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Was ist Bewußtsein ?

Thema erstellt von Zara.t. 
Beiträge: 1.177, Mitglied seit 14 Jahren
Wenn du keine Lust auf eine Diskussion hast, na dann schweige doch einfach nummer eins.

Jedenfalls ist die Frage: "Was ist Bewusstsein?" mit Wolffs Definition nicht im geringsten beantwortet.

Es ist doch wirklich ganz simpel. Ja, einerseits hast du recht, dieser Begriff wurde von Wolff ins deutsche eingeführt.

Aber wie gesagt, ist jeder Begriff nur ein Symbol. Und der Begriff "Bewusstsein" bezieht sich auf etwas, was schon bekannt war, bevor dieser Begriff ins Deutsche eingeführt wurde.

Und zara.t fragt mit "Was ist Bewusstsein?" nach dem, worauf sich dieses Symbol bezieht. Die Buchstabenhaufen "Bewusstsein" samt seiner ursprünglichen Definition ist doch dabei uninteressant.

Wenn du so ein Problem damit hast, dann stellen wir die Frage eben neu:

"Was meinen wir mit der Frage: Was ist Bewusstein. - unabhängig von Wolffs Definition."

So, damit hat es sich hoffentlich.
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Alias
Hi Sabine,
leider hat sich der Intellekt schon weit vom Wesen emanzipiert und meint, er wäre das Wesen. Der Intellekt als jüngstes Kind in der Evolution des erkennenden Lebens kann sinnvoll und evolutionsgemäß genutzt werden, wenn die sinnlichen und intuitiven Erkentnismöglichkeiten intakt sind. Ein wacher, offener, durchströmter Organismus ist ein einziges Sinnesorgan zur Erfahrung der Welt.
Andre, nicht schon wieder lesen, wie sagte Zarate "..and now a joint".
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Beiträge: 169, Mitglied seit 14 Jahren
„Wenn du keine Lust auf eine Diskussion hast, na dann schweige doch einfach nummer eins.“ Wenn ich keine Lust hätte,würde ich hier nichts schreiben. Ich wollte dir aber nicht auf die Füße treten. Das kommt mir hier vor wie bei Hein Blöd und Käpt`n Blaubär. Die Frage ist nur: wer ist wer?? ;-)) Wenn man darüber nachdenkt ist das bereits eine Bewusstseinserweiterung!!

Eure nummer eins
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Tom
Hallo nummer eins,

Die Frage "was ist etwas" kann in Wirklichkeit immer nur bedeuten "was verstehe ich darunter" oder "was nehme ich wahr". Jeder Begriff kann doch immer nur auf etwas hinweisen, der Begriff ist nicht das etwas selbst. Begriffe sind Krücken, selbst Definitionen sind immer noch Krücken.
Was nicht heißt, daß sie nicht sinnvoll sein können.
Grüße,
Tom
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Tom
Hallo Hardy,

vielem, was du schreibst, stimme ich zu. Und wie du vielleicht in meinen anderen Posts gelesen hast, sind für mich Non-Dualität und Dualität zwei Aspekte einer Wirklichkeit. Insofern muß es tatsächlich eine scheinbare Trennung zwischen Subjekt und Objekt geben, damit Leben und Wahrnehmung stattfinden kann. Aber die Trennung ist eben nur scheinbar, die zugrundeliegende Realität ist immer non-dual.

Daß ich meine Frau begehre, liegt daran, daß ich sie als getrennt von mir empfinde. Das muß so sein. Daß ich sie aber liebe, liegt daran, daß ich bei ihr die immer zugrundeliegende Einheit ahne. Das kann auch in der Natur oder in der Kunst geschehen. Aber auch auf dem Klo *g*.

Ich kenne den Positivismus nicht gut genug, um auf deine letzte Frage zu antworten. Meine Ansichten finde ich bei keinen westlichen Philosophien, nur bei Zen-Buddhismus, Advaita oder auch Taoismus. Deren Lehren versuche ich in einer unverschnörkelten, westlich geprägten Sprache wiederzugeben und sie in Beziehung zu den Naturwissenschaften zu setzen.
Dabei leugne ich die Erkenntnisse der Wissenschaften nicht, höchstens relativiere ich sie. Mit einer Ausnahme: die Wahrnehmungstheorien halte ich für komplett falsch. (wobei ich dieses Urteil letztlich auch wieder relativiere, aber das nur nebenbei). Die Wahrnehmung fast jedes Menschen ist seit seiner Kindheit konditioniert, insofern als er Subjekt und Objekt trennt, sprich sich als Ego empfindet und sich von der Welt getrennt wähnt. Auf dieser Wahrnehmung wiederum wurden alle Wahrnehmungstheorien aufgebaut. Die können dann natürlich auch nur konditioniert, also unter dem Eindruck einer Trennung entstanden sein.

Aber auch Einstein hat seine Entdeckungen innerhalb seiner ebenfalls konditionierten Wahrnehmung der Welt gemacht. Das hat merkwürdigerweise offenbar noch niemand untersucht. Preisfrage an alle: was bedeutet das jetzt für die Relativitätstheorie????

grüße,
Tom
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Beiträge: 1.177, Mitglied seit 14 Jahren
Hallo Nummer eins,

du hast mir nicht auf die Füsse getreten. Aber irgendwie musste ich dir doch verständlich machen, dass die Definition des Begriffes keine Antwort ist - sie auch Toms Post.

Das ist etwas, was ich an der Mathematik liebe. Dort kann ich sagen... f : A -> B etc. und es steht nicht weiter zur Diskussion.
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Tom
Hi Andre,

bei den abendländischen Philosophen hatte ich mehr an die klassischen gedacht. Inzwischen gibt es im Westen eine Reihe von Autoren, die interessant sind.

Gefallen hat mir "Spektrum des Bewußtseins" von Ken Wilber, das Wissenschaft, Philosophie und Spiritualität verbindet. Ansonsten habe ich Bücher von Nisargadatta Maharaj, Ramesh Balsekar oder von Zen-Meistern gelesen. Meine "Bibel" ist "das offenbare Geheimnis" von
Wei Wu Wei. Das ist das Pseudonym des irischen Philosophen Terence Gray. Das ist aber voll Hardcore. Habe ein halbes Jahr daran gelesen. Äußerst empfehlenswert ist der englische Philosoph Douglas Harding, der all das vereint, und dazu eine einzigartige Methode gefunden hat, all diese Erkenntnisse nicht nur intellektuell zu verarbeiten, sondern tatsächlich intuitiv zu erfassen und zu erleben. www.headless.org. Gibt es auch auf Deutsch.
All die genannten sagen letztendlich dasselbe, nur die Sprache und die Herangehensweise ist unterschiedlich und sagt einem, je nach Geschmack, zu oder nicht.

Grüße,
Tom
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Beiträge: 683, Mitglied seit 14 Jahren
Ein spontaner Gedanke zum Dualismus, oder: zur Eintönigkeit und Zweitönigkeit ...

Angenommen, es gibt faktisch im All nur eine einzige sogenannte Rose und eine einzige sogenannte Tulpe.

Halt. Dieses Beispiel ist noch viel zu kompliziert; ich fange noch mal von vorne an:

Angenommen, es gibt faktisch im All nur die Bläue und die Röte. Also nur zwei Farb-Qualia. Zweierlei Empfindungen. Sonst nichts.

Dann ist dieser zweitönige Zustand im All, wenn ich mich nicht irre, doch nur deshalb so, weil zwischen dieser Bläue und jener Röte ein Unterschied existiert.

Wenn es nun keine Röte geben würde, gäbe es keinen Unterschied zur Bläue; die Bläue wäre das einzigste im All. Und: Die Bläue könnte sich dann ebenso "All" nennen, denn es gäbe ja nichts anderes, keine Röte und nichts, mit dem die Bläue sich verwechseln könnte. Aus Zweitönigkeit würde Eintönigkeit.

Übertragen auf das ebenfalls zweitönige Problem "Realität versus Traum", also "Ton1 versus Ton2", stelle ich mir eine ähnliche Frage:

Angenommen: Wenn es keine Realität geben soll, wenn es nur Traum geben soll, dann erübrigt sich doch die Unterscheidung zwischen Realität und Traum; dann existiert schlechthin kein Unterschied. Wenn es keine Realität geben soll, dann füllt allein der Traum das All. Dann herrscht keine Zweitönigkeit aus "Realität und Traum", sondern nur Eintönigkeit. Nicht Realität und Traum; sondern nur Traum.

Was dann wiederum bleibt, ist die Urfrage aller Was-Fragen: Was ist das, ein Traum (an sich)?

Ich behaupte: Die wesentlichen Bestandteile des sogenannten Traumes unterscheiden sich -- auf dieser tiefgründigsten ontologischen Ebene -- nicht mehr von denen der sogenannten Realität. Beide Töne, -- Traum und Realität, -- bestehen axiomatisch mindestens aus folgenden beiden Attributen:

1. Sein.
2. Mannigfaltigkeit.

Das lässt sich nicht leugnen. Jeder Gedanke an eine Leugnung bestünde mindestens aus genau denselben beiden Attributen: Der leugnende Gedanke würde ...

1. Sein.
2. Sich in einer Reihe von Gedankenblitzen mannigfalten.

Nebenbei, zum besseren Verständnis, schlage ich vor, die Begriffe "an sich" oder "per se" zu verwerfen; denn in der tiefsten Ontologie ist alles "an sich".

Hinweise auf Irrtümer sind willkommen.

Aloha,
|-|ardy
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Tom
Hallo Hardy,

du hast vollkommen recht! Sehr schöne Gedanken....

Der Zen-Meister Huang-Po sagte im 8. Jahrhundert: "beende dein begriffliches Denken und deine Unterscheidungen. Unterscheide nicht einmal zwischen Existenz und Nicht-Existenz."

Tom
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Tom
Vielleicht noch eine Anmerkung: wenn im tiefsten ontologischen Sinne alles "an sich" ist, ist gleichzeitig nichts "an sich". Sonst wäre es ja wieder einseitig. Der Meister solcher Nicht-Unterscheidungen war übrigens der indische Philosoph Nagarjuna vor ca. 800 Jahren. Der trieb das dualistischen, logische Denken so auf die Spitze, bis es sich selbst ad absurdum führte.

Aber der eigentliche Knackpunkt dieser Nicht-Unterscheidungen ist die Erkenntnis, daß ich diese Wirklichkeit, diese Traum-Realität, selbst bin.

Grüße,
Tom
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Beiträge: 683, Mitglied seit 14 Jahren
Hallo Tom und alle,

"... Unterscheide nicht einmal zwischen Existenz und Nicht-Existenz ..."

Soweit werde ich mit Sicherheit nicht gehen. :-) -- Aufgelöst in Absurdität bin ich möglicherweise nach meinem Tode und vor meiner Geburt, aber nicht solange ich Mannigfaltigkeit empfinde.

Ohne mindestens einer Bejahung und mindestens einer Verneinung kann nicht das geringste Minimum an Etwas existieren.

Das Etwas muss sich vom Nicht-Etwas unterscheiden, sonst gäbe es ja keinen Rest, von dem sich das Etwas herauskristallisieren könnte.

Ein durchgehendes Nein wäre ein eintöniges Nichts. Ein durchgehendes Ja wäre ebenso ein eintöniges Nichts. Das All wäre dann sozusagen ein eintöniges Nichtkristall.

Also muss es mindestens einen einzigen Unterschied geben im All, andernfalls gäbe es keine Empfindung. Tatsache aber ist, dass mindestens eine Empfindung sich im All herauskristallisiert (in mir oder woanders). Und nicht nur eine, sondern viele verschiedene Empfindungen. Also? :-)

Mal eine andere Frage:

Warum beschwört Nagarjuna die Absurdität? Warum beschwört Zara.T die Absurdität? Warum tut das jeder Zen-Meister? -- Meine spekulative Antwort darauf lautet: Um sich wohler zu fühlen.

Als Hedonist behaupte ich, dass jedes empfindende Wesen nach Wohlbehagen strebt. (Nebenbei: Auch Wohlbehagen ist ja eines jener Qualia; also Empfindungen, die nicht näher beschreibbar sind, die einfach nur da sind).

Ich, persönlich, fühle mich wohler, wenn ich eine Absurdität nicht beschwöre, sondern sie entlarve, um sie sodann als Irrtum verwerfen zu können.

Womit ein weiterer Unterschied aufgedeckt wäre: Meine Beschwörung der Nicht-Absurdität -- und Eure Beschwörung der Absurdität. :-)

Gäbe es hier keinen Unterschied, würde eine einheitliche Weltanschauung existieren. Das ist aber faktisch nicht der Fall. Sogar meine eigene Weltanschauung ist veränderlich: Diese Veränderlichkeit habe ich der sogenannten Zeit zu verdanken. Die Zeit ist, so behaupte ich, eine Aneinanderreihung von Unterschieden. (Um auf das Forum-Motto zurückzukommen :-)).

Salute,
|-|ardy
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Beiträge: 180, Mitglied seit 14 Jahren
Was ist Bewusstsein? - Man könnte `Zustände kriegen´, wenn man sie nicht schon hätte! Traumzustände, Wachzustände . . . alles Bewusstseinszustände?
Das ICH als Organisator des Wacherlebens. Aber doch auch nicht immer. Wenn ich ein spannendes Buch lese oder im Geschehen auf dem Fernsehschirm ´versinke´, organisiert dann das ICH oder macht es Pause?
Als ich ca. drei Jahre alt war ´erwachte´ mein ICH auf dem Gehsteig vor dem Haus in das meine Familie erst kürzlich eingezogen war. Es war tatsächlich wie ein Erwachen, wie ein Auftauchen aus dem Nichts - das ist mir gut erinnerlich. Das ist meine allererste Wahrnehmung in dieser Welt . . ., Realität. . . oder wie auch immer. Was vorher war kenne ich nur aus Erzählungen von Eltern und Geschwistern. Diese lassen auf ein ereignisreiches Erlebnisfeld schliessen, auf dem ich aber nicht bewusst agiert habe. Das finde ich schon reichlich spannend!

In wie weit könnt ihr eure Anfänge nachvollziehen - nähern wir uns doch mal von dort dem B.-thema.

Gruß
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Beiträge: 1.851, Mitglied seit 14 Jahren
Hardy du alter Seelenforscher, vielleicht hast du recht und ich beschwöre das Absurde geradezu.
Ich vermute, daß ich glaube, daß das Sein im Grunde absurd ist. Rein intellektuel betrachtet. Rein intellektuel sind wir der Welt nicht gewachsen.
Aber der Mensch ist wesentlich mehr als sein Intellekt und ich glaube, wir sind in unserer Ganzheit dieser Absurdität gewachsen.
Ich will mich nicht in der vermeintlichen Sicherheit wiegen, die uns von vielen Weltbildern angeboten wird.
Jesus: "Die Füchse haben ihre Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben ihre Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege. "
So ist es.
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Beiträge: 1.177, Mitglied seit 14 Jahren
Hallo Tom, danke für die Empfehlungen... ich werde mal versuchen, ein wenig unbefangen etwas davon zu lesen.

Aber ein allgemein kritisches Wort habe ich zum allgemeinen Thema doch: Durch Metaphysik kann man sein "Wissen" kaum bzw. gar nicht vermehren.

Bei der ganzen Diskussion sollte man doch einmal beachten, dass lediglich Wissen der Art über die Natur, wie wir es durch die Wissenschaft erhalten, auch praktischen Nutzen in dem Sinne hat, dass wir die Natur dadurch direkt verändern können.

Vor allem versteht man gerade die Natur durch Naturwissenschaft in einer ungeahnten Fülle. Allein die Komplexität von Ökosystemen, oder die biologische Evolution ... alles nur durch Naturwissenschaft versteh und erfassbar.

Mir ist klar, dass man durch die Philosophie oder auch den Humanwisssenschaften, wie Psychologie das menschliche Leben auf eine andere Art und Weise betrachtet und versteht als durch Biologie - genau deswegen beschäftigt ich mich auch damit.

Ich würde sagen, der Unterschied liegt in der Abstraktheit... die Biologie und Naturwissenschaft ist letztendlich sehr viel konkreter in ihrem Wissen.

Alle anderen Herangehensweisen sind mehr oder weniger rein metaphorisch und halten sich kaum noch an an das, was wir überhaupt wissen können.

Nur die Naturwissenschaft gibt mir das Wissen in die Hand, kleine Maschinen aus menschlicher DNA zu bauen. Oder eine künstliche Umwelt zu konstruieren. Nur die Naturwissenschaft erklärt mir, warum es keine grünen Sterne gibt.

Aber warum?
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Beiträge: 1.177, Mitglied seit 14 Jahren
Zitat: "In wie weit könnt ihr eure Anfänge nachvollziehen - nähern wir uns doch mal von dort dem B.-thema."

Es sind Bild- und Gefühlsfetzen aus der Kindergrippe. Ich verbinde mit dieser Erinnerung hauptsächlich eine starke Abneigung gegen Spinat. Das darüber hinaus keine großen Erinnerung vorhanden sind, liegt einfach daran, dass sich zwischen dem 0 - 4. Lebensjahr die wichtigsten mentalen Strukturen entwickeln. Erst wenn die einigermaßen vorhanden sind, kann ich mich genauer erinnern.

Mit der Vorstellung, die Welt wäre ein Traum, kann man solche Fragen natürlich nicht beantworten.

Zitat:
--
Angenommen: Wenn es keine Realität geben soll, wenn es nur Traum geben soll, dann erübrigt sich doch die Unterscheidung zwischen Realität und Traum; dann existiert schlechthin kein Unterschied. Wenn es keine Realität geben soll, dann füllt allein der Traum das All. Dann herrscht keine Zweitönigkeit aus "Realität und Traum", sondern nur Eintönigkeit. Nicht Realität und Traum; sondern nur Traum.
--

Das eigentliche Problem wird damit nur verschoben - der Traum ist dann die Realität. Und nichts spricht dagegen, warum ich nicht auch in einem Traum träumen sollte, dass ich Träume. Es spricht auch nichts dagegen, dass ich einen Unterschied zwischem dem Traum und dem Traum, den ich Traum träume, mache.

Wenn jemand sagt, die Welt ist ein Traum... dann kann das nur metaphorisch verstanden werden. Nichts anderes sagt im Grunde auch Weizsäcker, wenn er meint, die Symmetrie der Ure würde die Struktur der RaumZeit festlegen.
Zumindest konnte er zeigen, dass sich aus seinem Ansatz, einer Quantentheorie binärer Alternativen, die Relativitätstheorie herleiten lässt.
Ähnlich sind dem die Versuche von Wheeler, Heisenberg, Penrose, Finkelstein und vielen anderen Physikern.

Aber was heißt das? Man könnte dies so interpretieren, dass das biologische Gehirn bzw. der Körper ganz einfach nur die "Person" von "Außen" betrachtet ist. Man kann auch sagen, dass faktisches Wissen Raum und Zeit erzeugen - "leeren" Raum gibt es dann nach dieser Sichtweise nicht. (Das Vakuum ist auch nicht gerade Eigenschaftslos... nach den GUTs kann es sich zudem in verschiedenen Zuständen befinden, die instabil sein können... mal sehen, was der Large Hadron Collider nach 2007 für Erkenntnisse bringt.)
Das Gehirn wäre dann das, was andere Personen über die betrachtete Person empirisch wissen können.

Ist aber alles egal, weil diese und andere Ansätze wohl niemals überprüft werden können. Bei Weizsäckers Theorie besteht allein schon das Problem, dass ein Elementarteilchen wie ein Elektron aus bis zu 10 hoch 40 Ure / Qbits aufgebaut ist... wie will man das berechnen.

Tschüss, André (Was können wir wissen?)
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Beiträge: 683, Mitglied seit 14 Jahren
Zitat:
|-|ardy schreibt: "Angenommen: Wenn es keine Realität geben soll, wenn es nur Traum geben soll, dann erübrigt sich doch die Unterscheidung zwischen Realität und Traum; dann existiert schlechthin kein Unterschied. Wenn es keine Realität geben soll, dann füllt allein der Traum das All. Dann herrscht keine Zweitönigkeit aus "Realität und Traum", sondern nur Eintönigkeit. Nicht Realität und Traum; sondern nur Traum."
Zitat:
André schreibt: "Das eigentliche Problem wird damit nur verschoben - der Traum ist dann die Realität".



Eben. Nur verschoben. Genau das wollte ich verbildlichen, André.

Zuvor lautete die Welt-Frage: "Was ist eine Realität?". -- Entsprechend verschoben lautet die Welt-Frage dann: "Was ist ein Traum?".

Die eigentliche Frage bleibt bestehen: Was ist die Welt?

Oder besser: Was ist?

Was wir sicher wissen, ist, dass die Welt nicht eintönig ist. Und dass sie ist.

Mahlzeit,
|-|ardy
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Alias 69-70
@Hardy
Gäbe es hier keinen Unterschied, würde eine einheitliche Weltanschauung existieren. Das ist aber faktisch nicht der Fall. Sogar meine eigene Weltanschauung ist veränderlich: Diese Veränderlichkeit habe ich der sogenannten Zeit zu verdanken. Die Zeit ist, so behaupte ich, eine Aneinanderreihung von Unterschieden. (Um auf das Forum-Motto zurückzukommen :-)).
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Schön, das du keine Probleme mehr mit irgendwelchen Namen hast.

Die Phänomene der Paradoxie und der Systemoffenheit, und der geringe Wissenstand in der Lebensfoschung, nötigen uns zu einer intellektuellen Haltung, welche Unterschiede und Zweifel grundsätzlich bejaht und bejahen kann.Man ist in der Lage zwischen zwei Gegensaetze in Spannungsvoller Schwebe zu bleiben und die Sache nicht gleich (zugunsten der Rettung der eigenen Hütte oder der eigenen psychischen Entlastung) lösen zu wollen.Ganz allgemein gesehen.
Schwierigkeiten werden letztlich, durch Leichtigkeit überwunden.
Ich arbeite auch noch daran, das Leben gibt mir Zeit .

Andre,
Lebensforschung in Biologie, Ökologie, Bioenergetik,Psychosomatik und Tiefenpsychologie, nicht im alten Ordnungsschema der harten Schulwissenschaft,eher im Rahmen einer universelleren Biophilosophie, deren Systematik offener, fließender, weicher ist.
Die Erscheinungsweise des lebendigen ist so tief, aber zu paradox, zu dialektisch und zu ganzheitlich in seine Wirkweise.



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Tom
Hallo Hardy,

ich gebe dir völlig recht, aber leider hast du mich offenbar gar nicht verstanden. Du konstruierst einen Unterschied, wo keiner besteht. Du glaubst, ich wolle die Vielfalt zugunsten der Einheit verwerfen. Das wäre Unsinn, das ginge gar nicht. Ich habe hier schon mehrfach geschrieben, daß für mich Non-dualität und Dualität, Einheit und Vielfalt, keine Gegensätze sind, sondern ein-und dasselbe. Ohne Vielfalt gäbe es keine Einheit, und ohne Einheit keine Vielfalt. Insofern hast du mit deinen Ausführungen zur Polarität Eulen nach Athen getragen *g*.

Daß jedes Wesen sich wohler fühlen will, ist sicher richtig, aber sehr vordergründig betrachtet.
Jedes Wesen ist Einheit und Vielfalt gleichermaßen, aber der Mensch hat durch seinen analysierenden Verstand die Einheit verloren, besser gesagt: er ist sich nicht mehr ihrer bewußt. Das ist der eigentliche "Sündenfall" des Menschen, ohne daß ich Sünde hier so verstehe wie die Kirche. Und daher sucht jeder Mensch diese Einheit, die er schon längst in sich trägt. Das ist es, was Menschen lieben und schöpfen lässt. Aber diese Suche lässt sie auch süchtig werden, Dinge anhäufen, sich an Materielles klammern und im schlimmsten Falle auch töten. Um wieder zu der Einheit in uns Zugang zu finden, sollte man eben nicht mehr unterscheiden, auch nicht zwischen Existenz und Nicht-Existenz. Das alles sind sowieso nur begriffliche Kategorien, nicht mehr.

Es geht also nicht darum, die Vielfalt zugunsten der Einheit zu verwerfen, sondern die Einheit IN der Vielfalt zu erkennen und beide zu vermählen. Um es mal pathetisch auszudrücken *gg*.

Grüße,
Tom
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Tom
Hallo Andre,

bei Metaphysik geht es auch nicht darum, sein Wissen zu vermehren. Es geht um Erkenntnis.
Erkenntnis relativiert jegliches Wissen. Wissen besitzt du, Erkenntnis bist du.

Naturwissenschaft vermehrt nur Wissen, bringt aber keine Erkenntnis. Relativ gesehen, finde ich Naturwissenschaft auch prima, sonst könnten wir uns hier gar nicht schreiben. Ich liebe auch meine gesamte Unterhaltungselektronik.

Du schreibst:
"Nur die Naturwissenschaft gibt mir das Wissen in die Hand, kleine Maschinen aus menschlicher DNA zu bauen. Oder eine künstliche Umwelt zu konstruieren. Nur die Naturwissenschaft erklärt mir, warum es keine grünen Sterne gibt.
Aber warum?"

Wissenschaft kann nur das Verhalten oder den Aufbau von Dingen erklären, aber nicht ihr Wesen. Nicht, daß mich nicht das Verhalten von Dingen interessieren würde, aber mein wirkliches Interesse gilt dem Wesen der Dinge.

grüße,
Tom
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Tom
hallo Linda,

interessante Frage! Mir fällt auf, daß ich mich an vieles erinnern kann, aber egal ob 30 Jahre oder 3 Minuten her, ich kann mich immer nur an Bilder erinnern. Geistige Bilder vor meinem geistigen Auge. Nur, an das reine Gefühl zu existieren, kann ich mich nicht erinnern. Das ist immer nur jetzt da.

Mit Entstehung deines Ichs wurden auch Erinnerungen festgehalten, weil du die Eindrücke ab da auf dich bezogen hast. Aber das Ich ist nicht der Denker oder Organisator deines Lebens.
Es ist das Lenkrad, aber nicht der Fahrer, um es mal so auszudrücken.

Grüße,
Tom
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