Die Diskussion in unserem Projekt ist ja sehr gut in Fahrt gekommen! Danke dafür!
Hallo Thomas,
du sagst in
Beitrag Nr. 2264-548: „2. Es gibt periodische zeitassymetrische Prozesse wie rotierende Zahnräder.“
Das verstehe ich noch nicht, bzw. nur in als Kreisform „Rad“, wobei die Asymmetrie durch den Weg des Vor- und Zurück, aber auch des von Oben nach Unten mir durchaus verständlich ist. Kommt jedoch die von Claus als Zeit definierte „Bewegung“ ins Spiel, also auch die Bewegung der Uhr von ihrer Stelle, sind wir bei einer Sinusschwingung der Zeit, die immerhin eine Periodensymmetrie (Fachausdruck?) aufweist und so m.E. ebenso als Zeitmesser in der Lage ist.
In diesem Sinus-Schwingungsverständnis könnte der Zeitpfeil aber auch auf der Schwingungsebene (also mittig in Schwingungsrichtung; Fachausdruck?) liegen und dabei dann die Asymmetrie der Kreisbewegung , wie du es sagst, abbilden, zugleich dann aber auch der Zeit die Richtung verleihen.
In dieser Vorstellung sehe ich also sowohl Elemente der Symmetrie als auch der Asymmetrie, die allerdings wohl in ihrer Bedeutung für diese Zeit als gleichberechtigt angesehen werden müssen. Kann aber diese Gleichberechtigung die Realität widerspiegeln?
Ich denke, da fehlt dann noch irgendetwas. Immerhin wird der Asymmetrie, sobald die Wahrscheinlichkeiten der Zukunft einbezogen werden würden, bei einer vertikalen Spiegelung, ob innerhalb oder außerhalb der Periode, sicher bisher ein zu deutliches Übergewicht verliehen, was auch dann vielleicht nicht gerade der Realität von Zeit entsprechen wird (vgl. u.a. Branworld 1).
Hallo Claus,
an deiner Stellungnahme in
Beitrag Nr. 2264-549 fällt mir folgendes auf:
a) Die Idee der Kombination der Kreisbewegung des Zeigers mit einem Kilometerzähler (oder vielleicht etwas Anderem) finde ich persönlich zwar außerordentlich gut, die Verbindung hat aber doch zunächst mit Zeit nichts zu tun, es sei denn du fasst Bewegung tatsächlich auch als Raumveränderung auf, was natürlich in deinen Gedanken an Einsteins Lösungen nahe liegen kann. Ihr erinnert, dass ich in meiner Vorstellung Zeit mit anderen Inhalten, etwa des zyklischen Werdens und Vergehens, gefüllt habe, weil ich denke, dass Zeit nur mit Inhalten sinnvoll wird. Entspricht Derartiges nun deiner Vorstellung, auch wenn Licht-Minuten, -Stunden,-Tage usw. allein nicht dem entsprechen, was ich mir eigentlich vorstelle?
b) Der Zeitpfeil könnte sich vielleicht aus der Übertragung der Kreisbewegung in eine lineare Bewegung einer Sinusschwingung als bloße Richtung dieser Bewegung von Zeit ergeben. Er wäre dann tatsächlich kein Zeitmaß mehr (vgl. oben zu Thomas)?
c) Du meinst, wenn ich das richtig verstehe, dass ein Zeitpfeil statistisch erst durch äußere Einwirkung zustande kommt, wenn sich ein System nicht im thermodynamischen Gleichgewicht befindet. Wenn du die Expansion des Universums für die grundlegende Bewegung, die für uns die Zeit darstellt, hältst, wie du in
Beitrag Nr. 2264-530 schriebst, bedeutet dies doch wohl, dass du auch für das Weltall eine äußere Einwirkung voraussetzt. Ich möchte derzeit (aber?) noch davon ausgehen, dass das zu den Dingen gehört, die wir nicht exakt wissen. Bleiben wir m.E. doch derzeit bei der Möglichkeit, dass sich das Weltall auch im Rahmen einer Selbstorganisation (zufälliger Urknall) ausgedehnt haben könnte. Dann spüren wir derzeit auch, ohne dass eine äußere Einwirkung notwendig wäre, einen Zeitpfeil, der allerdings keine Zeit messen kann und daher auch wohl keiner Uhr entsprechen können sollte. Betrachte ich die zyklische Periodizität einer Sinuns-schwingenden Zahnrad-Uhr, würde dieser Zeitpfeil im Gegensatz zum thermodynamischen aber auch dann immer noch vorausweisen, wenn das Weltall irgendwann wieder schrumpfen sollte. Kann es eigentlich mehrere Zeitpfeile geben, eine für die Taktung durch die Unruh, einen thermodynamischen und einen, der nur für die Richtungsweisung von Zeit zuständig wäre?
Hallo Branworld1,
wir haben bisher über Uhren diskutiert, die in Sekunden, Nanosekunden oder wie auch immer quantifiziert voranschreiten, ohne irgendeinen Qualitäts-Unterschied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vorzunehmen. Der Beitrag von Claus, Uhren mit einem Kilometerzähler zu versehen, würde hier m.E. eine Qualifizierung vornehmen, die einer Uhrzeit bisher abzugehen schien.
Ich hatte dich zunächst so verstanden, als würde sich z.B. die Zukunft aufspalten in verschiedene, nicht mehr lineare Wahrscheinlichkeiten. Realisiert sich aber linear stets jeweils nur eine einzige aus den zahlreichen Wahrscheinlichkeiten, was ja der Realität m.E. entspricht, wäre diese m.E. nicht mehr allgemein, sondern individuell zu betrachten. So hatte ich dich interpretieren wollen. Ich hänge Linearität also an eine Betrachtung der Auswahl unter individuellen Zukunftswahrscheinlichkeiten. Zeit wäre auch dann mit einer Form von Qualität verbunden, aber mit einer anderen, als Claus sie wohl mit einem Kilometer-Tageszähler sieht. Wirklich linear verläuft m.E. nur das stets gleiche Ticken der Uhr.
Auch ich finde es gut, dass wir uns an dieses Projekt gemacht haben. Ich hoffe sehr, dass wir uns ohne dauernde Störungen auf unsere Ideen zum Projekt konzentrieren können. Ob wir für den Beruf arbeiten müssen, hier und da unsere Verpflichtungen oder mehr oder weniger Zeit übrig haben, keiner jagt uns. Wir lassen uns Zeit. Von Zeit zu Zeit sollten wir uns aber, um den Überblick zu behalten, oder geht es mir nur so, gemeinschaftlich um eine Zusammenfassung und temporäre Fixierung bemühen.
Kirsche
Die Vergangenheit ist über die Gegenwart verbrauchte Zukunft.