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Lässt sich das Mysterium „Zeit“ in einem Bild darstellen, erfassen – und was genau ist Zeit eigentlich?

Thema erstellt von Gesichtderzeit 
Beiträge: 1, Mitglied seit 2 Monaten
Auf letzteres weiß auch die Wissenschaft bis heute keine Antwort und gibt sich ratlos.

Beim ersten Teil der Frage liegen die Dinge jedoch etwas anders und auch komplizierter. Hier scheint jeglicher Enthusiasmus zu fehlen, der Zeit in irgendeiner Weise ein Gesicht zu geben! Vermutlich hält man sie für zu nachrangig und weniger grundlegend für die Welt.

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Stueps (Moderator)
Beiträge: 3.147, Mitglied seit 13 Jahren
Hallo Gesichtderzeit,

willkommen im Forum und viel Spaß beim Diskutieren!

Bitte füge zu deinem Bild (und zu allen folgenden) noch eine Quellenangabe hinzu!

Beste Grüße
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Ein Universum, welches zufällig entsteht und zufällig ein Phänomen namens Humor hervorbringt, entbehrt nicht einer gewissen Komik.
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Beiträge: 696, Mitglied seit 6 Jahren
Gesichtderzeit schrieb in Beitrag Nr. 2323-1:
Auf letzteres weiß auch die Wissenschaft bis heute keine Antwort und gibt sich ratlos.

Hallo Gesichtderzeit,
willkommen im Forum.

Wieso ist die Wissenschaft ratlos? Zeit ist Zustandsänderung.

Gesichtderzeit schrieb in Beitrag Nr. 2323-1:
Hier scheint jeglicher Enthusiasmus zu fehlen, der Zeit in irgendeiner Weise ein Gesicht zu geben! Vermutlich hält man sie für zu nachrangig und weniger grundlegend für die Welt.
Zustandsänderung ist der Normalzustand unserer Welt und deshalb vorrangig.

Dein abgebildetes Diagramm halte ich nicht nur für irreführend, sondern für physikalische falsch.
Einstein geht von einer Aussendung eines Signals mit der Geschwindigkeit c in alle Raumrichtung gleichzeitig aus.
Das Signal setzt sich wie die Oberfläche einer Kugel im Raum fort, die expandiert.
Es ist nicht richtig, mehrere Kreise mit den gemeinsamen Tangentenpunkt S als Urknall-Zeitpunkt zu setzen.
Gruß, Otto
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Beiträge: 660, Mitglied seit 2 Jahren
Moin Otto,

Otto schrieb in Beitrag Nr. 2323-3:
Zeit ist Zustandsänderung.

Nur das? Warum nicht viel mehr? Was ist denn der sich ändernde Zustand? Die Zeit selbst? Was ändert sich denn dann eigentlich? Nichts? Ist Zeit ein Nichts?

Otto schrieb in Beitrag Nr. 2323-3:
Dein abgebildetes Diagramm halte ich nicht nur für irreführend, sondern für physikalische falsch.

Warum so eindeutig? Mich erinnert es an ein zweidimensionales Minkowski-Diagramm. Das wäre doch nicht eigentlich falsch?

Schönes Wochenende
Kirsche
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Die Vergangenheit ist über die Gegenwart verbrauchte Zukunft.
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Beiträge: 696, Mitglied seit 6 Jahren
Kirsche schrieb in Beitrag Nr. 2323-4:
Was ist denn der sich ändernde Zustand? Die Zeit selbst? Was ändert sich denn dann eigentlich? Nichts?
Ja, das ist meine Auffassung (muß nicht stimmen).
Die Änderung eines Zustandes (Distanz, Temperatur, Masse, Dichte, Energie, ...) ist Zeit. Die Änderung ist Ausdruck von Zeit.
Es gibt keine Zeit als Zustand.

Kirsche schrieb in Beitrag Nr. 2323-4:
Mich erinnert es an ein zweidimensionales Minkowski-Diagramm.
Mich erinnert das Bild nicht an ein Minkowski-Diagramm.
Das wesentliche Merkmal des Minkowski-Diagramms besteht m.E. in der Änderung des Winkels zwischen Ordinate und Abszisse von 90° in einen kleineren eingeschlossenen Winkel.

Gruß,Otto
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Beiträge: 660, Mitglied seit 2 Jahren
Hallo Gesichtderzeit,

auch ich begrüße dich!

Wie du aus meinem sehr kleinen Disput mit Otto erlesen kannst, versteht jeder irgendwie, was Zeit sein könnte, weiß es aber dann doch nicht so recht. Im Detail hat jeder eine andere Vorstellung. Und das ist auch zulässig, denn eine wissenschaftlich fundierte Lösung, was denn Zeit sei, gibt es bisher jedenfalls nicht.

Ich meine, Zeit ist mehr, als die Zeit der Uhr, wobei jedem Tick lediglich ein Ereignis zugeordnet werden kann. Nur die Ereignisse ändern sich, nicht aber die Uhr mit jedem Tick, Tick in beliebig wählbarem Abstand in Nanoekunden, Stunden oder Lichtjahre, was zudem jeweils auch noch eine Entfernung beschreibt. Die Zeit kann also nicht die Veränderung selbst sein.

Ich persönlich habe die Vorstellung, dass es eine Zeit gibt, die Abläufe im Groben sogar für alles vorgibt wie ein grob gestricktes Gesetz, wodurch gerade Evolution zugelassen und gefördert wird nach dem überall spürbaren Prinzip des Werdens, Seins und Vergehens. Die Betrachtung lediglich einzelner Ereignisse verstellt nur den Blick auf diese Abläufe. Das Wahrscheinlichkeitsprinzip durchdringt alle Bereiche und ist nicht auf den Bereich kleinster Teilchen/ Wellen beschränkt.

Dein Bild aber, da gebe ich Otto vollkommen recht, beschreibt nicht die Welt des Urknalls, so wie sie von den Einsteinianern gesehen wird. Danach leben wir vergleichbar wie auf einer unsichtbaren Hülle eines Ballons, wobei unser Universum gleichsam auf dieser Oberfläche wie zweidimensional erscheint, die sich erst nach dem plötzliche Urknall um (nur, keiner weiß es) 13,8 MRD Jahre ausgedehnt hat. Dies in etwa ist wohl auch die Vorstellung von Otto, wie von vielen anderen auch. Es ist derzeitiger Stand der Wissenschaft, die allerdings noch viele Mängel wie weiße Flecken auf einer alten Landkarte aufweist.

Ich sehe es nicht unähnlich, aber auch wiederum etwas anders, nämlich als eine Entwicklung im Großen, wobei unser Universum aus einem anderen, schrumpfenden, entstanden sein könnte, sich vielleicht derzeit noch aufbläht, wäschst, und dann wieder schrumpfend, vielleicht dann wie sterbend, eine erneute evolutionäre Entwicklung eines weiteren Universums einleiten könnte.

Auch alle diese Überlegungen sind ebenfalls keinesfalls irgendwo irgendwie gesichert. Vielleicht kannst du hier beschreiben, wie du dein eigenes Bild verstehst?

Kirsche
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Die Vergangenheit ist über die Gegenwart verbrauchte Zukunft.
Beitrag zuletzt bearbeitet von Kirsche am 01.06.2019 um 23:29 Uhr.
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Guten Morgen allerseits,

was haltet Ihr von folgenden Überlegungen zum Thema ?

Das Wort "Zeit" wird mit verschiedenen Bedeutungsinhalten verwendet. Der Zeitbegriff ist deshalb diffus und bedarf zunächst einer Reduzierung auf den Wesensgehalt. Am Besten eignet sich m.E. die von Newton stammende Konkretisierung: Zeit = Dauer

Jeder Mensch, mit Ausnahme von Kleinkindern und Menschen mit eingeschränkter geistiger Leistungsfähigkeit, hat die Vorstellung, dass Veränderungen dauern. Dies ist unser Zeitgefühl. Diese Zeitgefühl muss grundsätzlich im Kindesalter erlernt werden. Es kann deshalb m.E. als Software unseres Gehirns verstanden werden.
Es gibt allerdings in der Neurobiologie Erkenntnisse, dass ein vererbter taktgebender Mechanismus, also innere Uhren, die mit der Außenwelt verbunden sind, biologische Abläufe steuern.

Die Vorstellung von Dauer (Zeitgefühl) entsteht m.E. dadurch, dass wir aus Erfahrung wissen, dass während einer Veränderung, die wir beobachten, zahlreiche andere Veränderungen stattfinden. Wenn wir die Dauer in Form von Einheiten (Sekunde, Minute usw.) konkretisieren und damit zählbar (mathematisch beschreibbar) machen, und dafür ein auf periodischen Veränderungen (Takt) beruhendes Gerät verwenden, haben wir es mit einer Uhr zu tun.

Zeit ist eine im Laufe der Evolution entstandene intellektuelle Fähigkeit zur Beschreibung von Veränderungen in der Natur. Entsprechendes gilt für unsere Vorstellung von Raum. Jede Veränderung hat eine zeitliche und eine räumliche Komponente. Wenn eine der beiden Komponenten so gering ist, dass sie vernachlässigt werden kann, beschränkt man sich auf eine rein zeitliche oder rein räumliche Betrachtung.

Raum und Zeit, die grundsätzlich nicht kompatibel sind, können geometrisch (mathematisch), räumlich eindimensional in Form senkrecht aufeinander stehender Koordinaten dargestellt werden (Kartesisches Koordinatensystem). Die räumliche Darstellung von Zeit in Form einer Strecke (ct-Achse) ist mit Hilfe der Lichtgeschwindigkeit möglich, weil diese die Grundlage der Relativitätstheorie ist, und auf diese Weis eine Umrechnung von Strecke in Zeit und umgekehrt möglich ist.

MfG
Harti
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Beiträge: 1.429, Mitglied seit 11 Jahren
Hallo Gesichtderzeit,

der Zeitpfeil läuft wohl senkrecht nach oben in Deinem Diagramm,
endet aber mit der Lichtgeschwindigkeit.

Wie ist das zu lesen?

Was messen die Querpfeile, die mit t oder t0 bezeichnet sind?

LG
Thomas
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Ich bin begeistert!
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Hallo zusammen,

Thomas der Große schrieb in Beitrag Nr. 2323-8:
der Zeitpfeil läuft wohl senkrecht nach oben in Deinem Diagramm,

Die Vorstellung, dass die Zeit eine Richtung (Zeitrpfeil) hat, von der Vergangenheit in die Zukunft, entspricht allgemeiner Vorstellung. Diese Richtung wird unbewusst dadurch erzeugt, dass kausale Abläufe als Bestandteil des Zeitbegriffs aufgefasst werden (allgemeinsprachlicher Zeitbegriff).
Der Zeitbegriff der Speziellen Relativitätstheorie (SRT) ist ein Zeitbegriff der reinen Dauer, er hat keine Richtung. Einstein hat dies so formuliert:
Zeit ist das, was die Uhr anzeigt.

Eine Uhr zeigt keine kausalen Abläufe an. Mit einer Uhr kann ich nicht feststellen, ob z.B. ein Film vorwärts oder rückwärts abgespielt wird. Mit einer Uhr kann ich feststellen, dass ich zum Kochen eines Hühnereis 5 Minuten brauche, aber nicht, ob ich es gestern gekocht habe oder morgen kochen werde.
Vergangenheit und Zukunft werden durch den Zeitbegriff der Speziellen Relativitätstheorie nicht definiert. Dies ist der Grund, warum die SRT "Zeitreisen" in die Vergangenheit oder Zukunft nicht ausschließt. Spekulationen über Umkehrung oder Beschleunigung kausaler Abläufe können nicht Gegenstand der SRT sein.

Eine begriffliche Klärung und Verständigung würde eine Menge Meinungsverschiedenheiten und Diskussionen überflüssig machen.

MfG
Harti
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Harti schrieb in Beitrag Nr. 2323-9:
Eine begriffliche Klärung und Verständigung würde eine Menge Meinungsverschiedenheiten und Diskussionen überflüssig machen.

Hallo Harti,

wäre das nicht sehr schade und der Tod dieses Forums? Leider hast auch du keinen Vorschlag für eine Einigung beigefügen können:

Werden, Sein und Vergehen, also Inhalte von Vergangenheit, Gegenwart und die Erwartung von Zukunft sind nun einmal unabänderlich in der Welt der täglichen Realität. Und dies halte ich zu deren Verständnis für außerordentlich wichtig. Was sagt mir denn Einstein mit seiner Beschreibung von der Realität eines Moments der Gegenwart? Nichts, was darüber hinaus gehen könnte. Er beschreibt diesen einen Moment, auch den der Gravitation, mit Hilfe von Formeln der Mathematik. Ja, das ist wirklich toll und hat die Gedanken beflügelt! Aber ist nur das wirklich die Realität allen Seins?

Nein, da gibt es werdende und wieder explodierende Sonnen, den Tod eines in der Kindheit lang gehegten und zum Freund gewordenen Wellensittichs, die Geburt der Kinder und die Hoffnung, dass es ihnen gut ergehen wird. Die Mathematik einer symmetrischen Gleichung muss doch bei dieser Beschreibung irgendwie irgendwann irgendwo, bei jeder Beschreibung von Realität der Zukunft, total versagen?

Also, worauf einigen wir uns? Einstein, nur ein großer Spatz in der Hand der Realität der Welt? Oder: Einstein als ein wesentlicher Versuch auf dem Weg, der Zeit jegliche Bedeutung zu nehmen? Oder mit dem Forum: Was ist Zeit? denn nun wirklich? Keiner weiß es. Bleibt es so?

Kirsche
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Hallo Kirsche
Kirsche schrieb in Beitrag Nr. 2323-10:
Harti schrieb in Beitrag Nr. 2323-9:
Eine begriffliche Klärung und Verständigung würde eine Menge Meinungsverschiedenheiten und Diskussionen überflüssig machen.
wäre das nicht sehr schade und der Tod dieses Forums? Leider hast auch du keinen Vorschlag für eine Einigung beigefügen können:

Kann ich ja noch machen. Selbstverständlich will auch ich nicht die Vorstellung (Begriffe) Vergangenheit und Zukunft abschaffen. Sie müssen nur über kausale Abläufe und nicht im Rahmen des Zeitbegriffs definiert werden; z.B.
Vergangenheit: Kausalverläufe, die abgeschlossen sind.
Gegenwart: Kausalverläufe, die gerade stattfinden
Zukunft: Kausalverläufe, die noch nicht begonnen haben.

Die Sprache trägt dem z.B Rechnung, Imperfekt, Präsens, Futur.


Zitat:
Also, worauf einigen wir uns? Einstein, nur ein großer Spatz in der Hand der Realität der Welt? Oder: Einstein als ein wesentlicher Versuch auf dem Weg, der Zeit jegliche Bedeutung zu nehmen? Oder mit dem Forum: Was ist Zeit? denn nun wirklich? Keiner weiß es. Bleibt es so?

Ich habe keine Zweifel, dass der SRT der von mir genannte Begriff der reinen Dauer zugrunde liegt. Zum Verständnis sind Begriffsklärungen erforderlich, insbesondere wenn man die Natur verbal beschreibt.

MfG
Harti
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Hallo Harti,

schon da kommt die Kausalität an ihre Grenzen: Warum sollte die Vergangenheit abgeschlossen sein? Ein Leben z.B. kann als abgeschlossen betrachtet werden, aber die Interpretation dessen, was hier wie gelebt hat, z.B. ein oder der Mensch, an den man denkt, darüber gehen die individuellen Ansichten sehr weit auseinander. Ist Vergangenheit etwa individuell? Ich denke, sie könnte altersabhängig davon abhängen, ob man jung oder etwa alt ist. Bei bestem Gewissen können sich Zeugenaussagen widersprechen. Kausal ist Vergangenheit, oder die Zeit insgesamt, jedenfalls nicht! Ich kann mir jedenfalls keine Kausalität in der Zeit auch nur erdenken.

Mit der Interpretation von Einstein magst du recht haben. Dauer? Aber was ist das mehr als die Abstraktheit des Nichts? Spiegelt Dauer die Realität? Mit Sicherheit nicht!

Kirsche
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Hallo Harti und Kirsche,

Harti schrieb in Beitrag Nr. 2323-11:
Selbstverständlich will auch ich nicht die Vorstellung (Begriffe) Vergangenheit und Zukunft abschaffen. Sie müssen nur über kausale Abläufe und nicht im Rahmen des Zeitbegriffs definiert werden; z.B.
Vergangenheit: Kausalverläufe, die abgeschlossen sind.
Gegenwart: Kausalverläufe, die gerade stattfinden
Zukunft: Kausalverläufe, die noch nicht begonnen haben.

Die Sprache trägt dem z.B Rechnung, Imperfekt, Präsens, Futur.

Ja.
Ich würde es nur etwas anders formulieren.
Die Zeitdauer unterscheidet sich vom Augenblick (dem Zeitanteil eines Ereignisses).
Die Zeitdauer ist die Summe von Augenblicken oder, wie üblicherweise mathematisch ausgedrückt, das Integral von einem Zeitpunkt (Augenblick 1) bis zu einem anderen Zeitpunkt (ein anderer Augenblick 2).
Die Zeitdauer ist ein Maß der zeitlichen Vergangenheit als Summe von Augenblicken, also von Gegenwarten.
Das gilt auch für die Distanz als kürzeste Entfernung und Summe von Orten zwischen zwei Raumpunkten. Die Distanz als gemessene Entfernung ist die Summe von augenblicklichen Orten.
Die Kausalität ergibt sich aus der einfachen mathematischen Verknüpfung von
Zahlenwert von "Augenblick 2" größer als Zahlenwert von "Augenblick 1".
Die Kausalität hat aber nichts mit Zeitdauer und Distanz zu tun.
Ein Austausch der Integrationsgrenzen bedeutet nur eine Umkehr des Vorzeichens von Zeitdauer/Distanz. Der Betrag ist gleich. Das Vorzeichen von Zeitdauer bzw. Distanz beschreibt nur Zustandsänderungen in der Vergangenheit oder zu einer zu erwartenden zukünftige Zustandsänderung. In der praktischen Verwendung der Begriffe wird das Vorzeichen i.a. ignoriert.

Gruß, Otto
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Hallo Otto und hallo Harti,

ihr seid euch also offenbar einig, dass z.B. die Vergangenheit als abgeschlossen anzusehen ist. Otto, du meinst, „ein Austausch von Integrationsgrenzen bedeute nur eine Umkehr des Vorzeichens von Zeitdauer/Distanz. Der Betrag ist gleich. Das Vorzeichen von Zeitdauer bzw. Distanz beschreibt nur Zustandsänderungen in der Vergangenheit oder zu einer zu erwartenden zukünftige Zustandsänderung. In der praktischen Verwendung der Begriffe wird das Vorzeichen i.a. ignoriert.“

Letzteres ist, auf Mathematik beschränkt, insoweit abstrakt durchaus eine allerdings mathematisch unzureichend zu beschreibende Möglichkeit. Einerseits bedeutet dies nämlich, dass entsprechend den selbstähnlich anzuwendenden Erhaltungssätzen auch auf die Zeiten bezogen Mengen an verfügbarer Zukunft der der Vergangenheit stets entsprechen werden und die Gegenwart wie ein Austauschteilchen zwischen diesen Zeiten wirkt (Symmetrie), aber dabei (vgl. hierzu meinen Beitrag Nr. 2264-1 mit Beitrag Nr. 2289-1) die Realität der Evolution vollkommen unberücksichtigt bleibt (Asymmetrie). Auf das Vorzeichen kommt es dabei also nicht nur an.

Die Vergangenheit ist also nicht „tot“, sondern lebt in anderer Form weiter. Nichts ist jemals abgeschlossen. Ja, manches bleibt unbeachtet, es ist aber noch immer da, nur anders. Ist nicht sogar der MRD-Jahre zurückliegende Urknall noch da oder ein gewesener Stern? Was ist denn in einem Schwarzen Loch verschwunden? Hawking sagt, es kommt wieder heraus (vgl. hier ). Selbst Ideen, die es einmal gab, gibt es vielleicht erfrischt wieder. Offenbar vergeht tatsächlich nichts wirklich.

Ohne einen kontinuierlich sich ändernden Inhalt, der Werte, des Materials, der Mengen, von Farben oder z.B. der Lebendigkeit befindet sich jede mathematische Formel quasi stets nur im Dauer-Leerlauf der theoretischen Abstraktion, deren Aussagen danach zwingend in der Physik der experimentellen Fundierung bedürfen. Dabei war Mathematik bisher sehr erfolgreich, versagt aber nun vieleicht in ihren weiteren Vorhersagen, z.B. der Super-Symmetrie zur Dunklen Materie oder Dunklen Energie, weil es die mathematisch errechneten Teilchen gar nicht gibt. Mathematik hat auf jeden Fall irgendwo Grenzen und diese nun vermutlich erreicht, weil sie von der „Schönheit“ der Symmetrie geblendet über diese künstliche Theorie den Blick auf das asymmetrieche Wesen allen Seins nicht aufnimmt, dies nicht will oder dies auch gar nicht kann.

Kein Pessimismus! Also dennoch: Frohe Pfingsten

Kirsche

PS: Vielleicht meldet sich Gesichtderzeit noch, um uns seine Ideen mitzuteilen. Seinem Bild ist der häufig gezeichnete Tubus der Zeit nach dem Urknall doch wahrlich nicht unähnlich du beschreibt vielleicht meine selbstähnliche Zeit der überall vorhanden mit Substanz zu füllendenden Blasen selbstähnlicher Entwicklungsmodelle.
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Die Vergangenheit ist über die Gegenwart verbrauchte Zukunft.
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Harti schrieb in Beitrag Nr. 2323-9:
Die Vorstellung, dass die Zeit eine Richtung (Zeitrpfeil) hat, von der Vergangenheit in die Zukunft, entspricht allgemeiner Vorstellung. Diese Richtung wird unbewusst dadurch erzeugt, dass kausale Abläufe als Bestandteil des Zeitbegriffs aufgefasst werden (allgemeinsprachlicher Zeitbegriff).

Hallo Harti,

der "Zeitpfeil" ergibt sich nach der Thermodynamik zunächst dadurch, dass die Information über mögliche Quantenzustände zunimmt - Entropie.

Kausale Zusammenhänge können nicht in aller Strenge eine Richtung der Zeit bestimmen.
Quantenobjekte verlieren ihre fest definierten klassischen Eigenschaften und können sich in Superposition befinden, sie können Ursache und Wirkung zugleich sein. (siehe Feynman-Diagramme)
Ich denke, eine Richtung der Zeit, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, ist nur über den Informationsbegriff zu definieren.

frohe Pfingsten noch,
okotombrok
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"Der Kopf ist rund, damit die Gedanken die Richtung wechseln können"
(Francis Picabia)
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Hallo Okotombrok,
Okotombrok schrieb in Beitrag Nr. 2323-15:
der "Zeitpfeil" ergibt sich nach der Thermodynamik zunächst dadurch, dass die Information über mögliche Quantenzustände zunimmt - Entropie.

Wenn man "Zeit", wie von mir vorgeschlagen, als Vorstellung (Software unseres Gehirns) auffasst, kann man diese Vorstellung in verschiedenen Zusammenhängen auch mit unterschiedlichen Begriffsinhalten verstehen.

In der Wärmelehre z.B., wie von Dir angeführt, erhält der Zeitbegriff durch den Entropie-Satz eine Richtung.
In der Kosmologie spricht man z.B. von einem kosmologischen Zeitpfeil, der durch die Ausdehnung des Universums bestimmt wird.
In der Bewegungslehre (SRT) wird die Zeit aus den von mir angeführten Gründen ohne Richtung (Zeitpfeil) vorgestellt.
Allgemeinsprachlich werden mit dem Zeitbegriff kausale Abläufe verknüpft.

Keiner dieser Zeitbegriffe ist in einem allgemeinverbindlichen Sinn richtig oder falsch. Die verschiedenen Zeitbegrifffe sind lediglich in dem jeweiligen Zusammenhang zweckmäßig. Man muss sich über die unterschiedlichen Inhalte lediglich Klarheit verschaffen.

Zitat von Okotombrok:
Ich denke, eine Richtung der Zeit, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, ist nur über den Informationsbegriff zu definieren.

Ich denke, dies ist eine weitere Möglichkeit, Zeit im Bereich der Quantentheorie mit einer Richtung (Zeitpfeil) vorzustellen.

MfG
Harti
Signatur:
Wichtig ist, dass man nicht aufhört zu fragen. A.E.
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Beiträge: 1.347, Mitglied seit 14 Jahren
Otto schrieb in Beitrag Nr. 2323-5:
Kirsche schrieb in Beitrag Nr. 2323-4:
Was ist denn der sich ändernde Zustand? Die Zeit selbst? Was ändert sich denn dann eigentlich? Nichts?
Ja, das ist meine Auffassung (muß nicht stimmen).
Die Änderung eines Zustandes (Distanz, Temperatur, Masse, Dichte, Energie, ...) ist Zeit. Die Änderung ist Ausdruck von Zeit.
Es gibt keine Zeit als Zustand.
Meiner Meinung nach ist Zeit der meßbare Abstand zwischen Zuständen und Ereignissen.
Bei Änderungen gibt es immer ein Vorher und ein Nachher. Der Abstand dazwischen ist das, was als Zeit bezeichnet wird.
Im Gegensatz zu einem festen Längenmaß, das mit einer festen Skala (eines Lineals z. Bsp.) gemessen wird,
muß man für die Messung der Zeit ein veränderliches Meßistrument mit veränderlicher Skala (Zeigerstellung auf einem Uhrenzfferblatt z. Bsp.) benutzen.
Signatur:
Es gibt keine Urknall-Singularität.
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Claus (Moderator)
Beiträge: 2.003, Mitglied seit 12 Jahren
Bernhard Kletzenbauer schrieb in Beitrag Nr. 2323-17:
Meiner Meinung nach ist Zeit der meßbare Abstand zwischen Zuständen und Ereignissen.

Ja. Schon allein, dass man von einem "zeitlichen" wie von einem "räumlichen" Abstand sprechen kann zeigt m.E., dass Länge und Dauer sich sehr ähnlich, ich meine sogar gleichbedeutend sind.

Otto's "Integral" schien mir etwas zu ausladend (obwohl er natürlich recht hat: Das Integral einer Konstanten) von a bis b ist halt eine Differenz, nämlich b minus a...

Aber im Grunde ist Dauer i.S. einer Zeitdifferenz auch m.E. einfach nur eine Länge im Sinne eines Abstands.
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Beiträge: 696, Mitglied seit 6 Jahren
Hallo Bernhard,
Bernhard Kletzenbauer schrieb in Beitrag Nr. 2323-17:
Der Abstand dazwischen ist das, was als Zeit bezeichnet wird.
Es ist m.E. die Zeitdauer, nicht die Zeit.

Bernhard Kletzenbauer schrieb in Beitrag Nr. 2323-17:
Im Gegensatz zu einem festen Längenmaß, das mit einer festen Skala (eines Lineals z. Bsp.) gemessen wird,
muß man für die Messung der Zeit ein veränderliches Meßistrument mit veränderlicher Skala (Zeigerstellung auf einem Uhrenzfferblatt z. Bsp.) benutzen.
Die Uhrzeit über den Umfang des Zifferblattes entspricht der Skalierung eines Lineals, besser eigentlich der Winkel 0 .. 360° mit fortlaufenden n·2π.
Ich sehe da keinen wesentlichen Unterschieden zwischen der Messung von Distanz und Zeitdauer.

Gruß, Otto
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Beiträge: 696, Mitglied seit 6 Jahren
Hallo Claus,
Claus schrieb in Beitrag Nr. 2323-18:
Otto's "Integral" schien mir etwas zu ausladend (obwohl er natürlich recht hat: Das Integral einer Konstanten) von a bis b ist halt eine Differenz, nämlich b minus a...
Das gilt aber nur bei linearen Veränderungen, nicht für alle anderen Funktionen.

Claus schrieb in Beitrag Nr. 2323-18:
Aber im Grunde ist Dauer i.S. einer Zeitdifferenz auch m.E. einfach nur eine Länge im Sinne eines Abstands.
Volle Zustimmung.

Gruß, Otto
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