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Was ist Bewußtsein ?

Thema erstellt von Zara.t. 
Beiträge: 1.851, Mitglied seit 14 Jahren
Hallo irena,
zu meinem Satz: Gedanken meine ich im Griff zu haben, die Wahrnehmung von realen Dingen nicht.

hast du geantwortet:

"Ich denke, hier irrst du sich. Deine Gedanken hast du nicht in Griff. Deine Gedanken sind DU. Du kannst (vielleicht) deine Handlungen in Griff zu haben, nicht aber Gedanken."

Da bin ich ganz deiner Meinung. Deshalb schrieb ich auch nicht: "Gedanken hab ich im Griff", sondern "Gedanken meine ich im Griff zu haben."


zum Thema Qualia:


Aus wikipedia:

Unter „Qualia“ wird der subjektive Erlebnisgehalt mentaler Zustände verstanden. Doch gerade ein solches subjektives Element scheint sich jeder intersubjektiven Begriffsbestimmung zu widersetzen. Der Philosoph Thomas Nagel hat zur Bestimmung der Qualia die Redeweise geprägt, dass es sich „auf eine bestimmte Weise anfühlt“, in einem mentalen Zustand zu sein (what is it like). Wenn eine Person etwa friert, so hat dies in der Regel verschiedene Konsequenzen. In der Person laufen etwa verschiedene neuronale Prozesse ab und die Person wird ein bestimmtes Verhalten zeigen. Doch das ist nicht alles: „Es fühlt sich für die Person auch auf eine bestimmte Weise an“, zu frieren. Allerdings kann Nagels Bestimmungsversuch nicht als allgemeine Definition gelten. Eine Bestimmung von Qualia durch die Phrase „sich auf bestimmte Weise anfühlen“, setzt voraus, dass diese Phrase schon verstanden ist. Wem jedoch die Rede von subjektiven Erlebnisgehalten nicht einleuchtet, der wird die Phrase auch nicht verstehen. Ned Block hat das Problem der Begriffsbestimmung daher wie folgt kommentiert:

„Sie fragen: Was ist das, was Philosophen ‚qualitative Zustände‘ genannt haben? Und ich antworte, nur halb im Scherz: Wie Louis Armstrong schon sagte, als man ihn fragte, was Jazz sei: Wenn du erst fragen musst, wirst du es nie verstehen.“

Die Probleme, die bei der Bestimmung von Qualia auftreten, haben einige Philosophen dazu geführt, ihre Existenz gänzlich zu verneinen. Daniel Dennett, Patricia und Paul Churchland vertreten etwa einen solchen Qualiaeliminativismus (s.u.). Von der Mehrheit der Philosophen und auch Naturwissenschaftler wird diese Position jedoch abgelehnt. Die Existenz eines subjektiven Erlebnisgehaltes scheint ihnen unbestreitbar. Ansgar Beckermann kommentiert etwa:

„Und wenn jemand sagt, er wisse trotzdem nicht, worin der qualitative Charakter etwa eines Geschmacksurteils bestehe, können wir diesem Unverständnis so begegnen: Wir geben ihm einen Schluck Wein zu trinken, lassen ihn danach ein Pfefferminzbonbon lutschen und geben ihm dann noch einen Schluck desselben Weins mit der Bemerkung: Das, was sich jetzt geändert hat, das ist der qualitative Charakter deines Geschmacksurteils.

– Ansgar Beckermann: Analytische Einführung in die Philosophie des Geistes.[4]


Wenn wir die Frage untersuchen, woraus wir die Welt modellhaft aufbauen wollen, sollten wir uns von Occhams Sparsamkeitsprinzip leiten lassen. Auch als Occhams Rasiermesser bekannt.
Soviel Grundannahmen wie nötig, sowenig wie möglich, um nicht das zu Erklärende zu verlieren.
Was wollen wir, ja was müssen wir erklären?

Die Qualia! Unsere je eigene, phänomenale Welt.

Brauchen wir dazu eine Verdoppelung der Entitäten, indem wir eine Innen und eine Außenwelt postulieren?

Beitrag zuletzt bearbeitet von Zara.t. am 25.05.2008 um 17:13 Uhr.
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Beiträge: 2.061, Mitglied seit 13 Jahren
Zitat:
... was müssen wir erklären? Die Qualia! Unsere je eigene, phänomenale Welt.

Nicht nur! Wir müssen auch erklären, wie das zuvor Gesagte zustande kommt:
Zitat:
"Reale Dinge" können von allen wahrgenommen werden. Ich kann mich gegen diese Wahrnehmung auch gar nicht wehren... Gedanken meine ich im Griff zu haben, die Wahrnehmung von realen Dingen nicht.

Was sind Gedanken für mich? Ein Informationsvorsprung vor den anderen. Irgendwie kann ich sogar - was mich selbst angeht - in meine Zukunft schauen. Ok, ok - nicht in die absolut faktische Zukunft, aber immerhin doch in eine sehr wahrscheinliche:

Keiner weiß z.B., dass ich morgen etwas bestimmtes vorhabe. Nur ich weiß es. Für alle anderen sind die Möglichkeiten, was ich tun werde, im Überlagerungszustand. Für die anderen ist das, was ich tun werde, zufällig, weil sie meine Gedanken nicht kennen und auch keinen Algorithmus haben, nach dem sie meine Gedanken berechnen können. Nur für mich ist das, was ich morgen tun werde ziemlich klar vorhersehbar! Was die anderen Zufall nennen, nenne ich meinen Willen.
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Stellst sich einfach die Frage: woher diese Sinnenreize kommen? Bist du so kreativ, dass ständig erfindest es? Jeder von uns kreiert eine Geschichte. Man braucht aber erst den Stoff, aus den man formen kann. Wie stellst du es vor? DU - nicht die zahlreiche Philosophen, die haben hunderttausend Bücher zum Thema geschrieben. Lesen den Philosophen ist nicht das gleiche, wie Philosophie selbst zu betreiben. Unterschied ist wie zwischen Künstler und Kunstkritiker.
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Beiträge: 1.328, Mitglied seit 12 Jahren
@Claus:
Zitat:
Keiner weiß z.B., dass ich morgen etwas bestimmtes vorhabe. Nur ich weiß es. Für alle anderen sind die Möglichkeiten, was ich tun werde, im Überlagerungszustand.
Ich denke, du befindest in einem Überlagerungszustand der Möglichkeiten nicht darum, dass andere wissen es nicht. Du selbst weiß nur mit bestimmte Wahrscheinlichkeit was du wirst tun. Du kann plötzlich krank werden, du kannst ein Unfall haben, du kannst andere Anregungen bekommen und ändern dein Plan. Die Anregungen müssen nicht von aussen kommen. Dein unvorsehbares Gedankenweg kann auf etwas anstoßen, das dein Plan ändert.

Zitat:
Was die anderen Zufall nennen, nenne ich meinen Willen.
Du verstehst ein Zufall die Tatsache, dass andere wissen nicht deine Gedanken. Weiß du was du in nächste Stunde denken wirst? Machen wir nicht ständig Korrekturen unseres Wissens, unserer Erfahrung, die in eine Stunde kann völlig anders sein. Man gesteht vorher fehlerhaft zu denken und ändert es. Oder auch nicht... Kannst du es alles vorsehen? Nein, weil es gibt immer Ungewissheit für die Zukunft, mehr oder weniger.

Eigentlich allgemein - denke ich - nennt man Zufall die Tatsache, dass du selbst nur mit bestimmte Wahrscheinlichkeit realisierst die Möglichkeiten aus deinem Überlagerungszustand (Erklärung oben).

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Beiträge: 1.851, Mitglied seit 14 Jahren
ich schrieb: ... was müssen wir erklären? Die Qualia! Unsere je eigene, phänomenale Welt.

da war ich vielleicht etwas voreilig. So unkommentiert kann ich das nicht stehen lassen.
Mach ich morgen oder übermorgen.
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Beiträge: 2.061, Mitglied seit 13 Jahren
Hallo Irena,

Du hast den Einwand: "Du selbst weiß nur mit bestimmte Wahrscheinlichkeit was du wirst tun."

Ja, genau das hatte ich auch so dargestellt, als ich sagte: Ok, ok - nicht in die absolut faktische Zukunft, aber immerhin doch in eine sehr wahrscheinliche.

Also: Immerhin! Ich weiß mehr über meine Zukunft, als andere.

Je unfreier ich bin, umso berechenbarer für meine Umwelt. Je freier ich meine Entscheidung treffe, desto zufälliger für die anderen. Hier passt nochmal mein "Experiment" aus Beitrag-Nr. 1071-10 ganz gut:

In diesem Versuch sollst jeweils du entscheiden, ob du deinen linken oder deinen rechten Arm bewegen wirst und mit dir soll eine andere Person kurz vorher raten, was jeweils geschehen wird. Du bist dann diejenige, die immer richtig raten wird. Dein ratendes Gegenüber wird nur in der Hälfte der Fälle richtig raten.

Ich finde das bemerkenswert. Denn die Wahrnehmung derselben Situation ist für beide Teilnehmer sehr verschieden: Während du dir ziemlich sicher bist, was geschehen wird (sofern dir der Himmel nicht auf den Kopf fällt), bin ich mir ziemlich unsicher.
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Beiträge: 1.328, Mitglied seit 12 Jahren
HAllo Claus,

dein Experiment ähnelt sehr den Experiment mit dem Butterbrot: zu welche Seite er auf dieBoden fällt. Nur das "Butterbrot" weiß vorher Bescheid. Mit Menschen ist doch etwas komplizierter. Um so mehr ich kenne dich, um so mehr ich selbst aufmerksam bin und versiert im Lesen der Körpersprache - um so mehr steigt die Wahrscheinlichkeit meiner Voraussage deiner Handlungen. Bemerkenswerte Weise die Wahrscheinlichkeit der Voraussage steigt mit der Komplexität deiner Handlung. Wenn ich über die Hand nur mit 50% Erfolg raten kann, in Fall der Voraussage, welches Essen du wirst auswählen, wenn wird Spaghetti oder chinesische Reispfanne angeboten, kann Wahrscheinlichkeit der Voraussage bis zu 100% steigen, wenn ich dein Geschmack kenne.

Du scheinst sehr beschäftigt sein mit den Themen: Wille, freie Wille. Was ist der Wille? Ich bin übergiwichtig und will abnehmen - es ist meine Wille. Aber ich mag auch Schokolade - ich will es. Ist nicht hier äussert sich der Freiraum für die Wille? Ich kann entscheiden. Ist es aber wirklich so?
Was ist viel wichtiger zu verstehen ist, ist die Tatsache, dass, wenn man zu einer Überzeugung käme, dass es man keinen Einflüß auf letzendliche Entscheidung (z.B. Schönheit und Gesundheit oder Schokolade) hat -es beeinflüßt eine Entscheidung. MAn braucht die Überzeugung zu freien Handeln um frei handeln zu können. . Deswegen finde ich sogar gefährlich Theorien, die versuchen den Menschen als MArioneten darstellen. Damit machen sie den Menschen zu Marionetten!.
Merkwürdige Weise hier gibt es ein PAradox: wenn ich auch für die freie Wille entscheide, sehe ich wie abhängig man von der Umwelt ist. Die Umwelt erzieht uns. Hier sind wir nicht frei. Das Rechsystem benutzt es schon längst in der Praxis. Die schwere Bedingungen in Kindheit beeinflußen den Urteil.

Ich denke, das der Begriff "freier Wille" irrerführend ist. Erst, was ist der Wille? Wie ich hatte oben geschildert, beide sind Willen, sowohl Abnehmen als Schokolade essen. Wo hier die Freiheit liegt? - das ich zwischen mehreren Willen wählen kann? - oder das ich vernunftige Wahl treffe? - sind nicht vernunftige Wahl uns meist von aussen, von der kulturellen Umwelt "erzwungen" und damit eigentlich die Freiheit geraubt? In Krieg, in Ausnahmezustand nicht wenige Menschen opfern sich um andere zu retten, weil sie haben keine Wahl. Sie können nicht anders, das weitere Leben mit dem Verstoß ihre moralischen Grundeinstellungen ist ihnen nicht möglich. WArum ein mal diese Art der Fanatismus wir feiern asl heldenhaft, anderes mal beschimpfen als Terrorismus? Beiden haben im Grunde gleichen Wurzeln: Glaube, Überzeugung in der Richtigkeit eigener HAndlung, beide sind aus der kulturellen Umwelt entstanden.

mfg
Irena
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Ja, das denke ich auch.
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Hallo Zara.t.,
Zara.t. schrieb in Beitrag Nr. 117-666:
In den meisten Interpretationen der Quth. ist diese Größe schlichtweg vor der Messung kein Element der physikalischen Realität. Betrachten wir das Doppelspaltexperiment mit Elektronen. Ein Elektron ist nicht entweder durch den ersten oder den zweiten Spalt gekommen.Wenn wir an den Spalten aber eine Ortsmessung vornehmen, werden wir das Elektron entweder am ersten oder am zweiten Spalt messen. Das ist aber eine Konsequenz der Messung! Vor der Messung war da kein Elektron, sondern nur die MÖGLICHKEIT ein Elektron zu messen!
In der Sache mit der Ortsmessung stimme ich dir zu. Hier nur eine kleine Ergänzung, die ich als wichtig zum Verständnis der Quantentheorie betrachte:

Ein Elektron durchquert weder den ersten noch den zweiten Spalt. Nur die Bornsche Wahrscheinlichkeitswelle des Elektrons durchquert beide Spalte. Auch nachdem die Wahrscheinlichkeitswelle des Elektrons beide Spalte durchquert hat, ist das Elektron zunächst auch noch kein Element der physikalischen Realität. Erst auf dem Schirm manifestiert sich die Elektronen-Realität in Form der Schwärzung eines Bildschirmpunktes.

Mit freundlichen Grüßen
Eugen Bauhof

P.S.
Ich warte immer noch mit Spannung darauf, wie du das menschliche Bewusstsein mit Hilfe der Quantentheorie erklären willst. Habe ich einen diesbezüglichen Beitrag von dir übersehen? Wenn ja, dann bitte ich um einen Hinweis auf den entsprechenden Beitrag von dir. Ich registriere in letzter Zeit leider nur allgemeinphilosophische Betrachtungen in deinem Disput mit Irena. Die interessieren mich - mit Verlaub - weniger.

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und der Dumme weiß alles besser.
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Bauhof am 29.09.2009 um 11:48 Uhr.
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Beiträge: 1.328, Mitglied seit 12 Jahren
HAllo Bauhof,

hast du übersehen 607 Beitrag? Zara.t war angeregt von generalisierte Quantentheorie von H.Walach, allerding ohne näheren Kommentar.

Gruß, Irena
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Hallo Irena,
Irena schrieb in Beitrag Nr. 117-693:
hast du übersehen 607 Beitrag? Zara.t war angeregt von generalisierte Quantentheorie von H.Walach, allerding ohne näheren Kommentar.
Den Beitrag von Zara.t. Beitrag-Nr. 117-607 habe ich gelesen. Da schreibt er u.a.: "Bewußtsein ist ein Quantenphänomen. Wir müssen uns der Quantentheorie zuwenden." Aber ich erwarte eine Darlegung seiner Theorie (sofern er sie hat), wie das Bewusstsein mit Hilfe der Quantentherie erklärt werden kann. Ok, wenden wir uns doch mal der Quantentheorie zu, nachdem Zara.t. das vorschlägt. Vielleicht hilft das etwas weiter. Ich habe da einige lehrreiche Links zusammen getragen:

1. Meine eigenen Beiträge zu einer Diskussion über Borns Wahrscheinlichkeitswelle aus dem Jahr 2005 (Fragen zum Mach-Zehnder-Interferometer):
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbth... 1
(Der vorstehende Link zeigt auf Seite 2, obwohl ich Seite 1 angegeben habe. Bitte einfach nach dem Aufruf um eine Seite zurückblättern. Die Forensofware setzt ein Leerzeichen vor der 1, obwohl ich kein Leerzeichen geschrieben habe).

2. Quantenphysik Mikroobjekte (Doppelspaltexperiment):
http://www.uni-koblenz.de/~odsleis/lehrplan-physik/...

3. Bundesministerium für Forschung und Entwicklung: Entdeckung des Zufalls: http://www.bmbf.de/pub/entdeckung_des_zufalls.pdf

M.f.G. Eugen Bauhof

P.S.
Ich habe viele Publikationen über die Quantentheorie gelesen. Aber von der Existenz einer "Weak Quantum Theories" lese ich das erste Mal. Ich glaube deshalb nicht, dass diese Theorie von der Gemeinschaft der Physiker angenommen wurde.

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Beitrag zuletzt bearbeitet von Bauhof am 29.09.2009 um 11:47 Uhr.
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Die <weak quantumtheorie> wurde von einer kleinen Gruppe von Physikern entwickelt um eine Theorie der Parapsychologie zu entwickeln.
Die Existenz paranormaler Effekte könnte eine Brücke bilden von der "harten" Quantenphysik zu Phänomenen des Bewußtseins. Von der Physis zur Psyche.
Die Behauptung der WQT ist, daß bestimmte (nicht nur paranormale) Makrophänomene quantentheoretisch beschrieben werden müssen.
Ich werde noch näher darauf eingehen. Ich bitte um Geduld.

Beitrag zuletzt bearbeitet von Zara.t. am 28.05.2008 um 11:06 Uhr.
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Hallo Zara.t.,
Zara.t. schrieb in Beitrag Nr. 117-695:
Die Existenz paranormaler Effekte könnte eine Brücke bilden von der "harten" Quantenphysik zu Phänomenen des Bewußtseins.

Meines Wissens wurde die Existenz von "paranormalen Effekten" bisher noch nicht unter wissenschaftlichen Laborbedingungen nachgewiesen. Alle bisherigen Versuche dazu erwiesen sich als Selbsttäuschung oder gar als Betrug. Deshalb sehe ich in dieser Hinsicht keine Brücke zu den Phänomenen des Bewußtseins.

M.f.G. Eugen Bauhof

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Beitrag zuletzt bearbeitet von Bauhof am 29.09.2009 um 11:47 Uhr.
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Wann gilt ein paranormaler Effekt als nachgewiesen?
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Beiträge: 2.939, Mitglied seit 13 Jahren
Hallo Eugen, hier kannst Du nachlesen, wie im Detail, argumentiert wird.


http://www.anomalistik.de/Walach_WQT.pdf

Mit den besten Grüßen.
Ernst Ellert II.
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Deine Zeit war niemals und wird niemals sein.
Deine Zeit ist jetzt und hier, vergeude sie nicht.
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Beiträge: 1.375, Mitglied seit 11 Jahren
Hallo Ernst Ellert II,
Ernst Ellert II schrieb in Beitrag Nr. 117-698:
Hallo Eugen, hier kannst Du nachlesen, wie im Detail, argumentiert wird.
Ich habe diesen Aufsatz zwar schon vor ein paar Tagen mal kurz überflogen, jetzt aber aufgrund deines Hinweises etwas genauer. Ganz zu lesen lohnt nicht, denn ich halte diesen Aufsatz von Harald Walach für einen "Schmarrn" [1], für den meine Zeit zu schade ist.

M.f.G. Eugen Bauhof

[1] "Schmarrn" = bayrischer Kraftausdruck, der nur schwer in die hochdeutsche Sprache übersetzbar ist. Im Zusammenhang mit dem Aufsatz von Harald Walach vielleicht so übersetzbar: Eine hirnrissige Sammlung von unwissenschaftlichem Gewäsch.

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Beitrag zuletzt bearbeitet von Bauhof am 29.09.2009 um 11:47 Uhr.
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Hallo Bauhof,
jetzt hast du mich aber doch neugierig gemacht. Könntest du deine Kritik am Walachartikel bitte verdeutlichen?
Ein kleiner Hinweis würde mir genügen, keine Abhandlung. Bin einfach neugierig.



Um die Paraphänomene wissenschaftlich nachzuweisen, brauchen wir zuerst eine Theorie eben dieser Paraphänomene. Nur dann kann man die Versuchsreihen effizient konzipieren und die Messergebisse sinnvoll interpretieren. So sagt die im Entstehen begriffene Theorie einen sog. "Decline-effect" oder einen "Sheep goat-effect" oder ein reziprokes Verhältnis zwischen der Stärke des gemessenen Effektes und der Robustheit der Messung (Wiederholbarkeit, Strenge des Messdesigns...) oder Elusivität (displacement-effect) der Phänomene voraus. Das muß man wissen, wenn man die Experimente designed und wenn man sie auswertet.Werden diese Erkenntnisse berücksichtigt steigt die statistische Signifikanz der gemessenen Daten erheblich. Aber genug des nichtssagenden Wortgeklingels. Bei Interesse kann ich durchaus mehr dazu sagen.

Die handelnden Personen kenn ich größtenteils persönlich und kann für deren wissenschaftliche Seriosität wie auch deren Zuverlässigkeit bürgen. Ganz so hirnrissig, wie sie dem einen oder anderen auf den ersten Blick erscheinen mag, ist die Sache sicher nicht. Eine Auseinandersetzung unter wissenschaftstheoretischen Gesichtspunkten ist sicher sehr lehrreich, da man nochmal intensiv und vorurteilsfrei die Grundlagen der in Frage kommenden Theorien (zB Quantentheorie) untersuchen muß.


Grüße
zara.t.

Beitrag zuletzt bearbeitet von Zara.t. am 29.05.2008 um 09:25 Uhr.
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Beiträge: 2.939, Mitglied seit 13 Jahren
Nur der Vollständigkeit halber...............

Einige Gedanken zur Dekohärenz......
(sollten sich in meine Überlegungen Fehler eingeschlichen haben bin ich dankbar für jeden Hinweis)

Die moderne Quanten-Physik sagt uns, das die Welt in Ihrem innersten "schwankt".
Nichts ist so recht greifbar, zu messen oder zu bestimmen.
Mal Wellen mal Teilchen oder umgekehrt, nichts ist wirklich fest.
Ort, Geschwindigkeit, oder beides zusammen? Fehlanzeige.
Wie bei den Lottozahlen, „alle Angaben ohne Gewähr“ ;-)

Dennoch funktionieren Laser, Computer, Digitalelektronik, im Krankenhaus der Kernspintomograph
und alles andere dem ein quantenphysikalischer Prozess zu Grunde liegt.
Man kann zweifellos mit der Quantentechnologie Geld verdienen.

Materie wird in Ihrem tiefsten Inneren von quantenmechanischen Eigenschaften bestimmt
(oder eben auch nicht bestimmt) ;-)
In der Realität aber (in unserer Realität) ist sie stabil.

Wann und vor allen Dingen warum wird alles fest, stabil und greifbar,
wieso hört die Materie auf, den quantenphysikalischen Gesetzmäßigkeiten zu folgen?

Die Kohärenz, die Umgebung für den reinen Quantenzustand,
erfordert Kälte, Isolation und Einsamkeit (des Teilchens).
Das ist die reine Quantenmechanik.

Die Dekohärenz beschreibt nun den Prozess der dafür verantwortlich ist das die Welt „da ist“.
Das die Welt nämlich mit quantenmechanischen Teilchen in Wechselwirkung tritt.
Quantenmechanische Dekohärenz heißt:
Der Übergang von Aufenthaltswahrscheinlichkeiten und Wellenüberlagerungen
werden durch die Wechselwirkung mit der Umwelt, die unvermeidlich ist,
in die klassischen Physiksysteme übersetzt.

Und dieser „Übergang“ ist entgültig, nicht mehr rückgängig zu machen. (nicht reversibel)
Das ist auch gut so, sonst gäbe es „nichts“. Es wäre alles instabil.

Das beste daran ist, das diese Zusammenhänge im Experiment nachweisbar sind.

Sollte also die Dekohärenz richtig verstanden, untersucht und
vor allen Dingen durch Experimente bestätigt worden sein,
was zweifellos der Fall ist,
so ist ein Einfluss quantenmechanischer Eigenschaften im Menschen selbst,
oder auch in seiner Nähe schon aufgrund der vorherrschenden Temperaturen völlig auszuschließen.

Mit den besten Grüßen.
Ernst Ellert II.
Signatur:
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Deine Zeit ist jetzt und hier, vergeude sie nicht.
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Hallo Ernst,
du hast geschrieben:

"Die Dekohärenz beschreibt nun den Prozess der dafür verantwortlich ist das die Welt „da ist“.
Das die Welt nämlich mit quantenmechanischen Teilchen in Wechselwirkung tritt.
Quantenmechanische Dekohärenz heißt:
Der Übergang von Aufenthaltswahrscheinlichkeiten und Wellenüberlagerungen
werden durch die Wechselwirkung mit der Umwelt, die unvermeidlich ist,
in die klassischen Physiksysteme übersetzt.

Und dieser „Übergang“ ist entgültig, nicht mehr rückgängig zu machen. (nicht reversibel)
Das ist auch gut so, sonst gäbe es „nichts“. Es wäre alles instabil.

Das beste daran ist, das diese Zusammenhänge im Experiment nachweisbar sind."


Diesen Abschnitt halte ich komplett für falsch. Der falsche Kernsatz lautet:

"Der Übergang von Aufenthaltswahrscheinlichkeiten und Wellenüberlagerungen
werden durch die Wechselwirkung mit der Umwelt, die unvermeidlich ist,
in die klassischen Physiksysteme übersetzt."


Ich will heute morgen nur sehr kurz auf das Thema Dekohärenz eingehen, werde mich aber einer Diskussi0n stellen.
Was ist Dekohärenz? Ein Quanten-System S tritt in Wechselwirkung mit seiner Umgebung, die natürlich ebenfalls der Quantentheorie gehorcht. Dabei kommt es zu einer Verschränkung des Quantensystems S mit seiner Umgebung. Das hat zur Folge, daß das Quantensystem S seine Interferenzfähigkeit verliert. S allein ist nicht mehr interferenzfähig, aber das durch Verschränkung gebildete neue System ist es theoretisch immer noch. Diese Interferenzen sind aber in der Regel messtechnisch nicht mehr nachweisbar.
Das ist eigentlich schon alles. Die so entstehende Welt sieht in vielen Aspekten klassisch aus, ist es aber nicht.
So ist die Frage der Reduktion der Zustandsfunktion nach wie vor völlig ungeklärt.
Führt die Wechselwirkung von S mit seiner Umgebung zu einer Reduktion der Zustandsfunktion????
Und wenn ja, WARUM????

es grüßt dich
zara.t.
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Ernst hat geschrieben: "Materie wird in Ihrem tiefsten Inneren von quantenmechanischen Eigenschaften bestimmt."

Meine sehr spekulative These lautet: Die phänomenale Welt in der wir leben ist quantentheoretisch organisiert.
Die sog. <weak quantum theorie> WQT ist ein erster Versuch die Gesetzmäßigkeiten dieser Organisation zu beschreiben. Zuvor haben das schon C.G.Jung und Wolfgang Pauli probiert (Synchronizität).

Ich lehne hiermit den in den Naturwissenschaften gängigen Reduktionismus ab.
Die Welt besteht nicht aus kleinsten materiellen Teilchen.
Schlimmer noch:-) Unser "Kosmos" ist nicht auf physikalische Gesetze und physikalische Entitäten zurückführbar.
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