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"Zeitreisen" - wissenschaftliche Literatur

Thema erstellt von Orson 
Beiträge: 1, Mitglied seit 7 Jahren
Hey liebe Manus-Zeit Community !

Ich schreibe eine Seminararbeit zum Thema "Zeitreisen" und halte auch eine GFS, in meinem LK Physik (13.Klasse), darüber.
Da ich mich vorher nie wirklich mit dem Thema auseinander gesetzt habe, besitze ich auch keine Bücher dazu.

Deshalb frage ich euch, welche Bücher ihr mir empfehlen könnt.
Es sollte, meinem Verwendungszweck entsprechend, möglichst viel Science und wenig Fiction enthalten :D

Ich habe ein Auge auf dieses Exemplar geworfen: Klick

Vielleicht besitzt hier bereits jemand das Exemplar und/oder hat einen besseren Vorschlag.
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Beiträge: 1.366, Mitglied seit 11 Jahren
Hallo Orson,

hier im Forum ist das Thema Zeitreisen natürlich schon öfter diskutiert worden.

ich habe dazu einige Ideen, die Du möglicherweise in Deiner Arbeit verwenden kannst, falls sie für Dich plausibel sind.

1. Begriff "Zeitreisen" ist widersprüchlich.
Begründung: Unter "Zeitreisen" wird ein Rückschritt in die Vergangenheit oder Vorausschritt in die Zukunft ohne Dauer, also ohne Zeit (instantan), verstanden; zumindest mit
einer wesentlich verkürzten Dauer. Vorgestellt wird daher im Gegensatz zum Begriff "Zeit"eine Reise ohne Zeit(-verlust).

2. Vergangenheit und Zukunft werden im allgemeinen Sprachgebrauch als spezielle Zeitbegriffe aufgefasst. In den Naturwissenschaften wird dagegen ein Zeitbegriff im Sinn
von reiner Dauer zugrunde gelegt. Dies bedeutet, dass es für diese reine Dauer egal ist, ob ein Vorgang kausal im Sinne der Naturgesetze abläuft oder entgegen den
Naturgesetzen. Beispiel: Für die reine Dauer ist es egal, ob Du einen Film vorwärts oder rückwärts ablaufen läßt. Für die reine Dauer ist es egal, ob ein Apfel vom
Baum auf den Boden fällt oder vom Boden an den Baum steigt.
Naturwissenschaftlich müsste man die Frage von Zeitreisen daher unter dem Gesichtspunkt erörtern, können die naturgesetzlichen, kausalen Abläufe umgekehrt ablaufen
und zwar ohne Dauer in die Vergangenheit (Konkretes Beispiel: kann die zerbrochene Tasse auf dem Boden wieder instantan (ohne Dauer) auf den Tisch springen und sich
dabei zusammensetzen ?) bzw. für die Zukunft, sind die naturgesetzlichen Geschehensabläufe ohne Dauer möglich ? Sowohl in die eine wie in die andere Richtung
widersprechen entsprechende Vorstellungen jeglicher Erfahrung. Ein entsprechendes Verhalten von Tassen wurde noch nie beobachtet. Vorgänge, die im Widerspruch zu
den Naturgesetzen stehen, kann man Wunder nennen.

Nach meiner Meinung muss man daher zunächst Klarheit darüber schaffen, ob man "Zeit" im Sinne des allgemein üblichen Inhalts unter Einschluss der Kausalität versteht (Vergangenheit und Zukunft sind dann spezielle Zeitbegriffe) oder als reine Dauer im naturwisenschaftlichen Sinn. Der Kern der Frage, ob Zeitreisen möglich sind, ist in jedem Fall, ob Zustandsänderungen ohne Dauer möglich sind, und zwar in die Vergangenheit unter Umkehrung der kausalen Abläufe.

3. Ein Geschehensablauf ohne Dauer erfolgt unendlich schnell. Es handelt sich folglich um eine unwissenschaftliche, unserer Erfahrung widersprechende Unendlichkeits-
vorstellung, wenn man instantane Veränderungen für möglich hält. Mathematisch ist eine Geschwindigkeit im Sinne von Strecke/Zeit, wenn die Zeit im Nenner Null ist, nicht
definiert. Man darf nicht durch Null teilen.

4. Nach den Relativitätstheorien (Einstein) sind unendliche Geschwindigkeiten (instantane Wirkungen) nicht möglich.

Zusammenfassung: Zeitreisen sind Produkte unserer Denkmöglichkeiten, die über unsere Erfahrungen hinausgehen, reine Fantasieprodukte und als Unendlichkeitsvorstellungen: Glaubenssache.

MfG
Harti
Signatur:
Wichtig ist, dass man nicht aufhört zu fragen. A.E.
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Beiträge: 2.939, Mitglied seit 12 Jahren
Hallo Orson, sei gegrüßt und herzlich willkommen hier im Forum.
Für Deine Arbeit findest Du hier...
http://physicbox.uni-graz.at/bibliothek/tajmel_99.pdf
... nehme ich mal an, schon jede Menge Informationen zur Sache.
Umfangreich aber noch "gut zu lesen".
(aber nicht wörtlich "guttenbergen") ;-)
Wobei das Literaturverzeichnis auch eine nicht zu unterschätzende Fundgrube sein kann.
Da wirst Du auf jeden Fall fündig.
Und was Rüdiger Vaas angeht.... immer sehr gut, was der Mann von sich gibt. (nur meine pers. Meinung)
Kein Wissenschaftler aber jemand der sich dem wissenschaftlichen Journalismus verschrieben hat.

Mit den besten Grüßen.
Ernst Ellert II.

P.S.: das soll nur ein Beispiel sein... jede seriöse Uni-Seite stellt eine Alternative dar. (aber Ihr Vorname hat mir gut gefallen) :psst:
Signatur:
Deine Zeit war niemals und wird niemals sein.
Deine Zeit ist jetzt und hier, vergeude sie nicht.
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Beiträge: 2.307, Mitglied seit 8 Jahren
Hi, Orson!

Auch von mir ein Willkommen. Vielleicht versuchst du´s mit einem literarisch/philosophischen Einstieg, so in dem Sinne: Jede Reise ist auch eine Zeitreise, jeder Blick ist ein Blick in die Vergangenheit.

Und Harti, Zeit ist in den Naturwissenschaften NICHT synonym mit Dauer. Zeit ist eine physikalische Größe, mit deren Hilfe die Dauer von Ereignisabfolgen bestimmt werden kann.

Laut Einsteins SRT sind unendliche Geschwindigkeiten (instantane Wirkungen) nur innerhalb der Raumzeit nicht möglich. Das schließt diese Wirkungen unter Einbeziehung der Raumzeit oder aber unter Umgehung derselben nicht aus. Zeitreisen mithilfe von Wurmlöchern z. B. wären - rein theoretisch - möglich.

Henry
Signatur:
Herr Oberlehrer

Die Wolken ziehen hin. Sie ziehen auch wieder her.
Der Mensch lebt einmal. Dann nicht mehr.

(Donald Duck)
Beitrag zuletzt bearbeitet von Henry am 17.04.2012 um 12:27 Uhr.
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Beiträge: 2.993, Mitglied seit 11 Jahren
Harti schrieb in Beitrag Nr. 1878-2:
1. Begriff "Zeitreisen" ist widersprüchlich.
Begründung: Unter "Zeitreisen" wird ein Rückschritt in die Vergangenheit oder Vorausschritt in die Zukunft ohne Dauer, also ohne Zeit (instantan), verstanden; zumindest mit
einer wesentlich verkürzten Dauer. Vorgestellt wird daher im Gegensatz zum Begriff "Zeit"eine Reise ohne Zeit(-verlust).

Ich glaube, was Harti damit sagen will ist folgendes:
Man muss unterscheiden zwischen Zeitreise und Zeitsprung
Was in den meisten Sci-Fi Filmen als Zeitreise bezeichnet wird sind in Wirklichkeit Zeitsprünge. Das bedeutet, der Reisende "verschwindet" zum Zeitpunkt "X" um dann an einem anderen Zeitpunkt, z.B Im Jahre 1950 oder 2125 wieder zu "erscheinen" Zwischen beiden Punkten wird keine Zeit durchlaufen.

Das Gegenteil ist z.B bei dem Filmklassiker "Die Zeitmschine" der Fall.
http://www.youtube.com/watch?v=sPa0pT4X7Jk
Hierbei handelt es sich tatsächlich um eine Zeitreise
Hier setzt sich der Reisende auf seine Zeitmaschine und durchquert quasi die Zeit im Zeitraffer.
Je mehr er "Gas gibt", desto schneller vergeht für ihn die umgebende Zeit ausserhalb der Maschine.
Aber er muss alle Zeitepochen durchfahren. er kann sie nicht überspringen.
Vergleichbar mit einem Zug, der von München nach Hamburg fährt und dabei alle auf dem Weg liegenden Städte wie etwa Frankfurt, Köln Münster etc durchqueren muss, und sie nicht überspringen kann

Beim Zeitsprung ware es so, übertragen auf die Bahnfart, dass der Reisende in München verschwinden würde, und im gleichen Augenblick in Hamburg wieder auftauchen würde, ohne auch irgendeine Stadt dazwischen je durchquert zu haben.
Signatur:
Wer jung ist, meint, er müsste die Welt retten :smiley8:
Der Erfahrene erkennt, dass er nicht alle Probleme lösen kann
:smiley3:
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Beiträge: 1.128, Mitglied seit 8 Jahren
Nicht zu finden, weil nicht real, sondern nur relativ.
Signatur:
1=(h/s³)*(h/t) und 1/cc>0
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Beiträge: 1.566, Mitglied seit 7 Jahren
 
 
Wie man (prinzipiell wenigstens) in beliebig ferne Zukunft reisen kann

Auf Seite Verschieden schnell durch die Zeit reisen wird anhand von drei Beispielen gezeigt, wie man in die Zukunft reisen kann.

Speziell das dritte Beispiel dort ist interessant.

Wer es nachgerechnet hat, wird sein Ergebnis vorliegen haben in der Form

          S = F( A, Z )

wo F eine Formel ist, A der Abstand vom Schwarzen Loch, in dem der Astronaut eine gewisse Zeit Z wartet, bis er umdreht und zur Erde zurückkehrt,
und S die Zahl der Jahre, die auf der Erde vergangen sein sollen, wenn der Astronaut zurückkehrt.

Natürlich werden die in der Formel auftretende Koeffezienten davon abhängig sein, welches Schwarze Loch der Astronaut zu besuchen gedenkt, und wie heftig er plant, auf seiner Reise zu beschleunigen oder abzubremsen.

Interessant aber ist: Da Vergrößern von A den Sprung S in die Zukunft verkleinert, und da umgekehrt Vergrößern der Parkdauer Z den Sprung S vergrößert, lässt sich praktisch jeder Wert von S erreichen.

Das einzige Problem des Verfahrens ist, dass der Astronaut sterben kann, noch bevor er wieder die Erde erreicht. Man sollte ihn also besser durch einen robusten Roboter ersetzen (oder Raumschiff und Astronaut durch einen Forschungssatelliten).


PS: Reisen in die Vergangenheit sind grundsätzlich NICHT möglich (da Zeit eine Richtung hat, die von Ursache zu Wirkung führt).

 
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