Beiträge: 905Mitglied seit 9 Jahren
Beitrag Nr. 2264-1
29.03.2017 14:51
Entschuldigt meinen hier wieder überlangen Beitrag (vgl. Manus Forum „Beitrag 40-13 v. 18.4.2002: https://www.manus-zeitforum.de/1/182/203/Was_ist_Ze...)“. Ich möchte meine Grafiken der Zeit von damals präsentieren und hierzu auch eine sicher unvollständige Informationssammlung beifügen, weil diese meine Vorstellung von Zeit zu stützen scheinen. Diese wurden ausgelöst durch ein Erlebnis und hatten Aussagen meiner Großeltern zur Grundlage, die meinten, die Zeit verlaufe mit zunehmendem Alter immer schneller. Seitdem fasziniert mich die Frage, was Zeit wirklich ist, und damals im Alter von 42 Jahren war ich bereits mit einiger Erfahrung über meine persönliche Empfindung von Zeit ausgestattet:
Jeder hat so seine eigene Vorstellung von Zeit. Die Zeit gibt es also irgendwie oder auch nicht. Stellen wir sie uns als einen beständigen Fluss vor, dann fließt sie von der Vergangenheit (Quelle) in die Zukunft (Ozean). Der Zeitpfeil scheint damit aus der Vergangenheit in die Zukunft zu weisen. Ist die Vorstellung aber richtig? Stellt nicht die gewissermaßen aus dem Ungewissen hervorsprudelnde Quelle eher ungewisse Zukunft dar, die sich erst in der Mündung im Ozean als zur Gewissheit der Vergangenheit Gewordenes verfestigt? Die Frage nach der tatsächlichen Richtung der Zeit wäre demnach schon nicht so einfach zu klären. Obwohl der Fluss eine Richtung hat, wie der Zeitpfeil, der von der Vergangenheit in die Zukunft weist, fließt der Fluss der Zeit möglicherweise tatsächlich von der Zukunft in die Vergangenheit. Ein Widerspruch? Nein! Auch die Vorstellung, man nimmt auf Reisen bei Lichtgeschwindigkeit im Blick zurück ein Fernrohr mit und sieht das stets gleiche Foto als Ausdruck eines eher wohl bestehenden Stillstands, dürfte überraschen (hier auch Synonym für Vorgänge bei der Verschränkung, die möglicherweise gar nicht stattfindet, ist man selbst das verschränkte Photon?). Manche sehen Zeit ablaufen, als würde sie vom unteren Stamm wie ein Baum wachsen, deren Zweige denkbare Entscheidungswege aufzeigen (Friedrich Cramer: Der Zeitbaum). Während Einsteins Relativtheorie suggeriert, die Zeit habe mit dem Urknall an einem mehr oder weniger zentralen Punkt begonnen, postuliert Hawking (Hawkings neues Universum; von Rüdiger Vaas) eine imaginäre Zeit, die vor dem Urknall rückwärts gelaufen sein könnte. Menschen nehmen mit ihrer Nahrung eine geordnete Energieform auf und wandeln sie in eine ungeordnete Energieform (Wärme) um, das aber widerspräche der Annahme von einem wieder schrumpfenden Kosmos, der den Zustand größtmöglicher Unordnung schon erreicht hat (Hawking, Der Spiegel 15.05.1989). Wer weiß, vielleicht wendet sich am Ende noch alles zum Guten, und eine erweiterte Stringtheorie beschreibt eines Tages genau ein Universum, nämlich unseres (sagt Princeton-Professor Paul Steinhardt http://www.zeit.de/2006/05/Kosmologie/komplettansicht). Vor allem die Wirkungsweise der Gravitation auf das Geschehen ist unverstanden und mit ihr das Wesen der Zeit, für die neue Vorstellungen gesucht werden (Lee Smolin: Die Zukunft der Physik). Er ist Anhänger der sog. Quantenloopgravitation, die schon lange eine kleinteilige körnige, netzartige Struktur von Raum und Zeit postuliert. Aufwändigsten Forschungen (auch im CERN) zum Trotz wurden Materieformen der Dunklen Materie sowie Dunklen Energie, die mit 75% wesentliche Anteile der Masse des Alls ausmachen sollen, bisher nicht aus ihrem Dunkelfeld herausgeholt. Dunkle Materie wird in Neutrinos, sog. Supersymmetrischen Partnerteilchen oder sog. Wimps, wie Neutrinos nur schwach mit der bekannten Materie wechselwirkende Kräfte, vermutet. Dunkle Energie wird als negative Gravitation verstanden, die das Weltall auf ewig und noch beschleunigt auseinandertreibt. Für diese Feststellung hat es 2011 einen Nobelpreis gegeben, der sogleich meinen Widerspruch erregte, erste Zweifel an den für diese Feststellung grundlegenden sog. Standardkerzen aus bestimmten Supernovae sind in der Wissenschaft aber bereits aufgekommen. Eine neue Studie zeigt nämlich, dass die zuvor mit Standardkerzen in Form von Supernovae des Typs Ia festgestellte beschleunigte Expansion des Universums anhand einer zehnfachen Datenbasis statistisch in der Signifikanz auf drei Sigma sinkt. Grund genug, alles noch einmal ergebnisoffen zu überprüfen, auch wenn für die Entdeckung der beschleunigten Expansion - und damit der Dunklen Energie - schon ein Nobelpreis vergeben wurde (Fundstelle z.B.: http://phys.org/news/2016-10-universe-rateor.html; Zweifel an beschleunigter Expansion des Universums: ). Der Spiegel berichtet in seiner Ausgabe Nr. 45 aus 1991 über Penroses Gedankenansatz und Versuch, Bewusstsein und seine Folgen als realen Bestandteil unserer Welt in naturwissenschaftliche Theorien einzubeziehen. „Wenn dabei nach einer Theorie gesucht wird, die in der Zeit symmetrisch ist, sollte vielleicht einmal die Frage gestellt werden, inwieweit Zeit selbst eine asymmetrische Struktur aufweist (Penrose; Die Zertrümmerung der Zeit und Computerdenken: Solche Überlegungen sind sicher überfällig). Das bisherige Expansionsmodell der Rotverschiebung gerät ins Wanken. Sind Galaxien vielleicht auf einem regelmäßigen Gitter platziert? Oder gibt es etwa ein noch unbekanntes, oszillierendes Feld, das das Universum durchdringt? (Die Zeit Nr. 12 vom 15.3.1996). Die ersten Embryonalzellen sind offen unspezialisiert und können noch, jede für sich allein, einen komplexen Organismus entstehen lassen. Der befruchteten Eizelle ist mit den Genen zwar ein Entwicklungsprogramm mitgegeben, sein bloßes Vorhandensein kann aber nicht erklären, warum die frühembryonalen Zellen sich schließlich auseinanderentwickeln. Mithin müssen andere DNA-spezielle Vorgänge das Umsetzen dieses Programms steuern, also jene Gene auswählen, die in bestimmten Zellen zu bestimmten Zeitpunkten an- oder abzuschalten sind. Sonst würden sich alle Zellen identisch entwickeln (Spektrum der Wissenschaft; Topobiologie: 8/89 S. 82: Robin Holliday schreibt in „ Eine besondere Art der Vererbung“). Weitere grundlegende Ergebnisse liefert die Chaosforschung, die Chaos als noch unverstandenen Zustand einer höheren Ordnung postuliert. Dort gibt es das Prinzip der Selbstähnlichkeit (Fraktale, z.B. im Farnblatt, Vorstellung von Ebenbildern) vom Größten zum Kleinsten (oder die Kleinsten werden die Größten sein?) mit der Vorstellung einer Holografie, wonach ein kleiner Ausschnitt die Information des gesamten Bildes enthält. Die Heisenbergsche Unschärferelation aus der Welle-/Teilchen-Dualität alles Bestehenden hinterlässt eine Vorstellung davon, dass unsere Welt nicht kausal erklärbar ist, sie unterliegt sowohl der Gesetzmäßigkeit, ist aber geringfügig, aber unvorhersehbar, beeinflussbar und ermöglicht so Evolution (ein einziger Flügelschlag eines zarten Schmetterlings vermag u.U. das Weltwetter zu beeinflussen, was ziemlich unwahrscheinlich, aber immerhin nicht auszuschließen ist). Wie passen Relativitäts- und Quantentheorie zusammen, bleibt die grundlegende Frage. Wenn die Zeit der Raum sein sollte, wie ich nachfolgend meine, wie wäre dann die Gravitation zu deuten, die zwar messbar ist und auch real zu sein scheint, wie planetarische Sonden bestätigen, sich jedoch einer konkreten Analyse ihrer Ursache (gibt es überhaupt Gravitonen-Austauschteilchen?) noch entzieht?
Nach meiner Vorstellung ist die Zeit existent, aber nicht nur als Richtungspfeil „t“, sondern in einer mehrdimensionalen Form. Diese Zeit öffnet den Raum, ja ist dieser selbst. Der Zeitpfeil hat lediglich als Richtungsgeber, der ausschließlich in die Zukunft weist, seine Berechtigung. Vielleicht ist er ein Kreis um den die Zeit schwingt? Diese Zeit umschließt alles vom Werden bis zum Vergehen. Sie ist verantwortlich für alles in unserer Welt. Diese Zeit ist im Kleinsten in diskrete Teilchen gequantelt, die gestaffelt aus dem größten Gebilde, dem Weltall, hervorgegangen sind. Spinnerei? Wir können so vom Kleinsten unseres Erlebens auf das Größte schließen. Umgekehrt gelingt dies vom Größten auch auf das Kleinste. Die prinzipielle und deshalb jeweils zu interpretierende Selbstähnlichkeit, nicht aber die Vorstellung perfekter Identität, macht dies möglich. Wir selbst erleben das für uns Kleinste in einem einzigen durchschnittlichen Gedankenmoment, dieser weist die gleiche Struktur auf wie ein Tag oder das gesamte Leben, die Menschheit, die Sterne oder das All. Verrückt? Ich werde versuchen, dies nun anhand dreier damals von mir entwickelten Grafik der Zeit (als Prinzipzeichnung) zu begründen:
Bild 1
Ich unterscheide vereinfachend Zukunft als etwas Ungewisses und Vergangenheit als Gewissheit. Ich vernachlässige z.B. objektive oder subjektive Empfindungen oder Überschneidungsformen, die eine persönliche Realität darstellen können. Die ungewisse, dabei aber kreativ-gestaltungsfähige Zukunft ergibt sich aus der offenbar allgemeingültigen menschlichen Empfindung für Zeit, die in jungen Jahren als sehr lang und im hohen Alter als sehr kurz empfunden wird. Die bewusste, erinnerungsfähige Vergangenheit folgt der Zukunft in einem Abstand, der eine schlafend-ungewisse Zeit als Embryo bis einige Tage nach der Geburt symbolisiert und der die bewusste Vergangenheit später noch nachwirken lässt. Dann aber ist die kreative Zukunft bereits vollständig aufgebraucht, der Mensch lebt im Vergangenen. Die Gegenwart ist das Austauschteilchen der Zeit zwischen Zukunft und Vergangenheit und wegen des Abstandes zur Zukunft und Vergangenheit verwischt, also offen. Gegenwart ermöglicht so unter Einbeziehung beider Elemente der Zeit eine evolutionäre Entwicklung, auch unseren freien Willen, obwohl vom Grunde her Gesetzmäßigkeit vorgegeben ist. Dieses Grundprinzip einer durchlässigen Gesetzmäßigkeit dürfte, irgendwann als Allgemeingültig von mir unterstellt, sicher bei Tieren, Pflanzen, Materie unterschiedlich, stets aber prinzipiell vorhanden sein und wird dann selbst für das All in seiner umfassendsten Form gelten.
Die zeitlich verschobenen Dreiecke werden dann zu 2 Sinusschwingungen mit unserem Leben in jeweils ¼ Periode (keinesfalls maßstabsgerecht, denn der schraffiert gezeichnete Abstand wäre bezogen auf ein gesamtes, durchschnittliches Leben tatsächlich nur wenig wahrnehmbar):
Bild 2:
Die Verlängerung der beiden Sinusschwingen ergibt eine Doppelhelix-Struktur der Zeit, zunächst als Folge von Gegenwartsteilchen oder auch der Zeit über mehrere Tage:
Bild 3:
Kurz beschrieben ist die Zeit des Menschen grundlegend durch einen am Anfang und am Ende auftretenden Abstand bestimmt, der anfangs allein von ungewisser Zukunft und am Ende nur noch von bewusster Vergangenheit geprägt ist. Irgendwann vor der Lebensmitte stehen kreativ-gestaltbare Zukunft in Kombination mit erinnerungsfähige Vergangenheit in ihrem Optimum, danach wird das Schwinden kreativ wirkender Zukunft und das Erstarken des (nur) Vergangenen als Midlife Crises spürbar. Letzteres tritt an einem durchschnittlichen Tag im Leben als typische Mittagsmüdigkeit hervor und in einem Gedankenmoment als Pause gedanklicher Kreativität mit Abwägung einer Handlung oder deren Unterlassung zwischen den Wirkungen der beiden Pole von Zukunft und Vergangenheit dieses einen Moments. Die zyklischen Strukturen dieser Zeit folgen einander, am Tag durch einen weiteren getrennt von dem unterbewusst-geträumten Schlaf in der Nacht und ebenso vielen bewussten Gedankenmomenten bei Aktivität, die sowohl rückwärtsgewandt als auch in die Zukunft gerichtet sein können und so von allen Zeitanteilen profitieren. In manchen Glaubensformen ist diese Vorstellung für eine Wiederauferstehung oder eine Wiedergeburt des Lebens präsent. Die unablässige Folge dieser Zeitschwingung deutet auf ein Wechselspiel im Austausch zwischen Vergangenheit und Zukunft hin. Entlang des eindeutig nur in die Zukunft gerichteten Zeitpfeiles wird aus Zukunft Vergangenheit und daraus wiederum eine neue Zukunft (Gestalt einer ewig wendenden Sanduhr). Der stets eigentlich sehr kleine Abstand in der Zeit (hier vergleichbar der Heisenbergschen Unschärferelation?) bis zum ersten Auftreten erinnerungsfähiger Vergangenheit (etwa erstes, kurzzeitiges voll bewusstes Anlächeln der Mutter o.Ä.) lässt jeden Gedankenmoment einerseits im Groben gesetzmäßig ablaufen, anderseits wiederum durch eine bewusste Entscheidung nach der Abwägungsphase tatsächlich aber gestaltungsoffen, also weiterhin ungewiss auf die tatsächliche Zukunftswirkung. Diese Handlungsoption zur Gestaltungsmöglichkeit der Zukunft sehe ich als Ausdruck unseres freien Willens (Offenbarung nach dem Gesetz der Wahrscheinlichkeit). Kräfte wirken auf das Geschehen ein, ich nenne sie Einschließungskraft (aus der Zukunft: 2 Teile, Eizelle und Samen kommen zusammen und verschmelzen), Abstandskraft (aus der Gegenwart: die embryonale Entwicklung beginnt, folgt dem Gesetz der Zukunftsvorgabe) und Bestandskraft (aus der Vergangenheit: Statuserhalt entsprechend der Zukunftsvorgabe). Der Statuserhalt verliert im Durschnitt spätestens dann an Kraft, wenn wegen aufgebrauchter Zukunft keine zusätzliche Vergangenheit mehr möglich ist und dadurch der Tod den Zerfall einleitet. Plötzliche Ursachen können im Durchschnitt hier keinerlei Begründung finden.
Betrachte ich dieses Wechselspiel nun in seiner umfassenden Wirkung aufgrund eines von mir angenommenen Grundprinzips der Selbstähnlichkeit wie selbstverständlich auch auf das All, wird dieses zunächst ebenso als zyklische Folge mehrerer Universen anzunehmen sein, also sich evolutionär jeweils leicht ändern (und wird möglicherweise eine einzige Lösung der vielfältigen Stringtheorien repräsentieren, ohne dass eine dadurch apostrophierte Viel-Weltentheorie noch gerechtfertigt wäre. Sehr wahrscheinlich ist das All einzigartig irgendwann erstmals entstanden, entwickelt sich wie im Rahmen der Zukunft zulässig in für uns nicht absehbarer evolutionärer Weiterentwicklung durch Vergehen und Wiederentstehen weiter. Es dehnt sich anfangs aus und wird wieder schrumpfen, fällt es nicht, wie bei einem plötzlich und unerwartet eintretenden Tod spontan in sich zusammen (bei unabsehbarerem Zerfall des Protons?). Was bedeutet der kleine Abstand in der Zeit des Alls? Einerseits sorgt er dafür, dass Symmetrie kein allgemeingültiges Bauprinzip sein kann, sondern eher eine geringfügige Asymmetrie den gesetzmäßigen Gang der Welt bestimmt (Überhang Materie zu Antimaterie? CP-Verletzung?; chirale Naturstrukturen, z.B bei Winden, Schnecken etc; Entdeckung supersymmetrischer Partner sicher deshalb eher aussichtslos, siehe besonders derzeitige Ergebnisse beim CERN; Doppehelix-Struktur der DNA im Detail ebenfalls geringfügig asymmetrisch?). Jedenfalls wird das All anfangs allein durch die Zukunft (zunächst vielleicht aus Wort und Tat als sog. Schöpfungsakt) bestimmt, die sich durch ein Maximum an sichtbarer Materie und seiner Ausdehnung (Wachstum) äußert. Die Ausdehnung kommt zum Stillstand, denn die noch nicht identifizierte sog. Dunkle Materie nimmt als Wirkung der Vergangenheit offenbar beständig zu (neueste Forschung; Antimaterie ist möglicherweise für uns unsichtbar; schwarze Löcher?) und wird bei weiterer Zunahme im Laufe von zig-Milliarden Jahren die vorhandenen sichtbaren Strukturen zur Auflösung bringen (Wirkung u.a. auf Galaxien). Jedenfalls existiert innerhalb eines Zyklus ein sich wandelnder thermodynamischer Zeitpfeil von Ordnung zur Unordnung und wieder zur Ordnung, der sich aber bei näherer Betrachtung ebenfalls einer Symmetrie vollständig entzieht. Ordnung und Unordnung werden sich im Bestehenden innerhalb eines Zyklus und vor allem gegenüber dem Werdenden über die Zyklen hinweg kontinuierlich verändern (evolutionäre Entwicklung). Da wir nur in der Gegenwart leben und weder unsere eigene Zukunft noch die des Alls werden perfekt voraussehen können, sind wir auf Mutmaßungen angewiesen und können nur aus der Vergangenheit Rückschlüsse ziehen, soweit wir sie kennen. Der Anfang und das Ende des Alls werden uns immer verborgen bleiben, so, wie wir uns an unsere eigene Geburt nicht erinnern können.
Was meint Ihr?Die Vergangenheit ist über die Gegenwart verbrauchte Zukunft.
Jeder hat so seine eigene Vorstellung von Zeit. Die Zeit gibt es also irgendwie oder auch nicht. Stellen wir sie uns als einen beständigen Fluss vor, dann fließt sie von der Vergangenheit (Quelle) in die Zukunft (Ozean). Der Zeitpfeil scheint damit aus der Vergangenheit in die Zukunft zu weisen. Ist die Vorstellung aber richtig? Stellt nicht die gewissermaßen aus dem Ungewissen hervorsprudelnde Quelle eher ungewisse Zukunft dar, die sich erst in der Mündung im Ozean als zur Gewissheit der Vergangenheit Gewordenes verfestigt? Die Frage nach der tatsächlichen Richtung der Zeit wäre demnach schon nicht so einfach zu klären. Obwohl der Fluss eine Richtung hat, wie der Zeitpfeil, der von der Vergangenheit in die Zukunft weist, fließt der Fluss der Zeit möglicherweise tatsächlich von der Zukunft in die Vergangenheit. Ein Widerspruch? Nein! Auch die Vorstellung, man nimmt auf Reisen bei Lichtgeschwindigkeit im Blick zurück ein Fernrohr mit und sieht das stets gleiche Foto als Ausdruck eines eher wohl bestehenden Stillstands, dürfte überraschen (hier auch Synonym für Vorgänge bei der Verschränkung, die möglicherweise gar nicht stattfindet, ist man selbst das verschränkte Photon?). Manche sehen Zeit ablaufen, als würde sie vom unteren Stamm wie ein Baum wachsen, deren Zweige denkbare Entscheidungswege aufzeigen (Friedrich Cramer: Der Zeitbaum). Während Einsteins Relativtheorie suggeriert, die Zeit habe mit dem Urknall an einem mehr oder weniger zentralen Punkt begonnen, postuliert Hawking (Hawkings neues Universum; von Rüdiger Vaas) eine imaginäre Zeit, die vor dem Urknall rückwärts gelaufen sein könnte. Menschen nehmen mit ihrer Nahrung eine geordnete Energieform auf und wandeln sie in eine ungeordnete Energieform (Wärme) um, das aber widerspräche der Annahme von einem wieder schrumpfenden Kosmos, der den Zustand größtmöglicher Unordnung schon erreicht hat (Hawking, Der Spiegel 15.05.1989). Wer weiß, vielleicht wendet sich am Ende noch alles zum Guten, und eine erweiterte Stringtheorie beschreibt eines Tages genau ein Universum, nämlich unseres (sagt Princeton-Professor Paul Steinhardt http://www.zeit.de/2006/05/Kosmologie/komplettansicht). Vor allem die Wirkungsweise der Gravitation auf das Geschehen ist unverstanden und mit ihr das Wesen der Zeit, für die neue Vorstellungen gesucht werden (Lee Smolin: Die Zukunft der Physik). Er ist Anhänger der sog. Quantenloopgravitation, die schon lange eine kleinteilige körnige, netzartige Struktur von Raum und Zeit postuliert. Aufwändigsten Forschungen (auch im CERN) zum Trotz wurden Materieformen der Dunklen Materie sowie Dunklen Energie, die mit 75% wesentliche Anteile der Masse des Alls ausmachen sollen, bisher nicht aus ihrem Dunkelfeld herausgeholt. Dunkle Materie wird in Neutrinos, sog. Supersymmetrischen Partnerteilchen oder sog. Wimps, wie Neutrinos nur schwach mit der bekannten Materie wechselwirkende Kräfte, vermutet. Dunkle Energie wird als negative Gravitation verstanden, die das Weltall auf ewig und noch beschleunigt auseinandertreibt. Für diese Feststellung hat es 2011 einen Nobelpreis gegeben, der sogleich meinen Widerspruch erregte, erste Zweifel an den für diese Feststellung grundlegenden sog. Standardkerzen aus bestimmten Supernovae sind in der Wissenschaft aber bereits aufgekommen. Eine neue Studie zeigt nämlich, dass die zuvor mit Standardkerzen in Form von Supernovae des Typs Ia festgestellte beschleunigte Expansion des Universums anhand einer zehnfachen Datenbasis statistisch in der Signifikanz auf drei Sigma sinkt. Grund genug, alles noch einmal ergebnisoffen zu überprüfen, auch wenn für die Entdeckung der beschleunigten Expansion - und damit der Dunklen Energie - schon ein Nobelpreis vergeben wurde (Fundstelle z.B.: http://phys.org/news/2016-10-universe-rateor.html; Zweifel an beschleunigter Expansion des Universums: ). Der Spiegel berichtet in seiner Ausgabe Nr. 45 aus 1991 über Penroses Gedankenansatz und Versuch, Bewusstsein und seine Folgen als realen Bestandteil unserer Welt in naturwissenschaftliche Theorien einzubeziehen. „Wenn dabei nach einer Theorie gesucht wird, die in der Zeit symmetrisch ist, sollte vielleicht einmal die Frage gestellt werden, inwieweit Zeit selbst eine asymmetrische Struktur aufweist (Penrose; Die Zertrümmerung der Zeit und Computerdenken: Solche Überlegungen sind sicher überfällig). Das bisherige Expansionsmodell der Rotverschiebung gerät ins Wanken. Sind Galaxien vielleicht auf einem regelmäßigen Gitter platziert? Oder gibt es etwa ein noch unbekanntes, oszillierendes Feld, das das Universum durchdringt? (Die Zeit Nr. 12 vom 15.3.1996). Die ersten Embryonalzellen sind offen unspezialisiert und können noch, jede für sich allein, einen komplexen Organismus entstehen lassen. Der befruchteten Eizelle ist mit den Genen zwar ein Entwicklungsprogramm mitgegeben, sein bloßes Vorhandensein kann aber nicht erklären, warum die frühembryonalen Zellen sich schließlich auseinanderentwickeln. Mithin müssen andere DNA-spezielle Vorgänge das Umsetzen dieses Programms steuern, also jene Gene auswählen, die in bestimmten Zellen zu bestimmten Zeitpunkten an- oder abzuschalten sind. Sonst würden sich alle Zellen identisch entwickeln (Spektrum der Wissenschaft; Topobiologie: 8/89 S. 82: Robin Holliday schreibt in „ Eine besondere Art der Vererbung“). Weitere grundlegende Ergebnisse liefert die Chaosforschung, die Chaos als noch unverstandenen Zustand einer höheren Ordnung postuliert. Dort gibt es das Prinzip der Selbstähnlichkeit (Fraktale, z.B. im Farnblatt, Vorstellung von Ebenbildern) vom Größten zum Kleinsten (oder die Kleinsten werden die Größten sein?) mit der Vorstellung einer Holografie, wonach ein kleiner Ausschnitt die Information des gesamten Bildes enthält. Die Heisenbergsche Unschärferelation aus der Welle-/Teilchen-Dualität alles Bestehenden hinterlässt eine Vorstellung davon, dass unsere Welt nicht kausal erklärbar ist, sie unterliegt sowohl der Gesetzmäßigkeit, ist aber geringfügig, aber unvorhersehbar, beeinflussbar und ermöglicht so Evolution (ein einziger Flügelschlag eines zarten Schmetterlings vermag u.U. das Weltwetter zu beeinflussen, was ziemlich unwahrscheinlich, aber immerhin nicht auszuschließen ist). Wie passen Relativitäts- und Quantentheorie zusammen, bleibt die grundlegende Frage. Wenn die Zeit der Raum sein sollte, wie ich nachfolgend meine, wie wäre dann die Gravitation zu deuten, die zwar messbar ist und auch real zu sein scheint, wie planetarische Sonden bestätigen, sich jedoch einer konkreten Analyse ihrer Ursache (gibt es überhaupt Gravitonen-Austauschteilchen?) noch entzieht?
Nach meiner Vorstellung ist die Zeit existent, aber nicht nur als Richtungspfeil „t“, sondern in einer mehrdimensionalen Form. Diese Zeit öffnet den Raum, ja ist dieser selbst. Der Zeitpfeil hat lediglich als Richtungsgeber, der ausschließlich in die Zukunft weist, seine Berechtigung. Vielleicht ist er ein Kreis um den die Zeit schwingt? Diese Zeit umschließt alles vom Werden bis zum Vergehen. Sie ist verantwortlich für alles in unserer Welt. Diese Zeit ist im Kleinsten in diskrete Teilchen gequantelt, die gestaffelt aus dem größten Gebilde, dem Weltall, hervorgegangen sind. Spinnerei? Wir können so vom Kleinsten unseres Erlebens auf das Größte schließen. Umgekehrt gelingt dies vom Größten auch auf das Kleinste. Die prinzipielle und deshalb jeweils zu interpretierende Selbstähnlichkeit, nicht aber die Vorstellung perfekter Identität, macht dies möglich. Wir selbst erleben das für uns Kleinste in einem einzigen durchschnittlichen Gedankenmoment, dieser weist die gleiche Struktur auf wie ein Tag oder das gesamte Leben, die Menschheit, die Sterne oder das All. Verrückt? Ich werde versuchen, dies nun anhand dreier damals von mir entwickelten Grafik der Zeit (als Prinzipzeichnung) zu begründen:
Bild 1
Ich unterscheide vereinfachend Zukunft als etwas Ungewisses und Vergangenheit als Gewissheit. Ich vernachlässige z.B. objektive oder subjektive Empfindungen oder Überschneidungsformen, die eine persönliche Realität darstellen können. Die ungewisse, dabei aber kreativ-gestaltungsfähige Zukunft ergibt sich aus der offenbar allgemeingültigen menschlichen Empfindung für Zeit, die in jungen Jahren als sehr lang und im hohen Alter als sehr kurz empfunden wird. Die bewusste, erinnerungsfähige Vergangenheit folgt der Zukunft in einem Abstand, der eine schlafend-ungewisse Zeit als Embryo bis einige Tage nach der Geburt symbolisiert und der die bewusste Vergangenheit später noch nachwirken lässt. Dann aber ist die kreative Zukunft bereits vollständig aufgebraucht, der Mensch lebt im Vergangenen. Die Gegenwart ist das Austauschteilchen der Zeit zwischen Zukunft und Vergangenheit und wegen des Abstandes zur Zukunft und Vergangenheit verwischt, also offen. Gegenwart ermöglicht so unter Einbeziehung beider Elemente der Zeit eine evolutionäre Entwicklung, auch unseren freien Willen, obwohl vom Grunde her Gesetzmäßigkeit vorgegeben ist. Dieses Grundprinzip einer durchlässigen Gesetzmäßigkeit dürfte, irgendwann als Allgemeingültig von mir unterstellt, sicher bei Tieren, Pflanzen, Materie unterschiedlich, stets aber prinzipiell vorhanden sein und wird dann selbst für das All in seiner umfassendsten Form gelten.
Die zeitlich verschobenen Dreiecke werden dann zu 2 Sinusschwingungen mit unserem Leben in jeweils ¼ Periode (keinesfalls maßstabsgerecht, denn der schraffiert gezeichnete Abstand wäre bezogen auf ein gesamtes, durchschnittliches Leben tatsächlich nur wenig wahrnehmbar):
Bild 2:
Die Verlängerung der beiden Sinusschwingen ergibt eine Doppelhelix-Struktur der Zeit, zunächst als Folge von Gegenwartsteilchen oder auch der Zeit über mehrere Tage:
Bild 3:
Kurz beschrieben ist die Zeit des Menschen grundlegend durch einen am Anfang und am Ende auftretenden Abstand bestimmt, der anfangs allein von ungewisser Zukunft und am Ende nur noch von bewusster Vergangenheit geprägt ist. Irgendwann vor der Lebensmitte stehen kreativ-gestaltbare Zukunft in Kombination mit erinnerungsfähige Vergangenheit in ihrem Optimum, danach wird das Schwinden kreativ wirkender Zukunft und das Erstarken des (nur) Vergangenen als Midlife Crises spürbar. Letzteres tritt an einem durchschnittlichen Tag im Leben als typische Mittagsmüdigkeit hervor und in einem Gedankenmoment als Pause gedanklicher Kreativität mit Abwägung einer Handlung oder deren Unterlassung zwischen den Wirkungen der beiden Pole von Zukunft und Vergangenheit dieses einen Moments. Die zyklischen Strukturen dieser Zeit folgen einander, am Tag durch einen weiteren getrennt von dem unterbewusst-geträumten Schlaf in der Nacht und ebenso vielen bewussten Gedankenmomenten bei Aktivität, die sowohl rückwärtsgewandt als auch in die Zukunft gerichtet sein können und so von allen Zeitanteilen profitieren. In manchen Glaubensformen ist diese Vorstellung für eine Wiederauferstehung oder eine Wiedergeburt des Lebens präsent. Die unablässige Folge dieser Zeitschwingung deutet auf ein Wechselspiel im Austausch zwischen Vergangenheit und Zukunft hin. Entlang des eindeutig nur in die Zukunft gerichteten Zeitpfeiles wird aus Zukunft Vergangenheit und daraus wiederum eine neue Zukunft (Gestalt einer ewig wendenden Sanduhr). Der stets eigentlich sehr kleine Abstand in der Zeit (hier vergleichbar der Heisenbergschen Unschärferelation?) bis zum ersten Auftreten erinnerungsfähiger Vergangenheit (etwa erstes, kurzzeitiges voll bewusstes Anlächeln der Mutter o.Ä.) lässt jeden Gedankenmoment einerseits im Groben gesetzmäßig ablaufen, anderseits wiederum durch eine bewusste Entscheidung nach der Abwägungsphase tatsächlich aber gestaltungsoffen, also weiterhin ungewiss auf die tatsächliche Zukunftswirkung. Diese Handlungsoption zur Gestaltungsmöglichkeit der Zukunft sehe ich als Ausdruck unseres freien Willens (Offenbarung nach dem Gesetz der Wahrscheinlichkeit). Kräfte wirken auf das Geschehen ein, ich nenne sie Einschließungskraft (aus der Zukunft: 2 Teile, Eizelle und Samen kommen zusammen und verschmelzen), Abstandskraft (aus der Gegenwart: die embryonale Entwicklung beginnt, folgt dem Gesetz der Zukunftsvorgabe) und Bestandskraft (aus der Vergangenheit: Statuserhalt entsprechend der Zukunftsvorgabe). Der Statuserhalt verliert im Durschnitt spätestens dann an Kraft, wenn wegen aufgebrauchter Zukunft keine zusätzliche Vergangenheit mehr möglich ist und dadurch der Tod den Zerfall einleitet. Plötzliche Ursachen können im Durchschnitt hier keinerlei Begründung finden.
Betrachte ich dieses Wechselspiel nun in seiner umfassenden Wirkung aufgrund eines von mir angenommenen Grundprinzips der Selbstähnlichkeit wie selbstverständlich auch auf das All, wird dieses zunächst ebenso als zyklische Folge mehrerer Universen anzunehmen sein, also sich evolutionär jeweils leicht ändern (und wird möglicherweise eine einzige Lösung der vielfältigen Stringtheorien repräsentieren, ohne dass eine dadurch apostrophierte Viel-Weltentheorie noch gerechtfertigt wäre. Sehr wahrscheinlich ist das All einzigartig irgendwann erstmals entstanden, entwickelt sich wie im Rahmen der Zukunft zulässig in für uns nicht absehbarer evolutionärer Weiterentwicklung durch Vergehen und Wiederentstehen weiter. Es dehnt sich anfangs aus und wird wieder schrumpfen, fällt es nicht, wie bei einem plötzlich und unerwartet eintretenden Tod spontan in sich zusammen (bei unabsehbarerem Zerfall des Protons?). Was bedeutet der kleine Abstand in der Zeit des Alls? Einerseits sorgt er dafür, dass Symmetrie kein allgemeingültiges Bauprinzip sein kann, sondern eher eine geringfügige Asymmetrie den gesetzmäßigen Gang der Welt bestimmt (Überhang Materie zu Antimaterie? CP-Verletzung?; chirale Naturstrukturen, z.B bei Winden, Schnecken etc; Entdeckung supersymmetrischer Partner sicher deshalb eher aussichtslos, siehe besonders derzeitige Ergebnisse beim CERN; Doppehelix-Struktur der DNA im Detail ebenfalls geringfügig asymmetrisch?). Jedenfalls wird das All anfangs allein durch die Zukunft (zunächst vielleicht aus Wort und Tat als sog. Schöpfungsakt) bestimmt, die sich durch ein Maximum an sichtbarer Materie und seiner Ausdehnung (Wachstum) äußert. Die Ausdehnung kommt zum Stillstand, denn die noch nicht identifizierte sog. Dunkle Materie nimmt als Wirkung der Vergangenheit offenbar beständig zu (neueste Forschung; Antimaterie ist möglicherweise für uns unsichtbar; schwarze Löcher?) und wird bei weiterer Zunahme im Laufe von zig-Milliarden Jahren die vorhandenen sichtbaren Strukturen zur Auflösung bringen (Wirkung u.a. auf Galaxien). Jedenfalls existiert innerhalb eines Zyklus ein sich wandelnder thermodynamischer Zeitpfeil von Ordnung zur Unordnung und wieder zur Ordnung, der sich aber bei näherer Betrachtung ebenfalls einer Symmetrie vollständig entzieht. Ordnung und Unordnung werden sich im Bestehenden innerhalb eines Zyklus und vor allem gegenüber dem Werdenden über die Zyklen hinweg kontinuierlich verändern (evolutionäre Entwicklung). Da wir nur in der Gegenwart leben und weder unsere eigene Zukunft noch die des Alls werden perfekt voraussehen können, sind wir auf Mutmaßungen angewiesen und können nur aus der Vergangenheit Rückschlüsse ziehen, soweit wir sie kennen. Der Anfang und das Ende des Alls werden uns immer verborgen bleiben, so, wie wir uns an unsere eigene Geburt nicht erinnern können.
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