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Wellen in der Quantenphysik – einige Fragen dazu

Thema erstellt von Grtgrt 
Beiträge: 1.566, Mitglied seit 9 Jahren
 
Stueps schrieb in Beitrag Nr. 2052-35:
 
Kleiner Nachtrag noch, warum ich unter anderem deiner Behauptung im obigen Zitat misstraue: Meines Wissens nach ist destruktive Interferenz bisher nur für Gravitationswellen verboten. Nicht jedoch für einzelne Photonen. Ich glaube, Eugens Link in Beitrag Nr. 2052-25 untermauert dies (habe nur flüchtig reingeschaut).
 



Hallo Stueps,

die Meinungen und Beweise anderer nicht unbesehen zu glauben, ist immer gut.

Solltest Du tatsächlich Belege dafür finden, dass meine Beweisführung nicht schlüssig ist, wäre ich dankbar, wenn Du sie mir mitteilen könntest.
Was sich hinter Eugens Link findet, scheint meiner Meinung und Beweisführung nicht zu widersprechen.

Gruß, grtgrt

 
Beitrag zuletzt bearbeitet von Grtgrt am 25.06.2013 um 13:59 Uhr.
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Beiträge: 1.566, Mitglied seit 9 Jahren
 
Bauhof schrieb in Beitrag Nr. 2052-39:
 
Welche Interpretation ist nun für dich einsichtiger:

Die Sprachregelung, dass die Photonen mit sich selbst interferieren oder die Kopenhagener Deutung, dass die möglichen Wege miteinander interferieren?


Hallo Eugen,

welche Sprachregelung man bevorzugt, scheint mir reine Geschmackssache zu sein.

Interessant aber sind Argumente, die alles, was man in Doppelspalt-Experimenten (z.B. auch in Quanten-Radieren) beobachtet,  v o r h e r s a g e n .
Meine Argumente in den Beiträgen 2052-7 und 2052-23 jedenfalls sind von dieser Art.

Gruß, grtgrt
 
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Henry schrieb in Beitrag Nr. 2052-40:
Bauhof schrieb in Beitrag Nr. 2052-39:
Welche Interpretation ist nun für dich einsichtiger:

Die Sprachregelung, dass die Photonen mit sich selbst interferieren oder die Kopenhagener Deutung, dass die möglichen Wege miteinander interferieren?

Tja, ehrlich gesagt weiß ich es nicht! Eigentlich ist beides Statistik, und weder "Wege" noch "Photonen" können nach unserem klassischen Verständnis interferieren, also sich verstärken oder auslöschen. Gut, weniger verwirrend ist wahrscheinlich die "alle Wege Deutung" Und das, obwohl damit wirklich ALLE Wege gemeint sind, also auch die über den Himalaya oder Andromeda.

Hallo Henry,

ja, für mich weniger verwirrend ist die Interferenz aller möglichen Wege. Warum? Wenn man dem Photon selbst während seines Weges zum Detektor eine Interferenzfähigkeit mit sich selbst zuspricht, dann spricht man dem Photon ein Art “Eigenleben“ als Welle oder Teilchen zu, das es nicht hat.

Denn das Photon ist weder Welle noch Teilchen, sondern das Quant der elektromagnetischen Strahlung.

M.f.G. Eugen Bauhof
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der Normale aus seinen Erfahrungen,
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Bauhof schrieb in Beitrag Nr. 2052-43:
Denn das Photon ist weder Welle noch Teilchen, sondern das Quant der elektromagnetischen Strahlung.

M.f.G. Eugen Bauhof

Gut denn, aber mal ganz provokativ gefragt: Wovon ist das Elektron "das Quant"? Immerhin wird es durch dieselbe Wellenfunktion beschrieben.
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Herr Oberlehrer

Die Wolken ziehen hin. Sie ziehen auch wieder her.
Der Mensch lebt einmal. Dann nicht mehr.

(Donald Duck)
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Bauhof schrieb in Beitrag Nr. 2052-43:
 
Denn das Photon ist weder Welle noch Teilchen, sondern das Quant der elektromagnetischen Strahlung.


Warum soll es als Quant elektromagnetischer Strahlung nicht dennoch Welle sein können?

Ein "Quant" zu sein bedeutet doch lediglich, dass es als Energieportion stets nur als Ganzes entstehen oder in Anderem aufgehen kann.

 
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Henry schrieb in Beitrag Nr. 2052-44:
Bauhof schrieb in Beitrag Nr. 2052-43:
Denn das Photon ist weder Welle noch Teilchen, sondern das Quant der elektromagnetischen Strahlung.

M.f.G. Eugen Bauhof

Gut denn, aber mal ganz provokativ gefragt: Wovon ist das Elektron "das Quant"? Immerhin wird es durch dieselbe Wellenfunktion beschrieben.

Hallo Henry,

das Elektron ist die kleinste Portion (Quant) der elektrischen Ladung. Das Elektron sowie das Photon können als Welle oder als Teilchen in Erscheinung treten. Ob sie als Welle oder als Teilchen in Erscheinung treten, hängt von der Versuchsanordnung ab. Aber beide sind weder klassische Wellen noch klassische Teilchen. Andreas Bartels schreibt dazu auf Seite 75 seines Buches [1] folgendes:

Zitat:
Der Formalismus der Quantentheorie, der auf Photonen wie Elektronen anwendbar ist, bietet eine gemeinsame Grundlage zur Berechnung und Vorhersage aller Phänomene, der Wellen- wie der Teilchen–Phänomene.

Ein anschauliches Bild, das den Dualismus von Wellen– und Teilcheneigenschaften plausibel machen wurde, wird aber nicht mitgeliefert. Wir können zunächst nur feststellen, dass Quantenobjekte (damit sind nicht nur Elektronen und Photonen gemeint, sondern aufgrund des universellen Anwendungsbereichs der Theorie letztlich alle physikalischen Systeme) jedenfalls weder klassische Wellen noch klassische Teilchen sind.

M.f.G. Eugen Bauhof

[1] Bartels, Andreas
Grundprobleme der modernen Naturphilosophie.
Paderborn 1996. ISBN=3-8252-1951-8
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Bauhof am 25.06.2013 um 16:41 Uhr.
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Hallo Gebhard,

Grtgrt schrieb in Beitrag Nr. 2052-41:
Solltest Du tatsächlich Belege dafür finden, dass meine Beweisführung nicht schlüssig ist, wäre ich dankbar, wenn Du sie mir mitteilen könntest.

also eine Beweisführung sehe ich erst einmal nirgendwo. Ich sehe lediglich eine unbewiesene Idee.
Warum ich deine "Sektorwellen" nicht ernst nehme, habe ich in Beitrag Nr. 2052-35 schon teilweise ausgeführt (klassischer Beschreibungsversuch, der nicht vollständig sein kann).
Weiter sehe ich eine Teilung der Ursprungswelle in "Sektorwellen" als äußerst problematisch an, da ein Quant dem Verständnis nach etwas Unteilbares sein sollte.

Grüße

Hallo Eugen,

könnte die "Interferenz aller möglichen Wege" vielleicht eine Antwort auf meine Fragen in Beitrag Nr. 2052-33 sein?

Grüße
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Stueps schrieb in Beitrag Nr. 2052-47:
 
... sehe ich eine Teilung der Ursprungswelle in "Sektorwellen" als äußerst problematisch an, da ein Quant dem Verständnis nach etwas Unteilbares sein sollte.


Hi Stueps,

natürlich: Das Quant (Photon) ist als Energieportion oder — wenn Du so willst — als nicht-lokales Objekt unteilbar. Der Doppelspalt  v e r f o r m t  es lediglich, so dass, was vor dem Spalt die Form einer Kugelwelle hat, sich dahinter präsentiert als Summe zweier von den Spalten ausgehender Sektorwellen.

Gruß, grtgrt
 
Beitrag zuletzt bearbeitet von Grtgrt am 25.06.2013 um 19:36 Uhr.
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Grtgrt schrieb in Beitrag Nr. 2052-48:
Der Doppelspalt  v e r f o r m t  es lediglich, so dass, was vor dem Spalt die Form einer Kugelwelle hat, dahinter eine Form hat, die sich als Summe zweier von den Spalten ausgehender Sektorwellen ergibt.

Hallo Gebhard,

es war mir sehr klar, dass du es so interpretierst. Dann betrachte den Schirm dahinter, der ein Teilchen detektiert. und nicht zwei oder mehr Abdrücke von irgendetwas Verformten. Wahrscheinlich kommst du jetzt damit, dass das Quant sich bis zum Schirm wieder zurückverformt (auch wenn Wellen so etwas nicht tun), so dass es nur eine Wirkung erzielt. Hier verbirgt sich m.E. auch der entscheidende Denkfehler, den du machst: Du versuchst, ein Quant in klassischer Weise ausschließlich als elektromagnetische Welle vollständig zu erklären.

Ich weiß, du wirst versuchen, dich wieder (klassisch :lol:) herauszuwinden, wenn ich dich zwinge, auf den Welle-Teilchen-Dualismus einzugehen, den du trotz mehrfachem Hinweis meinerseits komplett ignorierst. Meinst du, das merkt hier niemand?
Ich fasse also für mich zusammen, und diesen Teil der Diskussion für mich beenden zu können:
Du versuchst, Quanten klassisch zu erklären und ignorierst Hinweise, die deinem Konzept widersprechen. Dies ist in der Geschichte nicht neu, ich lerne nichts dabei, also lasse ich es in Zukunft hierauf näher einzugehen, weil es sehr ermüdend ist.

Grüße
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Stueps schrieb in Beitrag Nr. 2052-49:
 
... wenn ich dich zwinge, auf den Welle-Teilchen-Dualismus einzugehen, den du trotz mehrfachem Hinweis meinerseits komplett ignorierst. Meinst du, das merkt hier niemand?


Was den Welle-Teilchen-Dualismus betrifft, so glaube ich da an die beiden folgenden Aussagen (die erste von hier, die zweite ist von mir selbst):


Zitat von Hendrik van Hees (1998):
 
Der » Welle-Teilchen-Dualismus « ist ein Relikt aus den Anfängen der Quantenmechanik, welches (leider) immer noch nicht ganz in Vergessenheit geraten ist.

Heute betrachtet man die Quantenwelt ganz anders. So geht man davon aus, daß ein quantenmechanisches Objekt überhaupt keinen definierten Ort hat, solange man nicht nachschaut, wo es ist. Solange man keine Ortsmessung vornimmt, kann man nur eine Wahrscheinlichkeit dafür angeben, mit der man das Objekt an einem bestimmten Ort vorfinden wird. Wenn man dann tatsächlich mißt, so findet man entweder ein Teilchen, oder man findet keines — der Ort des Teilchens "entsteht" also quasi erst während der Messung.

Die angegebene Wahrscheinlichkeit genügt dagegen der Lösung einer Wellengleichung, etwa der Schrödingergleichung oder der Diracgleichung. Dies bedeutet nun aber nicht, daß das Teilchen selbst eine Welle ist.
 


Nur den letzten Satz in Hees' Aussage würde ich streichen, denn wer darauf besteht, ein Elementarteilchen als "Teilchen" zu sehen, der sollte zur Kenntnis nehmen, dass es eben doch eine im ganzen Universum präsente  W e l l e  ist — sie zeigt sich uns nur als Teilchen, da sie ja als Wellenpaket fast überall  f a s t  verschwindet (nur in einer extrem kleinen Region hat sie nenneswert von Null verschiedenen Wert).

Aus diesem Grund sage ich:


Zitat von Gebhard Greiter (2013):
 
Ein quantenmechanisches Objekt hat überhaupt keinen definierten Ort — es ist einfach nur Potentialwelle (ein  K r a f t f e l d  also).

Man kann nur eine Wahrscheinlichkeit dafür angeben, dass uns von einem bestimmten Ort her signalisiert wird, dass es dort per Elementarereignis mit anderen Objekten wechselgewirkt hat. Wer glaubt, ein quantenmechanisches Objekt als Teilchen registriert zu haben, hat lediglich jenes Signal registriert.
 


Eine dritte Meinung, der ich ebenfalls zustimme, stammt von Norbert Hinterberger, der sich damit auf H. Dieter Zeh beruft (siehe das Zitat in Beitrag 1995-31).


Gruß, grtgrt
 
Beitrag zuletzt bearbeitet von Grtgrt am 26.06.2013 um 09:05 Uhr.
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Mann Gebhard, du weißt genau, was ich meine! Hör auf zu zitieren, und gehe endlich darauf ein, dass ein Quant nicht klassisch als Welle vollständig zu beschreiben ist - so wie du es versuchst. Hör auf abzulenken, zu verschleiern, uns für allzu dumm zu verkaufen! All deine klugen Zitate nützen da auch nichts. Und wieder gehst du auf die wichtigen Punkte im vorhergehenden Beitrag nicht ein - zum wiederholten Male. Sondern nur, dass ich mal ein Relikt aus vergangenen Zeiten gewagt habe, zu bemühen.

Grüße
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Stueps am 25.06.2013 um 20:49 Uhr.
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Bauhof schrieb in Beitrag Nr. 2052-46:
Henry schrieb in Beitrag Nr. 2052-44:
Gut denn, aber mal ganz provokativ gefragt: Wovon ist das Elektron "das Quant"? Immerhin wird es durch dieselbe Wellenfunktion beschrieben.

Hallo Henry,

das Elektron ist die kleinste Portion (Quant) der elektrischen Ladung. Das Elektron sowie das Photon können als Welle oder als Teilchen in Erscheinung treten. Ob sie als Welle oder als Teilchen in Erscheinung treten, hängt von der Versuchsanordnung ab. Aber beide sind weder klassische Wellen noch klassische Teilchen. Andreas Bartels schreibt dazu auf Seite 75 seines Buches [1] folgendes:


M.f.G. Eugen Bauhof

[1] Bartels, Andreas
Grundprobleme der modernen Naturphilosophie.
Paderborn 1996. ISBN=3-8252-1951-8

Hi, Eugen!

Ich wollte eigentlich auf etwas anderes hinaus, nun müssen wir wieder einen Nebenschauplatz eröffnen.

Das Elektron ist nicht „die kleinste Portion (Quant) der elektrischen Ladung)“. Aus zwei Gründen: Ein Quark hat ein Drittel der elektrischen Ladung eines Elektrons, womit das Elektron nicht die „kleinste Portion“ sein kann, und zweitens ist die elektrische Ladung eine Eigenschaft bestimmter Teilchen, nicht das Teilchen selbst; sie bestimmt die Stärke, mit der ein Teilchen elektromagnetisch wechselwirkt, und das wird doch durch das Photon vermittelt!
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Die Wolken ziehen hin. Sie ziehen auch wieder her.
Der Mensch lebt einmal. Dann nicht mehr.

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Henry schrieb in Beitrag Nr. 2052-52:
Ich wollte eigentlich auf etwas anderes hinaus, nun müssen wir wieder einen Nebenschauplatz eröffnen.

Hallo Henry,

wir müssen nicht unbedingt wieder einen Nebenschauplatz eröffnen.
Deshalb meine Frage: Auf was wollest du eigentlich hinaus?

M.f.G. Eugen Bauhof
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der Normale aus seinen Erfahrungen,
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Bauhof schrieb in Beitrag Nr. 2052-53:
Henry schrieb in Beitrag Nr. 2052-52:
Ich wollte eigentlich auf etwas anderes hinaus, nun müssen wir wieder einen Nebenschauplatz eröffnen.

Hallo Henry,

wir müssen nicht unbedingt wieder einen Nebenschauplatz eröffnen.
Deshalb meine Frage: Auf was wollest du eigentlich hinaus?

M.f.G. Eugen Bauhof

Na ja, Elektronen, Protonen, Neutronen sind die "Teilchen", die das "konstruieren", was wir als Materie kennen. Ganz offensichtlich lassen sie sich - wie die "Teilchen", die die Kräfte vermitteln - als Funktion der Wahrscheinlichkeitswelle darstellen, ebenso wie alle ihre Verbindungen bis hinaus zu uns Menschen; also, die Frage, die ich mir stelle: Ist materielle Wirklichkeit sozusagen eine Überlagerung von Wahrscheinlichkeiten? Schwierig in Worte zu fassen, ich will nämlich nicht die materielle Wirklichkeit infrage stellen, aber kann es sein, dass materielle Wirklichkeit nicht aus ihren "Teilchen" heraus zu erklären ist, sondern nur als Gesamtheit? Das ihre Getzmäßgeiten aus dem Zusammenspiel ergeben und in ihren Teilaspekte keine fassbare Grundlage haben?

Emergenz ist es, viel mir gerade nicht ein!

Jetzt hab ich den Faden wieder: Sind die "verborgenen Variablen" der Quantenmechanik nicht zu finden - auch im mathematischen Formalismus nicht -, weil wir sie an der falschen Stelle suchen? Ist die "Unbestimmtheit" eine Folge des Reduktionismus, der Reduktion auf das Einzelne, während die Wirklichkeit sich im Gesamten offenbart?
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Henry am 26.06.2013 um 11:34 Uhr.
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Henry schrieb in Beitrag Nr. 2052-52:
Das Elektron ist nicht „die kleinste Portion (Quant) der elektrischen Ladung)“. Aus zwei Gründen: Ein Quark hat ein Drittel der elektrischen Ladung eines Elektrons, womit das Elektron nicht die „kleinste Portion“ sein kann,...

Hallo Henry,

ich glaube, so einfach ist es dann nicht. Quarks kommen nicht frei vor, sondern nur in gebundenen Zuständen. So bilden up- und down-Quarks Neutronen oder elektrisch geladene Protonen - hier entspricht dann die Stärke der Ladung wieder der eines Elektrons. Quark-Antiquark-Paare sind elektrisch neutral, vermitteln also keine Ladung. Quark-Gluonenplasma ist nur "quasifrei". Letztlich läuft es also m.E. darauf hinaus, dass die "Portionsgröße" immer mindestens der eines Elektrons entspricht. Quarks voneinander zu trennen und zu isolieren funktioniert auch nicht: Die Energie, die dafür aufgewendet werden muss, lässt sofort z.B. neue Quark-Antiquark-Paare entstehen. So hat also ein down-Quark im Standardmodell zwar die (theoretische) Ladung -1/3, kann aber praktisch nie isoliert und isoliert beobachtet werden. So kann man m.E. durchaus dem Elektron die Eigenschaft zuschreiben, dass es das kleinste Quant elektrischer Ladung trägt.

Grüße
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Stueps am 26.06.2013 um 12:04 Uhr.
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Henry schrieb in Beitrag Nr. 2052-54:
Ist materielle Wirklichkeit sozusagen eine Überlagerung von Wahrscheinlichkeiten? Schwierig in Worte zu fassen, ich will nämlich nicht die materielle Wirklichkeit infrage stellen, aber kann es sein, dass materielle Wirklichkeit nicht aus ihren "Teilchen" heraus zu erklären ist, sondern nur als Gesamtheit?

Hallo Henry nochmal,

ich würde es eher als Zusammenspiel bezeichnen. Man kann Materie im tiefsten Grunde als Manifestation von Wahrscheinlichkeiten, und dem Zusammenspiel dieser Manifestationen sehen. Diese Manifestationen scheinen jedoch ziemlich stabil - Versuche haben ergeben, dass z.B. Protonen mindestens 1031 Jahre nicht zerfallen. Ganz schön lange, wie ich finde.

Henry schrieb in Beitrag Nr. 2052-54:
Sind die "verborgenen Variablen" der Quantenmechanik nicht zu finden - auch im mathematischen Formalismus nicht -, weil wir sie an der falschen Stelle suchen?

Okotombrok hat an anderer Stelle einen Link eingestellt, wo ein Physiker einen einstündigen Vortrag hält. In ihm wird auch die Bellsche Ungleichung kurz erörtert. Dort ist m.E. schön zu erkennen (wenn auch sehr schwierig zu verstehen), dass es wirklich keine verborgenen Variablen in der Quantenmechanik gibt. (Man kann diese Stelle ja mehrmals anschauen, ein Vorteil der modernen Technik). Ich war jedenfalls von der Leistung des Herrn Bell gelinde gesagt "platt", so etwas sich auszudenken, ist in meinen Augen schon fast übermenschlich.

Deinen Vergleich mit "Emergenz" finde ich übrigens prima!

Grüße
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Stueps am 26.06.2013 um 12:31 Uhr.
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Stueps schrieb in Beitrag Nr. 2052-55:
Henry schrieb in Beitrag Nr. 2052-52:
Das Elektron ist nicht „die kleinste Portion (Quant) der elektrischen Ladung)“. Aus zwei Gründen: Ein Quark hat ein Drittel der elektrischen Ladung eines Elektrons, womit das Elektron nicht die „kleinste Portion“ sein kann,...

Hallo Henry,

ich glaube, so einfach ist es dann nicht. Quarks kommen nicht frei vor, sondern nur in gebundenen Zuständen. So bilden up- und down-Quarks Neutronen oder elektrisch geladene Protonen - hier entspricht dann die Stärke der Ladung wieder der eines Elektrons. Quark-Antiquark-Paare sind elektrisch neutral, vermitteln also keine Ladung. Quark-Gluonenplasma ist nur "quasifrei". Letztlich läuft es also m.E. darauf hinaus, dass die "Portionsgröße" immer mindestens der eines Elektrons entspricht. Quarks voneinander zu trennen und zu isolieren funktioniert auch nicht: Die Energie, die dafür aufgewendet werden muss, lässt sofort z.B. neue Quark-Antiquark-Paare entstehen. So hat also ein down-Quark im Standardmodell zwar die (theoretische) Ladung -1/3, kann aber praktisch nie isoliert und isoliert beobachtet werden. So kann man m.E. durchaus dem Elektron die Eigenschaft zuschreiben, dass es das kleinste Quant elektrischer Ladung trägt.

Grüße

Stueps, niemand hat behauptet, es wäre einfach! Klar, mag eine Interpretationsfrage sein, aber es gibt nachweislich Belege für die Existenz von Quarks, auch wenn sie nicht isoliert aufteten können, und augenscheinlich haben Neutronen - nach außen - keine elekrtische Ladgung, was sich auf die unterschiedlichen Quarks zurückführen lässt. Außerdem hat Eugen geschrieben, die Elektronen WÄREN die Quanten, und darauf habe ich reagiert, du schreibst aber, sie TRAGEN die elektrische Ladung, und damit kann ich leben, ist schließlich ein nicht unwichtiger Unterschied,
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Stueps schrieb in Beitrag Nr. 2052-56:
Henry schrieb in Beitrag Nr. 2052-54:
Ist materielle Wirklichkeit sozusagen eine Überlagerung von Wahrscheinlichkeiten? Schwierig in Worte zu fassen, ich will nämlich nicht die materielle Wirklichkeit infrage stellen, aber kann es sein, dass materielle Wirklichkeit nicht aus ihren "Teilchen" heraus zu erklären ist, sondern nur als Gesamtheit?

Hallo Henry nochmal,

ich würde es eher als Zusammenspiel bezeichnen. Man kann Materie im tiefsten Grunde als Manifestation von Wahrscheinlichkeiten, und dem Zusammenspiel dieser Manifestationen sehen. Diese Manifestationen scheinen jedoch ziemlich stabil - Versuche haben ergeben, dass z.B. Protonen mindestens 1031 Jahre nicht zerfallen. Ganz schön lange, wie ich finde.

Henry schrieb in Beitrag Nr. 2052-54:
Sind die "verborgenen Variablen" der Quantenmechanik nicht zu finden - auch im mathematischen Formalismus nicht -, weil wir sie an der falschen Stelle suchen?

Okotombrok hat an anderer Stelle einen Link eingestellt, wo ein Physiker einen einstündigen Vortrag hält. In ihm wird auch die Bellsche Ungleichung kurz erörtert. Dort ist m.E. schön zu erkennen (wenn auch sehr schwierig zu verstehen), dass es wirklich keine verborgenen Variablen in der Quantenmechanik gibt. (Man kann diese Stelle ja mehrmals anschauen, ein Vorteil der modernen Technik). Ich war jedenfalls von der Leistung des Herrn Bell gelinde gesagt "platt", so etwas sich auszudenken, ist in meinen Augen schon fast übermenschlich.

Deinen Vergleich mit "Emergenz" finde ich übrigens prima!

Grüße

Stueps, das ist mir alles bekannt, und ich finde die Leistungen, die dahinter stecken, nicht weniger prima! Aber ich habe ausdrücklich auf eine mögliche andere Sicht hingewiesen. Das widerspricht nicht den nachweislich richtigen Überlegungen der Quantenmechanik, solange sie experimentel überprüfbar sind. Es gibt aber definitiv Auswirkungen, die sich mit unseren Mitteln nicht erklären lassen. Ein möglicher Weg, dennoch Erklärungen zu finden, liegt eben vielleicht in der Emergenz der "Teilchen" oder auch "Wellen" (andere Begriffe haben wir nun mal nicht). Verstehst du, ich will dir gar nicht widersprechen, man kann eher sagen, ergänzen. Und, nun ja, ich denke eigentlich schon sehr lange über eine "holistische" Weltsicht nach, nur fehlen mir die physikalischen bzw. mathematischen Hintergründe, also bin ich vorsichtig mit "neuen" Weltbildern. Auf die Sprünge geholfen hat mir Lauhlin - muss mal schauen, wir er genau heißt, kommt nach.
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Hallo Henry,

Henry schrieb in Beitrag Nr. 2052-58:
Aber ich habe ausdrücklich auf eine mögliche andere Sicht hingewiesen.

Die ist natürlich immer möglich.
Henry schrieb in Beitrag Nr. 2052-58:
Es gibt aber definitiv Auswirkungen, die sich mit unseren Mitteln nicht erklären lassen.

Eine Menge sogar, meiner Meinung nach.
Henry schrieb in Beitrag Nr. 2052-58:
Ein möglicher Weg, dennoch Erklärungen zu finden, liegt eben vielleicht in der Emergenz der "Teilchen" oder auch "Wellen" (andere Begriffe haben wir nun mal nicht).

Schwierig der Weg, aber durchaus nicht verkehrt, wie ich finde.

Henry schrieb in Beitrag Nr. 2052-58:
Und, nun ja, ich denke eigentlich schon sehr lange über eine "holistische" Weltsicht nach

Faszinierendes Thema, ich denke da auch hin und wieder drüber nach.

Grüße
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Stueps schrieb in Beitrag Nr. 2052-59:
Hallo Henry,

Henry schrieb in Beitrag Nr. 2052-58:
Aber ich habe ausdrücklich auf eine mögliche andere Sicht hingewiesen.

Die ist natürlich immer möglich.
Henry schrieb in Beitrag Nr. 2052-58:
Es gibt aber definitiv Auswirkungen, die sich mit unseren Mitteln nicht erklären lassen.

Eine Menge sogar, meiner Meinung nach.
Henry schrieb in Beitrag Nr. 2052-58:
Ein möglicher Weg, dennoch Erklärungen zu finden, liegt eben vielleicht in der Emergenz der "Teilchen" oder auch "Wellen" (andere Begriffe haben wir nun mal nicht).

Schwierig der Weg, aber durchaus nicht verkehrt, wie ich finde.

Henry schrieb in Beitrag Nr. 2052-58:
Und, nun ja, ich denke eigentlich schon sehr lange über eine "holistische" Weltsicht nach

Faszinierendes Thema, ich denke da auch hin und wieder drüber nach.

Grüße

Robert B. Laughlin heißt der Mann, "Abschied von der Weltformel", ist interessant.
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Beitrag zuletzt bearbeitet von Henry am 27.06.2013 um 13:37 Uhr.
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