(Bewusstwerden) und dann verarbeitet(Gedankengang)?

Mir ist aber bewusst das ich unbewusst Information verarbeite (Gedanken). Oder nennen wir Gedanken nur das was wir an Information bewusst verarbeiten?

Wenn wir uns gut unterhalten wollen dann müssen wir die Wörter, die unsere Vorfahren in ihre unvollkommene Art des Wissens die Dinge genannt haben, korrekt definieren.
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"Heute ist nicht aller Tage ich komm' wieder keine Frage"
Beitrag zuletzt bearbeitet von Haronimo am 05.12.2022 um 09:46 Uhr.
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Beiträge: 1.148, Mitglied seit 9 Jahren
Haronimo schrieb in Beitrag Nr. 1713-86:
Was denkt Ihr, wie ist die Reihenfolge: erst erkannt und dann verarbeitet, oder andersrum?

Hallo Haronimo,
Unser Gehirn speichert Augenblicke (Ist-Werte) und vergleicht diese mit anderen bereits gespeicherten Daten.
Dieser Ist-Zustand ist ähnlich einer Demenz: Wissen, Erinnerungen & Begriffe schwinden, aber die Sinne arbeiten weiter.
(Das Gehirn ist deshalb das "Sinnesorgan" für Zeit.)

Für sofortige lebenserhaltende Reaktionen muss erst erkannt werden, anschließend erfolgt die Verarbeitung, um Aktionen auszulösen.

Denken ist jedoch nicht an aktuelle Signale von Sinnesorganen gebunden, sondern verknüpft auch gespeichertes Wissen (benannt durch Begriffe).
In diesem Fall wird erst verarbeitet und dann erkannt.
Es kann zu einer Aktion kommen, muss aber nicht.

Gruß, Otto
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Beiträge: 81, Mitglied seit 12 Jahren
Hallo Haronimo, hallo Otto,

Gedanken könnten sehr fein justierte Emotionen sein. Emotionen, die sich während der Entwicklung der Menschheit und damit aus dem sich immer weiter entwickelten Sprachvermögen (als Grundlage des Informationsaustausches, z. B. Sprechen) herausgebildet haben.
Emotionen sind untrennbar mit körperlichen Reaktionen verbunden.
Auch Gedanken sind mit körperlichen Reaktionen (Sprechen) verbunden.

Gedanke und Sprache sind meiner Meinung nach ein und dasselbe.
Zeit und Gedanke sind meiner Meinung nach auch ein und dasselbe und mit körperlichen Reaktionen verbunden (jeder Mensch wird älter 8-)).

Mit keiner Methode (wissenschaftlich oder nicht) kann eine Gedanke in einem Gehirn erkannt werden. Erkannt werden immer nur energetische Vorgänge.
Und deshalb tut sich der Mensch so schwer, das Wesen der Zeit zu erklären, weil er dabei nichts anderes versucht, als den damit zusammenhängenden Gedanken auf den Grund zu gehen.

Niemand kann letztendlich erklären, was ein Gedanke ist und was in ausmacht.
Das Gedankenerkennen mündet immer im Erklärungsversuch.

Gruß

Gnom
Beitrag zuletzt bearbeitet von Gnom am 06.12.2022 um 00:25 Uhr.
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Claus (Moderator)
Beiträge: 2.373, Mitglied seit 16 Jahren
Hallo Gnom,

Gnom schrieb in Beitrag Nr. 1713-88:
Gedanke und Sprache sind meiner Meinung nach ein und dasselbe.
...
Zeit und Gedanke sind meiner Meinung nach auch ein und dasselbe.
...
Niemand kann letztendlich erklären, was ein Gedanke ist und was in ausmacht.

Warum wissen wir dann doch alle, was ein Gedanke ist und warum können wir uns sogar gut vorgestellen, wie jemand anderes gerade denkt?
Beitrag zuletzt bearbeitet von Claus am 06.12.2022 um 03:00 Uhr.
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Claus (Moderator)
Beiträge: 2.373, Mitglied seit 16 Jahren
Hallo Otto,

Otto schrieb in Beitrag Nr. 1713-87:
Unser Gehirn speichert Augenblicke (Ist-Werte) und vergleicht diese mit anderen bereits gespeicherten Daten.

Wir suchen dann Muster in diesen Daten, vergleichen diese mit anderen Mustern und geben ihnen Bedeutungen. Aus Perzeption wird so Kognition. Wir vernetzen dann diese von uns selbst zugewiesenen Bedeutungen, abstrahieren sie, lernen Bedeutungen neu zu verknüpfen und entwickeln so kreative Phantasie, also Gedankenobjekte, die über die realen (d.h. perzeptierten) Objekte hinausgehen.
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Claus (Moderator)
Beiträge: 2.373, Mitglied seit 16 Jahren
Die von unseren Sinnesorganen aufgenommenen Reize werden in elektrische Impulse umgewandelt, an den Synapsen in chemische übersetzt und schließlich in Form einer geometrischen Anordnung organischer Moleküle (im Gehirn) gespeichert. Erst dort wird (von Gehirn selbst) nach Mustern sortiert.

Die Sprache für die Codierung kann unterschiedlich gewählt werden, d.h. es ist unerheblich, ob die Information in Form von Molekülanordnungen oder in Form von Nullen und Einsen (d.h. digital) gespeichert wird.

Ich behaupte somit, dass eine künstliche Intelligenz (KI) allein durch das Vergleichen von Daten und das Erkennen darin bestehender Muster in vergleichbarer Weise wird sehen, hören, fühlen können, wie ein Tier oder gar der Mensch.

Allein die Erfordernis der Begriffs- /Kategorienbildung das Vergleichen dieser sowie deren kreative Neuschöpfung muss realisiert werden, um eine KI einem fühlenden Wesen, d.h. einem Tier oder einem Menschen ebenbürtig zu machen.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Claus am 06.12.2022 um 04:06 Uhr.
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Beiträge: 518, Mitglied seit 9 Jahren
Hallo,

Einigen wir uns auf diese Definition? Gedanken sind Informationsverarbeitenden Prozesse die im Gehirn ablaufen.
Diese Prozesse, sind energetisch-chemische Prozessen die, zumindest, teilweise
Quanteneffekten unterliegen.

Im Umkehrschluss können Gedanken teilweise auf Quanteneffekten basieren.

MfG H.

PS: Quanteneffekte: Zitat: Sind Physikalische Effekte, die sich nur im Rahmen der Quantentheorie beschreiben lassen. Ein Beispiel ist der Tunneleffekt, zu dem es in der klassischen Physik keinerlei Entsprechung gibt.
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Haronimo am 06.12.2022 um 17:51 Uhr.
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Beiträge: 518, Mitglied seit 9 Jahren
Sind Gedanken aktives denken(Prozessen) oder nur Ergebnisse des Denkens (gespeichertes Wissen)?

Wenn ich sage: „das sind meine Gedanken“, meine ich das Ergebnis des vorher gedachtes.
Und wenn ich sage: „ich bin im Gedanken“, dann denke ich fortwährend.

Ich denke, wir klassifizieren Prozesse falsch bzw. wir benennen verschiedenes mit dem gleichen Wort.
Damit entstehen elend langen Diskussionen, die zu nichts bringen.

Also, verwenden wir „Gedanken“ für alle Denkprozessen. Und wenn meinen Gedanken(Denkprozessen) das sind wofür ich sie halte, dann sind das Energien die wir manchmal positiv oder manchmal negativ nennen. Dann muss es eine Verbindung zu Quantenphysikalische Ebene geben.

Gedanken beeinflussen unser Dasein sehr. Die sind mit das wichtigste was wir haben. Wenn da irgendwas schief läuft dann sieht es manchmal düster aus.
Vor allem wird damit Information verarbeitet die über die Zukunft mancher entscheidend sein kann. Ganz wichtig, wie ich finde.

MfG H.
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"Heute ist nicht aller Tage ich komm' wieder keine Frage"
Beitrag zuletzt bearbeitet von Haronimo am 07.12.2022 um 11:20 Uhr.
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Beiträge: 1.148, Mitglied seit 9 Jahren
Hallo Claus,

Claus schrieb in Beitrag Nr. 1713-90:
Wir suchen dann Muster in diesen Daten, vergleichen diese mit anderen Mustern und geben ihnen Bedeutungen. Aus Perzeption wird so Kognition. Wir vernetzen dann diese von uns selbst zugewiesenen Bedeutungen, abstrahieren sie, ...
Genau.

Claus schrieb in Beitrag Nr. 1713-90:
..., lernen Bedeutungen neu zu verknüpfen und entwickeln so kreative Phantasie, also Gedankenobjekte, die über die realen (d.h. perzeptierten) Objekte hinausgehen.
Das halte ich für besonders wichtig. Es ist Ausdruck der Kreativität und schafft etwas neues (eine Theorie, einen Einfall, also einen neuen Gedanken).


Claus schrieb in Beitrag Nr. 1713-91:
Ich behaupte somit, dass eine künstliche Intelligenz (KI) allein durch das Vergleichen von Daten und das Erkennen darin bestehender Muster in vergleichbarer Weise wird sehen, hören, fühlen können, wie ein Tier oder gar der Mensch.
Ich sehe nichts, was dem entgegen stehen könnte.

Claus schrieb in Beitrag Nr. 1713-91:
Allein die Erfordernis der Begriffs- /Kategorienbildung das Vergleichen dieser sowie deren kreative Neuschöpfung muss realisiert werden, um eine KI einem fühlenden Wesen, d.h. einem Tier oder einem Menschen ebenbürtig zu machen.
Gefühle sind m.E. gewichtete(1) Muster.
Gewichtet meine ich hier im mathematischen Sinne.
Für ein Individuum ist die Rangfolge der Wichtung alles das, was vorrangig zur Erhaltung des eigenen Lebens und zur Erhaltung der Art von Bedeutung ist.

Beispiel aus der Technik:
Welche Einflussgrößen sind für ein Schiff wichtig?
1. Erhaltung der Schwimmfähigkeit (erhält hohe Wichtung)
2. Erhaltung der Propulsion, denn ohne Propulsion kann ein Schiff nicht gesteuert werden (hohe Wichtung, aber weniger als 1.)
3. Erhaltung der Steuerfähigkeit.
usw.

Gruß, Otto
(1) Wikipedia: Unter Gewichtung (auch Wichtung, Wägungsschema) versteht man die Bewertung einzelner Einflussgrößen eines mathematischen Modells beispielsweise hinsichtlich ihrer Wichtigkeit oder Zuverlässigkeit. Sie führt dazu, dass wichtigere oder zuverlässigere Elemente größeren Einfluss auf das Ergebnis haben.
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Beiträge: 254, Mitglied seit 8 Jahren
Otto schrieb in Beitrag Nr. 1713-94:
Claus schrieb in Beitrag Nr. 1713-91:
Ich behaupte somit, dass eine künstliche Intelligenz (KI) allein durch das Vergleichen von Daten und das Erkennen darin bestehender Muster in vergleichbarer Weise wird sehen, hören, fühlen können, wie ein Tier oder gar der Mensch.
Ich sehe nichts, was dem entgegen stehen könnte.

Ich schon.
Vielleicht sollte man zunächst einmal erkennen, was eine KI überhaupt ist.
KI ist und bleibt eine reine Softwarelösung, ein Programm. Das Programm besteht aus Algorithmen, mit denen auch nichts weiter als Unmengen von Daten ausgewertet werden. Das eigentliche "Lernen" einer KI ist, vereinfacht gesagt, das Zählen von Häufigkeiten gleicher oder ähnlicher Daten.
Wer das nicht glaubt, kann das gerne nachlesen.

So, nun kann man zwar jede Menge Interface an den Computer anschließen, auf dem die KI läuft, aber diese Interface liefern auch nur "kalte" Daten, also Messwerte. Bei einem Mensch ist das ein ganzes Stück anders, denn wir lernen auch körperlich, durch Schmerzen zum Beispiel, durch das Empfinden von Wärme, Kälte, Feuchtigkeit, durch Geruch und Geschmack usw. und wir lernen emotional. Das kann keine KI, weil sie dafür gar nicht die geeignete Hardware hat.

Vielleicht kann man einer KI Messwerte einspeichern, was Salz ist und was Zucker, aber es wird immer nur rein chemisch analysieren, was Salz und was Zucker ist und niemals tatsächlich Salz schmecken. Einer KI wäre es egal, wieviel Salz da auf dem Tisch liegt, weil es das auch nie zu sich nehmen, verdauen und daran versterben kann. Erst, wenn man einer KI ein biologisches "Gehäuse", also einen echten Körper verpassen würde, durch den sie auf sich selbst reflektieren kann, nähern wir uns einem Äquivalent zu einem Tier oder einem Menschen an, aber dann ist es eben keine KI mehr, sondern ein künstliches Tier oder ein künstlicher Mensch...
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Claus (Moderator)
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Haronimo schrieb in Beitrag Nr. 1713-92:
Im Umkehrschluss können Gedanken teilweise auf Quanteneffekten basieren.

Hallo Haronimo,

Basieren tut letztlich alles auf Quanteneffekten. Schließlich muss man ja nur immer detaillierter untersuchen - und gelangt so zwangsläufig irgendwann zu so kleinen Strukturen, dass Quanteneffekte eine Rolle spielen.

Werden die Strukturen jedoch größer, bspw. so groß wie das Gehirn, treten an makroskopischen Objekten wegen Dekohärenz nach außen üblicherweise keine Quanteneffekte mehr in Erscheinung.
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Claus (Moderator)
Beiträge: 2.373, Mitglied seit 16 Jahren
Skeptika schrieb in Beitrag Nr. 1713-95:
Erst, wenn man einer KI ein biologisches "Gehäuse", also einen echten Körper verpassen würde, durch den sie auf sich selbst reflektieren kann, nähern wir uns einem Äquivalent zu einem Tier oder einem Menschen an, aber dann ist es eben keine KI mehr, sondern ein künstliches Tier oder ein künstlicher Mensch...

...der oder das aber unter Umständen durchaus trotzdem auch intelligent sein könnte.
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Beiträge: 1.148, Mitglied seit 9 Jahren
Hallo Skeptika,

Was würde einen Menschen von einem Homunculus unterscheiden?
Der Mensch würde mehr Fehler machen.

Wie müsste ein Homunculus beschaffen sein?
Der Homunculus müsste Sensoren (mit mehr Sinnen als der Mensch), ein Programm und einen materiellen Teil für die Energieversorgung des Programms besitzen.

Skeptika schrieb in Beitrag Nr. 1713-95:
KI ist und bleibt eine reine Softwarelösung, ein Programm. Das Programm besteht aus Algorithmen, mit denen auch nichts weiter als Unmengen von Daten ausgewertet werden. Das eigentliche "Lernen" einer KI ist, vereinfacht gesagt, das Zählen von Häufigkeiten gleicher oder ähnlicher Daten.
Das Programm wird ein selbst optimierendes Programm sein, das sich selbst umprogrammiert (an eine veränderte Umwelt anpasst).
Dieses Programm wäre sicher auch in der Lage, seinen Zugangscode zu verändern und damit der Kontrolle des Menschen zu entziehen.
Der Lernprozess eines Homunculus würde also nicht nur aus einer einfachen Auswertung der Häufigkeit von Daten bestehen.

Skeptika schrieb in Beitrag Nr. 1713-95:
Einer KI wäre es egal, wieviel Salz da auf dem Tisch liegt, weil es das auch nie zu sich nehmen, verdauen und daran versterben kann. Erst, wenn man einer KI ein biologisches "Gehäuse", also einen echten Körper verpassen würde, durch den sie auf sich selbst reflektieren kann, nähern wir uns einem Äquivalent zu einem Tier oder einem Menschen an, aber dann ist es eben keine KI mehr, sondern ein künstliches Tier oder ein künstlicher Mensch...
Die Energieversorgung des Programms und die Anpassung/Erhaltung des materiellen Gehäuses muß das Programm leisten.
In der Natur erfolgt die Energieversorgung dadurch, dass anderes Leben vernichtet wird (vernichten und essen von anderem Leben wie Pflanzen und Tiere).
Der Homunculus wird auch vor Menschen nicht Halt machen, außer er ist so programmiert, dass er Menschen als zu seiner Art gehörig sieht und von seiner Energieversorgung ausnimmt.
Bei richtiger Programmierung müsste der Homunculus auch neue Homunculi (mit dem neuen modifizierten Programm) erzeugen.
Es wäre dann sicher auch sinnvoll, wenn ein Homunculus seine Existenz verliert (stirbt).

Das klingt alles beunruhigend, ist aber mit Sicherheit technisch möglich.

Gruß, Otto
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Beiträge: 254, Mitglied seit 8 Jahren
Claus schrieb in Beitrag Nr. 1713-97:
Skeptika schrieb in Beitrag Nr. 1713-95:
Erst, wenn man einer KI ein biologisches "Gehäuse", also einen echten Körper verpassen würde, durch den sie auf sich selbst reflektieren kann, nähern wir uns einem Äquivalent zu einem Tier oder einem Menschen an, aber dann ist es eben keine KI mehr, sondern ein künstliches Tier oder ein künstlicher Mensch...

...der oder das aber unter Umständen durchaus trotzdem auch intelligent sein könnte.

Könnte, könnte auch nicht, denn wir dürfen eines nicht vergessen: Eine KI ist binär (digital) und läuft streng nach Algorithmus auf einer künstlichen Hardware. Das Gehirn eines Menschen hingegen arbeitet ganz anders. Da ist nichts mit seriell oder parallel, sondern alle Vorgänge laufen in Echtzeit gleichzeitig ab: Das betrifft nicht nur die Aufnahme und Auswertung von äußeren Impulsen (sehen, hören, riechen, schmecken und tasten), sondern auch die Auswertung, Speicherung, das Bio-Feedback bis hin zu den daraus resultierenden Gedanken, Gefühlen und Emotionen. Wie sollte eine KI Wut entwickeln können (ein natürlicher Instinkt), wenn man das nicht vorher in der Software definiert? Und wenn man es definiert, dann ist es keine Emotion, sondern lediglich ein vorher festgelegtes Ergebnis...
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Otto schrieb in Beitrag Nr. 1713-98:
Wie müsste ein Homunculus beschaffen sein?
Der Homunculus müsste Sensoren (mit mehr Sinnen als der Mensch), ein Programm und einen materiellen Teil für die Energieversorgung des Programms besitzen.

Einverstanden. Das Programm aber läuft wo genau?
Solange wir kein echtes Gehirn nachbauen können mit den Milliarden von Synapsen, den chemischen Botenstoffen und den elektrischen Impulsen wird das Gehirn eines Homunculus nur ein elektrischer Rechenknecht bleiben. Die Energieversorgung kann dann über Batterien oder Solarpaneele erfolgen. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass sich ein menschliches Gehirn ständig verändert. Ein Homunculus könnte meiner Meinung nach keine zusätzlichen Speicherzellen selbständig bilden, altern und absterben lassen.

Zitat von Otto:
Das Programm wird ein selbst optimierendes Programm sein, das sich selbst umprogrammiert (an eine veränderte Umwelt anpasst).
Dieses Programm wäre sicher auch in der Lage, seinen Zugangscode zu verändern und damit der Kontrolle des Menschen zu entziehen.
Der Lernprozess eines Homunculus würde also nicht nur aus einer einfachen Auswertung der Häufigkeit von Daten bestehen.

Ich habe jetzt keine direkte Vorstellung, wie das funktionieren könnte, denn ein laufendes Programm im Computer kann man nicht verändern oder updaten. Wie auch? Wenn da permanent Abfragen, Auswertungen und Ausgaben laufen, würde bei einem Schreibversuch das laufende Programm ins Leere springen und abstürzen. Programme im Computer müssen beendet werden, dann werden sie überschrieben und danach neu gestartet. Manchmal muss man sogar den ganzen Computer neu starten...

Zitat von Otto:
Die Energieversorgung des Programms und die Anpassung/Erhaltung des materiellen Gehäuses muß das Programm leisten.
In der Natur erfolgt die Energieversorgung dadurch, dass anderes Leben vernichtet wird (vernichten und essen von anderem Leben wie Pflanzen und Tiere).
Der Homunculus wird auch vor Menschen nicht Halt machen, außer er ist so programmiert, dass er Menschen als zu seiner Art gehörig sieht und von seiner Energieversorgung ausnimmt.

Kommt darauf an, welche Energie der Homunculus benötigt. Wenn er keinen Stoffwechsel betreibt, kann er direkt auf elektrische Energie zugreifen. Dann müsste er also nichts essen, sondern nur jeden Abend an die Steckdose.
Ist das aber wirklich Leben, oder nicht doch eher nur ein Cyborg, ein Roboter und damit eine Maschine?
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Guten Morgen,

Durch die Prozesse die dort stattfinden ist das Gehirn ein sich Selbstorganiesierenden System und damit entsteht eine emergente Eigenschaft des Systems die wir als Gedanke bezeichnen.
Somit ist das eine Eigenschaft(Gedanke) die mehr IST als die Summe der Eigenschaften einzelnen Prozesse die im Gehirn sattfinden. Und hier ist der Unterschied zu KI. Ein KI kann, nach derzeitige Kenntnisse und technisches Fortschritt, keine emergente Eigenschaft aufbauen.

Würde uns das gelingen dann könnten wir eine technische Revolution einleiten die grundlegend unser Dasein verändert.

Fazit: KI wird von Prozesse mit bestimmte Eigenschaften gesteuert kann aber keine emergente Eigenschaft (somit eine Eigenschaft die die Summe der andere am System beteiligte Eigenschaften übertrifft) aufbauen. Warum?

Ist Emergenz der Tatsache geschuldet das damit ein Zugang zu Etwas Spezielles-wie eine Energie Feld- geschaffen wird und somit eine größere Reichweite der Möglichkeiten entstehen kann?


MfG H.


PS. Zitat: Emergenz (von lat. emergere = "auftauchen, entstehen") beschreibt das Entstehen neuer Eigenschaften in einem komplexen System (Ganzheit) durch das Zusammenspiel einfacher Elemente nach bestimmten Regeln. Diese Eigenschaften können mehr sein als die Summe der Eigenschaften der einfachen Elemente.

Emergente Prozesse: Die Prozesse der emergente Selbstorganisation beschreiben die Entwicklung der realen Welt im Sinne des ontologischen Naturalismus. Einzelteile verbinden sich dabei von selbst aufgrund der Kräfte oder Wechselwirkungen zwischen ihnen zu Systemen.
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Haronimo am 07.12.2022 um 11:21 Uhr.
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Haronimo schrieb in Beitrag Nr. 1713-101:
Durch die Prozesse die dort stattfinden ist das Gehirn ein sich Selbstorganiesierenden System und damit entsteht eine emergente Eigenschaft des Systems die wir als Gedanke bezeichnen.
Somit ist das eine Eigenschaft(Gedanke) die mehr IST als die Summe der Eigenschaften einzelnen Prozesse die im Gehirn sattfinden. Und hier ist der Unterschied zu KI. Ein KI kann, nach derzeitige Kenntnisse und technisches Fortschritt, keine emergente Eigenschaft aufbauen.

So sehe ich das auch.
Vielleicht betrachten wir KI aber auch viel zu kritisch und anspruchsvoll? Ich meine, Intelligenz mal ganz allgemein ist ja selbst beim Homo Sapiens Sapiens unterschiedlich stark ausgeprägt. Während ein Baby nur so viel Intelligenz besitzt, dass es bei Hunger und vollen Windeln schreit, kann ein Erwachsener formulieren, was er für Bedürfnisse hat. Ist es also nicht schon irgendwie "intelligent", wenn mein Smartphone mir mitteilt, dass der Akku bald leer ist?

Aber unser Thema waren ja Gedanken - Gefühle - Emotionen und ich bin weiterhin fest davon überzeugt, dass nur ein echtes Gehirn dazu imstande ist, weil dort eben keine normalen Speicherstellen mit den Werten "0" oder "1" beschrieben und überschrieben werden, sondern weil im Gehirn eine Vielzahl von Vorgängen abläuft. Da entstehen Synapsenverbindeungen, andere werden gelöst, es gibt elektrische Impulse und Hormone, die erst in ihrem komplexen Zusammenspiel so etwas wie Gedanken, Erinnerungen, Gefühle und Emotionen ermöglichen. Bei einer Maschine sehe ich diese Komplexität an Zusammenhängen nicht realisierbar.
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