Eine Paradoxie und eine daraus resultierende Singularität lässt sich nicht durch Fortschreibung des logischen Systems - sondern nur durch die Infragestellung der Vorüberlegungen (der Prämissen) des Systems - lösen.
Hallo Utta,
In unserer intuitiven Wahrnehmung scheint Zeit zu fließen, verursacht durch unser Gedächtnis, das verschiedene Ist-Zustände, vergangene und aktuelle, vergleichen kann.
Diese Fähigkeit erlaubt es, das Wesentliche der Natur als Zustandsänderung wahrzunehmen und Gesetzmäßigkeiten (als Zustandsänderungen) zu formulieren.
Die Vergangenheit wird so für uns zu einem unzweifelhaften tatsächlichen Geschehen und daraus ableitend die Existenz einer möglichen Zukunft.
Diese Fähigkeit verführt zu den Fehlinterpretationen, dass Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart gleichzeitig existieren.
Dies ist nur insoweit richtig, weil Informationen uns über Ereignisse nicht instantan erreichen.
In Wirklichkeit existiert nur ein "Jetzt" für die gesamte Natur, ganz gleich, ob belebt oder unbelebt.
Vergangenheit und Zukunft existieren nicht real. So können sie auch nicht im Widerspruch zueinander stehen.
Vergangenheit und Zukunft existieren nur in unserem Bewusstsein - dank unseres Gedächtnisses oder von Aufzeichnungen.
Mit diesem grundsätzlichen Verständnis gibt es weder eine Diskrepanz noch eine Paradoxie.
Der Zeitbegriff ist nicht frei wählbar. Man muss nur verstehen, was Zeit ist.
Hinweis: Einstein beschreibt in der ART und in SRT nicht die Zeitdauer, sondern die Raumzeit.
In der ART geht es um Verzerrung (Änderung) der Raumzeit infolge von Gravitation. (zur Gleichung der ART siehe
Beitrag Nr. 2345-91).
Die SRT beschreibt Zeit- Dilatationen (Eigenzeit) und Raum-Dilatationen. Dilatationen sind auch nichts weiter als Änderungen.
Es gibt nur Ereignisfolgen.
Das ist m.E. die Zeit.
Die Mathematik beschreibt die Zustandsänderung von Ereignissen in Form von Folgen oder Reihen. Sämtliche mathematischen Gleichungen lassen sich auf Subtraktionen und Additionen zurückführen. Das Plus-Zeichen und das Minus-Zeichen sind Ausdruck von Zeit.
Gleichheits- oder Ungleichheitszeichen beschreiben in der Mathematik (und Logik) Äquivalenzen.
Die Bezeichnung Zeitpfeil ist irreführend und führt zu der Fehlinterpretation, dass die Zeit theoretisch rückwärts laufen könnte. Diese Auffassung wird gestützt durch die mathematische Formulierung von Naturgesetzen, die keine Aussage über den "Durchlaufsinn" der Zeitvariablen machen.
Die korrekte Frage müsste vielmehr lauten: "Lassen sich Prozesse umkehren?"
Beispiele:
Wir erleben, dass die Temperatur (ein Zustand) eines Mediums durch Wärmestrahlung ständig "von allein" abnimmt. Falls die Temperatur steigt, können wir dies physikalisch erklären; wir kennen die Ursache der Symmetrie dieses Prozesses, zum Beispiel das Erhitzen von Wasser in einem Boiler. Diese Symmetrie des Prozesses hat jedoch nichts mit einer Zeitumkehrsymmetrie oder einer rückwärts laufenden Zeit zu tun.
Wir stellen fest, dass "freie Energie" für Prozesse in einem geschlossenen System immer nur abnimmt (als Zustandsänderung). Entropie nimmt nur zu.
Wann entsteht aus einem ungeordneten Zustand ein geordneter Zustand?
Unter welchen Bedingungen nimmt die Entropie ab?
Wir kennen derzeit keine Antwort auf diese Fragen.
Dieses Unwissen hat jedoch mit einem Zeitpfeil nichts zu tun.
Die Wahrscheinlichkeit, mit der die Entropie physikalisch gedeutet wird, gibt auf eine Umkehr dieser Prozesse keine Antwort.
Ganz im Gegenteil, der geordnete Zustand ist höchst unwahrscheinlich.
Auch die Gravitation liefert keine Option.
Die "Verklumpung" von Masseteilchen stellt zwar eine gewisse Ordnung her, liefert jedoch keine Erklärung zu einer möglichen Umkehr der Entropie.
Auch neue Theorien wie die Quantentheorie, die sich von der klassischen Physik grundlegend unterscheiden, bieten keine Option für eine Entropie-Umkehr.
Mir stellen sich, auf den klassischen Gesetzen Newtons, den Maxwell-Gleichungen des Elektromagnetismus der Elektrodynamik, Einsteins SRT und ART gestützt, folgende einfachen Fragen:
- Was sind in der Natur maximale Zustandsänderungen?
Warum gibt es keinen Zustand der Ruhe als minimale Zustandsänderung an sich, sondern nur gleiche Gradienten der Zustandsänderung verschiedener Prozesse im relativen Vergleich?
- Was ist überhaupt eine maximale Ordnung?
- Wann ist die physikalische Wahrscheinlichkeit eines Zustandes mathematisch gleich Eins?
- Wann treffen hohe Wahrscheinlichkeit mit hoher Ordnung gleichzeitig auf?
Ich vermute, dass Wellen genau diese Eigenschaft aufweisen, als eine Kombination von hoher Wahrscheinlichkeit mit einer hohen Ordnung (pro Frequenz).
Gruß, Otto
Bearbeitet von Otto am 25.07.2023 um 22:57 Uhr.