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Früher

Thema erstellt von Zampano 
Beiträge: 164, Mitglied seit 13 Jahren
Früher war das alles ganz anders

die Sonne drehte sich noch um die Erde
da waren Atome unteilbar
nur das Licht war schneller als der Schall
der Stärkere hatte immer recht
Verträge wurden per Handschlag besiegelt
wer nicht hören wollte, mußte fühlen
wem etwas nicht passte, der ging dorthin, wo der Pfeffer wächst
Fisch war gesund für das Gehirn, aber mancher müßte täglich einen Walfisch essen
die Frauen hatten genug im Haus zu tun
man arbeitete bis zum Umfallen und ging mit den Hühnern ins Bett
wer sehr alt wurde, benahm sich wunderlich
jeder kannte jeden im Dorf
gegen alles war ein Kraut gewachsen
da zahlte man seine Medizin selbst
wer faul war, nagte am Hungertuch
in jedem Garten stand ein Häuschen mit Herz
jeden Freitag gab es Fisch
Samstag war Badetag
Sonntag um 10 Uhr war die Kirche voll

Früher hörte man noch zu, wenn einer von früher erzählte
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... meint der kleine
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Beiträge: 2.939, Mitglied seit 15 Jahren
Hallo Zampano, ich grüße Dich. Ein schöner Beitrag ist das.
Vergib mir bitte das ich Deinen "Textrahmen" entliehen habe, er gefiel mir so gut.
Die Rechte für beide fettgedruckten Zeilen liegen selbstverständlich bei Dir. ;-)
Das allerdings der Inhalt ein anderer ist, liegt daran das jede Medaille immer zwei Seiten hat,
und einen Rand, aber den kann man getrost mal unberücksichtigt lassen.

Früher war das alles ganz anders

Die durchschnittliche Lebenserwartung lag schon fast bei dreißig Jahren.
Der "Herr" nahm die Frauen und Töchter seiner Leibeigenen wie es ihm gefiel.
In den Krieg ziehen war weniger eine Ehrensache als eine Zwangsverpflichtung.
Allerdings bedeutete schon jede vereiterte Wunde fast immer den Tod ohne kundige Behandlung.
Den konnte aber auch jeder Winter bedeuten wenn er härter als üblich oder länger war als sonst.
Oder wenn die Voräte nicht groß genug waren weil die "Herren" wieder mal die Abgaben erhöht hatten.
Und richtig gemütlich war es drinnen ohne Fensterglas und einer richtigen Feuerstelle, von einem Herd ganz zu schweigen.
Was war das eine gemütliche Zeit als viele Nachbarn dem Typhus zum Opfer fielen und dann billige Hütten frei wurden.
Und Abends musste man nicht seine Lesebrille suchen.
Keinen Ärger mit den Kindern in der Schule.
Die waren ja den ganzen Tag beim Torfstechen oder unter Tage.
Die hatten keinen Stress mit dem A B C.
Dafür wussten sie aber das man zuhört wenn einer von früher erzählt.

Früher hörte man noch zu, wenn einer von früher erzählte

Mit den besten Wünschen für den Rutsch ins neue Jahr.
Ernst Ellert II.
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Deine Zeit war niemals und wird niemals sein.
Deine Zeit ist jetzt und hier, vergeude sie nicht.
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Beiträge: 1.603, Mitglied seit 14 Jahren
Hallo zusammen,

also ganz früher, im Garten Eden, war "tatsächlich" alles viel besser; sozusagen ein utopisches Schlaraffenland. Diese Einschätzung ist mir natürlich nur deshalb möglich, weil Adam und Eva, dieser Blödmann und diese Blödfrau, Früchte vom Baum der Erkenntnis aßen.
Ich zitiere ( Mose/Genesis 2, 9): In der Mitte des Gartens wuchsen zwei besondere Bäume: der Baum des Lebens, dessen Früchte (dass es Äpfel waren, steht nirgends und ist eher unwahrscheinlich) Unsterblichkeit schenken, und der Baum der Erkenntnis, dessen Früchte das Wissen verleihen, was für den Menschen gut und was für ihn schlecht ist. ( weiter 2,16) Weiter sagte er zu
ihm (Adam, Eva existierte noch nicht): Du darfst von allen Bäumen des Gartens essen, nur nicht vom Baum der Erkenntnis. Sonst musst du Sterben.
Wie es weiterging ist ja allgemein bekannt.
Mit dieser Situation, dass wir in moralischen Kategorien denken können, müssen wir fertig werden.

@Claus: Möglicherweise sollte man auch die Unterscheidung von gut und böse als konstitutives Merkmal für Bewußtsein fordern.

Zum eigentlichen Thema würde ich differenzieren (relativierend) sagen:

Früher war manches besser und vieles schlechter als heute, heute ist manches besser und manches schlechter als früher. Der Teufel steckt im Detail.

@ Manu: Vielen Dank für das schöne Neujahrsfeuerwerk. Da kann ich mir ja die Raketen heute Abend sparen. Auch Dir alles Gute.

MfG
Harti
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Wichtig ist, dass man nicht aufhört zu fragen. A.E.
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Beiträge: 164, Mitglied seit 13 Jahren
Früher war das alles ganz anders

Da war der Mann der Herr im Hause
auf unsere Kaiser und Könige waren wir stolz
jeder Herrscher schrieb seine Gesetze selber
wir waren vor Gehorsam blind
Nachrichten wurden auf dem Marktplatz verkündet
die dümmsten Bauern hatten die größten Kartoffeln
wer laut schrie, hatte meist Unrecht
schmutzige Wäsche wurde im Fluss gewaschen
Musik wurde noch mit der Hand gemacht
man konnte noch seine eigene Handschrift lesen
Kriminelle wurden an den Pranger gestellt und bekamen Brot und Wasser
da war die Mark noch 100 Pfennige wert
man konnte das Weiße im Auge des Feindes sehen
Lehrjahre waren keine Herrenjahre
Hexen wurden verbrannt
Piraten trugen eine Augenklappe
Ehen wurden im siebten Himmel geschlossen und durch den Tod geschieden
in jedem Haus war ein Zimmer warm

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... meint der kleine
Beitrag zuletzt bearbeitet von Zampano am 05.01.2010 um 20:13 Uhr.
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was wir früher alles nicht brauchten:

Müllverbrennungsanlage - Postleitzahlen - Geldzählmaschinen - Zertifikate - ec-Karte - Wecker - Stechuhr - Steuerberater - Notar - Strafverteidiger - Babyklappe - PIN - Telefonbuch - Organspendepass - Personalausweis - Führerschein - Krankenschein - Hartz IV - Fahrplan - Koalitionsvertrag - Rezept - Versicherung - Makler - Brillenputztuch - Kindersicherung - USB-Hub - Katzenfutter - Viagra - Fernbedienung - Sicherheitsschloß - Gesundheitsminister - Radarfalle - Atombunker - Sicherheitsverwahrung - Navi - DSDS - ADAC - Ampel - Abitur - Naturschutz - Nacktscanner - Fremdwörterbuch - Gesamtschule - BILD - Batterieaufladegerät - U-Boot - Zebrastreifen - Gewerkschaft - Grüne

zur Fortsetzung empfohlen

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... meint der kleine
Beitrag zuletzt bearbeitet von Zampano am 05.01.2010 um 20:19 Uhr.
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Beiträge: 138, Mitglied seit 12 Jahren
Zampano schrieb in Beitrag Nr. 1546-5:
was wir früher alles nicht brauchten:

...DSDS... BILD...

Als ob wir die heute brauchen würden.

Obwohl die meisten der Dinge, die du aufgezählt hast, doch eher positive Veränderungen gebracht haben.

Beitrag zuletzt bearbeitet von Lanja3 am 31.12.2009 um 18:02 Uhr.
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Beiträge: 164, Mitglied seit 13 Jahren
Zunächst: Prost Neujahr an alle, besonders an Manu mit Dank für die immer wieder interessante Seite

Eigentlich wollte ich nicht aussagen, dass früher irgendetwas besser war, oder jetzt alles besser wäre.

Es war eben alles nur: anders.
Und viel einfacher.
Und so manches reizte mich zu obiger Ironie, die bei den meisten wohl auch so angekommen ist.

Deshalb, für die, die gerne mal anders denken, eine ähnliche Überschrift:

Was wir nicht mehr haben - auch wenn manches nicht schlecht war

Prawda - Löschteich - Selbstschußanlage - Rüstung - Dinosaurier - World-Trade-Center - Hörrohr - Monokel


Auf was wir in Zukunft gerne verzichten können oder sollten, ohne dass die Welt gleich untergeht

DSDS - Bild - Radarfalle - Plastiktüte - PDS - AIDS - Ozonloch - Tretminen - Asbest - Callcenter - Kabelsalat - Strapse - Legasthenie - Läuse - Atomkraftwerk - Stau - Verwarnungsgeld - Verkaufsfahrt - Kurzschluß - Mehrwertsteuer - Soli

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Beitrag zuletzt bearbeitet von Zampano am 05.01.2010 um 20:16 Uhr.
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Es ist ja schon alles gesagt, aber mir fällt da noch was ein.

Das Essen war früher besser.

-Kartoffeln kamen direkt vom Feld

-Die Milch direkt vom Bauern

-Gemüse holte man sich vom Feld

-Gekocht wurde auf ein Herd mit Feuer, ohne Strom.

Das war früher wirklich besser. Kein Supermarkt frass. Wie gerne erinnere ich mich an die Zeit wo meine Oma so gekocht hatte wie oben steht. Da kann das beste Lokal nicht mithalten.
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Beiträge: 2.939, Mitglied seit 15 Jahren
Früher war das alles ganz anders

Die Volksschule war für das Volk.
Die Mittelschule war für die Mittelschicht.
Die Oberschule war für die Oberschicht.

Früher wusste jeder sofort wohin er gehört

MfG Ernst Ellert II.
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Na das war aber früher nicht so gut. Auch Volksschüler hatten das Zeug zum Abitur. Doch wurde das damals nicht erkannt.
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Hallo! Ein Gutes Neues Jahr wünsche ich Allen!
Wenn wir als Kind in den 50er, 60er oder 70erJahren lebten, ist es zurückblickend kaum zu glauben, dass wir
solange überleben konnten! Als Kinder sassen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und Airbags. Unsere
Bettchen waren angemalt in strahlenden Farben voller Blei und Cadmium. Die Fläschchen aus der Apotheke
konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso wie die Flasche mit Bleichmittel. Türen und Schränke waren
eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen. Auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm. Wir tranken
Wasser aus Wasserhähnen und nicht aus Flaschen. Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten
während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir die Bremse vergessen hatten. Damit kamen wir nach
einigen Unfällen klar. Wir blieben den ganzen Tag weg, und mussten erst zu Hause sein, wenn die Strassen-
laternen angingen. Niemand wusste wo wir waren, wir hatten nichteinmal ein Handy dabei! Wir haben uns
geschnitten, brachen Knochen und Zähne und niemand wurde deswegen verklagt. Es waren eben Unfälle.
Niemand hatte Schuld ausser wir selbst. Keiner fragte nach " Aufsichtspflicht". Wir kämpften und schlugen
einander manchmal bunt und blau. Damit mussten wir leben, denn es interessierte die Erwachsenen nicht.
Wir assen Kekse, Brot mit Butter dick, tranken sehr viel und wurden trotzdem nicht zu dick. Wir tranken mit
unseren Freunden aus einer Flache und niemand starb an den Folgen. Wir hatten nicht: Playstation, Nin-
tendo 64, X Box, Videospiele, 64 Fernsehkanäle, Filme auf Video, eigene Fernseher, wir hatten Freunde.
Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Strasse. oder wir marschierten einfach zu deren Heim und
klingelten oder gingen einfach hinein, ohne Termin. Keiner brachte uns und keiner holte uns.....Wie war
das nur möglich? Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstöcken und Tennisbällen. Ausserdem assen wir
Würmer. Die Prophezeihungen trafen nicht ein: Die Würmer lebten nicht in unseren Mägen weiter. Beim
Strassenfussball durfte nur mitmachen wer gut war. Wer nicht gut war musste lernen, mit Enttäuschungen
klar zu kommen. Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch Prüfungen und
wiederholten Klassen. Das führte nicht zu emotionalen Elternabenden oder gar zur Änderung der Leis-
tungsbewertung. Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstossen hat, war klar, dass die Eltern ihn nicht
aus dem Schlamassel heraushauen. Im Gegenteil, sie waren der gleichen Meinung wie die Polizei. So was!
Unsere Generation hat eine Fülle von inovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft her-
vorgebracht. Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung.

Das fand ich in einer Zeitung , so war das auch, ich habe es selbst erlebt.

Herzliche Grüsse an alle ..........Keen.
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Beiträge: 473, Mitglied seit 13 Jahren
Schöner Beitrag Keen. Erinnert mich an meine eigene Jugend. Habe diese in den 70er Jahren verbracht.

Tja was gabs damals oder auch nicht. Ich hatte kein Handy ( habe ich heute noch nicht ). Playstation und Pc gabs damals nicht. War auch nicht schlimm. Man ging zu Kollegen und machte was miteinander ( nein, kein Sex ).
Die heutigen Fussballmanger auf PC hatte ich mir per Hand zusammen gestellt damals. Alles Haarklein aufgeschrieben auf DIN A 5 Hefte. Die Spiele würfelte ich aus.
Heute sitzt man am PC und macht nen paar klicks und gut ist. Alles wird gespeichert auf einer Platte. Gemütlicher gehts gar nicht mehr. Keine Stappelei der DINA 5 Hefte.
Damals musste man viel selber machen. Das war auch gut so. Heute wird man Faul. Zum Glück habe ich meinen Hund der natürlich raus muss. Den kann kein PC ersetzen.
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Beiträge: 138, Mitglied seit 12 Jahren
Früher war das alles ganz anders

Die Erde war noch eine Scheibe;
das tote Meer lebendig.
Die Strohalme bestanden noch aus Stroh.
Äpfel& Birnen gingen noch als Süßigkeiten durch
und wurden sogar gestohlen.
Aber ansonsten wurde gegessen, was auf den Tisch kam (Kartoffeln).
Bekennende Atheisten gab es nicht. (so gut wie nie)
Wer seinen Spaß haben wollte, war ein "Nichtsnutz".
Die ganze Familie badete im selbem Wasser.
Man war besorgt um sein Seelenheil.
Die Frauen waren für Haushalt&Kinder zuständig,
wobei die Mutter den Sohn meist verhätschelte
(nicht gerade zur Freude des Vaters, der wollte, dass eben dieser später mal ein harter Mann würde)

Ich hab nur eine Frage: Von welcher Zeit reden wir hier eigentlich? "Früher" kann ja so einiges heißen. Ich hab einfach mal all meine (klischeehaften) Vorstellungen aufgeschrieben, wie das "früher" so war.
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Beiträge: 2.998, Mitglied seit 13 Jahren
Lanja3 schrieb in Beitrag Nr. 1546-13:
Ich hab nur eine Frage: Von welcher Zeit reden wir hier eigentlich? "Früher" kann ja so einiges heißen. Ich hab einfach mal all meine (klischeehaften) Vorstellungen aufgeschrieben, wie das "früher" so war.

Richtig!
Früher saßen wir im Bunker, aus Angst vor den Bomben (1. u. 2 Weltkrieg)
Früher saßen wir auf den Bäumen und aßen Bananen
Früher liefen die Dino´s durch die Täler
Früher war die Erde noch flüssiges Lava
Früher war das Universum voller Staub.

Früher... ein weiter Begriff
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Wer jung ist, meint, er müsste die Welt retten :smiley8:
Der Erfahrene erkennt, dass er nicht alle Probleme lösen kann
:smiley3:
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Beiträge: 1, Mitglied seit 12 Jahren
Sehr schöne Gedichte, nur leider ist die Geschichte inzwischen schon weiter geschritten: www.sunorbit.net. Da ihr das was ihr da lest wahrscheinlich nicht glaubt, hier auch gleich die Links, die ihr nicht bezweifeln könnt:

http://en.wikipedia.org/wiki/Center_of_mass

und falls ihr wikipedia nicht glaubt:

http://www.physicsforums.com/archive/index.php/t-11...

dann wäre da noch Geoffrey Marcy (Haupt-Planetenjäger im Augenblick) oder Berkeley :

http://www.spaceref.com/news/viewpr.html?pid=10931
Signatur:
Fritz
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Beiträge: 473, Mitglied seit 13 Jahren
Gibts das auch auf Deutsch?
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Wissen ist Macht, nichtwissen macht nichts!
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Beiträge: 164, Mitglied seit 13 Jahren
Früher war das alles ganz anders

...

Auf dem Pferderücken fand man das größte Glück dieser Erde
Bei einer Sonnenfinsternis verschlang der Neumond die Sonne
Wessen Brot man aß, dessen Lied man sang
Die Kirschen aus Nachbars Garten schmeckten süßer
Stolz übernahm der älteste Sohn den väterlichen Betrieb
Ehefrauen bekamen zur Hochzeit eine ordentliche Mitgift
Man wußte, wann die Sterne gut oder schlecht standen
Das eigene Schicksal wurde aus der Hand gelesen
Lehrlinge wurden am ersten Tag in den April geschickt
Der Schuster blieb bei seinen Leisten
Hunde und Kinder horchten aufs Wort
Kleidung wurde aus Tierfellen gemacht
Zum Ausflug in die nächste große Stadt zog man seinen besten Anzug an
Die ganze Familie wohnte in einem Haus
Die Hausordnung bestand aus einem Nudelholz
Da gab es nur zehn Gebote

...

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... meint der kleine
Beitrag zuletzt bearbeitet von Zampano am 13.01.2010 um 13:00 Uhr.
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Beiträge: 2.998, Mitglied seit 13 Jahren
Zampano schrieb in Beitrag Nr. 1546-17:
Früher war das alles ganz anders...

Wessen Brot man aß, dessen Lied man sang

Die Kirschen aus Nachbars Garten schmeckten süßer

Lehrlinge wurden am ersten Tag in den April geschickt

Die Punkte, auszugweise zitiert, gelten auch heute noch

Zitat:
Die Hausordnung bestand aus einem Nudelholz
Gewalt in der Erziehnung ist bis heute nicht ausgemerzt, doch wo fängt Gewalt an?
Signatur:
Wer jung ist, meint, er müsste die Welt retten :smiley8:
Der Erfahrene erkennt, dass er nicht alle Probleme lösen kann
:smiley3:
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Beiträge: 164, Mitglied seit 13 Jahren
gut, Gewalt auch in der Familie gibts (immer noch und wirds wohl auch immer geben), aber das Nudelholz wurde verdrängt und ist nunmehr "nur" ein Symbol. Jetzt besteht die Hausordnung manches Mal aus psychischer und direkter Gewalt.

Früher gab es nach der Arbeit und auch zwischendurch Essen und Trinken vom Hausherrn oder Meister, da war die Bindung an den Betrieb und das Einsetzen für ihn viel intensiver und direkter. In Zeiten von Gewerkschaft, Tarif, Streik, Dumpinglöhnen usw. ziehen Arbeit"nehmer" und Arbeit"geber" jedoch häufig nicht mehr an einem Strang und verlieren sich in bürokratischen, anonymen Grabenkämpfen.

Haustieren (sowohl Hunden und Pferden, als auch Schweinen und Rindern) geht es oft genug besser und sie sind auch treuer, zum Teil bedingungslos.

Und wieviele Nachbarn haben noch einen Obst- oder Gemüsegarten ? Wer weiß so genau, was in Nachbars Garten grünt und blüht ? Selbst immerhin noch vorhandene Anlagen werden geschützt mit hohen, möglichst undurchsichtigen Zäunen. Egal, ob die Kirschen nun besonders süß sein könnten.

Heutzutage fängt das Lehrjahr im Sommer (meist 1. August) an, da kann man niemanden mehr am 1. Tag "in den April schicken". Ich jedenfalls kann mich sehr gut daran erinnern, dass Ausbildungen zu Lehre und Studium am 1. April anfingen.

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... meint der kleine
Beitrag zuletzt bearbeitet von Zampano am 13.01.2010 um 10:28 Uhr.
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Beiträge: 2.998, Mitglied seit 13 Jahren
Zampano schrieb in Beitrag Nr. 1546-19:
gut, Gewalt auch in der Familie gibts (immer noch und wirds wohl auch immer geben), aber das Nudelholz wurde verdrängt und ist nunmehr "nur" ein Symbol. Jetzt besteht die Hausordnung manches Mal aus psychischer und direkter Gewalt.

Früher gab es nach der Arbeit und auch zwischendurch Essen und Trinken vom Hausherrn oder Meister, da war die Bindung an den Betrieb und das Einsetzen für ihn viel intensiver und direkter. In Zeiten von Gewerkschaft, Tarif, Streik, Dumpinglöhnen usw. ziehen Arbeit"nehmer" und Arbeit"geber" jedoch häufig nicht mehr an einem Strang und verlieren sich in bürokratischen, anonymen Grabenkämpfen.
Da geb ich Dir Recht
Wie soll ich z.B einen Betriebs-Patriotismus aufbauen, wenn ich in einer Zeitarbeitsfirma beschäftigt bin, und jeden Monat einem neuen Herren diene. Diese Zeitversklaver sind die schlimmsten Demotivatoren, die der Wirtschaft passieren konnten. Dienst nach Vorschrift, und keinen Handschlag mehr, so lautet heute leider die Devise.
Zitat:
Haustieren (sowohl Hunden und Pferden, als auch Schweinen und Rindern) geht es oft genug besser und sie sind auch treuer, zum Teil bedingungslos.
Zu Haustieren hat man einen ganz anderen Bezug, als ein Arbeitgeber zu seinen Arbeitnehmern, klar, daß es den Tieren aus diesem Grund besser geht.
Zitat:
Und wieviele Nachbarn haben noch einen Obst- oder Gemüsegarten ? Wer weiß so genau, was in Nachbars Garten grünt und blüht ? Selbst immerhin noch vorhandene Anlagen werden geschützt mit hohen, möglichst undurchsichtigen Zäunen. Egal, ob die Kirschen nun besonders süß sein könnten.
Zum einen, da wo ich wohne gibt es noch Obstgärten, und vor allem Felder, ohne Zäune. Es müssen ja nicht immer nur Kirschen sein, die beim Nachbrn besser schmecken. Es sind auch manchmal Äpfel, oder mal ein Kopfsalat etc.
Außerdem ist das mit Nachbars Kirschen auch symbolisch gemeint. Das kann man auch anders verstehen. Der eine findet auch die Nachbars-Frau süßer als die eigene, wobei die Treue schonmal auf der Strecke bleibt. Gerade in der Heutigen Zeit ist das Fremdgehen eher zur Regel als zur Ausnahme geworden. Flirt- und Kontaktbörsen fördern dieses Massenfremdgehen regelrecht. Wo bleiben heutzutage Treue und Moral?
Zitat:
Heutzutage fängt das Lehrjahr im Sommer (meist 1. August) an, da kann man niemanden mehr am 1. Tag "in den April schicken". Ich jedenfalls kann mich sehr gut daran erinnern, dass Ausbildungen zu Lehre und Studium am 1. April anfingen.
Das Lehrjahr muß nicht zum 1.April beginnen, um die "neuen" mal kräftig zu ärgern.
Da wird so mancher Azubi zu Beginn losgeschickt, um neue Gewichte für die Wasserwaage zu holen.
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Der Erfahrene erkennt, dass er nicht alle Probleme lösen kann
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