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Was ist Bewußtsein ?

Thema erstellt von Zara.t. 
Beiträge: 1.177, Mitglied seit 14 Jahren
Zitat: "Gibt es in der Bewusstlosigkeit also so etwas, wie eine Zeitlosigkeit?"

Das Zeitempfinden wird bei solchen Aktionen stark gestört weil einige Hirnfunktionen aussetzen - das Gehirn freut sich über solche Aktionen eigentlich gar nicht - in ganz wenigen Fällen endet es sogar tödlich.
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Manuel
Ja, mir ist da was Ähnliches auch schon mal passiert. Es war zwar viel harmloser (die Verletzungen) als von Karlheinz, aber trotzdem... ich war da vielleicht 12 Jahre alt, als ich mit dem Fahrrad aus Versehen auf einen Randstein (so ähnlich) fuhr und in ein Gebüsch stürzte und dahinter Kopfüber (mit Fahrradhelm gottseidank) etwa einen bis 1.5 Meter auf ein Trottoir, daneben lag eine Hauptstrasse. Ich hatte vorher keine Ahnung, dass da noch ein Trottoir war, und meinte, auf die Hauptstrasse geschleudert zu werden (wo gerade ein Lastwagen kam). Da dachte ich auch, jetz is' es aus... Der Sturz war vielleicht einen Meter bis 1.5 Meter, doch mir schien die Zeit endlos, und meinte, es ginge vielleicht vier Meter runter! (da war ich aber noch bei Bewusstsein). Ich habe mir auch noch gut vorstellen können, das es jetzt aus sei; gedanklich war ich voll da. Etwa einen (getäuschten) Meter vor dem Aufprall fiel ich einfach in ein schwarzes Loch... nix, null Erinnerung. 20 Sekunden war ich laut den Kollegen weggetreten, doch ich meinte, den ganzen Nachmittag dort gelegen zu haben.
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Beiträge: 683, Mitglied seit 13 Jahren
Bewußtlosigkeit erlebe ich jede Nacht. Etliche Stunden vergehen, in denen ich noch nichtmal etwas träume.
Doch ich erlebe in ihr keine Zeitlosigkeit, ich erlebe überhaupts nichts.
Das passiert erst hinterher, wenn ich wieder wach werde, und darüber nachdenken kann, wo die Zeit hin ist.
Nachdenken selbst erfordert wieder Zeit.

Ich kann während des Schlafens sogar mit Menschen reden, z.bsp. mit meinem Kollegen, der mich morgens anruft um mich abzuholen und ich soll ihm geantwortet haben, ich wäre gleich draußen. Es hat danach eine Stunde gedauert, mich wachzubekommen.
Ich habe keine Ahnung, ob ich diese Worte in bewußtlosem Zustand gesprochen habe, oder ob ich bei Bewußtsein war, es aber sofort wieder vergessen habe.

Andersherum kann ich, vor allem wenn ich aufgeregt bin, in einem 10-minütigen Schlaf im Traum eine ganze Weltreise erleben - wenn ich dann aufwache und feststelle, daß nur 10 Minuten vergangen sind, frage ich mich immer, ob die Außenwelt womöglich eingeschlafen oder bewußtlos war...
Signatur:
Ich leide nicht unter Realitätsverlust - ich genieße ihn!
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Beiträge: 683, Mitglied seit 14 Jahren
"... und ich soll ihm geantwortet haben, ich wäre gleich draußen ..."

Ich sag's ja: Falscher Planet.
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Beiträge: 1.851, Mitglied seit 14 Jahren
Haben oder Sein.
Hat man Bewußtsein oder ist man Bewußtsein ?
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Herzilein
Ist man Haben oder hat man Sein?

Worum ist im Forum das Niveau niewo??
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Beiträge: 1.177, Mitglied seit 14 Jahren
Zitat:"Hat man Bewußtsein oder ist man Bewußtsein ?"

Hallo Zara.t

Korrekt muss es heißen: "Man zeigt Bewusstsein." So wie man auch sagen muss: "Der Hund zeigt Gedächtniss." Und nicht. "Der Hund hat ein Gedächtnis."

Allerdings wird im normalen Sprachgebrauch ganz anders gesprochen.
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Beiträge: 1.851, Mitglied seit 14 Jahren
Hi Andrè, das ist der Fall, wenn ein Beobachter einen anderen Menschen beobachtet. Er beobachtet dann, dass der Beobachtete Bewußtsein zeigt.
Was aber wenn ich mich selbst beobachte? Introspektiv. Ich lerne dann erst kennen, was wir Bewußtsein nennen. Und erst jetzt, da ich Bewußtsein aus eigener Introspektion kennengelernt habe, kann ich aus dem Verhalten anderer auf deren Bewußtsein schließen, kann ich also erkennen, dass sie B. zeigen.

Also: Man zeigt B.
Aber: Ich habe oder ich bin B. Oder ganz was anderes. ???
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Karlheinz
Hallo Zarat,
wie ich schon an anderer Stelle in diesem Thread schrieb bedeutet Bewusstsein laut Duden deutlich leben. Jeder lebende Mensch hat also ein Bewusstsein, welches durch die Erbanlagen, die Sozialisation und die Inteligenz begrenzt wird. Etwas anderes ist es mit dem Selbstbewusstsein. Das darf man nicht durcheinander bringen.
Herzlichst
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Herzilein
Hallo Tante Zarah,

der Beitrag 117-189 stammt nicht von mir.

Herzlichst

Herzilein
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Beiträge: 1.851, Mitglied seit 14 Jahren
Anton hat 5 Euro. Die kann man ihm wegnehmen und Anton ist immer noch Anton.
Anton hat zwei Beine. Die kann man ihm abnehmen ( der Arme ist starker Raucher ) und Anton ist immer noch Anton. Anton hat ein Herz. Das kann man ihm herausoperieren und vorausgesetzt er wird in einer guten Klinik an ein künstliches Herz angeschlossen ist Anton immer noch Anton. usw....brrrr...Am Schluss dieser Prozedur schwimmt Antons Gehirn in einer Nährlösung. Schwimmt da immer noch Anton??? (seine kommunikationsfähigkeit sei über ein entsprechendes Interface erhalten. Fragen wir ihn also.)
Was wenn wir nun sukzessive ( in einer fernen Zukunft, mit Hilfe einer Supertechnologie) Teile dieses Gehirn durch Mikroprozessoren ersetzen, die exakt dieselben Input - Outputrelationen zeigen, wie die entsprechenden von uns entfernten Teile von Antons Gehirn, wie lange haben wir dann immer noch Anton vor uns ?
Was wenn wir die verschiedenen Mikroprozessoren trennen und an ganz verschiedenen Orten dieser Erde aufbewahren, nur über Funk via Satellit miteinander verbunden. Wo ist dann Anton geblieben?

Warum diese grausige Prozedur?
Alles was wir Anton wegnehmen können hat bzw hatte er einmal. Alles was unbedingt bleiben muss um weiterhin Anton zu sein, das hat er nicht, das IST er.
Zara.t. rät:
Vor Durchführung entsprechender Versuche fragen sie bitte ihren Arzt oder Apotheker!
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Karlheinz
Hallo Zarat,
der Beitrag 117-190 stammt nicht von mir.
Herzlichst
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Beiträge: 1.177, Mitglied seit 14 Jahren
Vielleicht ein kleiner Hinweis... (und das sollte bekannt sein, wenn man ernsthaft nachdenken will): Die Sprache beeinflusst, wie wir über etwas denken.

Das klassische Beispiel: "Ich habe Angst."

Was ist daran falsch?

Wenn ich Kurzgeschichten schreibe, dann würde ich niemals Schreiben. "Anton hat Angst.", sondern immer: "Anton packte die Angst." Wobei der Satz noch auf zwei Arten zu lesen ist, nämlich einmal, dass Anton die Angst packt, oder dass die Angst Anton packt. Das erstere ist natürlich richtig.

Man sollte einfach mal bedenken, dass es Sprachen gibt, in denen der Begriff "haben" gar nicht vorkommt.

Für so einige Menschen auf der Erde dürfte deswegen ein Satz wie: "Ich habe Bewusstsein." vollkommen unverständlich sein.
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Beiträge: 1.851, Mitglied seit 14 Jahren
Zitat: "Für jene, die glauben, dass haben eine höchst natürliche Kategorie innerhalb der menschlichen Existenz ist, mag es überaschend sein, wenn sie erfahren, dass es in vielen Sprachen kein Wort für haben gibt. Im Hebräischen muss - ich habe - zum Beispiel durch die indirekte Form - jesh li = es ist mir - ausgedrückt werden.Tatsächlich gibt es mehr Sprachen, die Besitz in dieser Weise ausdrücken, als durch - ich habe -."
Erich Fromm, Haben oder Sein

das beeinträchtigt aber nicht die Aussage und Fragestellung meines obigen Postings.

Wie lange kann Anton noch sagen, dieser Arm, dieser Teil des Gehirns war mir? Doch wohl solange wie Anton noch Anton ist. Was ist dieses Sein das Anton Anton sein läßt ?
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Beiträge: 111, Mitglied seit 14 Jahren
Was bewegt Dich zara?

Herzlichst grüßt Dich
Peter
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Lobos
Wie weit die Ichauflösung gehen muß um tranZENdieren zu können (:-).

"Anton" ist Charakterpanzer.Seine Situation, eine eminent existentielle, die nach Kontakt

und Komunikation durch die Sinne sucht.Das Sein, ein Teil einer ganzheitlichen Struktur der

Wirklichkeit.
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Glücksfee
Hmm... Ich glaub fast, dass das Bewusstsein zur Voraussetzung die Sinne hat - wenn Anton in den Spiegel blickt, dann sieht er sich und ist sich seiner selbst bewusst - wenn Anton sich berührt, dann spührt er sich und ist sich seiner selbst bewusst ... usw.
Es ist also in gewisser Hinsicht die Fähigkeit sich selbst aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen -als Bestätigung für die eigene Existenz - das würde dann bedeuten, dass Bewusstsein nicht ohne den Körper existiert, weil die Sinne ja an den Körper gebunden sind.
Ich hoffe, es ist einigermaßen nachvollziehbar, was ich meine...
Was denkt ihr darüber?

Gruß
die Glücksfee
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Glücksfee
... noch was, was mir dazu durch den Kopf geht:
dadurch, dass wir uns selbst mit den Sinnen wahrnehmen können, haben wir die Bestätigung, dass wir existieren - wir bringen "Ich" auch immer mit sinnlichen Wahrnehmungen in Verbindung (glaub ich) - Bewusstsein ist ja im Prinzip (bitte korrigieren, wenn ich falsch liege) sich innerlich ein Bild von sich selbst aufzubauen (wie ne Spiegelung seiner selbst mit allem was zu nem Menschen gehört - also nicht nur ne visuelle, sondern auch ne emotionale Spiegelung).
Mir geht grad durch den Kopf, dass dazu vielleicht auch gehört, dass man sich mit anderen in Beziehung setzt und vergleicht - oder bin ich da beim Begriff 'Identität'?
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Beiträge: 1.177, Mitglied seit 14 Jahren
Zitat:
--
dass Bewusstsein nicht ohne den Körper existiert, weil die Sinne ja an den Körper gebunden sind.
Ich hoffe, es ist einigermaßen nachvollziehbar, was ich meine...
--

So denkt man in der Hirnforschung mehrheitlich auch. Vor allem ist die Art von Bewusstsein, wie sie der Mensch besitzt, streng an seine biologische Evolution gekoppelt und an ihn als Lebensform.
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Beiträge: 1.851, Mitglied seit 14 Jahren
Anton ist normal aufgewachsen, hat ein ganz normales B entwickelt, bevor er zara.t. in die Finger geriet.
Meine Frage ist, wo in diesem Zerstückelungsprozess hört Anton auf Anton zu sein.
Eine Frage, die auch die Juristen interessieren müsste. Wie lange darf Anton noch sein Testament ändern. Das ist nicht ganz unwichtig. Anton ist Milliardär. Ab wann müssen wir Anton entmündigen, wann für tot erklären?
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