Hi Henry,
habe vielen Dank für Deine umfangreichen Mühen, schade, vielleicht schreibt man aneinander vorbei. Bei mir ist es Nichtwissen, ich versuche es aber mal:
Henry: „Wäre ein Impuls eine Eigenschaft der Materie selbst, hätte sie diese Eigenschaft auch im Ruhezustand.“
Das habe ich auch nicht behauptet. Ich sprach davon, dass ein Photon den Impuls mit sich trägt. Im Gegensatz zum Proton hat es (wahrscheinlich?) keine Ruhemasse und trägt doch Energie (als Impuls oder woher?). Woher kommt die? Eine Ruhemasse vergrößert sich durch den Impuls bis zur Unendlichkeit bei Lichtgeschwindigkeit, was deshalb unmöglich ist.
Henry: „Außerdem müsstest du dann erklären, wo nun dieses zusätzliche Quant herkommen sollte.“
Gegenfrage: Wie entsteht ein Photon? M.E. ist es überschüssige Energie, die sich als Photon äußern muss, weil für Anderes der Impuls nicht ausreicht.
Henry: „Der ins Wasser geworfene Stein verdrängt das Wasser…….“
Volle Zustimmung, ich habe m.E. nicht das Gegenteil behauptet. Ein Materieteilchen ist „gefrorene“ Energie, ja, aber nur im Zustand der Ruhemasse.
Henry: „Der Welle-Teilchen-Dualismus bezieht sich nicht auf die Darstellung des Teilchens / der Welle selbst, sondern darauf, wie sich Quantenobjekte im Experiment zeigen.“
Ja, aber was ist ein Experiment? Es ist ohne Beeinflussung von außen nicht möglich, wie sich am Doppelspalt für ein Photon zeigt. Anders ist es wohl im Teilchenbeschleuniger, weil lediglich die Auswirkung einer Kollision beobachtet wird, ohne die Kollision direkt durch Einwirkung zu beeinflussen. Die Beeinflussung liegt zeitlich weit vor der Beobachtung.
Henry: „Und dabei es hängt vom Experiment ab, was wir messen, nicht vom Photon!“
Ja, genau. Das Experiment ist eigentlich auch keine Messung, sondern ein Versuch unter besonderen Bedingungen.
Henry: „Worauf ich mit dem Allem hinaus will ist, dass Wellen immer etwas mit Energieübertragung, also mit Bewegung zu tun haben. Es ist fatal, diese Wellenaspekte einfach auf Teilchen übertragen zu wollen. Quantenobjekte wie Elektronen sind weder Welle noch Teilchen, wir interpretieren so etwas nur hinein, dabei sind es die Vorgaben unserer Experimente, die die Objekte veranlassen, sich so oder so zu verhalten.“
Leider sind mir auch keine Versuche an Materieobjekten bekannt, die eine Bestätigung der Behauptung der Welle/Teilchen-Dualität liefern. Dies würde mich gerade an Prof. Zeilingers Versuchen, und insbesondere an kurzlebigen Objekten, interessieren. Man kann es also behaupten, eine Voraussetzung für meine Zeitvorstellung ist das aber nicht. Sie gilt als äußere Einwirkung für Alles, ob dies nun schwingt oder nicht. Im Übrigen siehe meine vorhergehende Bemerkung. Ich gebe Dir also vollkommen Recht.
Henry: „Aber du weißt sicher auch, wie schwierig es bislang ist, Raum und Zeit einzubinden.“
Ja, aber deshalb warten wir hier doch nicht ab, bis irgendjemand uns eine Lösung präsentiert, sondern versuchen es mit unserem mehr-(Meiner) oder minder-(Deiner)-laienhaften Verstand aus unserem kreativen Geist heraus, Manus Frage zu klären, falls es uns gelingt. Dummer werden wir dabei nicht, selbst beim vergeblichen Versuch. Meinen Versuch habe ich präsentiert. Diskutiert haben wir über Einzelheiten, die m.E. erst für eine Beurteilung im Detail wichtig sind: Was passt hinein, was steht ihr entgegen? Bisher stelle ich nichts in Frage, sondern erhebe bzw. erhob bereits hier 2002 Prognosen.
Wir sollten uns m.E. hier an dieser Stelle vor allem darüber austauschen, ob es eine Zeit gibt, die Struktur hat, also etwas ist und etwas bewirkt, oder Zeit etwas ist, was man nur messen kann. Harald Denifle hat in seinem Thread „Zeitlinien=Informationslinien“ eine interessante Frage aufgeworfen, auf die ich durch seinen letzten Beitrag dort gerade aufmerksam wurde.
Sind die übertragenden Photonen nun nur Linien oder Linienperlen? Zeit und Information entsprechen sich jedenfalls. Aus meiner Sicht ist die Zeit Träger der Information, wie auf einer Radiofrequenz Nachrichten übertragen werden. Jedenfalls wird die Welle manipuliert. Die Zeit, hier die Radiowelle, bleibt als Medium dieser Information aber davon unabhängig. Jeder Empfänger aber hat seine eigene Zeit und diese ändert sich auch noch altersabhängig. (Nebenfrage: Kann es dann überhaupt Objektivität geben?). Es entsteht ein Eindruck, der in einem Gegenwartsmoment aufgenommen, beurteilt und abgespeichert wird. M.E. fließt die damit verbundene Zeit erst danach in die Vergangenheit. Wir können in der Zeit vor- und zurück springen, aber sie bewegt sich doch stets vorwärts. Das geschieht wohl in unserem Kopf oder ist er nur die Antenne eines Receivers? Jedenfalls passiert unsere Zeit irgendwie dort. Wir können aber aus großen Fernen nur empfangen, die wir jetzt als Gegenwart aufnehmen. Wir sehen als Größtes die Gegenwart des Alls aus wohl bis zu 13,8 MRD Lichtjahren Entfernung. Die Gegenwart des Alls ist aber eine völlig Andere, als die wir gerade sehen. Löst es sich bereits auf? Wahrscheinlich nicht, aber wir wissen es nicht, wir wissen nur, was war und machen uns Prognosen mit allen Unwägbarkeiten, die wir in die Zukunft projizieren. Alles hat seine eigene Zeit!
Eine aktive oder passive Gegenwart kann ich interpretierend nur unterscheiden als eine Information, die ich aus der Zukunft erhalte (aktiv?), die ich mit einer aus der Vergangenheit kombinieren muss (passive?) und dann mit Hoffnungen/Erwartungen für einen (passiven?) Wiederaufruf (aktiv) in meinem Gedächtnis der Vergangenheit (als passives aber aktiv in die Zukunft projiziertes Endprodukt) abspeichere. Dies beschreibt meine Zeitvorstellung des Harald`schen Spiegelexperiments. Jedenfalls ist Nichts sofort Vergangenheit, alles wird erst hin-und her gewogen, bis es Vergangenheit ist. Und, da bleibt es nicht, wir können es uns vergegenwärtigen. Es gibt also Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit einerseits als eigenständige Größen, andererseits vermag unser Bewusstsein sich zwischen diesen Polen der Zeiten, der Gegenwart, gesteuert oder frei nach Belieben, hin- und her- bewegen. Gegenwart ist die Wechselwirkung der Zeit. Sie gäbe es aber nicht, gäbe es weder Zukunft noch Vergangenheit. Alles bildet eine Einheit
Offenbar habe ich eine fundamental andere Sicht auf die Zeit. Meine ist gestaltbar, Informationen kommen aus der Zukunft in die Gegenwart, werden bearbeitet und kommen vor Weiterbearbeitung ins Lager, wo sie auf ihren erneuten Einsatz warten, weil sie vielleicht für ein neues Haus o.Ä. gebracht werden. So siehe ich jedenfalls die Zeit des Menschen. Anderes dürfte weniger aktiv vor sich gehen, dennoch-Fraktale, Selbstähnlichkeit usw., usw., habe ich gesagt.
Kirsche
GerdKirschenmann"WasistZeit-at-t-online-point-de
Die Vergangenheit ist über die Gegenwart verbrauchte Zukunft.