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Zeitdilatation nur mit bewegten Uhren?

Thema erstellt von Marioe 
Beiträge: 2, Mitglied seit 2 Monaten
Hi,

Erst mal schöne Grüße an die Mitglieder hier!

Mich beschäftigt seit längerem eine Frage:

Warum wird Zeitdilatation immer nur mit bewegten Uhren in verschiedenen Inertialsystemen erklärt?

Meiner Meinung nach hat Zeitdilatation doch nur mit dem Standort des Beobachters zu tun.
Drei beobachter im gleichen Inertialsystem sehen unterschiedliche Ereignisse, wenn ein Blitz links und rechts gleichzeitig einschlägt.
Zum Beispiel in einen stehenden Zug um an Einsteins Gedankenexperiment anzuschließen :)

Anmerkung: ein fahrender Beobachter wechselt auch nur seinen Standort....!

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Claus (Moderator)
Beiträge: 1.921, Mitglied seit 12 Jahren
Hallo Marioe,

schön, dass du bei uns 'reinschaust!

Ja, da hast du recht. Die Beobachter sehen die Ereignisse unterschiedlich, selbst dann, wenn sie ein und demselben Inertialsystem zugehören.

Aber das ist nicht das, was man unter Zeitdilatation versteht. Unter der Zeitdilatation versteht man nicht, wie die anderen Uhren (eines relativ zum Beobachter bewegten Inertialsystems) gesehen werden, sondern, wie sie tatsächlich laufen.

Das, was man letztlich sieht, muss man also ggf. zwei Effekten zuordnen a) der Zeitdilatation, verursacht durch die Relativgeschwindigkeit eines anderen Inertialsystems und b) der Lichtlaufzeit der Signale (im Falle zweier gegeneinander bewegter Systeme auch als Dopplereffekt bezeichnet).
Beitrag zuletzt bearbeitet von Claus am 30.09.2018 um 13:44 Uhr.
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Beiträge: 2, Mitglied seit 2 Monaten
Warum gibt Einstein der Bewegung die "Schuld" an der "unsynchronisierten" Wahrnehmung des Beobachters im Zug?

Es hängt doch lediglich vom Standort ab, wo ich messe wie mein Gedankenexperiment verdeutlicht...
Und eine bewegende Person misst sozusagen einmal da und einmal da....

lg Mario
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Beiträge: 540, Mitglied seit 8 Jahren
Hallo Marioe

Unsere Windmühlen
ventilieren ja gerne und oft,
man würden gegen Windmühlen ankämpfen.
Es ist wichtig, den Windmühlen, einen Spiegel vorzuhalten.
Windmühlen dürfen sich als Windmühlen erkennen.
Immer nur ein Rühren am Ort. Wir aber
Grüssen aus anderen Gefilden,
ganz ohne Kampf und
Krampf, aber
bestimmt.

Gegenwart kennt keine Dilatation.

Beste Grüße
Harald
Signatur:
Es gibt nur eine Zeit - die aktive und die passive Gegenwart - und Gravitation
ist die Antwort der Gegenwart auf die Einwirkung vergangener Wichtigkeiten.
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Beiträge: 879, Mitglied seit 3 Jahren
Hallo, Marioe!

Dein Beispiel bezieht sich auf Beobachter im selben Inertialsystem, das bedeutet, dass die Uhren in diesem System synchronisiert sind und die Beobachter schlicht ein „Vorher“ und ein „Nachher“ messen. Die zeitlichen Unterschiede liegen einfach an den unterschiedlichen Entfernungen in Bezug auf die Quelle eines Ereignisses. Die Uhren sind deshalb synchronisiert, weil das zur Definition eines Inertialsystems gehört - anders gesagt, man definiert Inertialsysteme, indem man Uhren synchronisiert.

Zeitdilatation tritt zwischen zueinander bewegten Systemen auf und wird für sehr große Geschwindigkeiten relevant (obwohl man die Zeitdilatation auch bei „normalen Geschwindigkeiten messen kann).

Der Grund für die Zeitdilatation liegt in der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit und darin, dass sie für alle Beobachter unter allen Umständen gleich ist.

Weshalb?

Wir nehmen einen Zug, der an einem Bahnsteig vorbeifährt. Ein Lichtstrahl wird von einer Lampe an der Decke senkrecht nach unten geschickt. Ein Beobachter im Zug wird den Strahl genau so sehen und eine bestimmte Zeit messen.

Ein Beobachter auf dem Bahnsteig wird für den Lichtstrahl aber eine längere Strecke annehmen müssen, da sich der Zug weiterbewegt, während der Strahl nach unten saust. Für beide Beobachter gilt aber dieselbe Lichtgeschwindigkeit, und der Lichtstrahl kann ganz sicher nicht zwei verschiedene Strecken zurückgelegt haben. Der Beobachter auf dem Bahnsteig wird also feststellen, das auf der Zuguhr weniger Zeit vergangen ist (weil die Strecke kürzer scheint) als auf seiner eigenen Uhr – das ist die Zeitdilatation.

Um es richtig einzuordnen – die Zeitdilatation ist real, aber sie hat keine tatsächlichen Auswirkungen in obigem Beispiel, weil das Experiment aus Sicht des Zugbeobachters äquivalent durchgeführt werden kann. Es sind Inertialsysteme, und die sind gleichberechtigt. Und – nicht zu vergessen: Das Experiment muss auch zwischen zueinander bewegten Systemen mit synchronisierten Uhren durchgeführt werden, weil sich nicht synchron laufende Uhren nicht vergleichen lassen.

MfG

Henry
Signatur:
Das Leben ist zu ernst, um es nur ernst zu nehmen.
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Beiträge: 540, Mitglied seit 8 Jahren
Egal in welchem hypothetischen Inertialsystem ein Beobachter sich befindet.

Klar ist, sehen kann ein Beobachter Nichts.

Immer nur Empfänger und erst noch in seinem eigenen punktuellen Elfenbeinturm.
Um es richtig einzuordnen – da dilatiert keine Zeit, selbst wenn man es wüsste:
Was den die Zeit, genaugenommen, so ist? Vielleicht doch nur das IST?
Umgangssprachlich das Jetzt – die Gegenwart.

Gegenwart kennt keine Dilatation.

Die Vorstellungen der Windräder, dass das,
was man sich gedanklich so vorstellt - was man
vom Bewegten denn so sehen könnte, ist leider nicht real.
Taugt selbst wenig für die Phantasie.

Harald
Signatur:
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