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Beitrag Nr. 1274-1
16.10.2008 09:16
Als Grund für die miserable Wirtschaftslage in Deutschland ist unter anderem das veraltete Sozial- und Wirtschaftssystem anzusehen.
Dieses System stammt noch aus Zeiten, als ARBEIT der wichtigste Wirtschaftsfaktor war.
Im Zeitalter der Modernisierung mittels Robotern und Computern hat sich das Gleichgewicht aber verlagert. KAPITAL in Form von Maschinen, Robotern, Computern, etc. wird immer mehr zum Wirtschaftsfaktor Nummer eins. Unser Wirtschaftssystem existiert aber leider noch nach der 100 Jahre alten Struktur und müßte an die neuen Gegebenheiten angepaßt werden.
Ein bekannter Wissenschaftler, den Namen weiss ich leider nicht mehr, hat einmal zu Beginn der Automatisierung gesagt:
Eines Tages wird von uns keiner mehr arbeiten müssen.
Leider sieht es so aus, daß eines Tages keiner mehr arbeiten DARF!!, weil wir leider vom Einkommen durch unsere Arbeit abhängig sind.
Wie wichtig eine Änderung unseres Wirtschaftssystems ist, wird deutlich, wenn wir uns folgendes vor Augen halten:
Wir befinden uns momentan in der Industrialisierung zwischen zwei Extremen.
Wenn wir etwa 150 Jahre zurückdenken, dann erkennen wir das eine Extrem:
ALLE Arbeiten wurden von Hand erledigt. Es gab keine Maschinen, die uns die körperlichen Arbeiten, und keine Computer die uns die geistigen Tätigkeiten abnahmen. Arbeitskraft war wichtig, weil ohne sie nichts ging.
Das andere Extrem, liegt noch in ferner Zukunft, ist momentan noch Fiktion, aber wir steuern langsam aber sicher darauf zu.:
In der Zukunft werden ALLE körperlichen Arbeiten von Robotern erledigt, ALLE Entscheidungen werden von Computern getroffen. Maschinen sind so intelligent und flexibel, so daß sie sich gegenseitig reparieren und produzieren können. Menschen sind für die Wirtschaft nicht mehr erforderlich. Durch die weltweite Vernetzung wäre es dann möglich, das Angebot der Nachfrage anzupassen. Montagerobotern würden die Stückzahlen vorgegeben, bei Transportsystemen automatisch Nachschub geordert und der Abbau von Rohstoffen würde der Nachfrage angepaßt
Der Mensch könnte leben wie im Schlaraffenland. Doch halt, wovon sollte er das alles bezahlen, wenn er keine Arbeit, und dem zu Folge kein Einkommen hat.
Zukunftsvision? Unvorstellbar? Aber wir müssen möglicherweise damit rechnen!
Nun zurück zu unserer Zeit.
Die Regierung geht viele verzweifelte Wege, um den Aufschwung anzukurbeln.
Würdest Du ein Loch in ein Boot bohren, damit das darin befindliche Wasser wieder abläuft? Sicherlich nicht !!
Aber als Bürger gewinnt man den Eindruck, das die Regierung genau nach diesem Prinzip handelt.
Fehler 1: Rückkehr zur 40-Stunden Woche.
Was bringt es MEHR zu Arbeiten, wenn NICHT MEHR Arbeit vorhanden ist.
Gehen wir davon aus, dass die derzeitige wöchentliche Arbeitszeit bei etwa 37,7 Stunden liegt (statistisch gemittelt) Die momentane Arbeitslosenquote liegt bei etwa 10 %. Daraus folgt, bei einer Wochenarbeitszeit von 37,7 Stunden reicht die Arbeit für 90% der Bevölkerung aus.
Die meisten von uns kennen noch die Textaufgaben aus der Schulzeit:
Wenn 90% der Arbeiter eine Arbeit in 37,7 Stunden erledigen, wieviel Arbeiter braucht man dann, wenn alle 40 Stunden arbeiten?
Rechnung und Lösung: 90% mal 37,7 Stunden geteilt durch 40 Stunden, ergibt: 84,825 %
Daraus folgt: bei 40 Wochenarbeitsstunden sind 15,175 % Arbeitslose zu beklagen.
Manche mögen argumentieren, wenn länger gearbeitet wird, kann mehr fürs gleiche Geld produziert werden, aber wer sollte dieses Mehrangebot an produzierter Ware kaufen?
Wäre die Nachfrage vorhanden, dann hätten wir keine Arbeitslosigkeit.
Weiterhin argumentiert: Wann geben wir unser Geld aus, um somit die Wirtschaft anzukurbeln? Natürlich in unserer Freizeit. Mal gut Essen gehen, ein Kurzurlaub am verlängerten Wochenende, oder nur shoppen gehen. Nur in unserer Freizeit können wir Ware konsumieren und verbrauchen!
Manche Firmen bieten Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zur Wahl zwischen längerer Arbeitszeit oder Lohnverzicht. Die einen arbeiten dann statt 35 Stunden in Zukunft wieder 40 Stunden. Die anderen bekommen den Prozentualen Lohn
Wer nicht 40-Stunden=100% arbeiten will, sondern weiterhin 35 Stunden, erhält dann auch entsprechend nur 87,5% seines Lohnes.
Die Wahl der Längeren Arbeitszeit ist eine Milchmädchenrechnung.
Wie schon vorher erwähnt, bedeutet längere Arbeitszeit auch einen Abbau von Stellen. Wenn ein Arbeitgeber keine Leute entläßt, so muss er an anderer Stelle sparen. Die Sache wäre ja sonst für ihn sinnlos, weil er ja weiterhin für jede Stelle 100% des Lohnes zahlt. In dem Fall werden z.B. keine Arbeiten mehr an externe Firmen vergeben, sondern in der Firma, während der nun gewonnenen Mehrarbeit erledigt, schließlich fallen ja pro Person wöchentlich 5 Stunden mehr Arbeitszeit an.
Demzufolge haben diese externen Firmen weniger Aufträge und müssen Leute entlassen.
Auf jeden Fall gibt es mehr Arbeitslose. Diese Arbeitslosen müssen finanziell versorgt werden. Dem Staat, den Gemeinden, etc. entstehen Mehrkosten, bei weniger Einnahmen.
Also müssen irgendwelche Gebühren erhöht werden.
Für die Arbeiter heisst das: Länger Arbeiten, 40 statt 35 Stunden, aber mehr Abzüge, dem zufolge weniger Geld in der Tasche. Am Ende bleibt einem dann das gleiche Geld, als hätte man auf Lohn verzichtet.
Also besser gleich auf Lohn verzichten, weiterhin 35 Stunden arbeiten und somit den Kollegen, die sonst entlassen würden, den Arbeitsplatz erhalten.
Fehler 2: Heraufsetzen des Renteneintrittsalters:
Wenn der Durchschnittsbürger mit 20 Jahren ins Berufsleben eintritt, und mit 65 in Rente geht, so ist er 45 Jahre in Beschäftigung. Auch unter diesem Aspekt reicht die Arbeitszeit momentan für 90% der Bevölkerung.
Schon eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit um ein Jahr hätte zur Folge, dass die Arbeit nur noch für ca. 88% der Arbeiter ausreicht, also eine Erhöhung der Arbeitslosenquote auf etwa 12%.
Außerdem sind ältere Menschen meist schon "verbraucht", bringen nicht mehr die Leistung eines Jüngeren und sind oft krankheitsanfälliger als jüngere. Die Motivation sinkt, in Erwartung der Rente, seine Zeit noch "abzusitzen". Auf der Karriereleiter haben sie entweder ihren Wunschposten bereits erreicht, oder aber sie wissen, dass es jetzt aussichtslos ist noch darum zu kämpfen. Im Privaten stellen sie keine hohen Ansprüche, haben auch hier entweder alles erreicht was sie wollten, oder geben auf, darum zu Kämpfen und stecken somit weniger Geld in die Wirtschaft.
Jüngere Menschen sind noch motiviert, wollen noch etwas erreichen, sehen noch Aufstiegschancen. Und junge Menschen wollen sich noch was anschaffen, Auto, Haus, Möbel, Familie gründen, etc.
Geht ein Arbeiter in den Ruhestand, so macht er einem Jüngeren Platz, Der Rentner kann endlich seine Ruhestand genießen, Der nachrückende junge Arbeiter kann sich endlich seine Investitionen leisten, und der Arbeitgeber hat wieder einen aufstrebenden motivierten Mitarbeiter.
Fehler 3. Lockerung des Kündigungsschutzes.
Die Regierung muß endlich begreifen, dass der Arbeiter die Wirtschaft ankurbelt und nicht der Arbeitgeber. Der Arbeiter entscheidet mit seiner Kaufkraft über unsere Wirtschaft. Arbeitsplätze müssen sicherer werden. Nur wer einen sicheren Job hat kann auch nach vorne schauen, Ausgaben tätigen für Wohnung, Haus, Auto etc. Wer nicht sicher ist, ob er seinen Job behält, der wird sein Geld horten, für den Fall der Arbeitslosigkeit.
Fehler 4. HARTZ 4
Was macht ein Arbeitsloser, wenn er von HARTZ 4 bedroht ist. Er wird alle seine Ersparnisse "in Sicherheit" bringen. Und was macht ein Arbeiter, der zwar noch beschäftigt ist, aber der sich vor HARTZ 4 fürchtet? Warum sollte er sein Geld anlegen? Das müsste zuerst veräussert werden. bevor vom Staat Unterstützung gezahlt wird. Lieber sein Geld z.B. für Reisen "verprassen", dann hat man wenigstens mehr davon, als wenn man spart, und dann alles verliert. Und wer reist, der trägt sein Geld ins Ausland, wodurch es der DEUTSCHEN Wirtschaft verloren geht.
Fehler 5 Rückkehr zur 6-Tage-Woche
Viele Wirtschaftszweige leben von den freien Wochenenden. Gastronomie, Kurzreisen, Freizeitparks etc. Auch in der Bauwirtschaft sind viele auf die freien Wochenenden angewiesen.
Manche Geringverdiener können sich nur ein Haus, oder Eigentumswohnung leisten, wenn sie die so genannte "Muskelhypothek" mit einkalkulieren. D.h. Sie machen vieles in Eigenleistung, was die Kosten drastisch reduziert. Fallen die freien Wochenenden weg, fehlt den Bauherren die entsprechende Zeit für diese Eigenarbeiten. Die Folge: Viele sind überhaupt nicht mehr in der Lage ein Haus zu kaufen, was die Bauwirtschaft zu spüren bekommt.
Nun zu meinem Vorschlag
Der einzige, wirklich dauerhaft sinnvolle Weg aus der Krise kann nur durch Senkung der Lohnkosten entstehen.
Die Arbeit ist nicht mehr der wichtigste, nach wie vor aber der teuerste Wirtschaftsfaktor. Dies liegt aber einzig und allein daran, daß zu viele Kosten an den Arbeitsplatz, sprich Lohnnebenkosten, gebunden sind.
Der Arbeitgeber zahlt etwa 3 Euro damit der Arbeitnehmer 1 Euro in der Tasche hat.
Und da Arbeit für den Arbeitgeber die meisten Kosten verursacht, wird er auch hier als erstes sparen, sprich Personal entlassen.
Und genau hier muß die Regierung ansetzen, um die Arbeitskraft bezahlbar zu machen.
Dies ist nur dadurch möglich, daß die Lohnnebenkosten auf andere Bereiche, z.B. Steuern umgelagert werden.
So wäre folgender Vorschlag zu Überdenken.
Der Arbeitgeber kommt nur für den Nettolohn des Arbeitnehmers auf.
Aber was ist mit den Sozialleistungen?
Sozialversicherungen würden über die Umsatzsteuer, Mehrwertsteuer, etc. finanziert.
Unternehmen mit hohem Umsatz zahlen viel, Unternehmen mit geringem Umsatz weniger Steuern.
Das heißt für den Arbeitgeber, seine Ausgaben bleiben konstant, was er an Lohnnebenkosten spart, zahlt er an Steuern mehr. Die Rechnung scheint auf den ersten Blick unlogisch, aber bei genauerem Betrachten bringt dies für das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer entscheidende Vorteile.
Bei der Entlassung eines Arbeitnehmers würde der Arbeitgeber auch nur den Betrag des Nettolohnes einsparen, und umgekehrt bei einer Neueinstellung würden die Kosten nur um den Nettolohn des neuen Arbeitnehmers steigen.
Doch wie können die Sozialabgaben aus den Steuern gerecht verteilt werden?
Nehmen wir z.B. die Krankenkassen. Bisher kann jeder seine Krankenkasse frei wählen und zahlt auch seinen Beitrag an genau diese Krankenkasse.
Nach dem neuen System könnte jeder seine Grundleistungen, wie bisher, bei einer Krankenkasse seiner Wahl in Anspruch nehmen. Die bisher existierenden Kassen könnten auch weiterhin bestehen bleiben. Doch würden nun die Steuergelder im Verhältnis der erbrachten Leistungen, oder der gemeldeten Mitglieder, an die Kassen verteilt.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Bekämpfung der Schwarzarbeit.
Ein Unternehmer würde für einen legal Beschäftigten nur den Nettolohn zahlen, ein illegal Beschäftigter würde aber in etwa die gleichen Kosten verursachen. Das Risiko einer illegalen Beschäftigung wäre, im Verhältnis zur Einsparung, einfach größer als bisher.
Zum Abschluss:
Dies soll nur ein grobes Skelett einer Idee sein. Sicherlich hat diese Idee noch viele Haken und Ösen und die Umstellung wird auch nicht kurzfristig zu lösen sein.
Aber auf Dauer müssen wir einfach lernen andere Wege zu Gehen, es wird kein Weg an einer Änderung unseres Wirtschaftssystems vorbeiführen.
Nur so können wir unsere Wirtschaft wieder in Schwung bringen und die Arbeitslosigkeit, oder besser Erwerbslosigkeit, bekämpfen.
Die Politiker müssen manchmal zugeben, daß man nichts bewegt, wenn man innerhalb einer festen Struktur nur versucht alles hin und her zu Schieben, sondern, daß man manchmal auch die komplette Struktur ändern muß.
Auf jeden Fall müssen, auf lange Sicht, alle lohngebunden Kosten verlagert werden an umsatzgebundene Kosten. Nur diese geänderte Kostenverteilung entlastet dauerhaft den Arbeitsmarkt.
Wir Deutschen waren einmal das Land der Erfinder, und durch diese Erfindungen sind wir zu unserem Wohlstand gekommen. Und genau diese Erfinder sind nun in der Politik gefragt, die ein Wirtschaftssystem entwickeln, daß an die geänderten Gegebenheiten angepaßt ist.
Der Trend zu immer leistungsfähigeren Maschinen, die menschliche Arbeit einsparen, wird nicht aufzuhalten sein. Aber dann sollte das Wirtschaftssystem in der Lage sein, diese Entwicklung abzufangen und den Menschen, Arbeitnehmer wird?s ja irgendwann nicht mehr geben, ein Einkommen zur Erhaltung der Kaufkraft zu sichern.
Und damit uns die Entwicklung nicht davonläuft, sollten wir HEUTE schon damit beginnen.
Wenn sich eines Tages kein Mensch mehr die Produkte leisten kann, weil die Maschinen die Produktion übernommen haben, dann müssen wir eben auch einen Roboter bauen der den ganzen Sch... kauft und konsumiert
Schade, dass wir so weit kommen mussten.
Wer jung ist, meint, er müsste die Welt retten :smiley8:
Der Erfahrene erkennt, dass er nicht alle Probleme lösen kann:smiley3:
Dieses System stammt noch aus Zeiten, als ARBEIT der wichtigste Wirtschaftsfaktor war.
Im Zeitalter der Modernisierung mittels Robotern und Computern hat sich das Gleichgewicht aber verlagert. KAPITAL in Form von Maschinen, Robotern, Computern, etc. wird immer mehr zum Wirtschaftsfaktor Nummer eins. Unser Wirtschaftssystem existiert aber leider noch nach der 100 Jahre alten Struktur und müßte an die neuen Gegebenheiten angepaßt werden.
Ein bekannter Wissenschaftler, den Namen weiss ich leider nicht mehr, hat einmal zu Beginn der Automatisierung gesagt:
Eines Tages wird von uns keiner mehr arbeiten müssen.
Leider sieht es so aus, daß eines Tages keiner mehr arbeiten DARF!!, weil wir leider vom Einkommen durch unsere Arbeit abhängig sind.
Wie wichtig eine Änderung unseres Wirtschaftssystems ist, wird deutlich, wenn wir uns folgendes vor Augen halten:
Wir befinden uns momentan in der Industrialisierung zwischen zwei Extremen.
Wenn wir etwa 150 Jahre zurückdenken, dann erkennen wir das eine Extrem:
ALLE Arbeiten wurden von Hand erledigt. Es gab keine Maschinen, die uns die körperlichen Arbeiten, und keine Computer die uns die geistigen Tätigkeiten abnahmen. Arbeitskraft war wichtig, weil ohne sie nichts ging.
Das andere Extrem, liegt noch in ferner Zukunft, ist momentan noch Fiktion, aber wir steuern langsam aber sicher darauf zu.:
In der Zukunft werden ALLE körperlichen Arbeiten von Robotern erledigt, ALLE Entscheidungen werden von Computern getroffen. Maschinen sind so intelligent und flexibel, so daß sie sich gegenseitig reparieren und produzieren können. Menschen sind für die Wirtschaft nicht mehr erforderlich. Durch die weltweite Vernetzung wäre es dann möglich, das Angebot der Nachfrage anzupassen. Montagerobotern würden die Stückzahlen vorgegeben, bei Transportsystemen automatisch Nachschub geordert und der Abbau von Rohstoffen würde der Nachfrage angepaßt
Der Mensch könnte leben wie im Schlaraffenland. Doch halt, wovon sollte er das alles bezahlen, wenn er keine Arbeit, und dem zu Folge kein Einkommen hat.
Zukunftsvision? Unvorstellbar? Aber wir müssen möglicherweise damit rechnen!
Nun zurück zu unserer Zeit.
Die Regierung geht viele verzweifelte Wege, um den Aufschwung anzukurbeln.
Würdest Du ein Loch in ein Boot bohren, damit das darin befindliche Wasser wieder abläuft? Sicherlich nicht !!
Aber als Bürger gewinnt man den Eindruck, das die Regierung genau nach diesem Prinzip handelt.
Fehler 1: Rückkehr zur 40-Stunden Woche.
Was bringt es MEHR zu Arbeiten, wenn NICHT MEHR Arbeit vorhanden ist.
Gehen wir davon aus, dass die derzeitige wöchentliche Arbeitszeit bei etwa 37,7 Stunden liegt (statistisch gemittelt) Die momentane Arbeitslosenquote liegt bei etwa 10 %. Daraus folgt, bei einer Wochenarbeitszeit von 37,7 Stunden reicht die Arbeit für 90% der Bevölkerung aus.
Die meisten von uns kennen noch die Textaufgaben aus der Schulzeit:
Wenn 90% der Arbeiter eine Arbeit in 37,7 Stunden erledigen, wieviel Arbeiter braucht man dann, wenn alle 40 Stunden arbeiten?
Rechnung und Lösung: 90% mal 37,7 Stunden geteilt durch 40 Stunden, ergibt: 84,825 %
Daraus folgt: bei 40 Wochenarbeitsstunden sind 15,175 % Arbeitslose zu beklagen.
Manche mögen argumentieren, wenn länger gearbeitet wird, kann mehr fürs gleiche Geld produziert werden, aber wer sollte dieses Mehrangebot an produzierter Ware kaufen?
Wäre die Nachfrage vorhanden, dann hätten wir keine Arbeitslosigkeit.
Weiterhin argumentiert: Wann geben wir unser Geld aus, um somit die Wirtschaft anzukurbeln? Natürlich in unserer Freizeit. Mal gut Essen gehen, ein Kurzurlaub am verlängerten Wochenende, oder nur shoppen gehen. Nur in unserer Freizeit können wir Ware konsumieren und verbrauchen!
Manche Firmen bieten Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zur Wahl zwischen längerer Arbeitszeit oder Lohnverzicht. Die einen arbeiten dann statt 35 Stunden in Zukunft wieder 40 Stunden. Die anderen bekommen den Prozentualen Lohn
Wer nicht 40-Stunden=100% arbeiten will, sondern weiterhin 35 Stunden, erhält dann auch entsprechend nur 87,5% seines Lohnes.
Die Wahl der Längeren Arbeitszeit ist eine Milchmädchenrechnung.
Wie schon vorher erwähnt, bedeutet längere Arbeitszeit auch einen Abbau von Stellen. Wenn ein Arbeitgeber keine Leute entläßt, so muss er an anderer Stelle sparen. Die Sache wäre ja sonst für ihn sinnlos, weil er ja weiterhin für jede Stelle 100% des Lohnes zahlt. In dem Fall werden z.B. keine Arbeiten mehr an externe Firmen vergeben, sondern in der Firma, während der nun gewonnenen Mehrarbeit erledigt, schließlich fallen ja pro Person wöchentlich 5 Stunden mehr Arbeitszeit an.
Demzufolge haben diese externen Firmen weniger Aufträge und müssen Leute entlassen.
Auf jeden Fall gibt es mehr Arbeitslose. Diese Arbeitslosen müssen finanziell versorgt werden. Dem Staat, den Gemeinden, etc. entstehen Mehrkosten, bei weniger Einnahmen.
Also müssen irgendwelche Gebühren erhöht werden.
Für die Arbeiter heisst das: Länger Arbeiten, 40 statt 35 Stunden, aber mehr Abzüge, dem zufolge weniger Geld in der Tasche. Am Ende bleibt einem dann das gleiche Geld, als hätte man auf Lohn verzichtet.
Also besser gleich auf Lohn verzichten, weiterhin 35 Stunden arbeiten und somit den Kollegen, die sonst entlassen würden, den Arbeitsplatz erhalten.
Fehler 2: Heraufsetzen des Renteneintrittsalters:
Wenn der Durchschnittsbürger mit 20 Jahren ins Berufsleben eintritt, und mit 65 in Rente geht, so ist er 45 Jahre in Beschäftigung. Auch unter diesem Aspekt reicht die Arbeitszeit momentan für 90% der Bevölkerung.
Schon eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit um ein Jahr hätte zur Folge, dass die Arbeit nur noch für ca. 88% der Arbeiter ausreicht, also eine Erhöhung der Arbeitslosenquote auf etwa 12%.
Außerdem sind ältere Menschen meist schon "verbraucht", bringen nicht mehr die Leistung eines Jüngeren und sind oft krankheitsanfälliger als jüngere. Die Motivation sinkt, in Erwartung der Rente, seine Zeit noch "abzusitzen". Auf der Karriereleiter haben sie entweder ihren Wunschposten bereits erreicht, oder aber sie wissen, dass es jetzt aussichtslos ist noch darum zu kämpfen. Im Privaten stellen sie keine hohen Ansprüche, haben auch hier entweder alles erreicht was sie wollten, oder geben auf, darum zu Kämpfen und stecken somit weniger Geld in die Wirtschaft.
Jüngere Menschen sind noch motiviert, wollen noch etwas erreichen, sehen noch Aufstiegschancen. Und junge Menschen wollen sich noch was anschaffen, Auto, Haus, Möbel, Familie gründen, etc.
Geht ein Arbeiter in den Ruhestand, so macht er einem Jüngeren Platz, Der Rentner kann endlich seine Ruhestand genießen, Der nachrückende junge Arbeiter kann sich endlich seine Investitionen leisten, und der Arbeitgeber hat wieder einen aufstrebenden motivierten Mitarbeiter.
Fehler 3. Lockerung des Kündigungsschutzes.
Die Regierung muß endlich begreifen, dass der Arbeiter die Wirtschaft ankurbelt und nicht der Arbeitgeber. Der Arbeiter entscheidet mit seiner Kaufkraft über unsere Wirtschaft. Arbeitsplätze müssen sicherer werden. Nur wer einen sicheren Job hat kann auch nach vorne schauen, Ausgaben tätigen für Wohnung, Haus, Auto etc. Wer nicht sicher ist, ob er seinen Job behält, der wird sein Geld horten, für den Fall der Arbeitslosigkeit.
Fehler 4. HARTZ 4
Was macht ein Arbeitsloser, wenn er von HARTZ 4 bedroht ist. Er wird alle seine Ersparnisse "in Sicherheit" bringen. Und was macht ein Arbeiter, der zwar noch beschäftigt ist, aber der sich vor HARTZ 4 fürchtet? Warum sollte er sein Geld anlegen? Das müsste zuerst veräussert werden. bevor vom Staat Unterstützung gezahlt wird. Lieber sein Geld z.B. für Reisen "verprassen", dann hat man wenigstens mehr davon, als wenn man spart, und dann alles verliert. Und wer reist, der trägt sein Geld ins Ausland, wodurch es der DEUTSCHEN Wirtschaft verloren geht.
Fehler 5 Rückkehr zur 6-Tage-Woche
Viele Wirtschaftszweige leben von den freien Wochenenden. Gastronomie, Kurzreisen, Freizeitparks etc. Auch in der Bauwirtschaft sind viele auf die freien Wochenenden angewiesen.
Manche Geringverdiener können sich nur ein Haus, oder Eigentumswohnung leisten, wenn sie die so genannte "Muskelhypothek" mit einkalkulieren. D.h. Sie machen vieles in Eigenleistung, was die Kosten drastisch reduziert. Fallen die freien Wochenenden weg, fehlt den Bauherren die entsprechende Zeit für diese Eigenarbeiten. Die Folge: Viele sind überhaupt nicht mehr in der Lage ein Haus zu kaufen, was die Bauwirtschaft zu spüren bekommt.
Nun zu meinem Vorschlag
Der einzige, wirklich dauerhaft sinnvolle Weg aus der Krise kann nur durch Senkung der Lohnkosten entstehen.
Die Arbeit ist nicht mehr der wichtigste, nach wie vor aber der teuerste Wirtschaftsfaktor. Dies liegt aber einzig und allein daran, daß zu viele Kosten an den Arbeitsplatz, sprich Lohnnebenkosten, gebunden sind.
Der Arbeitgeber zahlt etwa 3 Euro damit der Arbeitnehmer 1 Euro in der Tasche hat.
Und da Arbeit für den Arbeitgeber die meisten Kosten verursacht, wird er auch hier als erstes sparen, sprich Personal entlassen.
Und genau hier muß die Regierung ansetzen, um die Arbeitskraft bezahlbar zu machen.
Dies ist nur dadurch möglich, daß die Lohnnebenkosten auf andere Bereiche, z.B. Steuern umgelagert werden.
So wäre folgender Vorschlag zu Überdenken.
Der Arbeitgeber kommt nur für den Nettolohn des Arbeitnehmers auf.
Aber was ist mit den Sozialleistungen?
Sozialversicherungen würden über die Umsatzsteuer, Mehrwertsteuer, etc. finanziert.
Unternehmen mit hohem Umsatz zahlen viel, Unternehmen mit geringem Umsatz weniger Steuern.
Das heißt für den Arbeitgeber, seine Ausgaben bleiben konstant, was er an Lohnnebenkosten spart, zahlt er an Steuern mehr. Die Rechnung scheint auf den ersten Blick unlogisch, aber bei genauerem Betrachten bringt dies für das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer entscheidende Vorteile.
Bei der Entlassung eines Arbeitnehmers würde der Arbeitgeber auch nur den Betrag des Nettolohnes einsparen, und umgekehrt bei einer Neueinstellung würden die Kosten nur um den Nettolohn des neuen Arbeitnehmers steigen.
Doch wie können die Sozialabgaben aus den Steuern gerecht verteilt werden?
Nehmen wir z.B. die Krankenkassen. Bisher kann jeder seine Krankenkasse frei wählen und zahlt auch seinen Beitrag an genau diese Krankenkasse.
Nach dem neuen System könnte jeder seine Grundleistungen, wie bisher, bei einer Krankenkasse seiner Wahl in Anspruch nehmen. Die bisher existierenden Kassen könnten auch weiterhin bestehen bleiben. Doch würden nun die Steuergelder im Verhältnis der erbrachten Leistungen, oder der gemeldeten Mitglieder, an die Kassen verteilt.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Bekämpfung der Schwarzarbeit.
Ein Unternehmer würde für einen legal Beschäftigten nur den Nettolohn zahlen, ein illegal Beschäftigter würde aber in etwa die gleichen Kosten verursachen. Das Risiko einer illegalen Beschäftigung wäre, im Verhältnis zur Einsparung, einfach größer als bisher.
Zum Abschluss:
Dies soll nur ein grobes Skelett einer Idee sein. Sicherlich hat diese Idee noch viele Haken und Ösen und die Umstellung wird auch nicht kurzfristig zu lösen sein.
Aber auf Dauer müssen wir einfach lernen andere Wege zu Gehen, es wird kein Weg an einer Änderung unseres Wirtschaftssystems vorbeiführen.
Nur so können wir unsere Wirtschaft wieder in Schwung bringen und die Arbeitslosigkeit, oder besser Erwerbslosigkeit, bekämpfen.
Die Politiker müssen manchmal zugeben, daß man nichts bewegt, wenn man innerhalb einer festen Struktur nur versucht alles hin und her zu Schieben, sondern, daß man manchmal auch die komplette Struktur ändern muß.
Auf jeden Fall müssen, auf lange Sicht, alle lohngebunden Kosten verlagert werden an umsatzgebundene Kosten. Nur diese geänderte Kostenverteilung entlastet dauerhaft den Arbeitsmarkt.
Wir Deutschen waren einmal das Land der Erfinder, und durch diese Erfindungen sind wir zu unserem Wohlstand gekommen. Und genau diese Erfinder sind nun in der Politik gefragt, die ein Wirtschaftssystem entwickeln, daß an die geänderten Gegebenheiten angepaßt ist.
Der Trend zu immer leistungsfähigeren Maschinen, die menschliche Arbeit einsparen, wird nicht aufzuhalten sein. Aber dann sollte das Wirtschaftssystem in der Lage sein, diese Entwicklung abzufangen und den Menschen, Arbeitnehmer wird?s ja irgendwann nicht mehr geben, ein Einkommen zur Erhaltung der Kaufkraft zu sichern.
Und damit uns die Entwicklung nicht davonläuft, sollten wir HEUTE schon damit beginnen.
Wenn sich eines Tages kein Mensch mehr die Produkte leisten kann, weil die Maschinen die Produktion übernommen haben, dann müssen wir eben auch einen Roboter bauen der den ganzen Sch... kauft und konsumiert
Schade, dass wir so weit kommen mussten.
Signatur:
Der Erfahrene erkennt, dass er nicht alle Probleme lösen kann:smiley3:

Bearbeitet von Hans-m am 29.09.2009 um 12:28 Uhr.
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