HAllo Irena,
war in der letzten Zeit sehr arbeitsam, daher meine späte Rückmeldung. Mit deinem "Dualismus" hattest du recht. Dass die Philosophie darauf nicht reagiert hat, kann man so und so sehen. Vielleicht die "Lehrstuhlphilosophie", also die an den Universitäten gelehrte Philosophie, weil sie die Rückkehr zur Ideenlehre Platons als Rückschritt empfand. Aber die großen Physiker haben ja selbst Philosophie betrieben.
In einer Einleitung zu einer Rede des Dalai Lama verweist Carl Friedrich von Weizsäcker (3. Absatz) auf Ernst Mach, der nicht nur Physiker, sondern auch Philosoph war und offenbar dem Buddhismus zuneigte. Er lehnte offenbar "Matiere" i.S. von "Substanz" ab. Hier der Link zur Einführung v. Weizsäckers (und der Rede des Dalai Lama)
http://www.tibet.de/tib/tibu/1994/tibu29/29philosop...
C.F:v. Weizsäcker sieht im Denken der modernen Physik, insbesondere der Quantentheorie, eine Annäherung an das buddhistische Denken. Der Buddhismus hat schon lange vor der modernen Physik existiert, dies bedarf vielleicht einer Hervorhebung. Damit ist möglicherweise deine Fragestellung falsch und müsste umgekehrt lauten: Warum brauchten die Wissenschaften im Westen so lange, um das, was der Buddhismus - natürlich nicht experimentell, sondern meditativ-intuitiv - schon seit langem wusste, zu bestätigen? Die Antwort, glaube ich , muss sein: Weil der Westen alle Kulturen, die keine Hochtechnologie entwickelt haben, belächelt, für rückständig hält und an allem zweifelt, was diese uns an Kultur(techniken) anzubieten haben (Schönes Beispiel, die Akupunktur: 5000 Jahre alt und nach 5000 im Westen, besser: in Deutschland, angekommen, will heißen von manchen Krankenkassen als Heilmethode anerkannt und bezahlt).
Aber natürlich hat auch der Westen reagiert, wenn auch nicht die etablierte Philosophie: Jean Gebser (der mehr als Kulturphänomenologe gilt) hat schon in den 50er Jahren mit "Urspung und Gegenwart" u.a. auch die moderne Physik und die Schlussfolgerungen für das Denken behandelt. Ja schon 1943 schrieb er " Abendländische Wandlung. Auf dem Weg zur Synthese. Abriß der Ergebnisse moderner Forschung in Physik, Biologie und Psychologie. Ihre Bedeutung für Gegenwart und Zukunft". (Ullstein Bücher 107)
Wener Heisenberg schrieb "Philosophie und Quantentheorie", hier der Link:
http://amor.rz.hu-berlin.de/~h0998dgh/philos/Texte/...
Und Jürgen Audretsch/Klaus Mainzer schrieben (bzw. gaben heraus): "Wieviele Leben hat Schrödingers Katze. Zur Physik und Philosophie der Quantenmechanik":
http://www.amazon.de/gp/reader/3860255940/ref=sib_d...
Der hatte, glaube ich, aber schon selbst die philosophischen Konsequenzen gezogen (in: "Geist und Materie")
Ein weiteres neues Werk zum Thema "Welle-Teilchen" von Michael Rudolf Luft ist hier zu finden:
http://www.ulrim.de/websystem/welleteilchenoder.html
Und hier noch eine kritische Auseinandersetzung mit der Philosophie und der Quantenphysik mit dem Titel "Sackgasse Quantenphysik"
http://www.inkultura-online.de/sallhof.htm
Ich hoffe, das hilft dir erst einmal weiter.
Gruß
Tomm