Hallo Claus,
vielen Dank für die Hinweise.
In dem von Dir mitgeteilten zweiten Link schreibt der Autor: "Meistens werde ich mich der praktischen Konvention theoretischer Physikerinnen
bedienen, und c=1 setzen.....Das ist so lange praktisch, bis man versucht, tatsächlich eine Zahl auszurechnen, dann darf man sich damit amüsieren, die fehlenden Faktoren wieder einzubauen."
Ich bin eben zu der Überzeugung gekommen, dass es nicht nur eine praktische Konvention ist c=1 zu setzen, sondern es dem Wesen elektromagnetischer Wellen entspricht, dass bei ihnen die Beziehung zwischen Raum (Wellenlänge) und (Zeit) Frequenz, was nichts anderes als die Geschwindigkeit bedeutet, 1 ist; weil die elektrische Wirkung und die magnetische Wirkung zwar unterschieden werden können, in ihrer raumzeitlichen Veränderung aber gleich sind.
Dieser Zusammenhang wird durch die Anwendung unserer willkürlich gewählten Maßeinheiten von Meter und Sekunde verzerrt.
Die Lichtgeschwindigkeit, d.h. die Beziehung von Raum und Zeit bei elektromagnetischen Wellen, ist in dem Sinne als "Grenzgeschwindigkeit" zu interpretieren, dass bei Überschreiten dieser Grenze durch ein bewegtes Objekt, die Raum- und Zeitkoordinate in einem Minkowski-Diagramm vertauscht werden. In Deinem vierdimensionalen Modell erfolgt die die "Vertauschung" von Raum und Zeit, indem die Zeitkoordinate vollständig in eine Raumkoordinate übergeht/kippt.
Auch auf der Grundlage unserer üblichen Maßeinheiten kann man diesen Zusammenhang darstellen, indem man nämlich die Höchstgeschwindigkeit von 300000 km/s an der 1 spiegelt und aus der Perspektive der Zeit (Zeit im Zähler) zu einer geringstmöglichen Geschwindigkeit von 1/300000 s/km kommt. Auch Lezteres ist die Lichtgeschwindigkeit.
MfG
Harti
Hallo, Harti!
Zunächst einmal haben wir die Raumzeit als Einheit, beides ist nicht zu trennen. Für Bewegung von Objekten bedeutet das, dass sie sich immer durch Raum UND Zeit bewegen, und zwar IMMER und JEDES Objekt bewegt sich mit Lichtgeschwindigkeit.
Das ist keine Idee von mir, sondern das ergibt sich zwangsläufig aus der Einheit von Raum und Zeit.
Je langsamer ein Objekt sich bewegt, desto größer ist der Anteil an Bewegung durch den Zeitanteil der Raumzeit, je schneller, desto größer wird der Anteil der Bewegung durch den Raumanteil der Raumzeit. Objekte, die sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegen, also Objekte ohne Ruhemasse wie z. B. Photonen, bewegen sich nur noch durch den Raum, für sie vergeht keine Zeit. (Schon mal für Wrentzsch: Die AUSBREITUNG von elektromagnetischen Wellen – des elektromagnetischen Feldes - wird immer noch eindeutig durch die Maxwell-Gleichungen beschrieben. Photonen sind die dem Feld zugehörigen Teilchen, es ist die WECHSELWIRKUNG des elektromagnetischen Feldes mit entsprechenden Objekten – z. B. Atomen -, die quantenphysikalisch durch ein „Quant“, eben ein Photon, beschrieben wird. Wenn Richard Feyman mit seinem Pfadintergral die wahrscheinlichen Wege beschreibt, die ein Photon nimmt, so beschreibt er NICHT, WIE sich Photonen bewegen, sondern nur, welche Wege sie wahrscheinlich nehmen.)
Wo wollte ich hin? Ach so, ja, die Bewegung mit Unterlichtgeschwindigkeit nennt man „zeitartig“, Bewegung mit Lichtgeschwindigkeit „lichtartig“ und die Bewegung mit Überlichtgeschwindigkeit „raumartig“. Ein Objekt, das sich in Bezug auf den Raumanteil vollständig in Ruhe befände, bewegte sich nur durch die Zeit, ein Objekt, das sich mit Überlichtgeschwindigkeit bewegte, bewegte sich durch die Zeit rückwärts. Die Koordinate „Zeit“ ist mit einem „Minus“ versehen (also z. B. x,y,z –t, wobei ich weiß, dass die Raumkoordinaten mit x und einem Index dargestellt werden, zusätzlich kommt noch das griechische „Delta“ vor jede Koordinate, kann ich hier aber nicht bieten). Zum Berechnen wird zusätzlich die „imaginäre“ Zeit i-t, wobei i=-1, eingeführt, die aber im Ergebnis NICHT berücksichtigt wird.
Raumartige Bereiche können von Objekten mit Ruhemasse nicht erreichen, desgleichen können wir keine Information aus raumartigen Bereichen erhalten, weil sich Information nur mit höchstens Lichtgeschwindigkeit übertragen lässt, raumartige Bereiche in unserem Kosmos sind aber Bereiche, die sich mit Überlichtgeschwindigkeit von uns entfernen (Expansion des Alls).
Eine der Grundlagen der Physik ist, dass Objekte ihren Bewegungszustand nicht ändern, solange keine Kräfte einwirken. Objekte mit Ruhemasse sind Objekte, die mit dem Higgs-Feld wechselwirken – sie bekommen durch diese Wechselwirkung ihre Masse. Photonen wechselwirken nicht mit dem Higgs-Feld, deshalb bewegen sie sich mit Lichtgeschwindigkeit, ebenso Gluonen und Gravitonen.
Eine seltsame Frage: Was bewegt sich beim Licht eigentlich mit Lichtgeschwindigkeit? Die Wellenfront ist es (das ist die entscheidende Geschwindigkeit, sie breitet sich mit der so genannten Signalgeschwindigkeit aus). Licht besteht in der Regel aus einer Ansammlung von Wellen („Wellenpaketen“), und diese Wellen haben unterschiedliche Wellenlängen. Die Geschwindigkeit der Bewegung von einem Wellenberg zum nächsten nennt man Phasengeschwindigkeit, die Geschwindigkeit des Wellenpaketes nennt man Gruppengeschwindigkeit. Die Gruppengeschwindigkeit kann durchaus höher als die Lichtgeschwindigkeit sein. Nur im Vakuum sind Phasen-, Gruppen- und Signalgeschwindigkeit gleich.
Herr Oberlehrer
Die Wolken ziehen hin. Sie ziehen auch wieder her.
Der Mensch lebt einmal. Dann nicht mehr.
(Donald Duck)
Bearbeitet von Henry am 08.01.2013 um 14:14 Uhr.