Hallo Otto,
Hallo Okotombrok,
Ich will jetzt an dieser Stelle nicht Weizsäckers Ur-Theorie aus dem Keller hervorholen, aber sein Ansatz, Materie und Energie seien lediglich mögliche Manifestationsformen der Information gerade im Hinblick auf die Quantenfeldtheorien und deren Interpretationen interessant und diskussionswürdig.
Da bin ich mir nicht sicher, ob das so richtig ist.
Was ist der Unterschied zwischen einem Döner und einer Kaffeetasse?
Beides besteht aus Up- und Downquarks und Elektronen.
Der Unterschied besteht lediglich in der Information darüber, wie diese Elemente angeordnet sind.
Fermionen wie Bosonen können in der Quantentheorie keine Individualität zugesprochen werden. Sie besitzen keinen Realstatus.
Ein Elementarteilchen kann verstanden werden wie ein Knoten in einem Seil.
Der Knoten an sich existiert nicht, sondern stellt nur die Struktur des Seils dar.
Entsprechend stellt ein Elementarteilchen eine Anregung eines Quantenfeldes dar,
besser gesagt, Überlagerung verschiedener Quantenfelder.
Bei Elementarteilchen handelt es sich also eher um ein Ereignis als um ein Ding an sich im ontologischem Sinn.
Wie sind dann aber die Quantenfelder ontologisch zu verstehen?
Omnipräsente Quantenfelder können als reine Potentialitäten, also als reine Möglichkeiten von Strukturenbildung gesehen werden.
Wobei den Strukturen und nicht der Materie ein Realstatus zugesprochen werden kann.
Träger dieser Strukturen sind uns empirisch wie epistemisch verschlossen und man mag darüber sinnieren, ob sie überhaupt existieren.
Aber zurück zum Begriff der Information in der QT.
Unter Information kann jetzt das verstanden werden, was diese Strukturen ausmachen.
Beispiele die den Unterschied zum klassischen Begriff der Information zeigen:
Quanteninformationen können unabhängig vom Raum miteinander korreliert sein – Verschränkung.
Quanteninformationen können komplementär sein.
Die Information über den Weg bei Interferenzversuchen und Interferenz schließen sich gegenseitig aus. Dabei muss die Information über den Weg eines Teilchens weder messtechnisch ermittelt noch gewusst werden. Es reicht lediglich die Möglichkeit es wissen zu können aus, um Interferenz zu verhindern.
Delayed Choice Experimente zeigen, dass Quanteninformationen auch zeitlich Nichtlokalität zeigen.
Ich denke grundsätzlich, dass der Begriff der Information in der QT eine viel größere, fundamentalere Bedeutung zukommt, als in der KM.
Siehe dazu vielleicht auch Publikationen von Anton Zeilinger. Hat übrigens letztes Jahr einen Nobelpreis erhalten.
mfg okotombrok
"Der Kopf ist rund, damit die Gedanken die Richtung wechseln können"
(Francis Picabia)