Ich bin in diesem Forum weil ich den physikalischen Zeitbegriff nicht für zufriedenstellend halte. Mit deinem Zusatz: „Na und“ verstehe ich, warum es dir geht.
Hallo Utta,
Wenn Zeit Ausdruck einer Zustandsänderung ist, dann muss der Zustand messbar sein.
Observable sind messbare Größen wie Energie, Ort, Impuls oder Spin.
Die Zeit selbst ist jedoch nur ein Parameter, kein Zustand, keine Observable.
Überspitzt formuliert: Zeit existiert überhaupt nicht, weil Zeit kein Zustand ist.
Zeit ist nur eine Hilfsgröße, um die sequentielle Geschichte eines aktuellen "Jetzt" zu beschreiben.
Die Geschichte als Prozess kennt nur eine Richtung in der Reihenfolge von Ereignissen.
Eine Zeitumkehrsymmetrie besagt nicht, dass der Hilfsparameter "t" umkehrbar ist (Zeit rückwärts liefe).
Die Zeit selbst ist im Verständnis der klassischen Physik und in der QM kein sich verändernder Zustand, dessen Wert wächst oder fällt.
(1)
Die Zeit kann verschwinden, wenn sich nichts ändert. Das trifft zum Beispiel für den Zustand der Lichtgeschwindigkeit zu oder für ein Universum mit maximaler Entropie.
Ein mathematischer Operator (eine Funktion oder einfach nur +, -, *, /) ist nur eine mathematische Vorschrift zur Bildung eines neuen mathematischen Objektes, nicht automatisch eines physikalischen Objekts.
Im Grunde haben wir keine Ahnung, warum die Zustandsänderungen der Natur so sind.
Wir haben auch keine Erklärung dafür, warum Mathematik die Wirklichkeit beschreibt.
Gruß, Otto
Ergänzung 01-Aug-23: (1) Das ist die klassische Auffassung in der Physik.
Ich bin jedoch der Meinung, dass sich die Skalierung der Zeit ändern kann (Zeit als "Gummilineal").
Der Skalierungsfaktor der Lichtgeschwindigkeit stellt eine energetische Barriere des Universums dar, kein Limes im Sinne einer Grenzgeschwindigkeit.
Im mathematischen Sinne ist der Skalierungsfaktor der Eigenwert eines Vektors oder einer (geometrischen) Abbildung, in diesem Falle die bekannte physikalische "Eigenzeit".
Bearbeitet von Otto am 01.08.2023 um 04:24 Uhr.