Hallo zusammen,
Und das ist der Unterschied zum Mittellosen, der schöpft keinen Rahm ab... der will nur leben.
Hallo Ernst,
eventuell habe ich Dein Zitat aus dem Kontext gerissen, aber darin klingt etwas an, was ich als fatal einstufe für die euopäische Geschichte.
Und zwar ist es die politische Philosophie des Aristoteles,
http://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles#Politische...
die eine natürliche und exklusive Spezialisierung der Menschen als Herren oder Sklaven vorsieht.
Der
Herr ist derjenige, der hat, der reich ist und der bestimmt und der
Sklave ist der, der nicht hat und der bestimmt wird.
In meinem persönlichen Erfahrungsbereich, der initial von christlichen Werten geprägt war, wurde mir immer stärker offenbar, dass Menschen in kritischen Situationen, wo es um's Ganze geht nach ganz anderen Regeln funktionieren als denen der Bruderschaft, eben danach, dass sich eine Elite herausbildet, die entscheidet, was gemacht wird und diese Elite bestimmt auch wie das Gemeingut verteilt wird.
Dass Aristoteles dieses Verhalten trefflich dargestellt hatte, wurde mir erst bewusst, nachdem ich in der Oberstufe das Fach
Religion abgewählt hatte und mich zum Ethikunterricht
hinunterbegab, also auf die atheistisch philosophische Ebene.
Eine ähnliche begründete Ablehnung gegen die
christliche Traumtänzerei haben wohl Karl Marx oder Wladimir Iljitsch Uljanow, alias
Lenin empfunden, als sie die mit der Industrialisierung aufkommende materielle Ungerechtigkeit
sahen, die die römische Kirche als gottgegeben verteidigte.
Aus der Not heraus wurde nicht nur eine Sozial-Politik beschworen, sondern gleich ein alternatives Weltbild, der
Kommunismus. Als es darum ging, ihn umzusetzen, war aber der Glaube an die Schaffenskraft des Einzelnen auf einmal verwirkt und man griff zurück auf bestehende Mechanismen zur Machtbildung: Es wurde eine Elite gebildet, die das Volk in den wahren Kommunismus überführen sollte;
Vgl. "Konzept der elitären Kaderpartei" in
http://de.wikipedia.org/wiki/Lenin
Das, was wir heute als die Lüge des osteueopäischen Kommunismus identifizieren, bezeichnet in Wirklichkeit die Illusion, dass eine aristotelische Gesellschaft ein System materieller Gerechtigkeit begründen könne.
Als Michail Gorbatschow kurz vor der Wiedevereinignung eine statistische westdeutsche Mittelstands-Familie besuchte, um zu sehen, wie es der so geht im Vergleich zur durchschnittlichen russischen Mittelstandsfamilie, postulierten die Medien, dass
die Russen endlich erkannt haben müßten, dass die freie Marktwirtschaft im kapitalistischen Rahmen die ultimative Lösung für eine Gesellschaft sei.
Heute zeigt sich an den Früchten sozialer Ungerechtigkeit, dass die sog. christliche Partei, die unser Land die längste Zeit nach dem Krieg geführt hat, in Wirklichkeit der
aristotelischen Staatsphilosophie gefrönt hat und nicht wirklich gewollt, aber konsequent so agiert.
1. Das Prinzip Kapitalismus stellt im Kontext einer Finfanzkrise fest, dass die Banken auf keinen Fall zugrunde gehen dürfen,
die Kombination mit einer aristotelischen Politik schliesst daraus, dass die
Kleinen dafür gerade stehen müssen.
2. Das Prinzip Kapitalismus stellt im Kontext einer Währungskrise fest, dass der Euro auf keinen Fall zugrunde gehen darf,
die Kombination mit einer aristotelischen Politik schliesst daraus, dass die
Kleinen dafür gerade stehen müssen.
3. Das Prinzip Kapitalismus stellt im Kontext der Staatsverschuldung fest, dass die
Kleinen dafür gerade stehen müssen.
Die Formulierung
Zitat:
dass die Kleinen dafür gerade stehen müssen.
bezieht sich auf das reale Opfer, dass jemand bringen müßte, bezogen auf ein angenommenes Existenzminimum; das ist bei den
Reichen kein Fatales.
Hier sind wir. Und wo wollen wir hin?
Feststeht, dass von Natur aus alles, was man zum Leben braucht, wächst und dass man es gundsätzlich nur abzuschöpfen braucht.
lg
Thomas
Bearbeitet von Thomas der Große am 13.06.2010 um 20:15 Uhr.