Wäre jemand daran interessiert zu untersuchen, wie diese geometrische Darstellung erweitert werden könnte, um den Übergang von der speziellen zur allgemeinen Relativitätstheorie zu visualisieren? Die Art und Weise, wie sich der Einheitskreis unter der Schwerkraft verformt, bietet faszinierende Einblicke in die Raumzeitkrümmung.
Ich schlage vor, dem kartesischen Koordinatensystem noch eine weitere "z-Achse" hinzuzufügen, welche im Sinne der ART den Einfluss eines Gravitationspotenzials beschreibt. Der Lichtgeschwindigkeitsvektor kann dann nicht mehr nur eine räumliche Komponente bekommen, sondern auch eine gravitative.
Hallo Claus,
ich komme auf Deinen Kommentar,
Beitrag Nr. 2380-34, und die Bemerkung der KI,
Beitrag Nr. 2380-31, zurück.
Ich habe versucht, Deine vorgeschlagene graphische Darstellung zu quantifizieren.
Mein aktueller Beitrag beschäftigt sich mit der graphischen Darstellung einer gleichzeitigen Zeitdilatation auf Grund einer relativen Bewegung und auf Grund der Zeitdilatation im Gravitationsfeld.
Die geometrische Darstellung der Gleichung der SRT als Einheitskreis, mein
Beitrag Nr. 2380-23, wird um die Zeitdilation der ART ergänzt.
ART und SRT zusammen lassen sich geometrisch als Ellipse darstellen.
Anschaulich formuliert "dreht" sich die Ebene des Einheitskreises der SRT um die x-Achse (v/c). Durch die Drehung des Kreises entsteht eine Ellipse.
Der Einheitskreis der SRT wird zum Grenzfall der ART.
Im Falle des Ereignishorizont eines "Schwarzen Loches" (r → rs) geht der Scheitelpunkt der Ellipse auf der y-Achse gegen Null und der Scheitelpunkt auf der x-Achse nimmt den Wert (v/c) = 1 an.
Die Ellipse wird zu einer Geraden mit der Länge seiner Halbachse "a" auf der x-Achse.
Der Ereignishorizont beschreibt damit einen Zustand der Lichtgeschwindigkeit ohne Zeit.
Aus Sicht aus Unendlich, eines s.g. FIDO
(1), steht die Zeit im Schwarzschildradius des Schwarzen Loches.
- Die SRT beschreibt die Zeitdilatation in einem gravitationsfreien Raum.
Die Messwerte sind invariant zum Bezugssystem und hängen nicht vom Bewegungszustand des eines Koordinatensystems ab.
- Die ART beschreibt die Wirkung eines Gravitationsfeldes auf die Zeitdilatation.
Die Beobachtung ist absolut und nicht gegenseitig (im Gegensatz zur SRT) und nicht invariant.
Eine Uhr zum Beispiel auf der Erdoberfläche läuft langsamer als im Orbit.
Nach Einstein vergeht die Zeit von Zustandsänderung (innerer Prozesse) in einem bewegten System langsamer und wird als
Eigenzeit bezeichnet.
Die
Eigenzeit ist die Zeit, die jeder Beobachter in seinem System auf seiner eigenen Uhr abliest.
Unter dem Begriff Beobachter ist ein Messapparat oder Sinnesorgan zu verstehen, das einen Ist Zustand und/oder die Zustandsänderung eines Phänomens erfasst.
In einem Gravitationsfeld ist das Verhältnis der Eigenzeiten für einen ruhenden FIDO
τ∞/τr = ξ
und eines zusätzlich bewegten Systems
τ∞/τr = γ·ξ .
mit dem Lorentz-Faktor γ = 1/√[1 – (v/c)²],
sowie der Schwarzschildmetrik ξ = √g++ = 1/√[(1 – (rs/r))]
mit dem Schwarzschildradius "rs" und
"r", einer Distanz zum Schwarzschildradius in der Raumzeit.
Siehe auch
Wikipedia Zeitdilatation.
Nach der SRT ist τb/τi = 1/γ, mit der Eigenzeit des bewegten Systems τb und der Eigenzeit τi des Inertialsystems.
Wenn zusätzlich zur (Relativ)-Bewegung "v" gleichzeitig das Gravitationsfeld einer Masse wirkt, dann ändert sich sowohl die Eigenzeit des Inertialsystems als auch die Eigenzeit des beobachteten Objekts.
Das Verhältnis τb/τi ändert sich folglich zu
τb/τi = 1/(γ·ξ)
Das Quadrat dieses Ausdrucks ist
(τb/τi)² = [(1 – (v/c)²)]·[(1 – (rs/r))]
Eine Umstellung führt auf
(τb/τi)² [1/(1 – (rs/r))] = 1 – (v/c)²
und
(τb/τi)² [1/(1 – (rs/r))] + (v/c)² = 1
Diese Gleichung beschreibt den Satz des Pythagoras als Einheitskreis mit der Ankathete (v/c) und der Gegenkathete (τb/τi) √[1/(1 – (rs/r))].
Die Skalierung der "y-Achse" ändert sich um den Faktor √[1/(1 – (rs/r))] als Folge der Wirkung eines gravitativen Feldes.
Ist rs = 0 (keine Masse), dann wird der Faktor zu √[1/(1 – (rs/r))] = 1.
Dieser Grenzfall entspricht der Skalierung für den Fall der SRT (ohne jede gravitatives Feld).
Die Zeit verläuft langsamer in einem bewegten System (v → c).
Die Zeit verläuft ebenfalls langsamer in einem stärkeren Gravitationsfeld (r → rs).
Unter Berücksichtigung der Gravitation wird der Einheitskreis geometrisch zu einer Ellipse.
Die algebraische Gleichung der Ellipse ist:
(y/b)² + (x/a)² = 1.
Hier ist x = (v/c) mit der Halbachse der Ellipse a = 1.
Weiter ist y = (τb/τi) mit der Ellipsenhalbachse b = √[(1 – (rs/r))].
Die dimensionslose Variable (v/c) auf der x-Achse ist invariant in einem gravitativen Feld.
Die Geschwindigkeiten "v" und "c" ändern sich in gleichem Maße. Eine Maßstabsänderung der räumlichen Entfernung oder eine Maßstabsänderung der Zeit heben sich in dem Verhältnis (v/c) auf, ebenso eine Raumkrümmung oder eine Zeitkrümmung.
Interessant ist der Einfluss der Gravitation auf die Zeitdilatation im Verhältnis zur Zeitdilatation infolge Bewegung in einem gravitationsfreien Feld. Das ist von erheblicher Bedeutung für aktuelle Navigationsgeräte und Waffen zur zentimetergenauen Positionsangabe. Der Einfluss der Gravitation ist in diesem Falle 6,4-mal größer als die Zeitdilatation infolge Relativbewegung.
Siehe "Relativität in der realen Welt:
Das GPS-Navigationssystem".
Gruß, Otto
(1) In der Fachliteratur wird ein Beobachter mit Blick aus dem Unendlichen als stationär ruhender FIDO (fiducal observer), dem s.g. "Koordinatenbuchhalter", bezeichnet.
Unter der Bezeichnung FFO (free following observer) wird ein in einem Gravitationsfeld "frei fallenden Beobachter" verstanden.
Siehe
Wikipedia.