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Information

Thema erstellt von Zara.t. 
Beiträge: 1.851, Mitglied seit 17 Jahren
Ich glaube die heißeste Sache, auf die wir bisher gestossen sind heißt INFORMATION.
" Der Begriff der Information ist vermutlich das zentrale interdisziplinäre Brückenkonzept der modernen Wissenschaften ." ( H. Lyre, 2002 )
Meine Hoffnung ist, mit seiner Hilfe bisher so fremde Gebiete wie Quantentheorie, Bewußtsein, künstliche Intelligenz, Parapsychologie, Zeit... miteinander verbinden zu können. Mit der Hoffnung auf beträchtliche Synergien.
Information soll dabei eine grundlegende ontologische Rolle spielen. Die Struktur des Bewußtseins, der Materie und der Raum - Zeit sollen aus einer Theorie der Information ableitbar sein, wären also nur nachgeordnete Größen.
Fundamentale Größe ist die reine Information, ohne Trägermedium. Es ist bereits formal gelungen die Quantentheorie als Informationstheorie zu formulieren. Meines Erachtens ist dies die ihr angemessenste Formulierung.
Um zum Schluss noch einen Bezug zu unserem Thema Zeit aufzuzeigen, weise ich darauf hin, daß Information und Entropie identische Größen sind, wobei die Entropie vielleicht auf einen allgemeinen Zeitpfeil hinweist.
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Manu (Administrator) https://wasistzeit.de
Beiträge: 713, Mitglied seit 17 Jahren
Information könnte der Kern der Sache sein, eine Verbindung zwischen Quantentheorie, Bewusstsein, K.I., Zeit etc. Doch trägt diese Erkenntnis wirklich zum besseren Verständnis bei? Das ist die Frage, die ich mir dabei stelle, doch die Diskussion darüber halte ich schon für sehr interessant. Entropie weist auf den von Hawking sogenannten "thermodynamischen Zeitpfeil" hin.
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Gerhard
Materie mündet in Energie
Energie mündet in Information
Information mündet in Geist
Geist mündet in Gott
Hier geht's leider nicht weiter oder zum Glück.
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Beiträge: 1.360, Mitglied seit 17 Jahren
Wie wär's mit: "Gottseidank"?
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Es gibt keine Urknall-Singularität.
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Beiträge: 1.851, Mitglied seit 17 Jahren
Ist Information relativ ? Beobachterabhängig ? Nehmen wir mal als Beispiel eine Pekinger Tageszeitung. Sie enthält, für einen des Lesens kundigen Chinesen, jede Menge Information. Ich kenne leider nur 3 chinesische Schriftzeichen. Für mich ist der Informationsgehalt also gleich null. Unsere Reaktionen werden sehr verschieden sein. Auf mich hat die Zeitung keine Wirkung, der Chinese rennt vielleicht so schnell er kann ins nächste Kaufhaus, um das in der Zeitung beschriebene Sonderangebot noch zu ergattern.

1. Information ist nur das, was verstanden wird
2. Information ist nur, was Information erzeugt
3. Jede Information verändert den Empfänger

Damit habe ich mich natürlich vom klassischen Informationsbegriff Shannons verabschiedet.

Noch ne Fage zu guter Letzt : Ist reine Information, ohne Trägermedium überhaupt denkbar ?
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Luna
Unsinn, sorry, muß mich da mal einmischen ;-)
Information ist auch dann existent, wenn niemand existiert, um sie zu verstehen. Das Universum ist nicht auf uns angewiesen, ...lach, es würde auch dann noch existieren, wenn wir untergehen würden, und da jedes kleinste existierende Teil auf mindestens eine Information angewiesen ist, nämlich seinen eigenen Bauplan, steckt selbst im kleinsten Teilchen zumindest diese Info über das eigene Grundkonzept. Interessanter ist nach wie vor, ob und was Information im Universum weitergibt. Nein, so gesehen ist Information ohne Trägermedium nicht möglich. Man könnte allerdings auch von einer anderen Warte aus komplett auf Übertragungstheorien verzichten, wenn man annähme, daß jedes noch so kleine Teilchen die Information des gesamten Universums in sich trägt und das bedeutet dann, es würde Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ebenfalls bereits in sich tragen. Von dieser Warte aus betrachten es die Religionen im Prinzip, wenn man mal zwischen den Zeilen liest. Wir sind Gott, Gott ist in uns, jeder ist vollkommen. So oder so ähnlich. Hieße Gott ist alle existente Information, das Allumfassende. Was macht in uns klick und öffnet die Schleusen zu dieser in uns bereits enthaltenen Information? In der Psychologie spricht man von Unter-, Überbewußtsein und Bewußtsein, beschreibt den Mechanismus als Verdrängung und hat die Theorie aufgestellt, daß der Mensch nur die Informationen ins Bewußtsein dringen läßt, die er zu akzeptieren fähig ist. Ich vermute in meiner jugendlichen Einfalt :-) daß tatsächlich alle Information überall und in allem vorhanden ist und es gar keinem übertrageneden Trägermedium bedarf ( wenn in jeder Antimaterie z.B. alle Info wäre, wäre automatisch jede Info überall ). Tatsächlich hören wir ja auch nicht die Hundepfeife, aber ihr Ton ist deshalb trotzdem vorhanden, wir sehen ohne Mikroskop die kleinsten Teilchen nicht, aber das bedeutet nicht, daß sie so lange verschwinden, solange wir sie nicht sehen. Für uns ist nur interessant, wie wir uns die Sicht auf diese Dinge zugänglich machen, was sozusagen den Schalter des Bewußtseins umlegt in uns oder welche technischen Geräte wir benötigen, um wahrzunehmen. Der Mensch ist schon ein armes unterentwickeltes Etwas, daß er sich überhaupt mit so etwas herumschlagen muß :-)

Allenfalls die Auswirkung von einer Information kann beobachterabhängig sein. Aber vermutlich wirken sich dennoch 99% aller Informationen auch ohne bewußtest Beobachten und Entscheiden im Weltall einfach aus. Ich glaube kaum, daß eine Supernova vorher entscheidet, ob sie jetzt oder später mal kurz die Planeten in ihrem Umkreis beeinflußt. Trotzdem trägt sie sicher den Zeitpunkt ihres Ereignisses abhängig von dem, wie sich alles um sie her entwickelt, in sich. Information ist also immer umgebungsabhängig und möglicherweise gilt das auch für die Möglichkeit der Wahrnehmung, oder? Vielleicht wird sie für uns nur sichtbar und erfaßbar, wenn wir unsere Umgebung bzw. Welt auf eine bestimmte Frequenz einstimmen, so wie man beim Radio erst den Sender einstellen muß, um empfangen zu können. Entschuldigt meine unsortierten Gedankengänge bitte :-)
Alles Gute
Luna
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Beiträge: 169, Mitglied seit 17 Jahren
Informationen sind und bleiben auch nur Energie Nur werden sie unterschiedlich wahrgenommen ,so dass man glaubt es ist etwas anderes.Selbst der reine Gedanke ist nichts weiteres als Energie! Der "Geist" in uns ,alles Energie! "Gott" oder Ähnliches -Energie! Information braucht kein "Trägermedium" ,da die Information und das "Trägermedium" Energie ist! Jedoch braucht Energie Raum und da Raum =Zeit ist ,braucht sie Zeit!
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Beiträge: 1.851, Mitglied seit 17 Jahren
Hi Luna,
ewas das grundsätzlich niemand verstehen kann würdest du Information nennen ?

In gewisser Weise ist es sogar physikalisch korrekt zu sagen, dass die Elementarteilchen alle Information über das Universum in sich tragen. Mir gefällt diese Aussage aber nicht wirklich. Streng genommen gibt es keine Elementarteilchen. Das ist nur ein Modell mit begrentztem Anwendungsbereich. Ich will auch Information nicht grundsätzlicheinen Ort in der Raum-Zeit zuordnen. I. ist wahrscheinlich eine nicht lokale Größe. Bewußtsein auch.

Die Auswirkung, die eine Information hat : Was unterscheidet eine I. mit grosser von einer I. mit kleiner Wirkung ? Gibt es I. ohne Wirkung ?

Wirkung ist eine ganz zentrale Größe in der Physik. Z.B. das Plancksche Wirkungsquantum.
Ihre Dimension ist Energie x Zeit.
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Beiträge: 726, Mitglied seit 17 Jahren
Vorsicht! In der Physik gibt es zwei Bedeutungen von "Wirkung", die nichts miteinander zu tun haben (und im Englischen uinterschiedliche Namen haben):

1. Ursache und Wirkung (engl. cause and effect): Wirkung im Sinne von Kausalität; Auswirkung. Diese Wirkung hat keine Dimension.

2. Wirkung als Integral L dt (engl. action), wobei L die Lagrangefunktion (bei Newtonscher Physik: kinetsiche minus potentielle Energie) ist: Dies ist eine physikalische Größe, die mit einer klassischen Trajektorie verbunden ist. Insbesondere ist es eine Größe, die nicht einer bestimmten Zeit zugeordnet werden kann (die Trajektorie wird ja über einen bestimmten Zeitraum durchlaufen, nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt). Diese Größe ist beim Prinzip der extremalen Wirkung und beim Planckschen Wirkungsquantum gemeint. Und deren Dimension ist Energie×Zeit.

Wirkung (1) und Wirkung (2) sind völlig verschiedene Konzepte.
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Beiträge: 1.851, Mitglied seit 17 Jahren
Guten Morgen Timeout,
natürlich hast du mit deiner Warnung recht. Aber ohne das jetzt klar durchdacht zu haben würd ich sagen, völlig verschieden sind die Konzepte nicht.
Wirkung (1) ist dem heuristischen Ursache - Wirkungsprinzip entnommen und ist keine messbare physikalische Größe.
Wirkung (2) ist die "wirklich" interessante Größe ( Energie x Zeit ), die uns gleich am Anfang der Quantenmechanik als Wirkungsquantum begegnet,die aber im "principal of least action" ( so hab ich's gelernt ) in vielen physikalischen Theorien sehr "wirkungsvoll" eingesetzt werden kann.

Gemeinsam ist beiden, daß sie etwas mit der zeitlichen Entwicklung eines Systems zu tun haben. Zeit und Wirkung, diesen Zusammenhang hab ich noch nicht verstanden. Kennst du ein plausibles Argument, warum die Natur die Wirkung minimiert ?
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Beiträge: 1.360, Mitglied seit 17 Jahren
Hallo, ihr Informatiker. Zeit für eine Zwischenbilanz. Was habe ich inzwischen ge-lernt?
Information ist KEINE ENERGIE, denn auch ABWESENHEIT von Information ist eine Information. Zum Beispiel ist es eine wichtige Information, daß mein Fuß eingeschlafen ist, wenn er nicht mehr zu spüren ist

Information ist JEDES SIGNAL, das mit unseren eigenen Sinnen oder mit dazwischengeschalteten, technischen Hilfs-Sinnen wahrgenommen werden kann. Ob das nun eine kitzelnde Feder oder ein derber Faustschlag ist – jede Information besagt zuerst einmal: „Hier bin ich, ich bin da, ich existiere“. Ob noch weitere, zusätzliche Information dahinter steckt, ist eine andere Sache.

Das Universum ist VOLL von Information enthaltenden Signalen aller Art, ob wir sie nun VERSTEHEN ODER NICHT.
Information bleibt Information, ob sie nun chinesisch, Suaheli, oder deutsch ist.
Information steckt in den Rundfunksignalen (Musik, Nachrichtensendungen) und in der unregelmäßigen (Neutronensterne ausgenommen) kosmischen Strahlung (Supernova).
Es ist richtig, daß der Mensch einer Information einen Sinn zuordnet, doch die Information existiert zunächst einmal SINNLOS und auch völlig unabhängig von Bewusstsein/Lebewesen.
Wir Menschen machen aus einem Signal eine für uns sinnvolle, verstehbare Information.

Information kann verschiedenartig GESPEICHERT WERDEN. Ob das nun durch die Anordnung von winzigen Magnetpartikeln (Diskette), Vertiefungen (CD-ROM) oder verschiedene andere Materialien (Farbe auf Papier oder Hauswand, Steinanordnung am Strand einer Insel) geschieht, hat keinen Einfluss auf die eigentliche Information. Schon heute gibt es viele nicht mehr sofort lesbare Informationen, weil wir keine Lesegeräte mehr für die veralteten Aufzeichnungsmedien haben.
Information muß aber in geeigneter Weise ÜBERSETZT werden, damit wir sie verstandesmäßig verstehen (Sprache, Ultraschall in tiefere Töne umwandeln, Sonarsignale oder kosmische Strahlung in Bilder umwandeln).

Information kann sowohl kurzzeitig (Handyklingeln), als auch dauerhaft sein (Meeresrauschen).
Information kann sowohl abhängig –, als auch unabhängig vom Zeitablauf sein. Morsesignale benötigen zwingend entweder kurze oder lange Signale. Hieroglyphen der Ägypter oder Maya sind erkennbar, so lange die Steine nicht zerfallen, in die sie gemeißelt sind.
Das heißt, Information ist vergänglich (egal ob nun aktiv oder ruhend).
Das heißt, Information ist an Materie (bzw. Strahlung) gebunden. Frei herumschwirrende, virtuelle Information ohne Trägermedium ist nur eine Gedankenspielerei.

Ist nun doch etwas lang geworden, diese Bilanz. Hab´ ich wichtige Informationen vergessen?
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Es gibt keine Urknall-Singularität.
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Beiträge: 726, Mitglied seit 17 Jahren
@zara.t.: Der entscheidende Unterschied zwischen "effect" und "action" ist, daß sich ersteres auf ein Ereignis, letzteres auf eine Trajektorie bezieht.

Was das Prinzi der minimalen Wirkung (bzw. allgemeiner der extremalen Wirkung; meist handelt es sich um ein Minimum, aber manchmal auch nur um einen Sattelpunkt) angeht, so kann man dieses Prinzip mit Hilfe der Quantenmechanik verstehen.

Die klassische Wirkung ist im wesentlichen die Phase der Wellenfunktion. Betrachtet man nun die Quantenmechanik in der Feynmanschen Phasenintegral-Formulierung, so beobachtet man, daß sich die Phasen der verschiedenen möglichen Trajektorien ziemlich wild verändern, so daß sie sich letztlich alle mehr oder weniger herausmitteln. Wo die Wirkung - und damit die Phase - stationär (extremal) wird, hat man jedoch viele sehr ähnliche Trajektorien mit extrem ähnlichen Phasen (genau das bedeutet ja stationär; die Extremalbedingung ist bekanntlich, daß die erste Ableitung - also die Änderung - im fraglichen Punkt gleich 0 ist). Diese Trajektorien mit fast gleichen Phasen überlagern sich somit konstruktiv, so daß die Wahrscheinlichkeit, ein Objekt sehr nahe an der extremalen Trajektorie zu finden, sehr hoch ist. Somit kann man das Objekt in mehr oder weniger guter Näherung beschreiben als eines, das sich entlang dieser extremalen Trajektorie bewegt. Je besser diese stationary phase approximation funktioniert, um so "klassischer" ist das System.

@Bernhard Kletzenbauer: Der wesentliche Punkt ist m.E.: Information beruht auf der Möglichkeit, daß es auch anders sein könnte. Die Existenz von Raum an einer bestimmten Stelle ist in unserem Universum keine Information, weil es in unserem Universum keine "raumlosen Gebiete" gibt. Die Existenz von Materie an einer bestimmten Stelle ist Information, weil an dieser Stelle auch genausogut keine Materie sein könnte. Umgekehrt ist die Abwesenheit von Materie an einer Stelle Information, weil dort Materie sein könnte. Die Abwesenheit von Floxiron (ein Etwas, das es in unserem Universum nicht gibt - in der Tat habe ich es gerade erst erfunden :-)) ist hingegen keine Information, weil es prinzipiell nicht möglich wäre, daß sich dort Floxiron befindet.

Das heißt, Information ist gewissermaßen keine Eigenschaft des vorliegenen Zustands, sondern eine Eigenschaft der nicht realisierten Möglichkeiten. Je wahrscheinlicher der nicht vorhandene Zustand (je unwahrscheinlicher also der tatsächlich vorliegende Zustand) ist, desto höher ist die Information.

In der Tat enthält eine zufällige Zeichenfolge mehr Information als ein normaler Text. Wer dies nicht glaubt, der versuche zunächst einmal die Zeichenfolge

Ein kleines grünes Ungeheuer sitzt unter einem Baum.

auswendig zu lernen, und dann die Zeichenfolge

Trx tptasd ölopqw PsuiqÄlmW Pitxy iheax üastt Giar.

Die zweite Zeichenfolge ist wesentlich schwerer zu lernen, weil wir uns viel mehr Information merken müssen. Nur daß wir mit dieser Information nichts anfangen können - die Menge der verwertbaren Information (also Information, aus der wir mittels unseres Wissens weitere Information ableiten können - z.B. die Vorstellung eines kleinen grünen Ungeheuers, wie es unter einem Baum sitzt) ist im ersten Satz klar größer.
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Beiträge: 1.851, Mitglied seit 17 Jahren
Laut meiner obigen Definition enthält die zweite Zeichenfolge keine Information. Sie wird nicht verstanden, erzeugt keine neue I. , und verändert nicht den Empfänger. Laut Shannon enthält sie natürlich eine ganze Menge I. ( leicht zu berechnen wieviel ) Die Shannonsche I. beschreibt aber eigentlich nur die Möglichkeit von I. Das shannonsche Informationsmaß gibt an wieviel I. die zweite Zeichenfolge enthalten KÖNNTE. Shannon ging's nur darum, Informationskanäle zu optimieren. Sein Informationsbegriff ist ein rein syntaktischer. I. muß doch aber sowas wie Bedeutung beinhalten, muß also auf syntaktischer und semantischer Ebene operieren. Der semantische Gehalt der zweiten Zeichenfolge ist aber null. Sie hat keine Bedeutung, für niemanden, nicht mal für Timeout. Oder doch ?

Der Begriff der reinen I. ohne Trägermedium hat den von mir erhofften Widerstand hervorgerufen. Ich möchte da noch ein wenig mehr Öl ins Feuer gießen.
Behauptung : Genauso wie ich berechtigt bin zu postulieren, es gäbe reine Materie, ohne daß diese eines Trägermediums bedüfte ( welches z.B. das Bewußtsein sein könnte ), bin ich doch auch berechtigt zu postulieren, es gäbe reine I. Information an sich. Das wäre die axiomatische Vorgehensweise. Das grundlegende Konzept aus dem sich alles weitere ( Materie, Raum-Zeit, Bewußtsein... ) ableiten lassen sollte wäre I..
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Beiträge: 726, Mitglied seit 17 Jahren
Postulieren kannst Du natürlich.

Beim Begriff "Trägermedium" wird jedoch stets impliziert, daß eines (das Trägermedium) fundamentaler sei als das andere (das "Getragene"). Und ich bin persönlich nicht der Ansicht, daß das der richtige Ansatz ist. Materie ist m.E. nicht fundamentaler als Information, und Information ist nicht fundamentaler als Materie. Vielmehr handelt es sich um verschiedene Aspekte ein- und derselben Sache.

Was ist fundamentaler am Wasserstoff-Atom - Proton und Elektron, oder der Bindungszustand? Ein Proton und ein Elektron sinf zusammen noch kein Wasserstoffatom, sondern nur eben ein Proton und ein Elektron. Auf der anderen Seite existierte der Bindungszustand nicht, wenn da kein Elektron und kein Proton wäre, die den Bindungszustand eingehen.

Anderes Beispiel: Wenn Du Musik hörst, dann nimmst Du in Wahrheit Luftdruckschwankungen auf, die Dein Ohr erreichen und Dein Trommelfell bewegen. Aber was ist nun das fundamentale - die Luft, oder die Druckschwankungen? Ich meine, keins von beiden: Ohne die Luft gäbe es keine Druckschwankungen (man könnte sie natürlich durch ein anderes Gas ersetzen), aber Luft alleine macht noch keinen Ton.

Dennoch halte ich nichts von Vorstellungen, daß Materie und Information unabhängig voneinander existieren und irgendwie wechselwirken. Vielmehr sind es zwei Aspekte ein- und derselben Sache. Sie lassen sich genausowenig voneinander trennen wie Höhe und Lautstärke eines Tons: Man kann beide Aspekte getrennt betrachten und variieren, und dennoch kann das eine nicht ohne das andere sein: Ich kann keinen Ton einer bestimmten Höhe spielen, ohne daß er auch eine bestimmte Lautstärke hat, und umgekehrt.

Was die Information der zweiten Zeichenkette angeht: Wenn sie keine enthielte, dann hättest Du sie nicht wahrnehmen können. Und in der Tat hat sie Dich verändert - nicht stark, aber zumindest insoweit, als Du ihre Existenz und die Tatsache ihrer Unverständlichkeit zur Kenntnis genommen und sogar kommentiert hast (indem Du erklärt hast, daß sie für Dich keine Information enthielte, was Du bestimmt nicht getan hättest, wenn Du sie nicht gesehen hättest). Die Zeichenkette hat so immerhin einen ganzen Absatz an neuer Information erzeugt (nämlich den Absatz, in dem Du beschreibst, warum Du meinst, daß die Zeichenkette keine Information enthielte).

Und wie gesagt, versuche, sie auswendig zu lernen, und Du wirst feststellen, wieviel Information sie enthält (die Information ist das, was Du lernen mußt!).
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Luna
Liebe/r Zara,

ich wollte nicht damit ausdrücken, daß etwas Information sei, das niemand versteht. Ich denke, daß Informationen auch von Dingen aufgenommen werden, die über so etwas wie Verstand nicht verfügen.

Lieber Bernhard,

ich stimme dir in allem hundertprozentig zu. Freut mich zu lesen, daß ich zumindest nicht völlig alleine mit meiner Einschätzung dastehe.

Liebe Grüße
Luna
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Beiträge: 1.360, Mitglied seit 17 Jahren
@ zara.t:
"I. muß doch aber sowas wie Bedeutung beinhalten"

Nö, Information kann völlig sinnlos sein.
Trx tptasd ölopqw PsuiqÄlmW Pitxy iheax üastt Giar.

@ Timeout:
"Wenn Du Musik hörst, ... was ist nun das fundamentale - die Luft, oder die Druckschwankungen?"

Bei Musik ist das Fundamentale die Melodie, die Komposition, die Information, welche unsere Seele berührt.

@ Luna:
"...ich stimme dir in allem hundertprozentig zu."

Freut mich, das zu lesen! :-)
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Es gibt keine Urknall-Singularität.
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Beiträge: 1.851, Mitglied seit 17 Jahren
@ Timeout :
Auf die zweite Zeichenkette konnte ich nur reagieren, weil du sie dankenswerterweise in sinnvolle I. eingebettet hast. Sonst hätte ich nur die I. "sinnlose Zeichenkette" erhalten.
Ich halte die Luft für fundamentaler als in ihr herrschende Druckschwankungen. Wenn ich über Luft genügend weiss, ( chemische Zusammensetzung, Druck, spez Gewicht, Viskosität... ) kann ich ihre Schwingungsmuster berechnen. Aus der statischen Kenntniss der Luft folgen ihre Schwingungseigenschaften. Umgekehrt geht das nicht. Beim Wasserstoffatom wage ich kein Urteil. Trotzdem kann ich mich auch problemlos in beiden Fällen deiner Meinung anschließen.
Genauso verhält es sich auch mit der I. Ich behaupte ja nicht I. wäre "an sich" fundamentaler, sondern will nur mal ausprobieren, wie weit man damit kommt, I. als das fundamentale Prinzip zu postulieren. Ich könnte mir vorstellen, dass es hilft folgende Probleme besser zu verstehen .
1. quantenmechanischer Messprozess
2. Parapsychologie
3. Bewußtsein
4. Evolution ( Zeit )

Sehr gewagt ist es sicher sich I. als reine I. ohne Trägermedium vorzustellen. Aber vielleicht ist folgendes hilfreich : Die schrödingersche Wellenfunktion ist doch sowas wie ein Informationskatalog. ( es handelt sich um potentielle I. ) Hat diese I. ein Trägermedium. Gibt es auf diese Frage eine Antwort jenseits der Vielweltentheorie ?

@ Luna :
Information aufnehmen kann nur der Verstand. Aber ich denke Verstand ist ein viel allgemeineres Prinzip, als man bisher dachte. Sicher können Bäume I. aufnehmen, manche Baumarten sind untereinander sogar zur Kommunikation fähig.
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Beiträge: 169, Mitglied seit 17 Jahren
Und nochmal ,Information ist Energie ,nur ihr diffiniert diese Energie als Information.Verstanden?
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Luna
Liebe/r Zara,

Zitat:"Informationen aufnehmen kann nur der Verstand"

deine Ansicht, daß nur der Verstand Informationen aufnehmen kann und Bäume über so etwas wie Verstand verfügen sollen, falls sie dann fähig sind Information aufzunehmen, halte ich, mit Verlaub, für eine typisch menschliche eingeengte Sichtweise. Man kann einfach nicht immer nur von sich auf alles andere schließen. Diese Form der Egozentriertheit liegt mir fern. Und ich denke, daß es andere Medien gibt, die Information ebenso aufnehmen, speichern und abgeben können, oder hältst du Computer für verstandesbegabt? Auch sie sind fähig in sie eingegebene Daten zu bewahren und benutzen oder wie siehst du das? Sicher es steht ein Mensch dahinter, der den Pc erst programmieren muß, aber wer programmiert dann bitte das Erbgut des Baumes. Der Baum ist nicht auf den Verstand eines Menschen angewiesen. Es dürfte ihm auch ziemlich egal sein, ob ein Mensch ihn beobachtet, versteht oder mit ihm spricht. Möglicherweise könnte er diese Information nicht einmal verarbeiten, reagiert aber durchaus auf Licht, Wärme und Wasser. Ohne Information könnte er wahrscheinlich Wasser nicht von Beton unterscheiden. Und auf Beton wächst selten ein Baum, wenn seine Wurzeln nicht darunter Erde erreichen. Der Baum ist aber abhängig von Erde, Wasser, Licht und bestimmten Temperaturen. Schon das ist jede Menge Info, die er in sich trägt. Verstand wird vom Menschen durch Gehirntätigkeit definiert, wenn ich mich jetzt nicht zu lax ausdrücke. Wenn du einen Baum fällst wirst du alles mögliche vom Borkenkäfer bis zum Holz finden, aber sicher keine Gehirnmasse. Ich muß da jetzt mal pingelig sein, sorry. Aber das besagt ja eben, wie ich das schon erwähnte, nicht, daß er nicht mit anderen Mitteln fähig ist Informationen aufzunehmen und abzugeben.

Und Bernhard deinen Satz würde ich ganz leicht differenzieren: Informationen können für bestimmte Personen, Dinge, usw. sinnlos erscheinen, bzw. gar nicht für sie von Nutzen sein, bzw. gar nicht ihnen zugedacht sein.
Was hältst du von dieser Formulierung?
Gänzlich sinnlos in sich ist Information sicherlich nie.

Liebe Grüße
Luna
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Luna
Und um fortlaufenden Mißverständnissen vorzubeugen: Ich differenziere zwischen Aufnehmen + Verwerten einer Info und Verstehen einer Info. Verstehen setzt Verstand voraus, darum dieses Wort. Es wird vom Verstand abgeleitet.
Aufnehmen ...hm..ein Photon, das durch die Erde hindurchzischt, wird kurzzeitig von den Atomen der Erde aufgenommen, bevor es wieder austritt, es könnte dabei durchaus mit den Atomen sozusagen kommunizieren und Informationen aufnehmen oder abgeben. Als physikalisches Beispiel fällt mir gerade nichts besseres ein, sicher hinkt der Vergleich jetzt, weil ich kein Fachmann bin.
Ich könnte auch anders versuchen zu erklären, was ich meine: Der Baum nimmt Kohlendyoxid auf aus der Luft und verwandelt ihn in Sauerstoff, hätte er keine Info, was er mit dem Zeug anfangen soll und wäre nicht dazu in der Lage, hätten wir wahrscheinlich von heute auf morgen das komplette Baumsterben. Ok ich hab heute keine besseren Formulierungen, sorry. Ich hoffe es versteht trotzdem jemand worauf ich hinaus wollte. Danke
Luna
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