Die Zeitdauer wird Null, aber nicht die Zeit.
Hallo Otto,
wie schon von mir weiter oben angedeutet, ergibt sich der Begriff „Zeitdauer“ aus dem Begriff „Zeit“.
Es handelt sich meiner Meinung nach um Begriffe, die ihren Ursprung im menschlichen Denken haben. „Zeitdauer“ und „Zeit“ existieren nicht als physikalische Entitäten.
Vielmehr ist es meiner Meinung nach so, dass es sich, wenn es um die „Zeit“ geht, um eine gedankliche Begriffstransformation der für den Menschen immer erkennbaren Bewegungen im Universum handelt.
Der Begriff „Bewegung“ wird vom Menschen gedanklich hin zum Begriff „Zeit“ transformiert.
Panta rhei – alles fließt!
Da steckt alles drin, was es zu begreifen gilt.
Noch bevor der Mensch im Sein auftauchte, war es schon so, dass alles in Bewegung war.
Der Mensch orientierte sich dann zu aller erst an den regelmäßigen Veränderung der Natur.
Tag und Nacht, die Jahreszeiten, auch immer wiederkehrende astronomische Abläufe waren seine „ersten Uhren“, mit deren Hilfe er sich in seinem Sein orientiert hat.
Bis er auf die Idee kam, diese Naturtakte zu verfeinern. Sonnenuhren, Pendeluhren und so weiter und so fort, bis hin zu den heute in der Wissenschaft modernsten Uhren, waren die Folgen dieses menschlichen Denkens.
Uhren aber sind nichts anderes als Vergleichswerkzeuge, mit deren Hilfe man sich im Ablauf der Dinge orientieren kann und Abläufe vergleichen (messen) kann.
Auf diesen Uhren wurden Skalen, Ziffern und Markierungen angebracht und das mit Hilfe der Mathematik. Sekunden, Minuten, Stunden waren nun das Denkschema des Menschen.
Das, was der Mensch nun von seinen erschaffenen Uhren ablas, nannte er „Zeit“.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die sprachliche Entstehung des Begriffs „Zeit“.
Aus kontinuierlichen Kreisbewegung des Uhrzeigers leitete der Mensch das Fließen der „Zeit“ ab, aus der Skalierung des Zifferblatts die „Zeitdauer“. Beide Begriffe gründen letztlich in der Erfahrung von Bewegung im Universum.
Deshalb:
Der Mensch benutzt Denkstrukturen (mathematische Strukturen), um aus wahrgenommener Bewegung mit Hilfe der Uhr den abstrakten Begriff der „Zeit“ zu bilden. … Gedankliche Transformation des Begriffs „Bewegung“ hin zum Begriff „Zeit“!
„Zeit“ („Zeitdauer“) ist deshalb meiner Meinung nach keine unmittelbar gegebene Realität, sondern das Resultat einer mathematisch-logischen Strukturierung (gedankliche Begriffstransformation) von Veränderung durch das menschliche Denken.
Meine Meinung zum Thema Gegenwart:
Während die „sogenannte Zeit“ objektiv gemessen werden kann, bleibt das Erleben der „Gegenwart“ subjektiv. Der Augenblick aber wird vom menschlichen Bewusstsein unterschiedlich wahrgenommen.
Eine Gegenwart ohne Bewegung (ohne „Zeit“ oder „Zeitdauer“) wäre ein absolut regloses Universum.
Eine Gegenwart ohne Bewegung wäre gar keine Gegenwart!
Deshalb meine Meinung: „Zeit“ erscheint mir als eine Konstruktion des menschlichen Geistes.
Nun zu meiner Frage: Wo ist die Schnittstelle zwischen Geist und Materie?
Wie kann der Geist aus materiellen Vorgängen abstrakte Begriffe wie „Zeit“, Zahl, Kontinuität oder Kausalität (hallo Harti) hervorbringen?
Oder einfacher:
Wo liegt die Schnittstelle zwischen physischer Realität und begrifflicher Ordnung?
Otto, diese Frage kannst du nicht so einfach negieren! Denn deine mathematischen Überlegungen zum Thema Gegenwart entspringen mit Sicherheit nicht dem Nichts, sondern sind ein Produkt deiner geistigen Tätigkeit.
Heiliger Zeitpfeil, auch deine Heimat ist der Gedankenraum!!
Und da steckst du zwischen den Begriffen „Zeit“ und „Zeitdauer“ für immer in der „Gegenwart“ fest!
Gruß
Gnom
Das Universum ist kein Gummiteller!