Hallo Stueps,
Ich denke, das was uns umgibt ist letztlich das Spannungsfeld, das aus dem gegenseitigen Ausschluss eines Absoluten "Seins",bzw. eines absoluten "Nichts" resultiert.
Also ist alles was uns umgibt teil dieser Spannung und nichts Substanzielles. Dafür gibt es deutliche Indizien:
- Alles Existierende ist in Bewegung. Was sich nicht bewegt (schwingt) existiert nicht
- Eine kleinste Zeiteinheit ist kaum vorstellbar (Ich glaube nicht, das eine solche existiert)
- Ein kleinster Raum ist keine sinnvolle Vorstellung (siehe kleinste Zeiteinheit)
- Ein kleinstes Materieteilchen bzw. Energiequantum, darf man nach den heutigen Erkenntnissen ebenfalls in Frage stellen
Hallo Malte,
Große Schwierigkeiten...
Wenn alles Teil dieses Spannungsfeldes ist, dann
ist es ja. Und was
ist muss meiner Meinung auch substantieller Natur sein.
- Es kann nur in Bewegung sein, was auch
ist. Vielleicht ist Bewegung eine
Voraussetzung für Existenz. Und damit Zeit und Raum.
- Wenn wir uns keine kleinste Zeit vorstellen können, liegt das an unserer Definition für Zeit. Sie wird als "Maß für Veränderung" definiert. So gesehen ist es richtig, dass es eine kleinste Zeiteinheit nicht geben kann, da sich alles permanent verändert und eben bewegt.
- Bewegung wird über Zeit u Raum definiert, sie kann nicht im "Raum = Null" stattfinden.
- kleinste Materiebausteine werden heute nur noch über Wahrscheinlichkeiten definiert, was dann für deine Annahmen sprechen würde.
Du hast es m.E. zu sehr eingegrenzt, und einen sehr wichtigen Punkt unterschlagen: Die Organisation als Grundprinzip. Dazu gleich mehr.
Zitat:
Als kleinen Vorgeschmack auf meine Weltanschauung möchte ich einfach mal behauten, dass Du substanziell nicht existierst (sorry), ich aber auch nicht. Das wirst Du sicher anders sehen, aber wie würdest Du deine Existenz beschreiben. Was ich meine, sind folgende Fragen:
Wann hat Deine Existenz begonnen und wo wird sie enden?
In der Tat, ich halte es mit Descartes: Ich zweifle, also bin ich
:)
.
Auf substantieller Ebene kann ich nicht sagen, wo meine Existenz begann, und wo sie enden wird. Auf organisatorischer Ebene kann ich das aber sehr wohl: Meine Existenz begann bei meiner Zeugung, bei meiner Geburt, bei meinen ersten "Ich-Erlebnissen", bei meinen ersten Erinnerungen. Und auf organisatorischer Ebene endet meine Existenz mit dem Tod.
Diese Ereignislinie, von der du nachfolgend sprichst, ist diese "Organisationslinie". Sie ist einmalig, genauso wie eine Kartenfolge, die gemischt wurde.
Eine Ereigniskette ist immer unter
organisatorischen Punkten unterteilbar. Auch, wenn es keine kleinste Zeiteinheit gibt.
Zitat:
Was bist Du eigentlich?
Du bist keine bestimmte Materie und kein bestimmter Geist.
Deine Materie wandelt sich permanent. Damit meine ich nicht nur Wachstum und Verfall. Eingedenk von Nahrungsaufnahme- und Abgabe, Stoffwechsel, Zellsterben und Wachstum, Energieaufnahme und Abgabe durch z.B. Strahlung usw.usw... So gesehen Bist du lediglich eine Verteilungswahrscheinlichkeit von Atomen im Raum. Zusammen mit dem Ansatz, das es keine kleinste Zeiteinheit gibt, löst sich das Substanzielle Deiner materiellen Existenz in Wohlgefallen auf.
Das tut sie eben nicht mehr, wenn man meine Existenz unter organisatorischen Gesichtspunkten betrachtet. Oraganisieren kann sich m.E. nur etwas, was festen Regeln gehorcht. Alles was
einzeln substantiell angezweifelt werden kann, kann es im "Organisatorischen Verband" nicht mehr. Organisation setzt das Prinzip der Wechselwirkung voraus. Wird eine Wechselwirkung "übertragen", also ein Zustand eines organisatorischen Verbandes wird auf einen anderen Verband übertragen, so ist dies ein sehr konkretes Ergebnis, sobald diese "Übertragung" abgeschlossen ist. Substantielle Wahrscheinlichkeiten erreichen so sehr konkret stattgefundene Ereignisse.
M.E. konzentrierst du dich zu sehr auf "kleinste einzelne Zustände", unterschlägst aber das Prinzip der Wechselwirkung vollkommen.
Zitat:
Dein Geist ist auch im übertragenen Sinn nicht substanziell zu sehen. Er ist in ständiger Veränderung. Ohne Denkprozess, was ja Veränderung ist, ist ein Geist gar nicht zu definieren.
Du bist also ein Prozess, womit wir wieder bei der obigen Betrachtung der Ereigniskette Deiner Existenz sind.
Ic h stimme mit dir überein, dass mein Geist einzig auf organisatorischer Ebene zu fassen ist. Aber wie erwähnt, Organisation braucht Substanz und feste Regeln.
Vielleicht schafft das Prinzip der Organisation auch erst "konkrete Substanz".
Inwieweit mein Beitrag nun unsere Suche nach "Existenz" voranbringt, weiß ich selber nicht
;-)
.
Ich denke, wir müssen uns noch über verschiedene Grundbegriffe, und inwieweit wir diese benötigen, einigen.
Ich denke, wir sind einer Meinung: Für die "Schaffung von Existenz" müssen wir mit so wenig wie möglich auskommen.
Dieses "Wenige" müsste meiner Meinung nacham Ende nur ein
Prinzip sein, welches auf Kausalität, Zeit, Raum, Materie und Energie verzichten kann. All dies würde erst durch dieses "Prinzip" geschaffen werden, als logische Konsequenz.
Dürfte schwer werden....
Diese Welt gibt es nur, weil es Regeln gibt.